Der "gefährliche" Hund Teil 3

  • Hundundmehr Die Definition von Bindung ist die enge und emotionale Beziehung zwischen Kindern und der Mutter, auch dem Vater und anderen engen Bezugspersonen. Das ist nunmal die Definition, das ist weder veraltet noch falsch.
    Die Definition kannst du ua. hier nachlesen:

    https://www.socialnet.de/lexikon/Bindung

    https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/bindung

    https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/bindung/2401

    Damit steht außer Frage, dass das zwischen Hund und Mensch nicht möglich ist.
    Außer Frage steht natürlich auch, dass der Hund fähig ist, eine Verbundenheit/Beziehung zu Menschen aufzubauen und dass umgangssprachlich Bindung für eben diese Verbundenheit/Beziehung verwendet wird. Aber die Definition bleibt trotzdem wie sie ist.

  • Entschuldigung, wenn ihr hier rum-nerdet, was ich sehr gut finde, frage ich auch noch mal rein: Ich kenne den Bindungsbegriff als enge emotionale Beziehung zwischen dem Jungtier und seinem (pflegenden) Elternteil bzw. ja auch hier möglichen sonstigen Bezugstier.
    (Säuge)Tiere der gleichen Art haben also schon auch eine Bindung zueinander oder?

  • (Säuge)Tiere der gleichen Art haben also schon auch eine Bindung zueinander oder?

    Ich würde sagen ja. Bindung entsteht aus einem Instinktverhalten heraus und ist daher nicht beim Menschen allein, seiner Definition nach aber nur innerhalb der Art beschrieben.

    Ich weiß es nicht und habe auf die Schnelle keine vernünftigen Quellen gefunden, aber ich würde mich dieser Einschätzung anschließen.

  • Hundundmehr Die Definition von Bindung ist die enge und emotionale Beziehung zwischen Kindern und der Mutter, auch dem Vater und anderen engen Bezugspersonen. Das ist nunmal die Definition, das ist weder veraltet noch falsch.
    Die Definition kannst du ua. hier nachlesen:

    https://www.socialnet.de/lexikon/Bindung

    https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/bindung

    https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/bindung/2401

    Damit steht außer Frage, dass das zwischen Hund und Mensch nicht möglich ist.
    Außer Frage steht natürlich auch, dass der Hund fähig ist, eine Verbundenheit/Beziehung zu Menschen aufzubauen und dass umgangssprachlich Bindung für eben diese Verbundenheit/Beziehung verwendet wird. Aber die Definition bleibt trotzdem wie sie ist.

    Das ist Haarspalterei, denn es bezieht sich nur auf Wortdefinitionen und nicht auf das Phänomen an sich. Interspecific bonding ist ein weit verbreitetes Phänomen und kommt bei wildlebenden Tierarten ebenso vor, wie zwischen Menschen und Haustieren. Bei Haustieren ist domestikationsbedingt sogar eine angeborene Appetenz vorhanden, die diese Bindung erleichtert. So eine Bindung zwischen artliche verschiedenen Partnern kann sehr tief und gegenseitig sein, sie zu leugnen macht wenig Sinn.
    Es gibt viele Veröffentlichungen in peer reviewed scientific journals zu diesem hochinteressanten Thema.


    Siehe zB

    Reilly, Olivia T. (57217119384); Somerville, Leah H. (6701748543); Hecht, Erin E. (23481779600)
    Mechanisms of Social Attachment Between Children and Pet Dogs
    (2024) Animals, 14 (20),

    Pongrácz, Péter (7004426787); Dobos, Petra (58102228500)
    7004426787; 58102228500
    What is a companion animal? An ethological approach based on Tinbergen's four questions. Critical review
    (2023) Applied Animal Behaviour Science, 267, art. no. 106055,

    Turner, Dennis C.
    A review of over three decades of research on cat-human and human-cat interactions and relationships
    (2017) Behavioural Processes, 141, pp. 297 - 304


    Udell, Monique A. R. (23977178200); Wynne, C.D.L.
    A review of domestic dogs' canis familiarisa human-like behaviors: Or why behavior analysts should stop worrying and love their dogs
    (2008) Journal of the Experimental Analysis of Behavior, 89 (2), pp. 247 - 261,

  • Danke dafür! :bindafür::bindafür:

    Vielleicht sollten manche mal über den Tellerrand der menschlichen Psychologie hinausschauen, z. B. wie die Biologie, insbesondere die Verhaltensbiologie "Bindung" definiert und betrachtet.

    Wenn man die - hier verlinkten - Definitionen aus der (menschlichen) Psychologie zugrunde legt, dann gibt es außer einer Bindung zwischen Kind zu Bezugsperson gar keine anderen Bindungen.

  • Das hier bisher diskutierte bezieht sich zudem auf ein veraltetes anthropozentrisches Weltbild, dass den Menschen kategorisch von den Tieren abgrenzt und ignoriert, dass die Lebendige Welt ein Kontinuum darstellt.
    Zoologisch gesehen ist der Mensch übrigens die dritte Schimpansenart und es gibt gemäß den taxonomischen Regeln keine Rechtfertigung für eine eigenen Gattung. Die Revision erfolgte nur deshalb nicht, weil sie kaum durchsetzbar sein dürfte...aus irrationalen Gründen!
    Zudem hat sich sehr ähnliches komplexes soziales verhalten vielfach unabhängig entwickelt und baut am Ende dennoch auf oft sehr ähnlichen Mechanismen auf, die auch interspezifisch funktioneren. Und nicht nur in artifiziellem Umfeld.

  • und baut am Ende dennoch auf oft sehr ähnlichen Mechanismen auf,

    Ja, ähnlich mit Sicherheit, hat auch keiner bestritten.
    Es ging rein um das Wort und die ursprüngliche Herkunft.

    Zitat:
    "„Ein Heimtier kann Bindungsbedürfnisse je nach Person in einem subjektiv vergleichbar empfundenen Ausmaß wie ein Mensch erfüllen. Aber nicht jede Beziehung zu einem Haustier ist eine Bindung, sondern oftmals sind andere Aspekte wie Dominanz- oder Prestigebedürfnisse, das Bedürfnis nach Gesellschaft und Freundschaft oder die instrumentelle Nutzung (z.B. bei der Jagd) vorrangig“ (Beetz 2009, S. 147)."

    Ja, es gibt natürlich Parallelen zum ursprünglich geprägtem Wort von Bowlby. Aber eben keine komplette Gleichsetzung. Ein Hund wird die Bindung zu den Eltern bspw. niemals ersetzen können. Also nochmal, es ging um die reine Begrifflichkeit in seiner ursprünglichen (und ja, vllt heute nicht mehr ausreichenden, da es eine Begriffserweiterung gab) Form.
    Warum kann man das nicht differenziert betrachten?

    Vielleicht sollten manche mal über den Tellerrand der menschlichen Psychologie hinausschauen, z. B. wie die Biologie, insbesondere die Verhaltensbiologie "Bindung" definiert und betrachtet.

    Vielleicht sollten andere auch einfach mal nur lesen, was jemand schreibt, ohne gleich die eigenen Paradigmen unbedingt mit einwerfen und überstülpen zu müssen, nur damit man bloß keinen einzigen Schritt auf den anderen zugehen muss. Ist mir schon so oft aufgefallen, dass es immer nur das eigene Vorstellungsbild gibt und bitte alle anderen dahingehend belehrt werden müssen. Leider anstrengend.

    Edit: Entschuldigung, hab geschrieben während das letzte Mod-Posting kam.

  • Mit anderen Worten: Nur wenn man eine Bindung mit jemandem eingehen kann, die einer menschlichen Mutter-Kind-Bindung entspricht, kann man das als "Bindung" bezeichnen?

    Es ging halt um die „Duden / Professor für deutsche Sprache“ Sichtweise. Da ist das eben klar definiert und jede anderweitige Verwendung ist sprachlich falsch.

    Um irgendwelche persönlichen Ansichten ging es Pinguin und Co. dabei doch gar nicht.

    Mit der ersten Hälfte des Interviews kann ich gut leben

    Ja, dem schließe ich mich an … der Teil, den ich gelesen habe, klang recht vernünftig. Als es anfing komisch zu werden, habe ich abgebrochen. Wenn es, wie hier auch einige vermutet haben, so ein XL Bully war, ist das alles kein Wunder.

    Sind ja in GB nicht grundlos verboten worden, da mussten schon so viele Menschen (oft die eigenen Halter) ihr Leben lassen …

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