Club der (Hunde-)Altenpfleger & Altenpflegerinnen - Teil 4

  • Eddy war von 1 bis 13 Jahre ziemlich konstant in Optik und Leistung unterwegs. Für mich ist er so ab 13 Senior und alt geworden, weil da zum einen auffiel, dass er schwerhörig wurde und er da auch auffallende Rückenschmerzen zeigte. Er muss davor schon einige Zeit mit Arthrose und Verspannungen zu tun gehabt haben, aber das konnte er nach außen scheinbar gut kompensieren. Jetzt mit bald 17 ist er ein echter kleiner Opi-Terrier. Er wirkt manchmal wie so ein verrückter Professor. Er hat durchaus noch Energie und springt auch noch sehr gut, aber teils ist er irgendwie auch in seiner eigenen Welt. Ist vermutlich auch der Tatsache geschuldet, dass er eben blind und ziemlich schwerhörig ist. Blind geworden ist er mit 8 Jahren, da hätte ich ihn definitiv niemals als Senior eingeordnet. Der war da wirklich in der Blüte seines Lebens… Ich denke das ist wirklich individuell und auch Vorerkrankungen können da massiv mit dazu beitragen, dass der Hund früher alt wirkt.

  • Ja, am ehesten verbindet man das Senior-Sein mit dem "körperlichen Verfall". Das ist hier zum Großteil auch so. Aber trotzdem total unterschiedlich.

    Ich würde zum Beispiel bei Willi sagen, dass ich sie als Seniorin wahrgenommen habe so ab 13, obwohl sie schon seit sie 11 ist regelmäßig Librela bekommt und im Grunde auch schon länger andere Schmerzmittel (und wir sind aktuell auf der Suche nach noch einem zusätzlichen...). Richtig alt ist sie aber letztes Jahr mit 13,5 geworden mit dem Vestibularsyndrom, dem direkt anschließenden Abszeß durch Mastzelltumor. Und jetzt mit über 14 wird sie tüddeliger und nimmt sich auch mal mehr Zeit draußen zum Schnüffeln. Aber eigentlich will sie weiter fröhlich durchs Leben springen und kann eigentlich nur 100%.

    Das kleine Schwarze dagegen, das ist gefühlt schon Seniorin seit sie 7 oder 8 ist und noch gar nicht hier gewohnt hat. Sie war schon immer langsam und gemütlich und hat viel geschlafen. Daran hat sich kaum was geändert. Sie hat zwar Muskeln verloren, bekommt Librela und ist vermutlich ein bisschen dement, aber läuft nach wie vor hier quickfidel in ihrer seit je her energiesparenden Weise durchs Leben obwohl sie im Februar 16 wird.

  • Meine Cooma, jetzt 17 Jahre und 5 Monate alt, hatte vor eineinhalb Wochen nachts das Vestibularsyndrom. Ich wurde wach, weil sie bei ihren Aufstehversuchen immer unkoordiniert auf die Nase fiel. Ich dachte zunächst, sie müsse einfach mal Pipi und regt sich auf. Sie hat ja seit ein paar Jahren Paroxsysmale Dyskinesie. Dafür bekommt sie Medikamente, womit es auch besser ist. Aber bei Aufregung kommen die Aussetzer mehr. Wobei sie deshalb nicht auf die Nase fällt. Das war seltsam. Der Blick ins Gesicht bzw. die Augen des Hundes machten klar worum es ging. Bisher hatte das noch keiner meiner Hunde, aber ich kenne es aus dem Bekannten- und Freundeskreis, weil Border Collies eine höhere Neigung haben das im Alter zu bekommen. Der Kopf neigte sich im Stehen deutlich nach unten links. Hier ein Video, wo man den Nystagmus der Augen sehen kann:

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    Ich habe ja letztes Jahre eine Ausbildung zur Tierphysio abgeschlossen, bei der wir uns auch mit dieser Erkrankung beschäftigt haben. Ich kramte also meine Unterlagen raus, glich noch mal ab, ob die Symptome passten und legte los. Ein Manöver, mit dem man das Gleichwichtsorgan wieder "resettet", danach manuelle Lymphdrainage. Sie war dann so müde, dass sie auf ihrem Platz einschlief und bis morgens durchschlief. Ich wartete extra mit dem Aufstehen bis sie von selbst wach wurde. Und ich traute meinen Augen nicht: Es war weg. Sie stapfte zum Pipi machen in den Garten als wäre nie was gewesen. Trotzdem schrieb ich meiner Tierärtzin eine Mail und schickte ihr die Videos. (Es war natürlich sonntags.) Sie meldete sich dann auch und sagte, dass ich aufgrund der Entwicklung lieber daheim für Ruhe sorgen sollte. Für den Fall, dass ihr übel sein würde, hatte ich von einem anderen Hund noch Tabletten gegen Übelkeit da. Doch ihr war nicht übel. Sie mampfte begeistert ihr Frühstück rein und wunderte sich wohl, warum wir an dem Tag nur drei Schritte Gassi gingen. An dem Montag ließ ich trotzdem noch mal das Blut checken, war nach einem halben Jahr eh mal sinnvoll. Alles prima. Auch die Schilddrüsenwerte - sie hat ja seit ca. drei Jahren eine altersbedingte Schilddrüsenunterfunktion, die seither gut eingestellt ist.

    Hier ein Video vom Montag beim Gassi:

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    Ich habe den Verlauf an ihren Neurologen der Tierklinik Hofheim geschickt. Eigentlich rechnete ich nicht mit einer Antwort, doch er meldete sich und fragte nach, was genau ich gemacht hätte. Alle können es kaum glauben ... ich am wenigsten. Ehrlich gesagt, schreibe ich das auch erst jetzt, weil ich dem Frieden nach wie vor nicht traue. Am Montag war ich bei meiner Physio-Tierärztin, die sie auch noch mal neurologisch etc. durchcheckte, aber es ist nach wie vor als wäre nichts gewesen. Puh. Ich bin so froh.

  • Medizinisch ist das eigentlich geklärt. Aber, was ich halt schwierig finde ist, wenn Hundehalter daraus die Schlussfolgerung ziehen, dass sie Erkrankungen ihrer Hunde nicht mehr (ausreichend) behandeln lassen, weil "der ist ja alt".

    Alt werden muss nicht mit krank sein verknüpft sein, ist es aber oft. Und die Frage, die Du stellst, ist glaube ich eher die: Ab wann waren/sind Eure Hunde krank aufgrund des Alters. Kann das sein?

    Da würde ich für meine Hunde antworten: In der Regel so ab zwölf, dreizehn Jahren rum.

    Nein ich meine da gar nicht unbedingt das krank sein, sondern einfach wo ihr merkt ja sie werden etwas langsamer beim spazieren oder ähnliches. Ebby ist ja ein richtiges Powerpaket und bei ihr merkt man wirklich nichts vom Alter. Meine verstorbene Hündin (gleiche Rasse) war mit diesem Alter schon wesentlich "ruhiger", auch gesund aber einfach schon etwas gesetzter.

    Joy ist ja auch gesund aber einfach schon "alt". Ihre Sprints im Freilauf werden schon wesentlich gemütlicher. Sie schläft mehr oder tiefer, was aber vl. auch mit ihrer Schwerhörigkeit zusammen hängen könnte.

  • Erhöhter Schlaf- und Regenerationsbedarf. Der Moment nach dem Aufwachen, um das Gehirn hochzufahren. Meine wurden alle verfressener.

    Alles Andere fällt bei mir schon in die Kategorie krank.

  • Nein ich meine da gar nicht unbedingt das krank sein, sondern einfach wo ihr merkt ja sie werden etwas langsamer beim spazieren oder ähnliches.

    Langsamer werden hat aber einen Grund. Nämlich meist körperlichen Verfall = Krankheit.

    Das ist das, was ich meine: Es wird so hingenommen. Meist ohne etwas zu untersuchen oder zu checken, ob (chronische) Schmerzen dahinter stehen, Muskelabbau etc ... Natürlich kann man den Verfall nicht umkehren. Aber palliative Behandlung finde ich persönlich für meine Hunde wichtig an diesen Punkten.

    Langes Schlafen zeigt auch, dass der Körper mehr Regeneration braucht. Da gibt es dann auch einen Grund, warum das so ist.

    Nicht falsch verstehen: Das sind "normale" Prozesse. Aber ich finde es schwierig, wenn Hunden deshalb effektive Behandlungen verwehrt würden, weil "ist im Alter ja so".

  • Ab wann findet ihr gehört ein Hund zu den Senioren?

    Mozart wird im Mai 15 Jahre alt und erst seit etwa einem dreiviertel Jahr hab ich tatsächlich das Gefühl das er alt ist. Und selbst für fast 15 ist er immer noch super fit, läuft ohne Probleme und mit viel Spaß seine 10 km am Tag.

    Casper wird im Juni auch 15 Jahre alt, körperlich fit, sogar erstaunlich fit dafür, das er ein viel zu großes Herz, leichte Spondylose und Demenz hat. Ansehen tut man es beiden abgesehen von den langsam grau werdenden Augen nicht.

    Picasso ist wird dieses Jahr 13, Foxi und Rhea werden 12 Jahre alt. Foxi ist sichtbar grau geworden und hat Arthrose in der Schulter, Rhea hat eine massive Spondylose, Picasso wird derzeit noch untersucht. Also richtig fit sind sie nicht, trotzdem sind sie für mich noch nicht ALT.

    Der 10 Jahre alte Pflegehund dagegen ist für mich alt. Bestätigt mich persönlich in meiner Erfahrung mit meinen eigenen und auch Kundenhunden, das es eine große, positive Auswirkung haben kann, Hunde aktiv und fit zu halten, körperlich und geistig. Mozart war mit 10 Jahren alles, aber nicht alt.


    Lange Rede kurzer Sinn... Alt sein hat für mich überhaupt nichts mit einer Zahl zutun. Für mich ist es ein Zusammenspiel mit dem körperlichen und geistigen Zustand. Ich hab 8jährige Hunde auf dem Tisch gehabt, bei denen ich Stein und Bein geschworen hätte, das sie mindestens 12 sein müssten und 16jährige, die fit waren wie maximal 10 Jahre.

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    Meine Mama wird 77 Jahre alt... Niemand, der diese Frau sieht und kennen lernt würde behaupten dass sie alt ist. Wahnsinn, was sie alles rockt.

  • Aber ich finde es schwierig, wenn Hunden deshalb effektive Behandlungen verwehrt würden, weil "ist im Alter ja so".

    Das passiert so oft und ist für mich so eine der schlimmsten Aussagen.

    Foxis Arthrose in der Schulter äußert sich so, das sie nach dem Aufstehen ein paar Schritte humpelt. Für mich bedeutet das, das sie seitdem täglich Schmerzmittel bekommt. Für viele andere bedeutet das "wird halt alt". Ich finde das schlimm. Ich möchte, auch wenn sie alt ist, das sie schmerzfrei Leben kann!!!

  • Ich finde durchaus, daß Altern sich auch in Langsamkeit äußert, ohne, daß es krankhaft ist.

    Hier wird zB viiiiel länger und intensiver geschnüffelt, die Mädels sind dann richtig in einer anderen Welt.

    Früher wurde kurz geschnüffelt, markiert und weiter.

    Heute wird geschnüffelt, geschnüffelt, geschnüffelt, geschnüffelt, markiert, noch mal geschnüffelt und dann erst weiter bis zur nächsten Schnüffelstelle.

    Dadurch brauchen wir inzwischen viel länger für unsere Runden.

    Und das ist für mich tatsächlich eine Alterserscheinung, die ich als verlansamend empfinde.

    Senioren sind sie fü mich ab der Kombi "schnüffelt lange und schläft so tief und fest, daß sie mich nicht mehr hört bzw. ich kurz einen Schreck kriege und gucke, ob der Hund noch lebt".

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