Hund kann nicht ohne mich sein

  • Hallo ihr lieben,


    Ich habe seit Juli ‘21 einen podenco mischlings Rüden aus dem Ausland. Er kam mit 4 Monaten her und ist jetzt knapp über ein Jahr.

    Ich habe von Anfang an vieles falsch gemacht, das meiste aber Gottseidank in den Griff bekommen, bis auf eine sehr große Baustelle:


    Er kann nicht nur nicht alleine bleiben, er kann nicht mal zuhause bleiben, wenn meine Eltern da sind.

    Ich habe 4 Trainer durch, und langsam bin ich absolut am verzweifeln. Nichts scheint zu helfen, stattdessen habe ich das Gefühl das es immer schlimmer wird.. :loudly_crying_face:

    Wir haben alles probiert an Methoden zum alleine bleiben. Aus dem Raum und Tür zu, immer Leckerlis wenn man wieder kommt, immer Sekundenweise raus etc.


    Wenn ich den Raum verlasse, sitzt oder liegt er immer Richtung Tür und lässt diese nicht aus den Augen. Nach 10-15 Minuten fängt er an zu winseln, und daraufhin folgt ein Gekreische. Ja, wirklich ein richtig hohes jaulen und jammern bis er anfängt zu bellen.


    Ich wohne noch bei meinen Eltern und sogar das macht es nicht einfacher. Wir müssen konstant unseren Alltag so koordinieren, das immer jemand zuhause ist. Sobald ich mal aus dem Haus bin, ist er absolut unruhig und findet keinen Schlaf und winselt und jault sogar dann rum.


    Ich weiß wirklich nicht mehr weiter, wie es so weiter gehen soll.

    Hat einer von euch vielleicht Erfahrung mit sowas?


    Edit: wenn ich nach Hause komme, dreht er total durch, rast durch die Wohnung, springt an mir hoch und bellt wenn er ignoriert wird. Das es kein „ich freue mich das du da bist“ ist, ist absolut offensichtlich.

  • Hallo,


    kann er an anderen Orten alleine bleiben, z.B. im Auto? Läuft er dir in der Wohnung hinterher sobald du aufstehst und dich von ihm weg bewegst?

    Er läuft mir hinterher, wobei wir auch daran arbeiten. Es hat sich aufjedenfall verbessert und ich muss ich Beispielsweise manchmal nur noch einmal wegschicken. Manchmal kommt er mir erst gar nicht hinterher sondern bleibt im Raum sitzen, hat den Blick jedoch trotzdem zur Zimmertür.


    Wo anders auch nicht, im Auto wird schon gejault wenn ich nur vor der Zapfsäule stehe oder rein zum bezahlen gehe.

    Auch wenn ich mal zum Bäcker rein muss, und er an der Leine von meiner Mutter/ Freundin/ Partner gehalten wird und mich sieht, wird Drama gemacht.


    Es ist unfassbar anstrengend und einschränkend, und ich weiß wirklich nicht mehr weiter..

  • Hat einer von euch vielleicht Erfahrung mit sowas?

    Ich hab sowas hier sitzen. Ca. 6-8 Jahre alt, hat am Anfang die Bude abgerissen, wenn mein Mann das Zimmer verlassen hat. Inzwischen kann er mehrere Stunden weg bleiben ohne dass es großes Drama gibt. Jetzt arbeiten wir am ganz alleine bleiben.



    Es ist unfassbar anstrengend und einschränkend, und ich weiß wirklich nicht mehr weiter..

    Glaube ich dir. Respekt, dass du das so lange ausgehalten hast.


    Wir haben an vielen Stellen angesetzt. Als erstes gabs mehrere Türgitter in der Wohnung, damit sie uns nicht immer nachlaufen konnte. Dann haben wir wirklich in Minischritten gearbeitet. Mein Mann musste ständig aufstehen, hinsetzen, aufstehen, hinsetzen.... denn das hat schon dazu geführt, dass Kira aus dem Körbchen sprang. Sie hatte anfangs feste Liegeplätze - mit ein paar Metern Abstand zu uns. Das auszuhalten war für sie schon schwer. Und wir haben eigentlich immer und immer und immer wieder für Abwesenheit von meinem Mann gesorgt. Mal war er ne Stunde im Arbeitszimmer und ich mit den Hunden im Wohnzimmer. Mal war er kurz zum Briefkasten, mal zwei Stunden auf einem Geburtstag. War für mich natürlich anstrengend, ich war mehr als einmal mit den Nerven am Ende, musste begrenzen, aussitzen und aushalten.


    Was machen denn deine Eltern, wenn du weggehst?

    Ist er ansprechbar, wenn du das Zimmer verlässt?

    Nimmt er Leckerchen? Oder irgendwas (Leberwurst, Wurst, Käse, ...) wenn du weggehst?

    Habt ihr ausprobiert, ob es bestimmte Räume (bei uns wars die Küche) gibt, die besser funktionieren, so lange deine Eltern dabei sind als andere?

    Habt ihr versucht, ob es besser ist, wenn deine Eltern kurz mit ihm spazieren gehen und du in der Zeit wegfährst, so dass er nicht sieht, wie du gehst?

    Gibts Tageszeiten, wo es besser klappt?

    Habt ihr mit Boxentraining und Deckentraining gearbeitet?


    Fühl dich mal fest gedrückt, so eine Situation ist unfassbar anstrengend. Ich konnte das auch nie nachfühlen, aber es ist echt kräftezehrend.

  • Hallöchen!


    Das tut gut zu lesen, dass man nicht alleine ist und nicht komplett versagt hat :pleading_face:


    Meine Eltern ignorieren es, oder korrigieren verbal, bringt halt leider nix und irgendwann sind die natürlich auch an dem Punkt das sie den Hund am liebsten aus der Wohnung werfen würden, wenn er da seit Stunden rumpiepst.


    Ansprechbar ist er, Leckerlis nimmt er auch an. Er rennt halt ständig zur Wohnungstür und hat die zimmertüren im Blick und winselt vor sich hin. Bestimmte Räume gibt es nicht, wir haben alle schon mal ausprobiert. Auch Tageszeiten gibt es da nicht.


    Wir haben es anfangs tatsächlich so gemacht, das ich mich immer davon geschlichen habe, und meine Eltern ihn abgelenkt haben. Manchmal hat es kurz geklappt und er ging nach Max. 30 min an zu meckern, manchmal hat es gar nicht geklappt und er fing sofort an.


    Deckel und Boxen Training haben wir auch gehabt, klappt auch ganz gut bis ich den Raum verlasse und er „längere“ Zeit da drin ist- sprich 2-3 Minuten.

    wir haben’s mit anleinen an seinem Platz versucht, da ist der Protest aber kaum auszuhalten :grinning_squinting_face:


    Eure Vorgehensweise klingt echt gut, vielleicht sollten wir das auch mal so machen, das er mal im Wohnzimmer mit meinen Eltern bleibt während ich in meinen Zimmer bin. Versucht haben wir es, dann versucht aber er wieder zu mir zu rennen oder kratzt an Türen :dizzy_face:


    Vielleicht nochmal komplett bei aufbauen..


    Lieben Dank für deine Antwort !

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • Meine Eltern ignorieren es, oder korrigieren verbal, bringt halt leider nix

    Ich hab sie anfangs tatsächlich an ihrem Platz angebunden. Und dann mit geschlossenen Türen. ich hab jegliches zur Haustür rennen unterbunden. Und ansonsten halt auch alles durchprobiert, ob Kong hilft oder ein Kauteil (hat anfangs nix gebracht, später schon), anbinden oder auf dem Sofa kuscheln... da musste ich ein bisschen testen.


    Deckel und Boxen Training haben wir auch gehabt, klappt auch ganz gut bis ich den Raum verlasse und er „längere“ Zeit da drin ist- sprich 2-3 Minuten.

    Dann würde ich da ansetzen. Kann er denn länger als 2 Minuten auf seiner Decke bleiben, wenn du am anderen Ende des Zimmers bist? Noch in Sicht, aber eben weiter weg? Damit würde ich starten. Und wenn er das gut kann (mindestens 15 Minuten) würde ich anfangen, langsam außer Sichtweite zu gehen und gleich zurückzukommen. Und auch das steigern.


    meiner Meinung nach schaffts der Hund einfach nicht, alleine zu bleiben, wenn er schon nicht erträgt, dass du dich bewegst, während er auf der Decke liegt.


    Zumindest bei uns sieht man einen deutlichen Zusammenhang. Inzwischen kann Kira auf der Couch liegen, während mein Mann in der Küche ist, oder sie legt sich mal zu mir auf die Couch, während er im Arbeitszimmer sitzt. Und je besser sowas klappt, desto weniger wird gefiept und Panik geschoben, wenn er aufs Klo geht oder kurz raus. Und umso besser klappen auch längere Abwesenheiten.



    Ich würde mich an deiner Stelle fragen, was der GRUND für sein Verhalten ist. Hier war und ist es massive Trennungsangst. Da arbeite ich natürlich anders, als wenns Frust oder Kontrollzwang wär. Unterstützend gibts hier viel Kuscheln und Schmusen und wir gehen alles langsam an.


    Bei Frust/Kontrolle würde ich mehr an Impulskontrolle arbeiten. Das kannst aber du besser einschätzen.


    Was hatten die Trainer denn als Ursache für sein Verhalten gesehen? Vier Trainer finde ich recht viel für den Zeitraum, wir arbeiten seit Februar mit "unserem" Ansatz und sehen immer Minischritte. Wenn ich da alle vier Wochen was anderes versucht hätte, wären nie Fortschritte sichtbar gewesen. Sowas dauert wirklich lange.

  • Mir scheint, der Hund kennt gar keine Grenzen. Könnte das sein?

    Definitiv. Ich hab am Anfang alles falsch gemacht, ihn total mit Samthandschuhen angefasst, weil er ja so verängstigt hier ankam. Er durfte alles, nix war verboten. Und jetzt, nachdem ich natürlich informierter bin und mich sehr mit Erziehung etc beschäftigt und mich schlau gelesen habe, bade ich meine ganzen Fehler aus.

    Das geht natürlich auf meine Kappe, der Hund kann dafür absolut nichts .

  • Kenne das Problem auch 😅 wird jetzt bald 7 Jahre alt.

    Start war schreien sobald einer den Raum verließ obwohl der Andere noch da war. 🥴


    Bei unserem ist es Kontrollverlust. Wir haben ganz lange Fremdbetreuung gebraucht bzw haben unseren Kontroletti immer mitgeschleppt.

    Mit ganz viel Training konnte er dann 1 Stunde alleine bleiben und vor 2 Jahren hat er dann einen 2ten Hund bekommen und mit dem bleibt er super auch lange alleine. 😬

    Das klappt aber nur weil der 2te gerne mal alleine ist.

  • Decke klappt super wenn ich im Raum bin. Da schläft er auch schon schnell ein. Wenn ich mich bewege, sprich vom Bett aufstehe oder mich vom Schreibtisch wegbewege, wird der Kopf gehoben und geschaut was da vor sich geht. Kurz darauf legt er sich aber wieder ab. Verlasse ich den Raum, bleibt der Kopf allerdings oben und es wird gewartet bis ich wieder komme.


    Die eine Trainerin hat uns den Tipp gegeben letztes Jahr im August/September das wir einfach immer wieder raus gehen und die Zeit steigern, da es ja normal ist, das er nicht alleine bleiben kann. Er muss es ja lernen. Als wir gesagt haben, das es wirklich nix bringt und es schon ein Problem ist, wenn ich den Raum verlasse, meinte sie auch das es normal ist und es mit der Zeit kommt.


    Die zweite Trainierin hat uns gesagt, wir sollen immer wenn er fiepst oder bellt, sofort zu ihm und eine rappel Dose neben ihm auf den Boden knallen. Das hat sie uns demonstriert und als er dann anfing zu zittern als ich den Raum betrat, wusste ich definitiv das es nicht unsere Methode sein wird. Der dritte Trainer meinte, wir müssen ihn einfach kastrieren und dann nochmal alles aufbauen, da sein Kontrollzwang daher kommt :dizzy_face:


    Ja und die letzte trainierin die wir jetzt hatten, hat uns den weg mit den Leckerlis erklärt. Immer raus und rein und dann Leckerlis geben. Klappt auch gut für kurze Momente, aber dafür hat das Problem zu genommen das er am Rad dreht wenn er mit meinen Eltern ohne mich ist.


    Mir wurde gesagt es sei kontrollzwang, was auch nachvollziehbar ist.

    Dieses ständige hinterher laufen habe ich anfangs nicht unterbunden, da mir dummerweise nicht klar war, das es zu so einem Problem führen könnte..

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