Rückruf in der Pubertät

  • Hallo zusammen,


    ich vermute mal, unsere Goldie-Hündin ist inzwischen doch etwas pubertär. Sie ist 7,5 Monate alt. Momentan haben wir ein großes Problem mit dem Rückruf, deswegen läuft sie außerhalb des Grundstücks eigentlich nur noch an der (Schlepp)Leine...

    Auf das eingeübte und früher meist funktionierende "Hier" kommt sie momentan nur, wenn sie gerade Lust hat und das ist draußen eher selten der Fall. Ich frage mich hier, wie soll ich nun vorgehen. Das "Hier" weiter einüben mit Schleppleine und sie dann zu mir ziehen? Oder das "Hier" wieder ganz kleinschrittig neu aufbauen? Oder ist es besser nochmal ein neues Kommando zu etablieren?

    Wir haben auch noch einen Super-Rückruf mit Pfeife, der funktioniert weiterhin. Ich möchte diesen momentan aber nur gezielt einsetzen, um ihn mir nicht kaputt zu machen.


    Ich freue mich über eure Meinungen.

  • Wie habt ihr das "Hier" denn aufgebaut?


    Wenn sie gerade wirklich nicht den Kopf für sowas hat, würde ich einfach schauen, dass sie gar nicht erst in die Situation kommt, dass ihr den Rückruf nutzen müsst ... ich hab zwar keine Junghunde, aber bei meinem Rüden (6 Jahre) merk ich dann und wann schon, dass der heute einfach nicht die mentalen Kapazitäten hat, um wirklich zuverlässig zu hören. Und dann bleibt er eben an der kurzen Leine/Schlepp (wir haben 5 und 10 m), sodass ich ihn quasi immer bei mir habe und gar nicht erst abrufen muss. Verhindert Frust auf beiden Seiten.


    Ich würde sie im Moment wohl nur dann abrufen, wenn sie eh schon unterwegs zu mir ist. Und dann eben auch kräftig Party feiern, vielleicht zusammen übers Feld rennen usw. - damit ihr den quasi gezielt positiv verstärkt.


    Wir bauen sowas regelmäßig als Spiel ein, um den RR "aufzuladen".

  • Ja, so haben wir es im Welpenalter ja auch aufgebaut... hat ja bis vor kurzem auch recht gut funktioniert.

    Es gibt aber auch Situationen, in denen sie kommen soll, auch wenn sie es in dem Moment vielleicht nicht gerade möchte. Oder wir haben auch paar mal die Situation gehabt, sie rennt freudig auf mich zu - ich rufe sie in dem Moment dann - ich war mir sicher, dass sie zu mir kommt - und kurz vor mir biegt sie ab und findet den Maulwurfhügel dann doch cooler als das Leckerlie...

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • Ja, so haben wir es im Welpenalter ja auch aufgebaut... hat ja bis vor kurzem auch recht gut funktioniert.

    Es gibt aber auch Situationen, in denen sie kommen soll, auch wenn sie es in dem Moment vielleicht nicht gerade möchte. Oder wir haben auch paar mal die Situation gehabt, sie rennt freudig auf mich zu - ich rufe sie in dem Moment dann - ich war mir sicher, dass sie zu mir kommt - und kurz vor mir biegt sie ab und findet den Maulwurfhügel dann doch cooler als das Leckerlie...

    Dann Leine kommentarlos an.

    Oder hole was supertolles Raus und spiele damit. Verstärkt mit ich nenne es mal Babysprache.

  • Bedenke: du hast da ein Kleinkind im Hundepelz. Da finde ich (!) es noch völlig innerhalb der Norm, wenn Hund dann auf einmal von einem superspannenden Maulwurfhügel abgelenkt wird. Bei einem Junghund in dem Alter erwarte ich persönlich noch nicht, dass der sich von sowas gar nicht ablenken lässt.


    Ich würde sie dann einfach nochmal freundlich mit ihrem Namen ansprechen, wenn sie dann aufmerksam ist und zu dir kommt, könnt ihr ja den Maulwurfhügel gemeinsam abchecken. Damit sie spitz kriegt "okay, da ist was Spannendes, Fraule hat das registriert - wenn ich brav zu Frauchen renne, checken wir das zusammen ab" - das wäre dann eine Win-Win-Situation für euch beide.


    Alternativ: kommentarlos einsammeln, anleinen, weiter. Wer nicht hört, darf auch keine coolen Maulwurfhügel abchecken. ;)


    Fürs Erste würde ich aber genau schauen, wie aufnahmebereit sie an dem Tag ist und die Runden bzw deren Inhalt genau darauf anpassen. Hat Madame nicht genug Murmeln im Kopf, gibt's halt nur Gassi mit Schlepp in der Hand, sodass sie in einem fixen Radius um dich herum bleibt. Fertig. Dann wird aber auch nix geübt.


    Bei meinem Rüden muss ich manchmal auch direkt vor den Gassirunden noch prüfen, wie "kopffit" er gerade ist. Da kanns sein, dass ich morgens merke "Ok, der Dicke hat heute null Frustrationstoleranz, Impulskontrolle macht auch gerade Urlaub und die Nerven liegen blank" - gut, gibt's halt nur ne schnelle Löserunde an der kurzen Leine. Nachmittags merk ich dann aber "Oh, Herr Hund hat seine Murmeln ordnen können und die Impulskontrolle ist wieder da" - und er darf an der Flexileine unsere Waldrunde laufen.

  • Wenn das "Hier" schon gut aufgebaut ist, weiss sie eigentlich, was erwartet wird, aber sie hat halt in dem Alter Flausen im Kopf und es kommt "wichtigeres" dazwischen.

    Bei Kaya war es auch exakt in dem Alter, wo Kommandos, die eigentlich schon sassen, gern mal überhört wurden, wenn grad was anderes spannender war.

    Deswegen war bei mir der Hund nicht dauerhaft an der Schlepp. (Schlepp war wegen Jagen und Wegetraining und nur in bestimmten Gebieten).

    Mein Weg beim "Ohren auf Durchzug"- Problem war deutlich klarzumachen, dass Rückruf ignorieren blöde Konsequenzen nach sich zieht. Das konnte je nach Situation eine fliegende Leine, ein drohendes auf sie zugehen, ein vehementes Händeklatschen, ein Steinchen, das auf den Popo fliegt, sein. Sobald sich der Hund daraufhin umorientiert hat, sofort raus aus der Drohung und körpersprachlich einladen und das Herkommen wieder positiv bestätigen. Ziel war, dass der Hund merkt, dass Rückruf ignorieren sich blöd anfühlt, aber herkommen belohnt wird.

    Das macht man halt, wenn man einen Rückruf losgelassen hat, obwohl es vielleicht besser gewesen wäre, nicht gerade jetzt zu rufen oder gar nicht abzuleinen. Wenn der Rückruf sitzt, sollte der Hund nämlich freudig kommen. Wenn bereits klar ist, dass er das jetzt nicht kann in seinem derzeitigen mentalen Zustand, weil z.B. anderer Hund in kritischer Distanz, interessante Menschen, Tiere oder generell grade in hoher Erregung, dann versucht man es gar nicht. Wenn möglich geht man dann halt da spazieren, wo es möglichst wenige Ablenkungen und Versuchungen gibt und man viel freie Fläche und weite Sicht hat, um dem Hund einmal am Tag oder mindestens mehrmals die Woche Freilauf zu ermöglichen. Trotzdem werden Pannen passieren und dann s.o. Wichtig finde ich noch, dass man dabei auch nicht sauer auf den Hund ist, weil der kann das noch gar nicht in jeder Situation zuverlässig leisten. Aber er darf trotzdem wissen, dass solch ein Verhalten eine umangenehme Konsequenz auslöst. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass das ein Prozess ist, der zwei drei Jahre dauert, bis man in (fast) jeder Situation den Hund zurückgerufen bekommt. Bis dahin muss man halt vorausschauend gehen, den Hund frühzeitig rufen und anleinen. "Fast" schreibe ich, weil ich persönlich denke, dass es 100% nicht gibt. Auch der besterzogene und zuverlässigste Hund kann mal aus der Hand gehen, wenn einfach genug zusammenkommt.

  • Vielleicht noch ein paar theoretische Tipps, um den Rückruf zu verbessern:


    • 2x loben/ markern/ Klickern: 1x im Moment des Umorientierens zu dir und 1x im Moment des Ankommens bei dir. Die größte Herausforderung für den Hund ist nämlich natürlich sich von dem gerade spannenden Reiz abzuwenden und sich zu dir zu orientieren. Dieser Moment verdient eine Bestätigung. Meistens wird aber nur gelobt, wenn der Hund angekommen ist, obwohl das der einfachere Part für den Hund ist.
    • Immer hochwertig belohnen und am besten auch mit einem Leckerchen, das der Hund sonst nicht bekommt. Z.B. Leberwurst aus der Tube oder Käse (je nachdem, was der Hund halt so mag).
    • Nicht jedes mal den Spaß beenden, wenn der Hund zurückgekommen ist. D.h. wenn der Hund aus einem Spiel zurückgerufen wird, dann nicht Keks - Anleinen - Weitergehen, sondern das Spiel mit dir noch fortsetzen und dann erst weitergehen. Oder den Hund zurückrufen, wenn ihr noch nicht weitergehen wollt, dafür belohnen und dann zurück ins Spiel schicken. Und den Rückruf auch nicht nur in Ernstfällen verwenden, sondern auch einfach mal zwischendurch, wenn du gerade sicher bist, dass der Hund hören würde. Einfach mal ran rufen, belohnen und den Hund weiter sein Ding machen lassen.
    • Auch mal funktionale Verstärker verwenden. D.h. nicht einfach immer nur ein Leckerchen als Belohnung, sondern der Situation entsprechend belohnen. Wenn du deinen Hund aus einen Rennspiel zurückrufst, dann renn als Belohnung noch mit ihm weiter (ein Keks kann in den Augen des Hundes auch mal was "schlechteres" sein, als zB ein Rennspiel. Dann denkt der sich natürlich "Warum soll ich jetzt für einen Keks zurückkommen? Rennen macht doch viel mehr Spaß." ). Wenn du deinen Hund von einem Mauseloch zurückrufst, dann gib danach nicht einfach nur "langweilig" einen Keks, sondern lass den Keks über die Erde kullern, damit der Hund ihn jagen kann. Funktionale Verstärker, sind quasi Belohnungen, die gleichwertig mit dem Reiz sind, von dem sich der Hund abwenden soll.
    • Eher fröhlich rufen - wenn man seine Stimme verändert und böse klingt, kann es sein, dass der Hund erst recht nicht zurückkommen will. "Frauchen klingt böse, wieso sollte ich da jetzt hingehen?". (Deshalb sind Pfeifen idR auch besser, als ein Rückrufwort)
    • Und je nach Hund: Manche Hunde reagieren besser auf gesprochene Signale und manche besser auf Sichtzeichen. Luna kommt zB viel besser mit Sichtzeichen klar. Sage ich "sitz" setzt sie sich nicht immer hin. Aber mit unserem Sichtzeichen für "sitz" schon. Ebenso beim Rückruf. Anfangs habe ich mich (unbewusst) immer hingehockt, wenn ich sie gerufen habe. Das hat sie so bei ihr eingesägt, dass rufen und hinhocken, bei ihr besser funktioniert, als nur rufen.


    Ansonsten würde ich natürlich auch dazu raten, je nach Tagesform die Schleppleine zu verwenden. :smile: auch wenn es manchmal nervt - nach der Pubertät dankst du dir dafür, wenn du dir den Rückruf nicht kaputt gemacht hast.

  • Man sollte sich klar machen, dass Hunde in der Pubertaet nicht 'keinen Bock haben', Grenzen testen, oder was auch immer. Da finden 'Umbauarbeiten' im Hirn statt und die meisten Hunde, die dann ploetzlich nicht mehr hoeren, etc., koennen es in dem Moment schlicht nicht!


    Ich korrigiere auch, aber nur wenn ich mir sicher bin, dass der Hund das geforderte Zeug nicht nur wirklich kann, sondern das er es jetzt auch leisten kann. Passt eins davon nicht, wird nicht korrigiert.

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