Laste ich meinen Hund richtig aus?

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    Mit Interesse habe ich den Thread über Spaziergang als Auslastung für Hunde gelesen und würde gerne eure Meinung zu dem Tagesablauf meiner Hunde hören. Mir ist klar, dass eine Bewertung schwierig ist ohne die Hunde zu kennen, aber von außen fallen vielleicht Schwachstellen auf, die man selbst nicht sieht.

    Aussies haben mir schon lange sehr gut gefallen, aber ich habe von ihnen Abstand genommen, weil immer so viel über die Auslastung gesprochen wurde. Gefühlt musste man eine eigene Schaf- oder Rinderherde haben, jeden Tag 30 km joggen und am Wochenende eine Bergtour machen, ansonsten ist das Tier unglücklich. Heute weiß ich, dass die richtige Auslastung so wichtig ist wie die Ruhephasen, trotzdem hängt mir das manchmal nach und ich frage mich, ob ich zu viel oder zu wenig mache.

    Auf Umwegen kam ein Miniaussie zu mir, der bei der Unruhe im TH richtig gelitten hat und das erste halbe Jahr seines Lebens mit anderen Hunden in ein Zimmer eingesperrt verbracht hat. Wir haben langsam mit sehr kurzen Spaziergängen angefangen und er hat sich sehr stark an meiner Hündin orientiert, die eine sehr robuste Natur hat.

    Mittlerweile ist ein Jahr vergangen und unser Programm sieht folgendermaßen aus: 1x pro Woche Rallye Obedience und 2x Agility im Schäferhundeverein und jeden zweiten Sonntag bei einer befreundeten Hundetrainerin auf dem Platz verschiedene Sachen (immer zur Aufwarmung etwas Unterordnung und dann je nachdem Longieren, Hoopers oder Tricksen).

    An den Tagen mit Homeoffice sind die Hunde bei mir und kommen morgens zum Pipi in den Garten, mittags dann unsere Standardfeld- oder waldrunde. Wenn nachmittags Hundeplatz ist, dann gibt es abends nur noch eine Pipirunde, sonst gehen wir auch noch mal eine Stunde spazieren. Dann gerne auch mal nicht in der unmittelbaren Umgebung.

    Ohne Homeoffice kommen die beiden morgens zu meinen Eltern und gehen dort 2x spazieren (morgens und mittags), dann das Nachmittagsprogramm wie oben beschrieben mit mir.

    Im Dorf haben wir eine mehr oder weniger feste Hundegruppe und verabreden uns regelmäßig, sodass bei den Spaziergängen häufig noch 1-4 andere Hunde dabei sind. Die kennen sich so gut, dass die sehr unaufgeregt als Gruppe laufen und gar nicht so groß interagieren. Insgesamt wohnen wir ländlich, sodass sie viel Freilauf haben.

    Bei den Spaziergängen mache ich nicht viel. Ab und an rufen, Leckerli rein und weiterlaufen lassen, mal ein bisschen Suchspiele, aber weitestgehend passiert auf Spaziergängen nichts. Auch im Haus ist Ruhe, da gibt es allenfalls was zum Kauen.

    Am Wochenende gibt es teilweise Ausflüge oder Besuche bei Freunden, dann achte ich darauf, dass am nächsten Tag nur Minimalprogramm läuft.


    Beide Hunde sind im Haus ruhig, wissen auch, dass sie nicht dran sind wenn ich am PC sitze und machen einen zufriedenen Eindruck. Aber manchmal ist es ja ein schleichender Prozess und Hunde können sich auch in ihr Schicksal fügen, daher hätte ich gerne eure realistische Einschätzung, damit ich nicht in einem halben Jahr einen Thread eröffnen muss: "Hilfe, Hund dreht hohl, was kann ich tun?"

  • Es kann niemand wirklich sagen, wie viel für deinen Hund "perfekt" ist. Das ist einfach sehr individuell und schwankt auch im Laufe des Jahres und des Hundelebens.


    Aber wenn es dir hilft: viel mehr passiert hier auch nicht bei meiner 2-jähirgen.


    Ich geh 1x am Tag ne große Runde 1-1,5h. Manchmal abends nochmal 20-30 Minuten Löserunde. Normalerweise 2x die Woche THS und 1x pro Woche Dummy, demnächst vielleicht im Wechsel mit Obi. An den Hundeplatztagen fällt die große Runde aus oder wird zur kleineren 20-45 min Runde. Ab und zu treffen wir uns mit anderen Menschen und Hunden zum Gassi, manchmal treffen wir zufällig bekannte Hunde und Fine darf kurz toben oder man geht ein Stück zusammen. Das kann 1x die Woche sein, das kann auch 3x in einer Woche sein oder mal 3 Wochen gar nicht.


    Aktuell wird noch mehrmals die Woche Fußarbeit und Positionen für die UO aufgebaut und Physiokrams gemacht fürs Sprungtraining. Das sind dann aber abends 3-10 Minuten.

  • Zuwenig ist es meiner Meinung nach auf keinen Fall. Hört sich eher nach einem abwechslungsreichen und fordernden Hundeleben an.

    Ob es für deine Hunde passt, kannst nur du feststellen, indem du dir den Hund anschaust. Macht er den Eindruck, dass er grundsätzlich in sich ruht, kann er gut abschalten, ohne resigniert zu wirken? Ist er bereit, lebhaft mitzumachen, wenn Programm angesagt ist, geht er freudig in die Kommunikation mit dir und reagiert auf Ansprache? Hat er eigene Ideen, die er auch mal umzusetzen versucht und ist er seinem Wesen gemäss "spritzig"? Ist seine Verdauung grundsätzlich stabil ( also nicht häufig Durchfall), hat er schönes Fell und klare glänzende Augen?

    Das sind so die Anzeichen, auf die ich achten würde und wenn ich mehreres davon nicht mit ja beantworten könnte, würde ich mich fragen, was ich verändern muss.

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  • Ich denke auch nicht, dass es zuwenig ist.Hört sich doch sehr passend für euch an. Für meine wäre es zuviel -das wären zuviele Reize in kurzer Zeit (HuPla, Besuche usw.) aber von der "Menge" an Input liegen wir ähnlich. Statt häufiger HuPla wird bei uns halt auf einer ruhigen Wiese UO gemacht oder Apportiert oder nach aufregenden Tagen zuhause ZOS gemacht. Spaziergänge gibt es hier auch eher ruhig und lange ohne viel Bespaßung extra (gibt da für uns genug zum nebenbei erleben), 1-2 x die Woche gehen wir joggen.

    Solange der Hund ausgeglichen und gesund ist spricht hier denke ich nichts dagegen auf das eigene Bauchgefühl zu hören (und vielleicht gelegentlich das Pensum zu überprüfen)

  • Ich finde viermal die Woche Training schon ne Hausnummer. Andererseits wenn die Hunde zuhause ausgeglichen sind, scheint es ja zu passen. Hunde, die überlastet sind, zeigen das in aller Regel. Hunde, die zu wenig beschäftigt werden, idR auch. Da muss man halt immer ein waches Auge haben und sich selbst gut reflektieren können.

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    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • Also, eins kann ich Dir sagen: In einer Schäferei hätte Dein Hund deutlich weniger zu tun.


    Wenn Du Spaß dran hast und Deine Hunde ausgeglichen sind, ist es doch okay. Weniger würde sicher auch reichen.

  • Klar können Hunde suboptimale Haltungsbedingungen eine ganze Weile ziemlich gut kompensieren. Aber Anpassung hat ihre Grenzen. Wenn Du mit dem Zusammenleben mit Deinen Hunden zufrieden bist, ist das für mich ein Indiz, dass wenig Stress herrscht und Ihr innerhalb der Toleranzspanne seid, in der auch die Hunde zufrieden sind.

  • Danke für eure Einschätzungen!

    Wir waren Anfang des Monats noch zur Kontrolle, Impfen, etc beim Tierarzt und der meinte, dass beide Hunde in einem hervorragenden Zustand seien und was ich mit denen machen würde. Habe dann alles aufgezählt und er meinte, dass es schon ganz schön viel Hundeplatz sei, daher war ich unsicher.

    So aufgezählt klingt es echt nach viel, aber im Durchschnitt sind es eher 3x die Woche HuPla, da es am Wochenende bei mir auch nicht immer klappt und der eine Kurs eh nur alle zwei Wochen ist.

    Bei beiden Hunden ist es mir total wichtig, dass sie beim Warten ruhig sind und daher belohne ich ganz viel auch das Rumliegen beim Agility. Ich kann Gekläffe nicht so gut ab :see_no_evil_monkey:

    Das Zusammenleben ist wirklich entspannt. Der Rüde mag Fremde nicht, was sowohl an der Rasse als auch der Aufzucht liegen kann, aber wir haben den Deal, dass ich ihm Menschen vom Hals halte und er sie dafür stillschweigend hinnimmt. Das hat etwas gedauert, klappt jetzt aber ganz gut.

    Bei der Hündin ist Territorialverhalten ein Thema. In ihrer Homezone kann die an der Leine sehr unfreundlich sein. Woanders ignoriert die andere Hunde. Ich schiebe das auf die 12,5% HSH Anteile.


    Beide sind draußen spritzig unterwegs, gerade der Rüde hat einen relativ großen Radius, achtet aber selbst darauf, dass er sich nicht zu weit entfernt.

    Im Haus sind beide entspannt, bis auf ein paar kreative Einfälle. Eben wurde mir der Futternapf gebracht und als keine Reaktion kam, wurde er mir praktisch ins Gesicht geschoben. Die wissen auch beide, welche Knöpfe sie drücken müssen, um bei Menschen Aufmerksamkeit zu bekommen. Aber alles immer auf eine nette Art und man kann sie auch wegschicken, das wird akzeptiert.

    Also, eins kann ich Dir sagen: In einer Schäferei hätte Dein Hund deutlich weniger zu tun.


    Wenn Du Spaß dran hast und Deine Hunde ausgeglichen sind, ist es doch okay. Weniger würde sicher auch reichen.

    An einer Herde ist natürlich nicht permanent Action, aber müssen die Hunde nicht immer ein Auge auf die Schafe haben?


    Vorher war ich ja auch noch im Kurs für die Vorbereitung auf die Begleithundeprüfung, aber das wurde a) mir zu viel und b) waren da zu viele völlig unerzogene Hunde, da hatte zumindest mein Rüde richtig Stress, was sich durch hecheln und mittendrin hinlegen geäußert hat. Es wurde weder körperlich noch geistig etwas gefordert, was sie nicht auf beim RO machen, ich vermute, dass es an der Kombi schreiende Hundehalter und deren aggressiven Hunden gelegen hat. Da hat sich mehr als einmal ein Hund losgerissen/seinen Halter hinterher gezogen und sich zum Glück immer andere zum Verprügeln gesucht.

    Ist ein bisschen schade, weil ich die Prüfung ja für Agilityturniere brauche, aber so haben wir da alle drei keinen Bock drauf.

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