Beiträge von Quarus

    Die einzelnen Aspekte sind mir schon klar, das Zusammenpassen aber nicht. Ich kenne auch keinen Schäfer z.B., der gleichzeitig Hütis und HSH an der Herde hat. Die HSH würden die Jagdsequenzen der Hütis an ihrer Herde nicht dulden.


    Aber ich glaube, wir werden krass OT.

    O.k, hab ich noch nie gehört, weil ja die HSH mit der Herde sozialisiert werden und Hütehunde an der Herde Teile des Jagdverhalten zeigen. Wie das gleichzeitig zusammenpassen soll, verstehe ich gerade nicht. Zur Herde gehören, um sie zu schützen, und die Herde als Beute ansehen, die gejagt/gehütet wird.

    Ob es denen um Muskeln geht und sie sich mit diesen Hunden identifizieren? Ich könnte mir vorstellen, das ist eher so ein Ding wie "größte Knarre" oder PS-stärkstes Auto, obwohl man weder schießen, noch fahren darf. Allein der Besitz bringt Sozialprestige, weil es eben so sinnlos ist, daß es sich offensichtlich um (kranken) Luxus handelt.

    Unsere Staffelleiterin hat uns eben eine Email weitergeleitet von der Leiterin einer anderen Staffel.

    Gesucht wird ein zuhause für einen fünf Monate jungen Rüden. 75% Labrador aus AL, 25% Pyrenäenberghund. Er hütet fleißig die Menschen, immer unter Strom, sehr kontrollierend.

    Wieso schafft man sich sowas an? Und wieso vermehrt man sowas?

    Wo soll den da das Hüten herkommen?

    Der Ansatz mit der Provokation hört sich logisch an...das Problem ist, dass er bei Spielen schnell überdreht und dann nicht mehr runter kommt, heisst er fängt beispielsweise an zu hacken und überdreht komplett. Hast du eine Idee für ein passendes Spiel, was Ihn nicht direkt hochdreht?

    Durch die Mischung bin ich da überfragt. Ich habe Boxer, die aktivsten und zum Hibbeln neigendsten Molosser ever, und ich fange in diesem Alter mit Futtertreiben an, mit ritualisierten Beutespielen und Schnüffelspielen für die spätere Fährtenarbeit. Es gibt aber keine Ballspiele, Hetzspiele oder hemmungsloses Aufschaukeln. Das regle ich sozusagen als Spielleiter, und das müßte Dir jemand zeigen, der Dich und Deinen Hund einschätzen kann.

    Im Gegensatz zu einigen meiner Vorschreiber bin ich nicht der Meinung, daß 2 x 30 Minuten freie Bewegung an der frischen Luft einen Junghund in den Wahnsinn treiben. Ich halte das für eine gesunde körperliche Entwicklung sogar für sehr wenig, es geht doch nicht darum, sich ein "Käfighuhn" oder eine "Treibhauspflanze" heranzuziehen. Mit 4 Monaten will sich ein Jungtier bewegen, egal, ob Hund, Fohlen oder Ferkel.


    Was mir in Deiner Beschreibung fehlt: was passiert denn zwischen Euch, wenn Ihr draußen seid? Bis jetzt lese ich, daß der Junghund halt sein Ding macht, und wenn er aufdreht, versuchst Du ihn "ins Kommando" zu nehmen. Vielleicht ist der Frust ja daraus geboren, daß er eine Interaktion (Spiel) von Dir erwartet, und die Spielaufforderung immer weiter eskaliert, weil Du ihn nicht verstehst? Die Mischung aus Bulldogge und Hütehund ist da allerdings sehr problematisch, wäre nur Molosser beteiligt, hätte ich zu ritualisierten Zergel- und Beutespielen geraten, bei denen er Dampf ablassen und gleichzeitig die Bindung zu Dir festigen kann. Spiele jedenfalls, die Du einleitest, steuerst und beendest, und die Euch beide nach wenigen Minuten zufrieden heim gehen lassen. Für den Hütehundanteil vielleicht eher was mit kleiner Denkarbeit verbundenes, aber immer lustbetont und mit Dir als Zentrum.


    Ich sehe den "Angriff" auf Dich klar als Provokation, aber eben nicht zur Maßregelung, sondern weil der Junghund damit ein Bedürfnis ausdrücken möchte und von Dir eine Reaktion erhofft, die er bis jetzt nicht bekommt.