Beiträge von Quarus

    Ich habe den Eindruck, Du hast zwar viel probiert, aber entweder dann sehr schnell aufgegeben, wenn sich nicht sofort Erfolg eingestellt hat, oder die Sache falsch aufgezogen, so daß Dein Hund gar nicht verstehen konnte, was das soll.

    Z.B. das Hörzeichen immer und immer wiederholen - wenn Hund es beim ersten Mal nicht befolgt, dann stimmt das menschliche Timing nicht, die Aufmerksamkeit ist nicht da, das Hörzeichen ist nicht gefestigt, Dein Hund versteht Dich schlicht nicht. Dann nicht lauter und lauter werden, sondern ein großer Schritt zurückgegangen und das "Sitz" richtig gelehrt, mit vielen Wiederholungen. Oder Fährte: ich arbeite meinen Hund seit 3 Jahren in der Fährte, und das 2 bis 3 mal die Woche, ganz konzentriert und strukturiert, jeweils ca. 1 Stunde mit Vorbereitung. "Fährte nicht verstehen" heißt leider "Fährte nicht lehren können", und nicht "Hund dumm".

    Ohne gescheite Anleitung, habe ich das Gefühl, wird das nix, zumal Dein Hund durch seine Herkunft eh' schon ein Päckchen an Unsicherheit zu tragen hat. Gibt es bei Euch vielleicht einen Hundeverein, gemischt oder sogar labradorspezialisiert, der die Begleithundausbildung anbietet? Da bekommst Du als Mitglied ohne die horrenden Kosten eines gewerblichen Hundetrainers die Grundlagen des Bindungsaufbaues und des richtigen Lehrens beigebracht, womit dann auch eher Erfolge sichtbar werden

    Allerdings - rucki-zucki Lösungen sind das nicht, Geduld über einige Monate ist unabdinglich!

    Erste Idee: Leckerchen draußen einfach weglassen. Rausgehen ja, das "Melden" ist ja erwünscht, aber sich nicht zum Leckerchengeben manipulieren lassen.

    Beschäftigung und Ansprache hat er von Dir genug, nehme ich mal an, so daß er nicht gezwungen ist, sich auf diese Weise Zuwendung zu holen.

    Täglich wildes Spielen mit körperlich deutlich überlegenen Junghunden halte ich tatsächlich nicht für optimal. Erstens wegen der möglichen körperlichen Überlastung, andererseits weil es schwer erkennbar ist, ob und wann der Welpe lernt, daß Angriff die beste Verteidigung ist, um sich vor zudringlichen jungen Rüpeln zu schützen. Gerade das "auf dem Kiecker haben" gibt mir zu denken...

    Ich würde das nicht täglich machen.

    @ Marula

    Ich danke Dir für Deine fundierte und differenzierte Darstellung! Ich führe seit mehr als 30 Jahren Boxer im Hundesport und lernte im Laufe der Zeit noch viele andere kennen. Es ist fraglos eine Gradwanderung, einerseits den "typischen Kopf" züchterisch zu erreichen, andererseits die Gefahren des Übertyps (Brachycephalie-Syndrom) zu vermeiden. Für mich habe ich entschieden, den Focus auf sportliche Eltern meiner Hunde zu legen, die ihre körperliche Leistungsfähigkeit und Gesundheit regelmäßig unter Beweis gestellt haben. Gottseidank müssen ALLE Zuchttiere in D wenigstens die Ausdauerprüfung ablegen, was hoffentlich auch in Zukunft den züchterischen Übertreibungen einen Riegel vorschiebt. Aber leider ist die Boxerzucht in D rückläufig, viele Reglementierungen in gesundheitlicher Hinsicht, die es im Ausland nicht gibt, benachteiligen dt. Züchter gegenüber den Ausländern, die ohne Rücksicht auf Verluste nur für den Ausstellungssieg züchten. Gebrauchshundwesen und Gesundheit sind zweit- und drittrangig, wenn der Hund nur "schön" ist.

    Und Hunde aus Vermehrung haben zwar oft "lange Nasen", bringen aber andere gesundheitliche und vor allem charakterliche Mängel mit.

    Solange ich aber noch genug Züchter finde, die nicht dem schnellen Ausstellungssieg aus rein egoistischen Gründen hinterherhecheln, sondern sich der Rasse aus wahrer Liebe verschrieben haben, kommt mir kein anderer Hund ins Haus! Ja, ich liebe den Kinderkopp auf athetischem Körper, den Clown in Ritterrüstung! :ja:

    Zitat

    Und das einzige was euch einfällt ist, den Hund weg geben? Wenn sowas für euch die einzige Lösung ist, zweifle ich an EUCH als HH.

    Nein. Die einzige Lösung ist, die Hunde-ANSCHAFFUNG und Hunde-HALTUNG ernster zu nehmen. Ich hoffe, daß es nicht Deine Hunde ausbaden müssen, daß ihr Frauchen offensichtlich noch nicht reif genug ist, sich ihrer Verantwortung bewußt zu werden.

    Ich habe den Eindruck, daß es wirklich häufig recht ähnliche Krankheitsbilder gibt, die mit seinen Methoden verbesserbar sind. Und er hat sicherlich einen enorm großen Erfahrungsschatz. Allerdings glaube ich nicht, daß dieser "Allgemeinmedizineranspruch", der quasi für alles nur durch Angucken und Abtasten eine Hauruck-Lösung findet, gerechtfertigt ist. Diese Entwicklung kam mit seinem großen Medienerfolg, denke ich. Er übernimmt sich zunehmend, und das wird das Pendel irgendwann in Ablehnung umschlagen lassen.

    Ich kann aber nachvollziehen, daß verzweifelte Tierbesitzer nach TA-Odyssee nur zu gern glauben möchten, ein bodenständiger "Knochenbrecher" könnte ihnen helfen, wo die Schulmedizin versagte.

    Ach so - Mißverständnis.

    Ich habe meine Junghunde bei mehrfachem Hoch und Runter in den ersten Stock häufig getragen, aber bei 20 kg war dann meinem Rücken zuliebe endgültig Schluß. Wichtig ist aber, daß Hundi es lernt, die Treppe kontrolliert und gesittet zu laufen, nicht wie ein Irrwisch drüberfegt und womöglich stürzt bzw. die Gelenke staucht.