Erst mal muß Dein Welpe wissen, WARUM er zurückkommen soll. Weil es sich lohnt! Bei Spaziergängen mit Junghunden habe ich die Tasche voll mit Spielzeug und Leckerkram, und Ranrufen wird bald sehnlichst erwartet, weil es der Auftakt zu was Schönem ist.
Ich suche mir eine ruhige Wiese ohne große Ablenkung, und lasse den Welpen gern einige Meter hinter mir schnüffeln. Es kommt der Moment, wo er realisiert, daß ich die Richtung gewechselt habe oder deutlich vor ihm laufe, und er peest mir nach. In der Sekunde, wo er ambitioniert in meine Richtung rennt, kommt der Lockruf, und bei mir eine kleine Belohnung (z.B. Lob, Knuddeln, Lecker, Spieli). Kein Festhalten oder Anleinen, gleich wieder Freigabe. Und nach 5 Minuten wieder rufen, wenn der Kleine eh' auf dem Weg zu mir ist. Der Kleine soll begreifen, daß es sich IMMER lohnt, Frauchen anzulaufen. Ich vermeide das Rufen, wenn er gerade abgelenkt ist mit einer spannenden Beschäftigung, vor mir läuft und umdrehen müßte, und wenn die Gegend gefährlich ist und das Nichtbefolgen des Rufes ein "Einfangen" des Welpen notwendig machen würde.
Das Ranrufen mache ich nicht nebenher und wenn bereits Gefahr im Verzug ist, sondern ich plane den Aufbau, weil der sichere Rückruf für das ganze Hundeleben ungeheuer wichtig ist. Richtige Verknüpfung beim Welpen und Zeit lassen lohnt sich!
Wenn der Junghund schon unschöne Erfahrungen mit "Einfangen" gemacht hat, würde ich eine leichte Schleppleine dranlassen und besonders sorgfältig positive Erfahrungen organisieren. Nie abrupt das "Ranrufen"-Spiel beenden mittels Leine dran und aber jetzt zackig mitgekommen! Lieber noch an der Leine ein Spielchen dranhängen.
Erst VIEEL später kommt der Rückruf aus der Vorwärtsbewegung, unter Ablenkung, ohne großes Heititei. Aber selbst bei meinen alten Hunden sehe ich die Freude, wenn sie bei mir mit Lob und Zuneigung empfangen werden, und vielleicht einem winzigen, eher symbolischen Leckerlie dann und wann.