Ängstlich oder forsch?

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    Hallo, erst einmal vielen Dank fürs freischalten.


    Meine Frau und ich haben den Entschluss gefasst einen Hund aus dem Tierheim zu adoptieren.


    Wir haben auch schon 2 Hündinnen ins Auge gefasst und durften auch schon beide kennenlernen und mit ihnen Gassi gehen.


    Jetzt ist es so, dass die beiden fast nicht unterschiedlicher sein könnten.


    Die eine ist total aufgeschlossen, kam direkt zu einem, hat einen abgeschlabbert und war sehr fröhlich. Nachteil ist hier wohl, dass sie sehr dominant ist und anderen Hunden nicht immer freundlich gesinnt ist, vor allem wenn diese in ihr Territorium ist. Regeln kennt sie auch noch nicht wirklich und hängt sehr in der Leine.


    Eine direkt Hundebegnung mit einem ihr fremden Hund hatten wir leider noch nicht.


    Die zweite junge Dame ist dagegen sehr ängstlich und war nachdem ein LKW und ein paar Autos vorbeifuhren fast gar nicht mehr zum weiteren Bewegen zu begeistern. Sie ist aber auch sehr freundlich, aber eben auch sehr ängstlich.


    Jetzt stellt sich uns die Frage. Wie und vor Allem wie gut kann man an solchen Fällen arbeiten.


    Wir dürfen auch am Wochenende eine der beiden Kleinen mal mit nach Hause nehmen und uns ausgiebig kennenlernen, aber gerade bei der ängstlichen Hündin haben wir so das Gefühl, dass sie vielleicht gar nicht richtig auftut und wir ihr mit einem solchen Tag eher Schaden als helfen und wir lieber noch im Tierheim ein Vertrauensverhältnis aufbauen sollten.


    Ich freue mich über jede Nachricht auch gerne grundsätzliches oder direkt zu diesem Beispiel.


    Liebe Grüße


    P.S.: Vielleicht ist es noch wichtig zu wissen, dass beide aus einem Patnertierheim aus Rumänien kommen.

  • Willkommen im Forum :)


    Hast du weitere Infos zu den Hunden? Alter? Rasse? Größe?


    Probe-Wochenenden sehe ich teils kritisch, muss ich sagen. Macht sicherlich nicht allen Hunden groß was aus... aber ich denke, manche verunsichert das dann noch mehr.


    Nachtrag: Wer beschreibt Hündin 1 als "dominant"? Das Tierheim oder ist das euer Begriff?

  • Das ging ja schnell.


    Die beiden Hündinnen sind Mischlinge, wo wohl auch schon die Vorgenerationen Mischlinge waren. Ist also sehr schwer.


    Beide sind knapp über 1 Jahr alt und im mittelgroßen Bereiche anzusiedeln.


    Es ist kein ganzen Wochenende. Wir könnten am Samstagmorgen einen Hund abholen und Abend wieder zurückbringen.


    Dominant hatte ich jetzt geschrieben. Hündin 1 wurde schon einmal vermittelt und kam zurück, da sie den Ersthund wohl nicht toleriert hat. Wir haben zwar keinen anderen Hund, aber öfters Besuch von Gasthunden, da soll das ja im besten Fall für alle Beteiligten entspannt sein.


    Liebe Grüße und vielen Dank schon einmal.

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  • Ein Probetag bringt Dir gar nichts. Die meisten Hunde mit so einer Vorgeschichte kommen erst nach Monaten richtig im neuen Zuhause an und packen dann aus wie sie wirklich drauf sind.


    Wenn Du Dir so einen Hund zulegen willst, dann musst Du offen für alles sein. Also wirklich alles. Heißt, dass Du evtl. einen Hund hast, den Du kaum irgendwo mit hinnehmen kannst, weil er überfordert ist, der nicht allein bleiben kann, der andere Menschen und Hunde nicht in seiner Umwelt haben möchte etc ...

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    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


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  • Wie und vor Allem wie gut kann man an solchen Fällen arbeiten.

    Kommt auf den Hund, eure Fähigkeiten und euren Alltag an. =)

    Grundsätzlich aber: Verständnis, den Hund "lesen" (= Körpersprache + Mimik deuten) können, Konsequenz. Das sind die Basics, die ihr bei beiden Hunden benötigen werdet.

    Zusätzlich stellt sich die Frage, wie sieht euer Alltag aus? Was erwartet ihr vom Hund, was könnt ihr bieten? Habt ihr schon Erfahrung mit Hunden bzw. Hundeerziehung?


    Je nachdem, was ihr vom Hund erwartet, kann man entweder zum einen oder zum anderen Hund raten. Ist euer Alltag eher ruhig und entspannt ohne viel Action, würde sich wahrscheinlich auch die ängstliche Hündin gut einleben - ist zuhause aber immer irgendwas los, wäre vielleicht die forschere Kandidatin besser.


    aber gerade bei der ängstlichen Hündin haben wir so das Gefühl, dass sie vielleicht gar nicht richtig auftut und wir ihr mit einem solchen Tag eher Schaden als helfen und wir lieber noch im Tierheim ein Vertrauensverhältnis aufbauen sollten.

    Ich denke auch, dass sie von so einem Probetag eher verwirrt ist. Wahrscheinlich profitiert sie eher davon, wenn ihr sie mehrfach im Tierheim besucht, mit ihr spazieren geht und (wenn möglich) auch mal zusammen Zeit in ihrem Auslauf verbringt. Und wenn dann ein Grundvertrauen zu euch besteht, dann könnt ihr ja noch mal über einen Probetag (besser wäre natürlich ein Probewohnen für 2-3 Wochen) nachdenken.


    Die meisten eher ängstlichen Hunde tauen aber recht bald auf, wenn sie sich an einer bestimmten Routine entlang hangeln können. Routine ist für die oft das A und O, denn die gibt Sicherheit.

    Meine kleine Mix-Hündin ist ein polnischer Tierschutzhund und war am Anfang auch ziemlich ängstlich. Sie hat immer noch vor einigen Dingen Angst, ist jetzt aber doch ziemlich entspannt und v. A. ein toller "Mitnehmhund". =)

    Als sie bei mir eingezogen ist, hat sie die ersten drei Tage im Bad gelebt. Freiwillig, sie wollte da einfach nicht raus. Ok, ist dann halt so - Geschirr blieb sowieso erstmal an ihr dran (bitte unbedingt ein ausbruchsicheres Panikgeschirr nutzen!). Die Badtür blieb offen, Futter und Wasser hab ich ihr dann auch einfach ins Bad gestellt und sie erstmal in Ruhe gelassen. Effektiv hab ich sie nur zum Gassi gehen rausgeholt. Irgendwann wurde sie dann doch neugierig und hat angefangen, die Wohnung zu erkunden, wenn's ruhig war. Und so nach 2 Wochen bei mir ist sie dann schon neugierig hinter mir her gewuselt, hatte beim Gassigehen ihren Spaß und hat dann nicht mehr ständig im Bad gepennt, sondern sich ein Plätzchen im Wohnzimmer gesucht.

    Jetzt ist sie seit 2 Jahren bei mir und von dieser anfänglichen Lebensangst sieht man gar nichts mehr. Fremde Männer sind immer noch super gruselig, fremde Frauen sind okay, Silvester wird immer DER HORROR bleiben, aber die kleine Angstmaus ist inzwischen richtig frech und lustig :nicken:


    Klar, es dauert. Vielleicht taut eure Kandidatin auch nach 2 Wochen auf, vielleicht braucht sie aber auch länger. Aber es hilft ungemein, wenn man den Hund einfach so annimmt, wie er ist und seine Bedürfnisse berücksichtigt.


    So spontan würd ich sagen: wartet mal noch ein paar Besuche im Tierheim und v. A. Beiträge hier ab. Die forschere Kandidatin braucht wahrscheinlich einfach nur etwas mehr und konsequentere Erziehung, muss vielleicht auch eher Ruhe lernen als die Schissbuxe... die Schissbuxe dagegen ist zuhause vielleicht quasi unsichtbar, nimmt sich ihre Ruhephasen dann, wenn sie sie braucht - wird aber eher kein Hund werden, der sich aufmerksamkeitheischend auf den Schoß vom Besuch setzt und "Hab mich lieb!" schreit.

  • Prinzipiell müsst Ihr dann in Euch reinhorchen: Habt ihr eher die Geduld und die Ruhe sowie entspannte Umgebung, um einen ängstlichen Hund zu unterstützen?

    Oder könnt Ihr euch eher vorstellen, mit einem 'Rabauken' zu diskutieren, was gewünscht ist und was nicht?


    Es gibt kein besser oder schlechter, sondern nur bessere oder schlechtere Kombination.


    Also ein bischen Nabelschau und ehrliche Selbsteinschätzung ist notwendig.

  • Hallo,


    so wie Du Nr. 1 beschreibst, könnte das meiner sein (ohne natürlich "Deine" Hündin zu kennen).

    Er ist auch aus dem Tierheim und war damals zwei Jahre alt.


    Anfangs dachte ich auch - und so lautete ich die Beschreibung des Tierheims - dass er eher dominant, "wild" und "schwierig" ist.

    Er war total aus dem Häuschen, als ich in seine Zelle durfte, wedelte ununterbrochen mit dem Schwanz, knabberte an meinem Anorak. Und beim Gassigehen, oje. Er zog, war total außer sich und bellte jeden anderen Hund an. Er wirkte super, super wild.


    Ich habe ihn einen Monat lang fast täglich besucht und festgestellt: Er ist null dominant. Er ist einfach total super-freundlich, will Kontakt mit jedem Hund und ist draußen neugierig. Wenn man mit ihm alleine ist, ist er eine Schmusebacke und macht, was man möchte.


    Ich habe ihn genommen und habe ihn seit sieben Jahren. Er hat noch nie wirklich Dominanz gezeigt. Er ist super sensibel bei allen Menschen und Hunden (z.B. lässt er alte, ängstliche, sehr junge und kranke Hunde absolut in Ruhe). Alles, was er noch nicht mitgebracht hatte, konnte ich ihm schnell beibringen.


    Ich habe jetzt noch einen Welpen, der ist eher ängstlich. Was bei Welpen ja eher normal ist.

    Aber im direkten Vergleich finde ich persönlich es schwieriger, mit einem ängstlichen Hund umzugehen.

    Nur meine Meinung und Erfahrung!


    Mein Tipp: Nimm 1-2 Leute mit ins Tierheim, die sich wirklich gut mit Hunden auskennen. Das habe ich damals auch gemacht. Erstens sind die neutral und zweitens kennen sich sich eben gut aus.



    Neulich kam auch mal irgendeine Hundeprofi-Sendung. Ich glaube mit Martin Rütter. Der meinte auch, dass es mit ängstlichen Hunden schwieriger ist.

  • Also wenn ich die Entscheidung hätte zwischen Rabauke und eher ängstlich, wrde ich Letzteres nehmen. Wenn ich die Entscheidung hätte zwischen Rabauke und einem wirklichen Angsthund, würde ich Ersteres nehmen. Aber ehrlich gesagt, fände ich beides nicht optimal und würde mir einen Hund suchen, wo alles soweit passt.

    Ein ängstlicher Hund wäre mir glaube ich dennoch tendenziell lieber, als ein Hund, der nach vorn geht.

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