Kastration?

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    Guten Morgen,


    unser rumänischer Mischling Emil ist nun etwa 9 Monate alt. Langsam aber sicher rückt somit auch das Thema Kastration in den Vordergrund. Ich kenne mich in dem Thema gar nicht aus und würde mich gerne mal völlig wertfrei und vorurteilsfrei informieren und von euren Erfahrungen und Gründen für eine Kastration hören.

    • Macht eine Kastration nur bei medizinischen Gründen Sinn? Wenn ich mich recht erinnere ist der Großteil der Rüden aus Freundes/ und Bekanntenkreis kastriert. Ich glaube nicht, dass es hier immer einen validen medizinischen Grund gab. Irgendwas habe ich auch noch im Kopf mit dem Tierschutzgesetz. Darf man Rüden überhaupt kastrieren, wenn kein medizinischer Grund dafür vorliegt?
    • Sind Hundehalter, die Ihren Rüden "ohne Grund" kastrieren lassen einfach nur "bequem"? Man muss ja dann nicht mehr so gut aufpassen, dass eine Fremdhündin gedeckt wird.
    • In welchem Alter sollte man einen Rüden kastrieren? Oftmals lese ich, dass eine Frühkastration für den Hund am schonendsten ist, da der Eingriff verhältnismäßig klein ist. Auf der anderen Seite raubt man dem Hund damit ja auch wichtige Hormone für seine Entwicklung in die Adoleszenz.
    • Wie unterscheiden sich die Methoden im echten Leben? Macht es für den Hund einen Unterschied ob ich ihn chemisch oder komplett kastrieren lasse?
    • Kann man sagen, wie Rüden sich nach einer Kastration im Verhalten ändern? Gibt es hier Tendenzen?
    • Ändert eine Kastration etwas am Verhalten mit anderen Hunden. Ich habe mal gelesen, dass kastrierte Rüden von intakten Rüden eher als Hündin, statt als Konkurrenten gesehen werden. Stimmt das?
  • Dr. SAM - dein online Tierarzt
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  • Kastration macht meines Wissens nach nur aus medizinischen Gründen Sinn oder aus einer absolut anders nicht in den Griff zu bekommenden Hypersexualität - die man in meinen Augen mit 9 Monaten nicht erkennen kann, Dein Wissen wirkt insgesamt ein bisschen so wie der Stand von vor zehn Jahren, den Mythos über Frühkastration inklusive. Vielleicht magst Du dazu mal etwas aktuelleres lesen? das könnte Dich weiterbringen als eine Forumsdiskussion. Das Buch von Gansloßer und Strodtbeck fand ich gut.

  • Wo kein Klaeger, da kein Richter. Laut TierSchG ist es nur erlaubt, um unkontrollierte Vermehrung zu vermeiden (und aus med. Gruenden) und da es in DE eher keine Strassenhunde gibt, greift das mAn nicht.

    Ich fuer meinen Teil wuerde kastrieren, wenn der Ruede echt leidet. Der Ruede meines Bruders hat z.B. wochenlang nichts gefressen und war echt fertig. Das ist zwar kein so ganz klarer Fall von med. Indikation, aber fuer mich geht das in diese Richtung. Ein Hund der wochenlang nichts frisst, ist/wird krank.

    Das selbe mit staendigen Prostataproblemen usw.

    Keiner kann dir sagen, wie der Hund sich entwickelt. Man kann es 'testen' mittels der chem. Kastration. Haben wir auch so gemacht und wuerd ich wohl immer so machen (Ausnahme Einhoder, Hodenkrebs, usw.).

    Unser Kastrat ist noch unsicherer geworden, was er nach vorne umsetzt (das haengt nicht nur an der Kastration, aber auch).


    Wenn da keine Eile geboten ist, wuerde ich warten, bis der Ruede so 3 Jahre alt ist. Er soll erwachsen sein und auch die Mgl. gehabt haben, mit dem Thema umzugehen.


    Es sind sicher nicht alle faul, die ihre Rueden kastrieren lassen. Aber ein Teil mit Sicherheit. Die Kastration ersetzt keine Erziehung!

    Wir sind zusammen an Grenzen gegangen nur um diese um ein unendliches zu erweitern. (©Lockenwolf)


    Die Malis und der Pan

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  • Dein Wissen wirkt insgesamt ein bisschen so wie der Stand von vor zehn Jahren, den Mythos über Frühkastration inklusive

    Deshalb frage ich ja ;-)


    Vielleicht magst Du dazu mal etwas aktuelleres lesen? das könnte Dich weiterbringen als eine Forumsdiskussion. Das Buch von Gansloßer und Strodtbeck fand ich gut.

    Literaturempfehlungen sind immer super, danke! Literatur und Forumsdiskussion schließt sich ja nicht aus. Ich schätze den Diskurs und den Austausch verschiedener Meinungen. Erfahrungen aus erster Hand sind meines Erachtens nach immer wertvoll und nur schwer zu ersetzen. Natürlich treffe ich erst eine Entscheidung, wenn ich mich umfassend informiert habe.

  • Literatur und Forumsdiskussion schließt sich ja nicht aus.

    Natürlich nicht, das wäre ja schlimm. Ich finde nur immer, bei medizinischen Themen sollte man sich nach dem Faktenwissen richten und weniger das der anekdotischen Evidenz, die Erfahrungen ja immer sind. Deswegen finde ich Literatur als Grundlage für eine Entscheidung sehr sinnvoll, Forumsdiskussion weniger. Dass der Austausch trotzdem interessant sein kann und Spaß macht, steht ja auf einem anderen Blatt.

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  • Hey hey ? Bei mir rückt das Thema „Chip“ (also chemische Kastration) in letzter Zeit eher in den Hintergrund, zumindest bei Geri (Garmr ist entweder noch nicht so weit oder aber einfach grundsätzlich chilliger, außer Klappern und Pipilecken ist bei ihm alles paletti wenn er eine interessante Hündin trifft, er weint nicht und ist dann auch nicht total auf ihre Spuren fixiert), weil ich festgestellt habe, dass mit der richtigen Herangehensweise die (gerade erst anfangenden) „Hündinnenprobleme“ bei ihm doch sehr im Rahmen bleiben. Nichtsdestotrotz behalte ich mir es als mögliche Lösung vor, falls es irgendwann zwischen Geri und Garmr ernsthafte „Konkurrenzkämpfe“ geben sollte oder falls einer davon doch noch ein Hungerkünstler bei jeder Läufigkeit in der Nachbarschaft werden sollte.


    Operative Kastration sollte aus meiner Sicht ausschließlich aus medizinischen Gründen stattfinden. Ein extremes Leiden unter den Läufigkeiten in der Gegend zählt für mich unter Umständen dazu, da durch Fressensverweigerung und Stress auch physische Probleme entstehen irgendwann. Gerade weil man nicht genau weiß, wie sich die Kastration auf den Charakter des einzelnen Rüden auswirkt, würde ich im letzteren Fall immer zuerst den Chip ausprobieren, da rückgängig machbar. Wenn man das Problem aber anders lösen kann, würde ich immer von der operativen Kastration absehen.

    Geri (Deutscher Schäferhund/Tschechoslowakischer Wolfhund, * 22.7.20); Garmr (Kangal, * 24.7.20); gegangen, doch weiter geliebt: Freki (Siberian Husky/Tschechoslowakischer Wolfhund) und Hootch (Labrador)


    Bilderthread mit Garmr und Geri

  • Natürlich nicht, das wäre ja schlimm. Ich finde nur immer, bei medizinischen Themen sollte man sich nach dem Faktenwissen richten und weniger das der anekdotischen Evidenz, die Erfahrungen ja immer sind.

    In der Regel wäre der Tierarzt hier ja die erste Ansprechstelle. Der Tierarzt in der Kleinstadt, in die wir ziehen, vertritt hier m.E. nach aber etwas komischer Ansichten. Einen Bekannten Paar hat er geraten ihren 6 Monate alten Aussi-Rüden zu kastrieren und diese auch durchgeführt. Begründung dafür war, dass der Rüde möglichst "welpig" bleiben soll, da er zum Begleithund ausgebildet werden soll. Der Hund ist mittlerweile etwa 11 Monate alt und wirkt irgendwie "hängen geblieben". Völlig überdreht und total unreif. Es wirkt irgendwie so, als hätte man Ihm die Chance genommen sich normal zu entwickeln und reifer zu werden.

    Wenn da keine Eile geboten ist, wuerde ich warten, bis der Ruede so 3 Jahre alt ist. Er soll erwachsen sein und auch die Mgl. gehabt haben, mit dem Thema umzugehen.

    Aus meiner Sicht ist hier keine Eile geboten. Natürlich ist er mittlerweile an Hündinnen interessiert. Er ist aber stets ansprechbar. Gelegentliches Pipi lecken, sabbern oder Zähne klappern gibt es aus. Ist aus meiner Sicht bislang aber bislang noch total im Rahmen.

  • Ich persönlich finde es immer noch ziemlich erschreckend wie leicht(fertig) sich Leute dazu entscheiden ihre Rüden Kastrieren zu lassen.

    Für mich gebe es da nur wenige Gründe an eine Kastration überhaupt zu denken. Das sind 1 Medizinische Notwendigkeit und 2 der Hund leidet wirklich darunter sobald er auch nur eine läufige Dame wahrnimmt.

    Seid ich Strolch habe begegnen mir immer wieder Leute die sobald sie wissen das Strolch aus dem Tierschutz kommt diese Erstaunt bis tatsächlich entsetzt sind das er nicht Kastriert ist. Ich versuche wenn es denn meine Stimmung zulässt oder ich das Gefühl habe das die Person offen dafür ist. Zu Erklären das eine Kastration keine Erziehung ersetzen kann und somit nur in wirklich notwendigen Fällen durchgeführt werden sollte. Ich bin auch selbst sehr sehr froh das Strolch intakt ist der ist selbst mit Testestoron ein sehr unsicherer Hund ich mag mir das nicht vorstellen wie das wäre wenn ihm das noch fehlen würde :tropf:

  • Klappern usw. tun auch meine Weiber ;)

    Mit 9 Monaten hat der noch viel bunte Knete im Hirn und die Damenwelt wird erst entdeckt. Ich wuerd ihn da einfach in Ruhe lernen lassen, ihn anleiten usw.

    Hier leben u.a. 2 intakte Rueden, der eine hat jetzt 2x gedeckt und keiner macht Probleme. Gut der aeltere hat ab und an mal ne vergroesserte Prostata, aber nicht so stark das da vom TA was gemacht werden muss (frueher gabs 1x ne Spritze, weil sie da einfach zu gross war).

    Ich wuerd mich da einfach entspannen. Chip setzen/kastrieren kann man immer noch...

    Wir sind zusammen an Grenzen gegangen nur um diese um ein unendliches zu erweitern. (©Lockenwolf)


    Die Malis und der Pan

  • Einen Bekannten Paar hat er geraten ihren 6 Monate alten Aussi-Rüden zu kastrieren und diese auch durchgeführt. Begründung dafür war, dass der Rüde möglichst "welpig" bleiben soll, da er zum Begleithund ausgebildet werden soll.

    ... Das ist ja das Letzte:shocked:



    Ich empfehle das Buch: "Kastration beim Hund" von Strodtbeck& Ganslosser.

    Sind zwar "Kastrationsgegner", allerdings sind die Fakten, was wie warum ändert und auch nicht durch eine Kastration, sehr klar beschrieben. Was alles passiert durch die (fehlenden) Hormone hat ja erstmal nichts damit zu tun, welche Ansicht man vertritt sondern es geht um Fakten.

    Mir hat das Buch einen sehr sehr guten Überblick verschafft, weil auf so vieles eingegangen wird.

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