Leinenruck, um Jagen der Katzen abzugewöhnen

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    Hallo. Mein Mann und ich haben seit 5 Wochen einen Labradorrüden namens Milow. Er ist derzeit 13 Wochen alt. Er ist unser erster Hund, weshalb wir uns sofort einen Hundetrainer gesucht haben. Außerdem leben bei uns im Haus noch 2 Katzen (Katze fast 11 Jahre alt, Kater ca. 8,5 Jahre alt). Dummerweise jagt Milow die Katzen und schnappt auch nach ihnen. Wir haben versucht, dieses Verhalten von Anfang an zu unterbinden. Wir haben scharf „nein“ gesagt, ihn festgehalten, mit Wasser bespritzt, vor die Katze gestellt und dann versucht, ihn körperlich wegzudrängen, ihn für ruhiges Verhalten belohnt, versucht ihn von den Katzen abzulenken, ihn am Geschirr anzuleinen und Leine kurz gehalten, wenn er zur Katze rennen wollte, ihn in die Seite leicht gepiekt. Im Prinzip schon einiges. Unsere Katze hat ihm bereits zweimal ordentlich auf die Nase gehauen, so dass er Kratzer hatte. Bislang zeigte kaum etwas Wirkung. Einmal habe ich aus Verzweiflung ihn richtig angeschrien, so dass er von der Katze abließ. Aber Schreien kann nicht die Lösung sein. Milow wird immer größer und schwerer und gerade unsere Katze ist nicht mehr die schnellste. Wir überlegen, ein Hundeschutzgitter mit Katzenklappe zu kaufen, so dass die Katzen ins Bad können, um dort wenigstens in Ruhe ihr Geschäft erledigen zu können. Dummerweise sind unsere Türen nur 70 cm breit und wir haben daher noch nichts passendes gefunden. Auch über einen Catwalk denken wir nach, um den Katzen mehr Rückzugsmöglichkeiten zu bieten.


    Nun hat der Hundetrainer uns die Leinenruck-Methode am Halsband gezeigt. Für mich ist das Gewalt am Tier. Er meinte, ich würde den Hund vermenschlichen und viel zu zimperlich mit ihm umgehen. Ist das wirklich so? Ich meine, ich habe die Pflicht, meine Katzen zu beschützen. Heiligt der Zweck hierbei wirklich das Mittel? Wir sollen zudem Milow nur noch angeleint an einer leichten Leine durch das Haus und draußen umherlaufen lassen, so dass er bei jeden Fehlverhalten mittels Leinenruck korrigiert werden kann.

    Ich selber kann mir diese Methode nur vorstellen, wenn es darum geht, dass Milow mal wieder nach den Katzen jagt, dann aber nur mit Geschirr.


    Hmm...gibt es wegen der Katzen sonst noch eine andere Alternative? Unser Hund scheint wohl ziemlich stur zu sein. Aber sind das nicht fast alle Welpen am Anfang? Quasi ungeschliffene Diamanten?

  • Wir haben scharf „nein“ gesagt, ihn festgehalten, mit Wasser bespritzt, vor die Katze gestellt und dann versucht, ihn körperlich wegzudrängen, ihn für ruhiges Verhalten belohnt, versucht ihn von den Katzen abzulenken, ihn am Geschirr anzuleinen und Leine kurz gehalten, wenn er zur Katze rennen wollte, ihn in die Seite leicht gepiekt. Im Prinzip schon einiges.

    In grade mal 5 Wochen?? :skeptisch: Das ist nicht einiges, das ist verdammt viel und innerhalb so einer kurzen Zeit ist das 'viel und nix davon gescheit'!

    Unser Hund scheint wohl ziemlich stur zu sein.

    Wieso ist er stur? Weil er nicht versteht, was erlaubt ist und was nicht (und was er stattdessen tun soll)?

    Das ist ein Welpe, der reagiert auf Tiere und Bewegungsreize. Er muss erst lernen das sowas nicht gewuenscht ist und dafuer braucht es Zeit!



    Zum Gitter:

    Man kann Winkel (?) aus Metall in die Wand neben der Tuer schrauben und das Gitter dann da dazwischen reinklemmen. So hab ich es in meiner alten Wohnung gemacht ;)

    Wir sind zusammen an Grenzen gegangen nur um diese um ein unendliches zu erweitern. (©Lockenwolf)


    Die Malis und der Pan

  • Ein Großteil dessen, was Ihr schon "ausprobiert" habt, ist Gewalt am Hund. Mich wundert, dass Du jetzt zögerst?


    Ihr habt Euch ja schon richtig ausgetobt an dem Welpen. 5 Wochen muss er schon schubsen, schreien, Schreckreize und Co ertragen und aushalten.

    Wie, um Himmels Willen, soll aus diesem Hundekind ein kooperativer, feinführiger erwachsener Hund werden?



    Wahnsinn ey...

    Liebe Grüße
    Ann-Kathrin

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  • Leinenruck wäre nicht mein Weg, schon gar nicht am Halsband. Du kannst gerade in der Halsregion ziemlich viel verletzen.

    Ich müsste für mich den Trainer mit seiner Einstellung und Methode eh überdenken.

    Schau, du hast da ein Baby sitzen, das muss ja erstmal lernen was richtig und was falsch ist. Es ist auch klar, dass deine Versuche nicht von jetzt auf gleich fruchten, er muss ja erst einmal begreifen und dann kommst du schon mit was Neuem um die Ecke. Auch das "Nein" muss erstmal aufgebaut und gefestigt werden.

    Schreien bringt nix, außer das du heißer wirst. Bleib ruhig, aber bestimmt. Und die Hausleine ist ein super Anfang um gleich einzugreifen :smile:

    Saving a single animal does not change the world but the whole world is changing for this one animal (Author unknown)


    Dobby the free Eleven (Ja, die "11" ist Absichtlich)

  • Dummerweise sind unsere Türen nur 70 cm breit und wir haben daher noch nichts passendes gefunden. Auch über einen Catwalk denken wir nach, um den Katzen mehr Rückzugsmöglichkeiten zu bieten.

    Darüber denkt ihr nach nachdem der Hund die Katzen nun schon 5 Wochen schikaniert? :verzweifelt: Warum nicht bevor der Welpe eingezogen ist? Ach Mensch....


    Nunja, nun ist das Kind ja schon in den Brunnen gefallen. Ich selbst habe 2 Katzen (mittlerweile 11 Jahre alt) und vor 2 Jahren ist Jumi (Rhodesian Ridgeback) bei uns eingezogen.

    Vor ihrem Einzug wurde die Treppe nach oben und unten (Einfamilienhaus) mit Schutzgittern inklusive Katzenklappen versehen und in den Räumen zu denen auch der Hund Zugang hat wurden Wandbettchen und erhöhte Plätze für die Katzen angebracht damit sie dort vor dem Hund sicher sind.


    Wir haben das ruhige anschauen der Katzen belohnt, hinlaufen durfte Jumi generell nicht. Saßen die Katzen hinter den Treppengittern durften sie sich ruhig und entspannt beobachten und mehr Interaktion wurde hier nicht zugelassen.


    An eurer Stelle würde ich den Hund sofort mit einem Geschirr und einer Hausleine sichern und so verhindern, dass er in die Nähe der Katzen geht.

    Bei uns wird im Haus auch generell gar nicht getobt, weil ich die Dynamik nicht drinnen haben möchte.


    Einen Welpen mit Wasser, Leinenruck und co. zu maßregeln finde ich vollkommen daneben. Das ist ein Baby und keine Bestie. Ihr seid dafür verantwortlich eine gescheite Beißhemmung zu "installieren" und den Hund von den Katzen fern zu halten.

    Das dauert alles seine Zeit und ist nicht von jetzt auf gleich total entspannt. Das kommt immer auch auf den Hund und die Katzen an.

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  • ich würde mir einen neuen trainer suchen der primär ohne positive strafe trainiert. Ich fürchte ihr habt soviele maßregelungen probiert, dass er die gar nicht mehr als solche wahrnimmt.

  • Das geht Alles mal überhaupt nicht. Welpen mit Wasser spritzen, in die Seite pieksen und auch nicht, dass die Katzen die Möglichkeit haben, dem Welpen mit den Krallen ins Gesicht zu hauen. Das kann echt übel ins Auge gehen.


    Es ist an euch, den Katzen sichere - für den Welpen unerreichbare Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen. Und an so etwas sollte man als Katzenhalter eigentlich vor dem Einzug des Welpen denken.


    Und den Trainer kloppt mal gleich in die Tonne. Wer bei einem Welpen mit Leinenruck kommt, der ist sofort raus für mich.


    Was ihr im Moment veranstaltet führt nur dazu, dass der Welpe lernt die Katzen zu hassen und euch mit dazu

  • Ich möchte dir gerne etwas mitgeben, was für mich damals ein sehr nützlicher Hinweis war: Du möchtest, dass dein Hund ruhiger wird im Bezug auf die Katze. Was du aber machst, ist, der ganzen Situation noch deutlich mehr Trara hinzuzufügen, sie noch aufregender, stressiger zu gestaltet. Das putscht den Welpen zusätzlich hoch.


    Kennt der kleine schon ein Markerwort oder den Klicker? Falls nicht, befasst euch mal damit, dann könnt ihr gemeinsam ruhig das Prinzip "Klick für Blick" üben:


    (Vorneweg: Ich bin furchtbar schlecht darin, sowas zu beschreiben, bitte korrigiert mich, wenn ich was falsch oder verwirrend ausgedrückt hab!)

    Der Hund (angeleint) sieht die Katze, du klickerst (du kannst die Katze auch mit einem Wort wie "Mieze" belegen), er schaut dich an, weil er (wie aufgebaut) ein Leckerli erwartet.

    Irgendwann wird er den Prozess beim Anblick der Katze vorweg nehmen, du wirst interessanter als die Katze.

    Schaut er der Katze nach, kannst du so beispielsweise "Mieze" sagen und er kommt, um sich sein Leckerli abzuholen.

    Be kind, for everyone you meet is fighting a battle you know nothing about.

  • Schau mal, ein paar Anregungen :smile: Das sind Bilder eine Woche vor Jumis Einzug. Wir haben alles schon so vorbereitet damit die Katzen es in Ruhe inspizieren können...


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    Treppengitter mit Katzenklappen... (wir haben die untersten Stufen der offenen Treppe verschlossen damit keine panische Katze abstürzen kann)

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    Und es wurde auch von den Katzen Probe gelegen ;)

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    Die ersten Wochen, wenn nicht sogar Monate :hust: sah es bei uns so aus...


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    Das wurde auf beiden Seiten belohnt. Sie durften sich ruhig anschauen, mehr aber auch nicht... Und das wirklich über längere Zeit. Heute liegen sie auch gemeinsam auf dem Sofa aber ich bin froh, dass wir das so strikt durchgezogen haben, denn die Tiere sind untereinander sehr entspannt und bewegen sich ganz ruhig durch's Haus.

  • Ich danke euch für eure Worte. Meine Katzen haben natürlich erhöhte Plätze, wie z. B. 2 Kratzbäume, Kommoden, Stühle etc. Da Milow zu Beginn weder Halsband, Geschirr noch Leine kannte, haben wir die ersten 2 Wochen Hund und Katzen möglichst voneinander ferngehalten gehabt. So konnte sich der Hund langsam einleben und die Katzen nach und nach an seinen Geruch gewöhnen. Ansonsten haben wir zu Beginn bereits den Flur mit Hilfe einer Gipskartonplatte abgeteilt. In der Gipskartonplatte ist ein Loch, so dass die Katzen durchkommen. Dummerweise kommt Milow da noch immer durch, aber nun nicht mehr so leicht. Bis letzte Woche wusste ich leider nicht, dass es auch Hundeschutzgitter mit Katzenklappe gibt. Aber vielen lieben Dank für den Tipp mit den Winkeln. Tatsächlich überlegen wir bereits, in die schöne alte Badtür eine Katzenklappe einzubauen. Aber vielleicht geht es auch anders. Vom Catwalk konnte ich meinen Mann bislang nicht überzeugen.


    Derzeit wird Milow noch immer für gewünschtes Verhalten belohnt. Das möchte ich beibehalten. Nur leider ist er manchmal schneller als ich, so dass es schon zu blöden Situationen kam. Mir ist natürlich bewusst, dass die Katzen vor dem Hund als auch andersherum geschützt werden müssen. Zwischendurch konnte ich auch schon eine Annäherung zwischen Hund und Katze mittels Leine erreichen. Nur irgendwann will Milow dann zur Katze und fängt dann an, an der Leine zu zerren. In solchen Momenten habe ich ihn dann versucht, ihn abzulenken und dann auch entsprechend belohnt, wenn es geklappt hat. Aber gut, da muss ich dann wirklich noch mehr Geduld haben.


    Ich mache mir halt Sorgen um meine 2 Miezen. Der Kater hatte bereits aus Protest auf die Fußmatte gepinkelt und meine Katze scheint derzeit der Appetit vergangen zu sein. Gerade sie macht mir Sorgen, da sie sich zwischenzeitlich auch zurück gezogen hatte. Ich bin echt froh, dass sie nun wieder mehr den Kontakt zu uns sucht. Ich habe vor dem Hund auch schon die Miezen gestreichelt, um zu zeigen, dass sie zur Familie gehören. Alle haben mit Abstand auch schon Leckerli bekommen.


    Ansonsten wurde mir auch schon von anderen gesagt, ich solle die Katzen und den Hund lassen, da sie es unter einander ausmachen täten. Das will ich aber nicht, da ich mir nicht vorstellen kann, dass dies für alle Parteien gut ausgehen kann.


    Wurli:

    Danke dir für den Tipp. Das werde ich nun versuchen.

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