• Du, ich hatte anfangs auch so nen fixen Plan im Kopf.
    Hund soll sich vor Straßenüberquerung hinsetzen, Hund soll sich hinsetzen, wenn ich stehen bleibe, Hund soll sich hinsetzen, wenn ich die Leine von lang auf kurz umstelle und danach muss sie strikt bei Fuß laufen, und so weiter...

    Blöd war nur - Fini konnte das alles nicht umsetzen. So sehr sie sich auch bemüht hätte, die war mit ihrer Umwelt so überfordert, dass in ihrem kleinen Hirn einfach nichts davon angekommen ist. Da hätte ich auf das Kommando bestehen können, bis ich grau werde.

    Also hab ich halt irgendwann umdisponiert und es klappt so wesentlich stressfreier.

    Sie läuft deshalb ja nicht völlig kopflos durch die Gegend. Sie kennt auch sowas wie "Rüber", wenn ein Radfahrer kommt und sie auf der falschen Seite läuft, aber das hat sich so ergeben und hab ich nie extra geübt und damit ist es für mich kein richtiges Kommando.

    Eigentlich sind die Kommandos, die ich jetzt verwende alle aus einem bestimmten Grund bzw. aus einer Situation "entstanden". Alles, was ich nicht bei ihr brauche, sehe ich als Trick an. Es ist nett, wenn sies richtig macht, aber wenn nicht, kann ich auch damit leben.

  • So, das "Sitz" habe ich beim abendlichen Gassi sein lassen. Es war ein sehr harmonischer, stressfreier Spaziergang. Ich werde es die nächste Zeit sein lassen. Im Grunde bräuchten wir es eh nicht, ich wollt`s halt eig. beibehalten- ein gut erzogener Hund kann es schließlich, "Sitz" ist Standart. ;)
    Ich bin verblüfft, wie locker es einige hier doch sehen und wie sehr dem Hund entgegegen gekommen wird. In meinem Gehirn spukt zwar immer noch die Vorstellung vom "Hier" mit perfekten Vorsitz, doch im Grunde verabschiedete ich mich davon schon. Ares und ich, wir haben uns einander angepasst und ich kann zufrieden sein.
    Die bestehenden Kommandos funktionieren gut, es bedarf noch einiges an Übung, doch er ist ja erst ein Jahr.

    Der Meinung bin ich nach wie vor. Glaub`mir, bei Ares habe ich ALLES positiv und doch konsequent aufgebaut und es hat sich in vielerlei Hinsicht ausgezahlt. In der Vergangenheit glaubte ich, alle Kommandos- auch das "Hier" mit Vorsitz- kriege ich dadurch hin. Nur bei diesen hier von mir geschilderten "Sitz" z.B. musste ich mir eingestehen, dass wir so nicht weiterkommen. Es war kein Fortschritt erkennbar, absoluter Stillstand...
    Unser Fokus liegt ohnehin nicht auf "Steh" und solchen Kommandos. Ich lege eher Wert auf den Rückruf, Impulskontrolle/Frustrationstoleranz und der Orientierung an mir. Die "Befehle" sollen dennoch i-wann zuverlässig sitzen.

    Schmerzen oder Unwohlsein schließe ich aus. Vor dem gefüllten Napf sitzt er wie eine 1. ;)
    Ja, wenn es nass ist oder piekst sucht er sich zuerst ein gutes Plätzchen, bevor er sich hinhockt. Da bin ich tolerant, in eine Pfütze oder in Brennnesseln würde ich mich auch nicht reinsitzen.
    Das mit der Trainerin...ich glaube nicht, dass es noch Einfluss hat.

    Vielen Dank für eure Erfahrungen!

    Wir haben uns bei der Erarbeitung des Grundgehorsams sehr stark an dem orientiert was im Alltag wichtig ist und die Kommandos entsprechend aufgebaut. Beim "Fuß" beispielsweise war für uns das Entscheidende, daß er auf Kommando zuverlässig neben mir geht und auch bleibt, egal welche Ablenkung kommt. Und genau so haben wir es auch aufgebaut. Ob er mich dabei permanent anschaut, nun exakt in Kniehöhe geht ist dabei unerheblich. Im Alltag brauche ich es um ihn neben mir an Menschen, Fahrrädern etc vorbei zu führen. Dafür ist die Form irrelevant. Entscheidend ist, daß er bei mir bleibt. Beim Rückruf ist es ähnlich. Sein Rückruf heißt für ihn: Drehe sofort um und bewege dich in Überschallgeschwindigkeit zu Frauchen, egal was du gerade tust, tun wolltest oder jemals getan hast. :D Ob er sich nun exakt im Vorsitz vor mir hinsetzt, sich schief neben mich setzt, vor mir stehen bleibt ist mir dabei egal. Entscheidend ist für mich, daß ich mich darauf verlassen kann, daß er kommt, ohne wenn und aber auch wenn er Wild sieht oder riecht.
    Aber es gibt eben auch Teams die großen Spaß daran haben sich solche Formen wie das exakte Fuß gehen und den perfekten Vorsitz zu erarbeiten und für die das eine tolle Form der Zusammenarbeit und geistiger Auslastung ist. Für andere Teams, wie für uns und unser Nasentier, gibt es halt andere Formen der Arbeit die wesentlich besser passen und wo wir es dann auch Formvollendet genau nehmen, einfach weil es uns liegt.

    LG

    Franziska mit Till

  • In meinem Gehirn spukt zwar immer noch die Vorstellung vom "Hier" mit perfekten Vorsitz

    So was könnte ich meinen wohl leicht beibringen. Aber der Sinn hat sich mir nie erschlossen, daher sitzt bei mir nie irgendwer irgendwie vor... Aber: Sie bleiben nach dem Rückruf alle einen Augenblick bei mir - kreuz und quer, ungeordnet, rumstehend, sitzend, mir egal wie. Hauptsache sie rammeln nicht sofort wieder weg.

  • Mir macht mit meinen beiden der BgH_Kurs seit Jahren wirklich Spaß und sie machen das echt brav. Aber: für den Alltag brauchen wir das wirklich null, also, es sind für mich Tricks und weiter nichts. Im Alltag ist fortlaufende Kommunikation wichtig für mich. Auch Rückruf ist nicht immer dasselbe Kommando - verstehen tun sies trotzdem. Ich spreche oft in ganzen Sätzen mit ihnen, klappt wunderbar. Sie müssen sich nicht setzen oder legen - aber sie wissen, was "warten" heißt, nämlich mir nicht zu folgen und in einem Radius von ca 3m an Ort und Stelle zu bleiben. Das alles hat sich im Miteinander im Alltag so ergeben, das hab ich nicht speziell trainiert. Ebenso wie das erwähnte "geh auf die Seite", wenn ein Radfahrer kommt oder "bleib bei mir" (und renn nicht zu dem Menschen, der uns entgegenkommt). Zackige Befehle, womöglich noch gebrüllt, unterschätzen die Intelligenz der Hunde meiner Meinung nach.

  • Hmh, mein erster Hund - der hatte einfach zu tun und zu lassen, was ich vorgab und das schnellstens. Diese Art der Zusammenarbeit lag in seinem Wesen und es lag an mir,ihn zu motivieren und zu einer guten Zusammenarbeit zu bewegen. Jagdhund, will to please, und mit mir etwas tun, allerhöchstes Glück.

    Der nächste war Diego, ein Streuner, der meinen Kindern in Spanien zugelaufen war. Bretonenmix - die andere Seite war irgendetwas Hütendes und ich hab von ihm sooooo viel gelernt, über mich und über Hunde und Charaktere. Diego brachte mich zum Weinen, zum Schreien und dazu, Geduld mit anderen Augen zu sehen. Er starb viel zu früh..... zu jung, ich vermisse ihn noch immer jeden Tag. Obwohl Gehorsam in Diegos Welt etwas war, das nicht existierte. Wenn er etwas tat, dann, weil er es wollte, quasi als Geschenk - aber das dann mit einer Freude, die unvergleichlich war.

    Und nun hab ich Lucas, gleiches Aussehen wir Diego nur größer und wir sind der zweiten Rasse auf die Spur gekommen. Pastor Garafiano, eine Hüterasse, die morgens selbstständig mit den Herden in die Berge geht, sie allein hütet und bewacht und sie Abends wieder rein bringt. Selten hab ich Hunde erlebt, die so autark sind und die blind und taub werden, wenn man etwas von ihnen will - das sie nicht wollen. Niemals könnte ich Lucas dazu bewegen, sich zu legen, wenn er die Gegend noch nicht als "Sicher" wahr genommen hat. Niemals hab ich einen Hund erlebt, der entspannter ist, wenn er sich dafür entschieden hat.

    Und er steht sich im Weg, mit seinem Jagdhunderbe - die beiden Seiten sind sich nicht immer einig. Für mich ist es eine Kunst, ihn zu führen.... und ein Wagnis ihn zu fordern. Es gibt absolut nichts, was ihn dazu bewegt, etwas zu tun, was er nicht will. Aber er ist im Alltag so leichtführig das alles begeistert sind, von meinem ach so braven Hund. Aber mir ist immer bewusst, das er so brav ist, weil er das will.

    Mich fasziniert sein Verhalten, seine Art, sein Wesen, eines Tages werde ich mit einen reinrassigen Welpen holen und ich bin heute schon gespannt, was mir dieser beitet und wie weit er mit mir zusammen arbeiten wird. Reinrassige Garaffianos sollen deutlich anders sein. Wer weiß.

    Solche Hunde aber muss mal wollen und mögen, man kann sie nicht zwingen, wenn Lucas etwas tun soll, was er nicht will, wird er blind (Handzeichen) taub und bewegungsunfähig. Es brauchte seine Zeit, bis ich damit klar kam. Heute find ich es spannend..... aber sie sind eine Herausforderung, ich hab mich das Gleiche gefragt, warum soll mein Hund etwas tun, was ich will? Wenn er doch etws anbietet, mit dem ich leben könnte? Muss er gehorchen? Warum? Wo ist Gehorsam gefragt und wichtig und wo ist es Macht, die ich durchsetzen will. Heute lasse ich ihn die Gegend sichern und warte auf seine Entscheidung, denn alles andere - wäre albern von mir oder würde unser Verhältnis zueinander nachhaltig zerstören.

    Das war eine spannende Begegnung mit mir selbst. Und ich danke meinem Diego, das er mich auf diese Reise begleitet hat und mir so vieles über mich und sich lehrte. Ich wünschte, ich könnte ihn noch ein einziges Mal im Arm halten.

    Sundri

    P.S. Hundeplatz mit dieser Sorte Hund geht gar nicht. Einmal "sitz" klappt super.... zweimal "sitz" geht noch so "na wenn es Dir Freude macht"; drittes "sitz" vielleicht "aber nur weil Du es so toll findest." - viertes "sitz" abfälliger Blick, umschalten auf taub und blind "Du hast sie nicht mehr alle, oder?" wehe man versucht dass das um- und durchzusetzen, das hat eine allgemeine Verweigerung sämtlicher Zusammenarbeit für diesen Tag auf dem Platz zur Folge. Und DAMIT kann nicht jeder umgehen. Vor allem nicht viele Trainer. Das wird ungut.

  • früher sollte mein Hund sich setzen, bevor er abgeleint wird. Das wollte er irgendwann nicht mehr tun (kalter, nasser boden?) und bevor er deshalb nie wieder abgeleint wird, habe ich dafür nun ein einfaches "warte" genommen.

    bei "bleib" darf er sich seine Position aussuchen, Hauptsache er bleibt wo er ist.

    er darf mäuse suchen und buddeln, solange er ansprechbar ist.

    rückruf heißt bei uns einfach "komm zu mir", mehr nicht.

    das sind so unsere Kompromisse. Rückruf mit absitzen finde ich für mich nicht nötig. Hab neulich einen junghund mit halter beobachtet, hh ruft Hund, der reagiert vorbildlich auf den rückruf, setzt sich aber nicht - und wird geschumpfen. Wieso muss man sich das leben so schwer machen? ;)

  • Ich finde jetzt schon den Unterschied zwischen Mops und Dobermann sehr extrem und das obwohl es ja nun beides Rassen sind, die an sich gerne mit ihren Menschen zusammenarbeiten...

    Mein Dobermann verlangt regelrecht Kommandos! Sie liebt es, wenn sie mit mir arbeiten kann und sie für das korreke Ausführen von Kommandos belohne! Klar gibt es mal Situationen, in denen sie etwas so nicht ausführen möchte - hier setze ich mich jedoch wenn die Kommandos notwendig sind, einfach durch! Jedoch gibt es auch da einen klaren Unterschied zwischen Trainingseinheiten und klaren Kommandos die einfach sein müssen ("Komm" bzw. "Ran" bei Spaziergängen heißt wirklich sofortiges zu mir kommen..wird aber nur genutzt, wenn Radfahrer, Kinder, andere Hunde etc. in der Nähe auftauchen)!

    Der Mops hatte da schon immer seine Eigenheiten...Sie liegt nicht gerne, wenn der Boden kalt/nass/.. ist...brauch sie ja aber auch nicht, sie ist eh so klein, da fällt das gar nicht auf, wenn sie halt steht! Wenn sie Lust hat etwas zu tun, dann tricksen wir ein klein wenig aber ansonsten brauchte sie eigentlich immer nur da sein, ganz einfach weil es eigentlich schon immer ohne Kommandos gut geklappt hat das Zusammenleben!

    Ich glaube, für mich wäre ein Hund der sehr autark lebt und denkt, dennoch sehr schwierig..ich hatte mal als Gassihund eine Pyrinäen Berghündin. Die Hündin war großartig von ihrem Wesen her, jedoch lebte sie eigentlich völlig Selbstbestimmt! Sie ging zwar mit mir Spazieren jedoch immer nur so wie sie das für richtig hielt! Diese Hündn wollte auch zu 90% der Zeit nicht im Haus leben - die Besitzer hätten sie jederzeit mit aufs Sofa genommen oder auch Nachts mit ins Schlafzimmer - aber die Hündin wollte draußen sein (was sie dank großem einsamen eingezäuntem Grundstück auch dauerhaft durfte).
    Dieses Tier hat mich in ihrer Selbstständigkeit, die jedoch die Menschen nicht wirklich eingeschränkt hat, echt beeindruckt und dennoch war und bin ich echt froh über meine Hunde, die eine Zusammenarbeit mit mir wirklich lieben und wollen!

  • Ich habe nur sehr wenige Kommandos, setzte die aber sehr bewusst ein.
    Dazu zählt Rückruf, nah bei mir bleiben und ein Stoppsignal. Bei diesen Kommandos bin ich absolut Kompromisslos. Da erwarte ich, das sie ohne wenn und aber befolgt werden.
    Bei Pino ist Konsequenz unglaublich wichtig. Er neigt dazu gerne eigene Entscheidungen zu treffen, wenn man ihm das Gefühl gibt, das ein Kommando “dehnbar“ ist. Deshalb gebe ich nur Kommandos, die seiner Sicherheit dienen, alles andere hat sich witzigerweise von ganz alleine reguliert.
    Wenn ich z.b. stehen bleibe (an Strassen) dann setzt er sich von selbst neben mich und wartet bis es weitergeht. Im Restaurant legt er sich unter oder neben den Tisch und wartet auch da ab bis wir wieder gehen. Er hält im Freilauf einen schönen Radius und hält Kontakt zu mir. Merkt er das ich mich umorientiere (andere Richtung, stehen bleiben) kommt er zu mir. Dazu brauche ich keine Kommandos mehr. War ein schöne Nebenwirkungen zu den (wenigen) konsequent durchgesetzten Kommandos. Ich möchte es nicht mehr anders haben. :D

  • Aber es gibt eben auch Teams die großen Spaß daran haben sich solche Formen wie das exakte Fuß gehen und den perfekten Vorsitz zu erarbeiten und für die das eine tolle Form der Zusammenarbeit und geistiger Auslastung ist.

    Wenn`s nach Ares gehen würde, bräuchten wir kein einziges Kommando...^^ Auf der einen Seite finde ich es schade, dass er so gar keinen Gefallen daran findet, aber andererseits passt halt das Gesamtpaket. Will-to-please habe ich im vorherein ausgeschlossen.

    P.S. Hundeplatz mit dieser Sorte Hund geht gar nicht. Einmal "sitz" klappt super.... zweimal "sitz" geht noch so "na wenn es Dir Freude macht"; drittes "sitz" vielleicht "aber nur weil Du es so toll findest." - viertes "sitz" abfälliger Blick, umschalten auf taub und blind "Du hast sie nicht mehr alle, oder?" wehe man versucht dass das um- und durchzusetzen, das hat eine allgemeine Verweigerung sämtlicher Zusammenarbeit für diesen Tag auf dem Platz zur Folge. Und DAMIT kann nicht jeder umgehen. Vor allem nicht viele Trainer. Das wird ungut.

    Das kann ich so unterschreiben. Wobei er schon des öfteren beim zweiten "Sitz" nicht begeistert war. Dreimal- keine Chance.
    Die lieben Trainer...bei uns findet man da nur Idioten.

  • Hallo,

    mit meiner Podi-Mix-Hündin und meinem Podenco habe ich in all den Jahren viele Kompromisse gemacht, aber nie das Ziel aus den Augen verloren.
    Sie waren eben anders und trotzdem waren es Herzenshunde. Ich habe viel durch sie gelernt und muss mich oft beherrschen um es jetzt nicht genau so zu machen. :???:
    Ein Schäfertier braucht da scheinbar eine Erziehung ohne Diskussionen und wenn ich Kompromisse mache nutzt es das schamlos aus. Nicht das sie schlauer ist. Sie ist in Sachen Erziehung ganz anders zu handeln.
    Wir haben unseren Weg gefunden und oft werde ich gefragt warum ich so liebevoll mit ihr umgehe. Sie wäre doch schließlich ein Schäferhund?????
    Es geht eben auch mit liebevoller Konsequenz, aber bestimmt nicht mit heute so und morgen so.

    LG Terrortöle

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