• @Terrortöle ,

    Es geht eben auch mit liebevoller Konsequenz, aber bestimmt nicht mit heute so und morgen so.

    Genau! Ich tüftelte und grübelte am Anfang viel, wie ich nun am Besten vorgehe. Zwar haben mir seine Züchter mit auf dem Weg gegeben, dass beim Greyhound Konsequenz nicht sooo wichtig wäre, aber dafür bin ich nicht der Typ. Mittlerweile denke ich, dass Ares und ich unseren Weg nahezu gefunden haben.
    Du hast ja nun den Vergleich zwischen Schäferhund und Podenco- wo tust du dich leichter?

  • Oh, ich hab den Vergleich ja auch, zwischen Münsterländer und meinen spanischen Granden - ich könnt`s nicht sagen.

    Malik hielt keine Kompromisse aus, der nahm nach einem kleinen Finger, den ganzen Arm, bis man ihn zur Ordnung rief und das brauchte er bis ins hohe Alter.... immer wieder grade Linie.

    SO konsequent war ich nie und das fiel mir schwer - aber es war auch irgendwie einfacher.... null Diskussion, null Abweichen - er knurrte als er aufs Sofa durfte, also runter, keine Ausnahme. Er machte aus einmaligen Zugeständnissen Regeln. Daher durften die nie aufweichen. Für niemanden. Er hat, zeit Lebens, immer mal wieder alle Regeln hinterfragt und jeden auf die Probe gestellt. Die Linie für ihn war daher klar.

    Ich finde meine Spanier schwieriger, weil sie mich fordern, heraus fordern, ich will ja eben doch einiges von ihnen. Und ich lerne, das ich einiges, etwa einen zuverlässigen Rückruf "warum rufst Du mich, ich kann Dich doch nich sehen?!" nie bekommen werde. Und sie daher nur Freilauf in wenigen - sicheren - Gebieten.

    Ich find sie spannender, weil ich ausprobieren kann, wie ich sie "kriege" - und Lucas etwa, der "fragt" auch nach zwei Jahren noch "darf ich auf`s Sofa?" - hier, im neuen Haus, haben wir kein Hochbett mehr - er "fragte" ob er mit ins Bett darf. Ich musste nur ein Mal "Nein!" sagen, leise, bestimmt - er hat`s nie mehr versucht.... auch nicht heimlich. Der Liebste hat ihn ins Bett gelockt, als ich das sah und sagte "Lou!!!" war er draußen..... das ist auch eine Art Gehorsam, ich weiß - aber eine angenehme.

    Es gibt Tage, da hat er einen ausgesprochenen "will to please" und macht alles, was ich will - da hab ich am Anfang immer gedacht, "Juchhu, wir haben es geschafft" - bis zum nächsten Morgen, da kam dann so ein Blick wie "hab keinen Bock auf nett heute - nö - und Leckerchen will ich heute auch nicht" Und dann bewegt ihn nichts zu einem Miteinander.

    Auch sowas, hier - eingezäuntes Grundstück, er könnt es so schön haben und draußen liegen, bei offener Tür - er geht ab übern Zaun..... freilich, er kommt immer wieder, manchmal sogar, wenn ich ich ihn rufe. manchmal schaut er mich an und trollt sich - ich seh das schon an seinem Blick..... also, darf er nicht raus, ohne Aufsicht. In Schweden, kein Zaun, keine Begrenzung - er liegt draußen in der Sonne und geht keinen Schritt vom Grundstück - obwohl die Wildnis um die Ecke beginnt.

    Sundri

  • @Terrortöle ,

    Genau! Ich tüftelte und grübelte am Anfang viel, wie ich nun am Besten vorgehe. Zwar haben mir seine Züchter mit auf dem Weg gegeben, dass beim Greyhound Konsequenz nicht sooo wichtig wäre, aber dafür bin ich nicht der Typ. Mittlerweile denke ich, dass Ares und ich unseren Weg nahezu gefunden haben.Du hast ja nun den Vergleich zwischen Schäferhund und Podenco- wo tust du dich leichter?

    Nun ja, der Schäferhund macht es einem einfach leichter.
    Dabei habe ich irgendwie ein Ausnahmemodell erwischt. Die Maus war schon als Welpe ziemlich bockig :ka: . Der Züchter hat nur gelacht und gesagt das sie das wohl vom Papa hat. Aber gerade deshalb mag ich sie. Ist dann ein wenig so wie mit den Podis. :bindafür:
    Deshalb fällt es mir wohl leichter und einen großen Anteil daran hat halt das sie keinen Jagdtrieb hat. Alles ist toll, aber für Wild oder Langohren abhauen ist nicht. Meinen permanenten Rundumblick habe ich aber immer noch nicht ablegen können und ich sehe vieles lockerer. Mein Tierchen trägt bunte, breite Halsbänder, es wird nicht an der Leine geruckt und laute Worte gibt es auch nicht.
    Verblüffender Weise klappt das. :pfeif:
    In unserem Verein haben mich die anderen ziemlich komisch angeschaut. Für die Podis hatten sie vollstes Verständnis weil die eben sensibel und anders sind. Einen Schäferhund muss man anders behandeln.
    Alles Quatsch. Wir haben ohne viel Trara die BH geschafft und mein Hund hat richtig Spaß gehabt. Mit den Podis hat es eben alles nur viel länger gedauert, wobei die aber auch eine unschöne Vorgeschichte hatten.
    Der Wechsel zum DSH ist auf jeden Fall easy, aber umgekehrt wäre es wohl schwer geworden.
    Ich denke meine Dicke hat richtig Glück mit mir.

    LG Terrortöle

  • Ich kann bei den Windhunden nicht mitreden - aber ich habe einen spanischen Schäfer-hütehund mix, bei dem ich vermute, dass da vielleicht mal ein Podenco in seiner Ahnenliste mit dabei ist. Von seiner Eigenständigkeit und dem Jagdtrieb her würde es passen.

    Auf jeden Fall fehlt ihm so ein bedingungsloser "will to please" . Er hat von seinem Wesen sehr wenig von einem DSH. Konsequenz -ja, aber laut und überdeutlich - bloss nicht. Er ist jetzt 7, wir haben uns im Laufe der Jahre auf viele Kompromisse geeinigt.

    Sitzen bleiben fällt ihn leicht - der Hintern ist komplett mit Fell gepolstert. Aber draussen Platz machen hasst er . Warum soll ich drauf bestehen? Wozu? Wir haben uns drauf geeinigt, dass er in Lokalen oder bei Besuchen bei Freunden, wo er einfach mit seiner Grösse im Weg ist , auf Kommando Platz macht . Wenn er einen "Sinn" darin sieht, tut er es völlig problemlos. Draussen im Alltag verzichte ich drauf.
    Er hat eine hohe Individualdistanz, läuft gerne weit vor. Begeistert zu mir zurück rennen ist auch nicht so seins. Also gibt es das Kommando "Warte". Darauf trödelt er gähnend weiter und wartet auf mich. Ist ok. Wenn es aber ernst ist, andere Hunde, Kinder,Radfahrer, was auch immer, muss er auf "HALT" oder "SITZ und BLEIB" auch prompt reagieren. Das geht.

    Wir haben im Laufe der Jahre eine Grundsortierung gefunden. Die Grenzen sind weit gesteckt. ( er läuft fast nur ohne Leine) In denen kann er von mir aus trödeln, Stehen bleiben anstatt Sitz machen, Warten anstatt auf Rückruf kommen, alles gut.
    Aber es gibt Dinge, die grundsätzlich verboten sind, wie ungefragt zu anderen Hunden rennen, Jagen gehen, an Kreuzungen oder grossen Strassen nicht auf mich warten, auf den Super-Rückruf wirklich kommen. Da nehme ich auf auf seine Tagesform auch keine Rücksicht, diese Grenzen sind immer die gleichen. Mir ist es egal, ob andere der Meinung sind, das ein grosser schäferhundartiger Hund immer 100% eng am Befehl stehen muss - für uns klappt das so. Mittlerweile ist mein Kommando wenn er eine Wildspur in der Nase hat " Diego ich seh dich, denk nicht mal drüber nach" Und er weiss was ich meine :D

    Liebevolle Konsequenz und Kompromisse finde ich prima - es muss nur klar , gleichbleibend und verständlich für den Hund sein.

    Lg, Elzbeth

  • Bei Spike besteht unser gesamtes Zusammenleben nur aus Kompromissen, weil eine (zuverlässige) Ausführung von Kommandos einfach nicht funktioniert. Da darf es dann anstelle des Rückrufs auch ein langsames Gehen in unsere Richtung und in 5 Metern Entfernung warten, bis wir kommen sein, bevor das Kommando vollständig ignoriert wird - "Sitz" statt "Platz" wird hier mit Kusshand genommen.

    Smilla, die vom Wesen sehr eigenständig ist, muss jedes Kommando zuverlässig ausführen, damit ich ihr so sehr vertrauen kann, dass sie das größtmögliche Maß an Freiraum genießen kann. Da wir zurzeit noch übend sind, darf sie auch schon mal zwei Ausführungen brauchen oder zeitversetzt handeln, gerade dann, wenn es wirklich einen Interessenskonflikt darstellt, jedoch erwarte ich, dass das Kommando nach spätestens drei Aufforderungen ausgeführt wird, ansonsten gibt es negative Konsequenzen. Bei einer verzögerten Ausführung gibt es, zumindest bei bereits trainierten Kommandos, nur verbales Lob - lediglich eine sofortige Ausübung wird hochwertig belohnt.
    Sobald alle Kommandos sitzen, erwarte ich auch, dass sie ohne Zeitverzögerung präzise ausgeführt werden, sowohl im Alltag als auch im Sport, wobei die Alltagskommandos weniger anspruchsvoll und mit mehr Spaß verbunden sind als die Sportkommandos (z.B. weil es ihr Spaß macht, sich beim Platz lautstark auf den Boden zu werfen und beim Rückruf gegen eine Runde um mich zu drehen).

  • Bei uns läuft das etwas anders. Till ist ja, wohl auch rassebedingt, auch ein recht eigenständiger Typ. Auch uns war es sehr wichtig, daß er mit viel Spaß und Freude gelernt hat und haben alle Kommandos durchweg positiv aufgebaut so wie das Befolgen sehr gut belohnt. ( Da wir ihn mit 8 Wochen bekommen haben und er Beagletypisch verfressen ist, lief das alles recht unkompliziert; da er keine schlechten Vorerfahrungen gemacht hatte und dem entsprechend offen war und man ihn mit Futter immer sehr gut belohnen kann. ) Unser Training war so aufgebaut, daß der Hund dabei möglichst keinen Fehler macht und jedes Kommando beim ersten Mal sofort ausgeführt wird. So hat er sich von Anfang an angewöhnt ein Kommando sofort zu befolgen und ist gar nicht auf die Idee gekommen, daß man ein Kommando auch mal ignorieren oder erst beim zweiten oder dritten Mal ausführen kann. Um das zu erreichen haben wir die Anforderungen immer so gewählt, daß wir sicher sein konnten, daß Till sie auch erfüllen kann und sie dann immer weiter gesteigert. Das Schwierigste daran war seinen Trainingsstand immer richtig einzuschätzen und ihn weder zu über-noch zu unterfordern. Aber bei uns hat das sehr gut funktioniert. Freilauf konnte er trotzdem die ganze Zeit über haben. Bei ihm ging der Folgetrieb glücklicher Weise nahtlos in den Gehorsam über. Wenn wir uns trotzdem mal nicht sicher waren ob er kommen würde wenn wir ihn aus dem intensiven Spiel abrufen, haben wir es halt sein gelassen und sind hingegangen und haben ihn angeleint. Oder aber wir sind langsam weiter gegangen. Dann ist er immer sofort nachgekommen. Aber auch das hat dann geklappt seit dem er etwa 5 Monate alt war.

    LG

    Franziska mit Till

  • Hallo,
    soweit ich im Kopf habe ist ein Greyhound ein Hund mit sehr kurzem Fell mit wenig Unterwolle.
    Wer mag sich schon auf einen kalten Stuhl mit nacktem Popo setzen ?
    Dem Hund geht's wohl so.
    Wenn die Sonne scheint ist es bestimmt anders.
    Ich würde auch nicht versuchen einen schwerem Neupfundländer dazu zu bewegen über eine 1 Meter Hürde zu springen.
    Von daher - mag Hund vielleicht es nicht machen da es extrem unangenehm ist.
    Wenn Hund es dann doch tut - Respekt .
    LG Ramona

  • So, eure Erfahrungsberichte sind sehr interessant!
    Das "Sitz" haben wir nun hinten angestellt und fokussieren uns nun auf "Steh" und "Bleib"- Rückruf, etc. steht nach wie vor im Vordergrund. Diese Kommandos sitzen ohne bockig zu sein. Ein Wort und er tut es, sofern die Ablenkung nicht zu groß ist


    Freilauf konnte er trotzdem die ganze Zeit über haben. Bei ihm ging der Folgetrieb glücklicher Weise nahtlos in den Gehorsam über

    So in etwa war`s bei uns auch. Bei Ares fragten wir uns mit fünf, sechs Monaten, ob er nun noch Folgetrieb hat oder nicht...^^
    Jagdtrieb hatte er von Anfang an. Als Zwerg konnte ich Ares sogar noch von Katzen abrufen, was aber bereits nach kurzer Zeit nicht mehr klappte.

    enn wir uns trotzdem mal nicht sicher waren ob er kommen würde wenn wir ihn aus dem intensiven Spiel abrufen, haben wir es halt sein gelassen und sind hingegangen und haben ihn angeleint. Oder aber wir sind langsam weiter gegangen. Dann ist er immer sofort nachgekommen. Aber auch das hat dann geklappt seit dem er etwa 5 Monate alt war.

    Beneidenswert! Abruf im Spiel? Das ist noch immer nicht möglich, Artgenossen sind das Größte!

    jedoch erwarte ich, dass das Kommando nach spätestens drei Aufforderungen ausgeführt wird, ansonsten gibt es negative Konsequenzen. Bei einer verzögerten Ausführung gibt es, zumindest bei bereits trainierten Kommandos, nur verbales Lob - lediglich eine sofortige Ausübung wird hochwertig belohnt.

    So ähnlich handhaben wir es auch. Ich habe mir angewöhnt, das Kommando nur einmal zu sagen- funktioniert nur nicht immer, aber nach zwei Aufforderungen ist schluss, dann folgen die negativen Konsequenzen. Wenn Ares das Kommando gleich macht:
    FLEISCH!

    Liebevolle Konsequenz und Kompromisse finde ich prima - es muss nur klar , gleichbleibend und verständlich für den Hund sein.

    :bindafür:

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