• :winken: ,
    ich stelle mir seit einigen Monaten die Frage, inwieweit ich meinen Hund in der Erziehung entgegenkommen kann/soll. "Entgegenkommen" in Form von: grundsätzlich macht ihm dieses Kommando keinen Spaß, er will absolut nicht, also lasse ich es sein.
    Was nun folgt ist kein Problem. Ich frage mich nur, wie man in Zukunft vorgehen soll.
    Ares konnte noch nie etwas mit UO anfangen. "Platz" z.B. war überflüssig, von Anfang an. Es wurde von mir positiv aufgebaut, aber Spaß sah anders aus. Da ich dieses Kommando eh nicht brauchte, ließ ich es sein. Er ist sehr sensibel. Mit aufmunternden Worten und Belohnung erreicht man bei Ares viel. Mit Druck oder scharfen Ton- keine Chance. Es haben sich bereits einige in der Vergangenheit die Zähne an ihm ausgebissen...
    Es gibt auch wieder Kommandos, die er gerne ausführt: "Komm`", "Steh`- für einen einjährigen Greyhound klappt`s gut.
    Vor Kurzem stand ich erneut vor dem Punkt, wo ich mir eingestanden habe, dass wir nicht weiterkommen. Darum modelte ich das ungeliebte "Bei Fuß" in ein lockeres "Bleib" (sei in meiner direkten Nähe) um und dies wurde dankend angenommen.
    Rassebedingt kann ich keinen Kadavergehorsam erwarten, den verlange ich ohnehin nicht. Meine Erziehung ist positiv und stets konsequent.
    Ich frage mich, ob er Kommandos, die er als überflüssig empfindet und darauf keinen Bock hat, jemals zuverlässig ausführen wird? Ares rafft sich dazu auf, weil ich darauf bestehe. Das schon immer verhasste "Sitz" ist ihm ein Graus...darüber diskuteren wir seit ich ihn habe, denn das wollte ich eig. beibehalten, nachdem wir bereits bei "Platz" und "Bleib" einen Kompromiss geschlossen haben. Gebe ich anstelle von "Sitz" das Kommando "Steh`"- kein Problem.
    Erziehung soll uns beiden Freude machen, nur in dem Punkt tut es das bei meinem Hund nicht.
    Ich hoffe, ihr versteht, worauf ich hinaus will.

  • Ja ich verstehe :)
    Bei Jamie ist es gleich, er hat seinen eigenen Kopf und ich erwarte auch nicht von ihm, dass er Kommandos, die er eig. super kann, auch immer ausführt. Manchmal hat er einfach keine Lust. Ich hab mich damit abgefunden, ich war mir ja auch bewusst, dass das kein Labbi mit viel will to please ist ;) Irgendwie ist er wie eine Katze.

    Aber hey :respekt: - dein Ares kann schon ne Ecke mehr als Jamie |)
    Mehr als Sitz, Platz, Pfote und Schau kann er noch nicht..am "Komm her" müssen wir noch viiieeel arbeiten. Er ist halt so garnicht verfressen und da sind ihm Leckerlis schnurz... :tropf:

    Ich find deine Lösung super und bin etwas neidisch muss ich sagen, dass du schon so weit bist :bindafür:

  • Es kommt darauf an, was du willst und in wieweit du bereit bist, Kompromisse einzugehen.
    Kein Hund muss auf Kommando "sitz", "platz", "fuss" und was weiß ich nicht alles können, um im Leben klar zu kommen.
    Ich persönlich bin auch ziemlich kompromissbereit, was die Hundeerziehung betrifft, ich erwarte von meinen Nacktschnecken z.B. kein "Platz" auf nassen, kaltem Boden, weil ich weiß, wie unangenehm es ihnen ist, da sie so schnell frieren.
    Ich erwarte aber ein zackiges "sitz" bei Wildsichtung, was meinen Hunden auch unangenehm ist, weil sie in dem Moment viel lieber hinter dem Wild herwollen. Da bin ich null kompromißbereit.
    Die Grenze muss sich jeder selbst stecken.
    Ich sehe bei dir die "Gefahr", das du dich von dem Hund um den Finger wickeln lässt.
    Warum kann er kein "sitz" machen ? Hunde sitzen doch ständig, oder deiner nicht ? Man muss ihn ja nicht ständig mit Kommandos "malträtieren", aber das so zurechtbiegen, das es dem Hund passt, würde ich jetzt auch nicht, zumindest nicht, wenn ich eigentlich möchte, das er sitzt.
    Vllt. hast du noch nicht das Richtige gefunden, um Ares zu motivieren ? Ich denke, es ist bei einem Greyhound schwer, aber probiere doch mal rum.
    Eine gute Bekannte von mir hat eine Whippethündin, die auch nicht unbedingt mit viel "will to please" ausgestattet ist. Die fuhr damals total auf ein Squirrel ab. Damit hat sie die im Agi bis in die A3 motivieren können.

    LG
    Katrin

  • Hm, schwierig. Theoretisch dürfte es deiner Theorie folgen, das der Hund viele Dinge nicht so ausführt weil er es nicht möchte?
    Wo sind denn deine Grenzen?
    Rückruf zB MUSS ja zuverlässig funktionieren - wieso kein Sitz?
    Ich mache zB keine Kompromisse, meine Hunde wissen das genau und ich muss/möchte mich auf sie verlassen können :)

  • Es ist auch ne Altersfrage. Meiner hat mit einem Jahr Sitz auch nicht gern gemacht, und Bleib war echt schwer. Inzwischen geht es immer besser.

    Erziehung ist halt ein Prozess. Der geht in manchen Dingen schnell, weil es der Hund umsetzen kann, in manchen braucht es mehr Übung, mehr Zeit, mehr Einfühlungsvermögen. Oder eben auch mal was ne Zeitlang sein lassen und wieder dahin zurückkommen.

  • Meine Hündin (der charakterliche Windhundverschnitt :D ) hat ehrlich gesagt ziemliche Narrenfreiheit.
    Wenn ich "Sitz" sage, legt sie sich oft hin oder bleibt stehen.
    Wenn ich sie ablege und ihr ein Wartekommando gebe, steht sie schon mal auf und schnüffelt an der Stelle einfach bisschen rum. Sie bleibt dort, hat aber halt gerade keinen Bock zu liegen.

    Sie ist halt Fini. Da kanns auch vorkommen, dass sie sich an einem Tag bei "Sitz" genau gar nicht bewegt und tut, als würde sie es nicht kennen.

    Solange sie auf Stopp stehen bleibt, auf Pfiff kommt und sich, wenn ich sie irgendwo abhole keinen cm weg bewegt, ist mir das egal.

    Sie ist super anpassungsfähig und benimmt sich normal in jeder Situation (außer sie muss doch mal nen Hund anpöbeln :roll: ) so, dass sie völlig unauffällig ist. Wozu soll ich sie dann mit Kommandos nerven?

  • Kompromisse gibts nur wenn es Krankheits- und Altersbedingt nicht anders mehr geht.
    Von einem gesunden Hund erwarte ich Gehorsam und je besser er das umsetzt desto mehr Freiheiten kann ich ihm geben.

  • Danke an euch! :)
    Ach, @VetMed17, von einem zuverlässigen Gehorsam sind Ares und ich noch weit davon entfernt. Kommandos klappen zwar auf Entfernung, aber glaubst du, dass er sich hinsetzt, wenn ein Hund in der Nähe ist? Never.
    Genau, manchmal hat er auf ein "Sitz" schlicht und ergreifend keine Lust. Aber ich finde halt, dieses eine "Sitz" beim Spaziergang ist doch nicht zuviel verlangt. Ich gebe dem Dödl ohnehin die Möglichkeit sich richtig zu positionieren, wenn es z.B. nass ist.
    @'Enni, er liegt meistens, sitzen tut er kaum.

    Ich habe viel probiert, um Ares zu motivieren. Verspielt ist er leider kaum, bis auf Fangspiele und sporadisches Apportieren lässt er sich auf nichts ein. Als Belohnung sieht er das Spiel schon zweimal nicht. Am Besten reagiert er auf Quietschestimme, freudiges Lob und rohes Fleisch.
    Ich bin der Typ "ganz oder gar nicht" und ich kann behaupten, dass bis auf wenige Außnahmen (die kann ich an einer Hand abzählen) jedes von mir verlange Kommando auch durchgesetzt worden ist- auch "Sitz". Wenn ich eines bin, dann hartnäckig. Ich gebe nur dann das Kommando, wenn der Schwierigkeitsgrad nicht zu hoch ist. Sieht Ares einen Hund (für ihn das Größte) gibt`s kein "Sitz". Aber wenn ein Auto vorbeifährt kann und er soll sich setzen- dann hat er sich auch zu setzen. Positionieren darf Ares sich eh, das ist dann nicht zuviel verlangt- finde ich.
    Ich muss jedoch feststellen, dass trotz all der Konsequenz das "Sitz" nicht funzt. Ares steht auf Kommando, aber sitzen...sitzen ist bäh. Da stöhnt er, windet sich und will nicht. Ich bleibe ruhig neben ihm stehen und warte ab. Erkenne ich: der hat keine Lust und tut`s deshalb nicht, gibt`s von mir ein genervtes "Hey." Entweder er lässt sich dann darauf ein oder unser Spiel geht weiter, bis ich mich durchgesetzt habe.
    Nicht, dass ihr das falsch versteht. Ich schreibe hier nicht von "Dominanz" und solch einen Kram. Bei mir geht`s nur um Konsequenz, von der ich annehme, dass ich sie in dieser Situation richtig anwende.

    Übrigens: wenn wir miteinander diskutieren (er mag sich nicht hinhocken), erscheint`s oft so, als würde er beschwichtigen. Ich kann`s nicht hundertpro richtig einschätzen, doch versucht Ares hin und wieder, sich mit leichten Buckel von mir abzuwenden, wendet den Blick ab, etc. Das sind dann die Momente, in denen ich wieder spekuliere: muss das denn sein...? Ich verlange doch mom. nichts Weltbewegendes von dir. Ein einfaches, kurzes Hinsetzen, mehr nicht. Mehr würde dann eh nicht mehr funktionieren.

    Wir waren vor vielen Monaten bei einer Hundetrainerin. Da war er noch ein Welpe und auch sie wollte ein "Sitz". Ich wusste von Anfang an: vergiss es, der wird sich nicht bei dir setzen. Wir waren das letzte Mal bei dieser Trainerin. Sie hat ihn gewürgt, ist grob geworden, glaubte, mit scharfen Ton erreicht sie etwas. Keine Chance. Ares kann bei diesen Methoden stur wie ein Esel sein, war er schon immer.

    Als ich mich für meinen wundervollen Ares entschieden habe, war mir klar, dass hier kein DSH einziehen wird. Jetzt, nach bald einem Jahr, ist mir erst so richtig bewusst geworden, wie tief der Graben zwischen diesen beiden Rassen liegt. Ich kann und darf nicht die Hunde, die wir hier als "Gebrauchshunde" kennen, mit dem Greyhound vergleichen- was nicht heißt, dass ein souveräner Gehorsam bei ihm ausgeschlossen ist.

  • Es ist eben ein Greyhound :p Erinnert mich wirklich sehr an meine Gassi-Greyhound-Dame, mit der ich nun seit Jahren unterwegs bin.

    Ich weiß, jetzt werden wieder viele das sagen, was ich auch oft sage: Man kann auch solche Hunderassen erziehen und denen das beibringen.

    Jo. Aber, und da sehe ich es nämlich genauso, im Alltag muss ich es mir mit dem Hund nicht unnötig schwer machen. Ein sauber trainiertes Steh, dass der Hund wirklich kann, reicht eigentlich völlig aus. Ein "Nebenherlaufen" ebenso. Meine BCs können noch nicht mal gescheit Fuß, weil ich das irgendwie nicht brauche. Ein "versammelt Euch mal in meiner Nähe und lauft da so grob" tut's seit Jahren wunderbar.

    Greyhounds ist meiner Erfahrung nach Bodenkontakt häufig zuwider. "Meine" kann Sitz und ich verlange es. Wenn es trocken ist und ich weiß, dass sie ihr zartes Popöchen da auch mit dem Boden in Berührung bringt. Ansonsten soll sie halt rumstehen. Das dann aber bitte so lange bis ich was anderes sage :D

  • Hallo,

    bei uns ist die Sache ganz einfach gelagert. Newton kennt (bewusst) nur ein Minimum an Kommandos: Sitz, Platz, Bleib, Komm, Weiter und Pfui. Das war es. Ich überlege mir sehr genau ob und wann ich ein Kommando einsetze, aber wenn ich mich dafür entscheide, erwarte ich, dass es ausgeführt wird und auf diese Ausführung bestehe ich auch, wenn der Herr mal keine Lust hat. Das kommt rassebedingt aber eher selten vor.
    Ich komme ihm in soweit entgegen, dass ich wie gesagt ein Kommando nur benutze, wenn es absolut nötig ist. Es gibt Spaziergänge, da hört Newton keinen einzigen Abruf von mir.

    Mir würde es auch zum Beispiel nie einfallen, ihn aus dem Spiel abzurufen, wenn es nicht unbedingt nötig ist. Wenn ich Newton Freilauf gewähre, nehme ich mir dafür so ausreichend Zeit, dass ER diesen Freilauf in Ruhe und ohne Hektik genießen kann. Und wenn er dann mit einem anderen Hund spielt, und ich möchte weiter (zum Beispiel, weil der andere Halter auch weiter will), passe ich eben einen Moment ab, in dem er nach mir schaut und entferne mich dann einfach kommentarlos. Er kommt dann nach. Abruf unnötig.

    Liebe Grüße,
    Rafaela

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