Darf sowas passieren?

  • Zitat

    Liebe Leute,
    ich möchte mir zu der Qualität oder den Methoden der Trainerin oder auch der Halterin hier keine qualifizierte Meinung anmaßen, aber es überrascht mich immer sehr, wenn Leute verurteilt werden oder ihnen Mangel an Fähigkeit unterstellt wird, wenn sie ein einziges Mal eine Fehleinschätzung der Situation treffen.

    Es rührt mich das Schicksal des kleines Hundes und ich wünsche ihm, dass es ihm bald wieder besser geht.

    Aber sagt mal - ist es Euch noch nie passiert, dass ihr in irgendeinem Gefahrenmoment nicht schnell genug, oder falsch reagiert habt. Bei den Hunden, bei Kindern, beim Auto fahren, im täglichen Leben? Habt ihr bei der Arbeit noch nie einen Fehler gemacht?
    Meistens gehen unsere Fehler noch glimpflich aus und sind dann auch bald aus unserem Gedächtnis verschwunden. Erinnert Euch doch bitte auch mal an Eure eigenen Fehler und tut nicht immer so erhaben.

    Anders verhält es sich, wenn jemand planvoll oder mutwillig andere gefährdet, aus Trägheit, aus Aggression, aus Gedankenlosigkeit oder Mangel an Einsicht.

    LG
    Prunus

    Klar natürlich. Aber gerade weil ich weiß, daß Fehler geschehen können hätte der Hund, meiner Meinung nach, mit Maulkorb gesichert sein sollen. Eben weil so etwas immer passieren kann.
    Über die sonstigen Qualitäten der Trainerin vermag ich nicht zu urteilen. Was ich ihr "vorwerfe" ist, daß sie eine wichtige Sicherungsmaßnahme nicht ergriffen hat.

    LG
    Franziska mit Till

  • Zitat

    Doch...zu Genuege :) Aber da hat man als normaler Erwachsener genug Arsch in der Hose das auch einzugestehen und die Schuld nicht wahllos auf andere zu verteilen.

    Nichts für ungut, aber das kenne ich anders. Kaum ein Autofahrer der einen Unfall verursacht hat, sieht die Schuld einzig und allein bei sich selbst. Die allermeisten sind verzweifelt bemüht, dem Unfallkontrahenen wenigstens noch eine Teilschuld zu unterstellen und ihr eigenes Fehlverhalten zu beschönigen. Es kostet schon arge Mühe, jemanden davon zu überzeugen, dass er ganz allein für den Unfall verantwortlich ist.
    Das ist eine überaus menschliche Reaktion mit einem Fehler umzugehen, weshalb sollten ausgerechet HH da anders sein.

    LG
    Prunus

  • Zitat


    Das ist eine überaus menschliche Reaktion mit einem Fehler umzugehen, weshalb sollten ausgerechet HH da anders sein.

    LG
    Prunus


    Ich nenne es Charakterschwaeche, nicht 'ueberaus menschliche Reaktion' ...das hoert sich zu sehr nach Absolution an.

  • Zitat

    Nichts für ungut, aber das kenne ich anders. Kaum ein Autofahrer der einen Unfall verursacht hat, sieht die Schuld einzig und allein bei sich selbst. Die allermeisten sind verzweifelt bemüht, dem Unfallkontrahenen wenigstens noch eine Teilschuld zu unterstellen und ihr eigenes Fehlverhalten zu beschönigen. Es kostet schon arge Mühe, jemanden davon zu überzeugen, dass er ganz allein für den Unfall verantwortlich ist.
    Das ist eine überaus menschliche Reaktion mit einem Fehler umzugehen, weshalb sollten ausgerechet HH da anders sein.


    Nein, Prunus. Ich hatte 2 verschiedene TA, die sich bei unterschiedlichen Hunden eine nicht unerhebliche Fehldiagnose geleistet haben. Kann passieren, jawohl. Der einen TA war das sehr unangenehm, hat sich entschuldigt, sich weiter informiert, Fehlerquellen aufgedeckt, etc. Die andere TA sagte wortwoertlich "Ist ja witzig". Ich denke, Du kannst Dir vorstellen, bei welcher TA ich trotzdem anschliessend noch in Behandlung war. Fehler sind menschlich, aber dafuer hat man dann grade zu stehen. Und wenn das jemand so gar nicht will, muss man da vielleicht mal ein bisschen nachhelfen.

  • Noch mal was zum Maulkorb, der m. E. oft eine falsche Sicherheit vorgaukelt:

    Bei einem Hund, der sich offensichtlich mit vollem Körpereinsatz in die Schlacht wirft, verhindert ein Maulkorb lediglich Bissverletzungen (immer vorausgesetzt, er sitzt überhaupt so gut, dass er draufbleibt).

    Menschen können trotzdem angesprungen, blutig gekratzt, umgerissen (mit allen Folgen wie Prellungen, Blutergüsse, Gehirnerschütterung) und durch den Hund bei seinen Beißversuchen durch den vorruckenden Kopf ordentlich geprellt werden, und auch der kleine Hund wäre wahrscheinlich durch den heranstürmenden Bulldozer zumindest herumgeschleudert worden.

    Viel sinnvoller finde ich eine doppelte oder gar dreifache Anschirrung, also Geschirr, Halsband und evtl. Halti. Bei einem Geschirr, bei dem der D-Ring zum Einhaken der Leine relativ weit hinten sitzt, kann man dem Hund durch rechtzeitiges Eingreifen viel Schwung aus der Hinterhand nehmen.

    Mit entsprechend langer Leine kann man die beiden Karabinerhaken immer dort einhaken, wo man sie meint zu brauchen, und dadurch, dass man den Hund mit zwei Händen lenken und an zwei Punkten auf ihn einwirken kann, entsteht erst gar nicht soviel Schwung.

    Oder man nimmt zwei Leinen, von denen ich eine am Körper befestigen würde.

    Sich bei einem größeren Hund die Leine um den Bauch zu binden, halte ich für sehr gefährlich, weil die erstens relativ tief hängt und man evtl. nicht schnell genug mit den Händen nachfassen kann, und zweitens kann man auf Bauch- oder Hüfthöhe nicht viel ausbalancieren. Auf Brusthöhe ist - zumindest meiner Erfahrung nach - viel besser, weil man mit dem Oberkörper einige Zentimeter mehr zum Pendeln hat und außerdem die Hand schneller dran ist an der Leine.

    Caterina

  • Zitat

    Und was,macht die Trainerin die Ganze Zeit: NICHTS. Die stand nur da und wusste nicht weiter. Auf die Frage warum sie nicht eher eingegriffen hätte, antwortet sie doch tatsächlich :“ die Halterin hätte ja nicht gesagt, das sie ihren Hund nicht mehr halten kann und sie hatte nicht den Eindruck das der Hund nicht handelbar wäre, außerdem hätte er auf das Clickertraining so gut reagiert, das sie davon ausgegangen ist das er sich damit ablenken lässt.“ HÄ???

    Dies ist m.E. eine ganz normale Reaktion, die keinen Schluss zuläßt, ob die Trainerin die Verantwortung tatsächlich bei sich selbst sieht oder nicht.
    Stellt Euch mal vor, Ihr habt gerade ein Kind angefahren welches aus einer Parklücke gesprungen kam. Was kommt?
    - Ich habe das Kind ja nicht gesehen (dann bist Du zu schnell gefahren)
    - Ich war ja nicht schnell (ebendoch, sonst hättest Du das Kind rechtzeitig gesehen)
    - Die Mutter stand ja auch da und hat das nicht verhindert (Du bist gefahren, die Mutter hat sich im Rahmen ihrer Aufsichtspflicht verhalten)
    - Da war ja auch ein Parkverbot (jeder hat sich so zu verhalten, dass er Fehler anderer berücksichtigt)
    - Wenn der da nicht gestanden hätte, dann hätte ich das Kind gesehen (siehe oben)

    So geht das ohne Ende, einen Tag später wird der so mit Vorwürfen konfrontierte Delinquent schon ganz anders darüber denken.

    In diesem Sinne
    LG
    Prunus

  • O.K Deine Ideen finde ich auch sehr gut zur zusätzlichen Sicherung. :gut: Ob nun Maulkorb oder die von dir beschriebenen Dinge: Die zusätzliche Sicherung hat mir halt gefehlt.

    LG
    Franziska mit Till

  • Zitat

    Doch...zu Genuege :) Aber da hat man als normaler Erwachsener genug Arsch in der Hose das auch einzugestehen und die Schuld nicht wahllos auf andere zu verteilen.


    Nicht nur das.
    Wenn ich an einer Problematik, die da heißt "Artgenossenaggression", oder wie auch immer man das betitelt will, GERADE arbeitet und sich an unbeteiligte Hunde wagt, dann hat man zu sichern.
    Weil der Fehler potentiell eben gefährlich ist. Und wenn ich nur eine Sicherungsleine am Hund anbringe. Steift er dann Maulkorb an und reißt die Leine durch... dann könnte man von einem "ist halt passiert"-Fehler sprechen.


    Cattledogfan,
    Hune, die einen Maulkorb tragen, können damit auch mit Stoßen verletzen. Hier aber hätte er die Bissverletzung des anderen Hundes verhindern können! Und genau das ist doch das Problem.
    Die Sicherungsleine habe ich bereits auf den vorderen Seitena ngesprochen. Weiß eine gute Trainering eigentlich auch.

  • Ach ja, ich habe natürlich auch schon viele Fehler gemacht - allerdings so, dass ich die Geschädigte bin - ergo, ich wurde dann gebissen. Ist ein wichtiger Unterschied, ob ich oder andere gebissen werden.

  • Wegen Leichtsinnigkeit und Dummheit - anders kann man das nicht nennen - muss ein anderer Hund verletzt werden.
    Sorry aber an so nen Hund gehört erstmal ein Maulkorb, dann eine kompetente Trainerin und und und..

    Wenn ich mir so ne Situation bei meinem 2kg Chi vorstelle, krieg ich direkt Gänsehaut. Der wäre vermutlich futsch, sowas DARF NICHT PASSIEREN.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!