Darf sowas passieren?

  • Zitat

    Ich hab gelernt, das Ablenkung keine gute Trainigsmethode ist, da der Hund ja eben abgelenkt wird, und so gesehen, nichts dabei lernt, weil es um was ganz anderes geht.

    Für mich ist diese "Trainerin" keine Trainerin!!! Gerade als Trainerin sollte ich doch sowas einschätzen können, und vor allem FRÜHZEITIG das Problem in den Griff bekommen.

    Was ich auch nicht versteh, wie kann sowas mit einem angeleinten Hund passieren? Man sollte seinen eigenen Hund zumindest halten können. Wobei ich hier der HH nichts "aufdrängen" will, denn sie ist wenigstens so, das sie sich ein Trainerin, leider die falsche...zugezogen hat.

    Auf jeden Fall gehört hier eine neue Hundetrainerin her!!

    Wenn sie das Clickertraining bei Aggression als Ablenkung verkauft, ist es ohnehin falsch.

  • Zitat

    Und wieder geht es nicht mehr um die Eingangsfrage, sondern um die persoenliche Einstellung zu Trainern und deren Methoden..
    Auch wenn Diskussionen erwuenscht sind, muss nicht erneut ein Thread zerschossen werden.


    Zur Erinnerung, die Fragen waren


    Also komm... wenn die TS schon drüber diskutiert, ob man rein rechtlich gegen die Trainerun vorgehen kann (bzw. diese Frage in den Raum wirft, weil die Halterin das vorhat)... dann ist doch etwas abschweifende Diskussion erlaubt. Wenn man seinen eigenen Thread selbst "zerschießt", sozusagen.

    Und du kannst den Thread eigentlich schließen, über 7 Seiten hat kein einziger geantwortet: "Ja!"

  • Zitat

    Rein rechtlich dürfte es allerdings durchaus möglich sein, die Trainerin zu belangen.
    Sie gilt als Tieraufsicht gemäß § 834 BGB. Auf Grund ihrer Stellung innerhalb des Trainings obliegt ihr eine besondere Sorgfaltspflicht. Somit wird ihr eine Teilhaftung für den entstandenen Schaden anzulasten sein.

    Ist das echt so? Find ich ja spannend. Ich wär davon ausgegangen, dass die Halterin als erwachsene Frau für die von ihr gehaltenen Tiere selbst verantwortlich ist, egal, ob jemand dabei ist, der es (theoretisch) besser weiß... Rechtsprechung ist eine interessante Sache.

  • mich wundert, dass die Trainerin die andere Halterin nicht angerufen hat. Immerhin ist der Kleine doch jetzt ein potentiell neuer Kunde, der demnächst vielleicht Angstaggressionen bei Artgenossen zeigt... ^^

    der passendste Beitrag kam für mich übrigens von Cattledogfan und ist irgendwie untergegangen. Man müsste jetzt zwar mehr zur Vorgeschichte des "Übeltäters" wissen und auch die derzeitige Lebenssituation der Halterin, aber ich bin der Meinung, dass ein Trainer auch mal ehrlich kommunizieren können muss, ob für einen bestimmten Halter das Problem überhaupt zu bewältigen ist. Das heißt nicht zwangsläufig, dass ein Hund weg muss, aber möglicherweise gibt es ja eine andere Person (Familie, Freunde), die den Hund einfach "noch länger" halten kann und somit bei der Arbeit die Schritte, bis Hund für eigentlichen Halter zu halten ist, machen kann. Der Halter baut auch Selbstvertrauen auf, wenn er die Fortschritte seines Hundes bei einem anderen beobachten kann.

    Diese Geschichte klingt mir nicht nach einem kleinen Aggressionsproblem eines Hundes.

    Labradora, wie groß waren eigentlich die Abstände? Für mich las sich das nach einer relativ entspannten Situation mit einer krassen Reaktion des Hundes...

    Wenn ich sowas lese, frage ich mich, ob ein "Denken Sie, Sie schaffen das? Oder ist es für Ihren Hund nicht vielleicht besser ein schönes zu Hause zu finden, bei jemanden, der Kraft, Zeit und Nervenkostüm hat, dieses (vom Lesen her: massive/gefährliche) Problem zu beseitigen?"
    Was macht oder was hätte die Halterin denn gemacht, wenn die Trainerin nicht dabei gewesen wäre. Das ist doch eine Situation, die einem beim Gassi gehen häufiger passieren kann?

    Bei "Darf sowas passieren?" bleibt es wohl bei Nein, allerdings frag ich mich, ob die Trainerin nicht nur die Situation überschätzt hat, sondern schon viel früher hätte erkennen müssen, was für ein "Potential" der Hund hat. Aber letztlich fehlen doch zu viele Informationen (Wohnort, Anamnese, Lebensumstände, etc.), um eine Schuldfrage zu klären. Auch die jeweiligen Eindrücke der beteiligten Halterin und Trainerin sind nicht zu unterschätzen, auch wenn man die Situation von außen betrachten konnte. Gerade bei aggressiven Tieren ist der Wechsel von "entspannt" zu "hängt in der Leine, aber mit meinen Trainingsmethoden schaff ich noch die Kehrtwende" zu "ups, zu spät!" so klein, dass man zu spät reagieren kann.

    Ich kenn das bei meiner "Töle" auch. Nur dadurch, dass ich es allein bewältige, kann ich den Zeitpunkt "ups, zu spät" zum Glück verhindern. Wenn die Trainerin denkt "der schafft das, der schafft das, der schafft das" und dann kommt etwas unerwartetes dazu (Halterin greift Leine um), dann kann eben dieses kleine Bisschen ausschlaggebend sein.
    Hatte die Halterin in der Situation etwas angemerkt, dass sie ihn nicht mehr lange halten kann? Denn wie so oft, kann man nunmal keine Gedanken lesen.
    Und deshalb müssten man vielleicht sogar sagen - Darf sowas passieren? Jain! Oder man sollte die Frage am besten gar nicht stellen... es passiert oder es passiert nicht (mit oder ohne Hundetrainer) - der Leidtragende bleibt der kleine Hund, der sich hoffentlich schnell erholt...


    PS: Ich finde, Trainer sollten bei Fahrlässigkeit belangt werden dürfen - in diesem Fall wüsste ich aber auch nicht, ob man davon wirklich sprechen kann.

  • Ja gibt es Gerichtsurteile dazu.
    Den Hundehalter entbinden die Anweisungen eines Trainers nicht gänzlich von seiner Haftung. Aber von einem Hundetrainer erwartet man auf Grund seiner Tätigkeit besonderes Wissen und Sorgfalt im Umgang mit Hunden. Somit trifft den Trainer für Unfälle im Rahmen des Trainings häufig eine Mithaftung. Wie hoch diese ausfällt hängt dabei von den individuellen Umständen ab.

    Die auf Tierrecht spezialisierte Anwaltskanzlei Ackenheil hat zu solchen Themen sehr häufig interessante Veröffentlichungen und grad zu dem Thema "Wann hafte ich als Hundetrainer" wurde im Juli ein recht ausführlicher Artikel der Rechtsanwälte in SitzPlatzFuss veröffentlicht.

  • Zitat

    Somit trifft den Trainer für Unfälle im Rahmen des Trainings häufig eine Mithaftung.

    Greift diese Regelung ausserhalb des vom Trainer gemieteten/eigenem Grundstueck? In den USA haften Trainer nur fuer Unfaelle auf eigenem Gelaende und ausserhalb wenn der Halter nicht anwesend ist.

  • Fänd ich gut wenn es auch außerhalb gelten würde. Da die "Trainer" aus dem Boden schießen wie Pilz haben die meisten gar kein eigenes Gelände, weshalb dann solche Sachen passieren.
    Da sollten sie eigentlich auch haften.

  • Ich halte das für einen sehr guten Beitrag. :gut:
    Was die Schuldfrage betrifft möchte ich ergänzen, daß die Trainerin, in meinen Augen, schon fahrlässig gehandelt hat. Bei dieser Kombination (Großer Hund, geführt von einer Frau was nur auf Grund der körperlichen Kräfte relevant ist, Aggressionen gegenüber Artgenossen) hätte der Hund beim Training, meiner Meinung nach, ganz klar mit Maulkorb gesichert sein müssen. Ich meine Antijagdtraining macht man doch auch an der Schleppleine und nicht ohne Netz und doppelten Boden...

    LG

    Franziska mit Till

  • Liebe Leute,
    ich möchte mir zu der Qualität oder den Methoden der Trainerin oder auch der Halterin hier keine qualifizierte Meinung anmaßen, aber es überrascht mich immer sehr, wenn Leute verurteilt werden oder ihnen Mangel an Fähigkeit unterstellt wird, wenn sie ein einziges Mal eine Fehleinschätzung der Situation treffen.

    Es rührt mich das Schicksal des kleines Hundes und ich wünsche ihm, dass es ihm bald wieder besser geht.

    Aber sagt mal - ist es Euch noch nie passiert, dass ihr in irgendeinem Gefahrenmoment nicht schnell genug, oder falsch reagiert habt. Bei den Hunden, bei Kindern, beim Auto fahren, im täglichen Leben? Habt ihr bei der Arbeit noch nie einen Fehler gemacht?

    Meistens gehen unsere Fehler noch glimpflich aus und sind dann auch bald aus unserem Gedächtnis verschwunden. Erinnert Euch doch bitte auch mal an Eure eigenen Fehler und tut nicht immer so erhaben.

    Anders verhält es sich, wenn jemand planvoll oder mutwillig andere gefährdet, aus Trägheit, aus Aggression, aus Gedankenlosigkeit oder Mangel an Einsicht.

    LG
    Prunus

  • Zitat

    Aber sagt mal - ist es Euch noch nie passiert, dass ihr in irgendeinem Gefahrenmoment nicht schnell genug, oder falsch reagiert habt. Bei den Hunden, bei Kindern, beim Auto fahren, im täglichen Leben? Habt ihr bei der Arbeit noch nie einen Fehler gemacht?

    Doch...zu Genuege :) Aber da hat man als normaler Erwachsener genug Arsch in der Hose das auch einzugestehen und die Schuld nicht wahllos auf andere zu verteilen.

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