Beiträge von Cattledogfan

    Ein Hund kann in schweren Lebenssituationen sicherlich eine wertvolle Hilfe sein, das habe ich am eigenen Leibe erlebt.


    Nur: Unsere Hunde waren vor einer schweren Erkrankung in meiner Familie und danach während meiner eigenen Erkankung schon jahrelang bei uns, sind - für meinen Geschmack - gut erzogen und draußen extrem leichtführig, d. h. sie liefen quasi wie auf Schienen innerhalb eines gewissen Rahmens.


    Und wir haben extrem viel Platz.


    Hier ist die Konstellation aber eine andere, nämlich ein Junghund aus dem Tierschutz, erst einige Wochen im neuen Zuhause, so dass sich sowohl Menschen als auch Hund erst aufeinander einschießen müssen.


    Und gerade diese erste Phase des Einanderkennenlernens finde ich persönlich extrem spannend und hätte sie bei keinem meiner Hunde missen mögen..


    Außerdem ändert sich bei jungen Hunden noch so viel, die lernen von einer Woche auf die andere so viel Neues, von daher finde ich es nicht ratsam, so einen Heranwachsenden erst mal mit Gassiservice oder Hundetagesstätte quasi in den Standby-Modus zu versetzen.


    Denn meiner Erfahrung nach schweißt nichts mehr zusammen als das gemeinsame Entwickeln von Routinen und gemeinsame Aktivitäten.

    In den Momenten war ich zu 100% beim Hund und habe alles andere vergessen, allen Stress und alle Sorgen

    Dieses hier ist m. E. eine sehr wichtige Aussage, und ich würde mich fragen, ob ich überhaupt die emotionalen Kapazitäten und genügend Empathiereserven hätte, um für bestimmt 2-3 Stunden am Tag mit Kopf und Herz ganz beim Hund zu sein.


    Rein als Hundehalterin würde ich sagen, es wäre für den Hund fairer, ihn wieder abzugeben, damit er so schnell wie möglich die Chance hat, in ein Zuhause zu kommen, wo genügend Empathie für ihn übrig ist.


    Alles Gute!

    Wegen dem Abnehmen fällt mir nur eines ein: der Tumor.


    Krebs frisst. Eben weil Tumorzellen meist schneller als normale Zellen wachsen und daher mehr Energie brauchen.


    Eine drastische Gewichtsabnahme ist ein Indiz für Tumorwachstum.

    Nach meinen Erfahrungen mit krebskranken Menschen, die ihrem Wunsch gemäß zu Hause starben - dazu gehörten auch weitere Familienangehörige -, hängt die verbleibende Lebensqualität in großem Maße davon ab, ob zeitnah ein qualifizierter mobiler Palliativdienst in Anspruch genommen wurde und ob geeignete Hilfsmittel und Hilfsleistungen beauftragt wurden.


    [Ich habe deswegen in meine Patientenverfügung geschrieben, dass ich in einem Hospiz oder auf einer Palliativstation sterben möchte, auf gar keinen Fall zu Hause. Einfach weil ich auch in dieser letzten Phase meines Lebens professionell versorgt werden möchte. Der Aufenthalt in einem Hospiz ist übrigens kostenlos und zeitlich unbegrenzt. Hunde sind, soweit ich weiß, aus Hygienegründen nicht dauerhaft erlaubt, Hundebesuche dagegen sicherlich in den meisten Häusern möglich.]


    Es gibt ja nicht nur die mobile medizinische und pflegerische Palliativversorgung über diverse Hospizvereine und kirchliche Träger (Caritas, Diakonie), sondern auch Ehrenamtliche wie die Grünen Damen und Herren, die bei Besorgungen und Erledigungen zu Hause helfen - sofern man aus der Akuttherapie an ein Krankenhaus oder eine Klinik angebunden ist?


    Hast Du Vorsorge für Hilfsmittel wie einen Rollstuhl getroffen? Hospizvereine beraten und übernehmen auch die Erledigung von Anträgen bei Krankenkassen o. ä.


    Diese Fragen möchte ich einfach als Anregung dalassen.


    Und mich den Vorschreibern anschließen mit der Aussage, dass Du in Bezug auf Bella nichts falsch gemacht hast.


    Bzw. gar nichts falsch machen konntest.


    Weil Du, wie irgendeine der klugen Forenschreiberinnen hier einmal verlauten ließ, mit einem neuen Hund in Deinem Leben Deinen Tagen mehr Leben und nicht dem Leben mehr Tage gegeben hast.


    Die Welt, der Hund und Deine Familie, sie alle werden früher oder später ohne Dich klar kommen müssen, und das werden sie schaffen.


    Ich denke, auf der Zielgeraden des Lebens kann sich jeder Mensch den Luxus leisten, sich nur noch um sich selber zu kümmern.


    Leben ist das, was jetzt passiert!


    In diesem Sinne: Carpe diem!

    Ich möchte die Geschichte vom Sterben meiner kleinen Schwester dalassen, die ich ihr letztes Lebensjahr größtenteils begleitet habe.


    Zunächst einmal wünsche ich Dir aber die aller-, allerbeste palliativmedizinische Versorgung, die es gibt.


    Und dass Du Dich fallen lassen kannst, alle nur mögliche Hilfe in Anspruch nimmst und die Zeit, die Dir auf dieser Welt noch bleibt, möglichst beschwerdefrei erleben kannst.


    Ehrlich, in dieser Lebensphase sind doch sämtliche Blutwerte egal, ich würde mich nicht mehr darum sorgen.


    Hast Du Dich bzw. hat sich Deine Familie darum bereits gekümmert? Warte bitte nicht zu lange, damit Du zu Hause so lange wie möglich mit Deiner Bella zusammen sein kannst.


    Mit meiner Geschichte möchte ich Dir die Angst vor Krankenhäusern und/oder Hospizen nehmen, denn auch in Akutkrankenhäusern gibt es Palliativstationen mit Pflegepersonal und Ärzten mit einschlägiger Fortbildung.


    (Wie sagte die eine Ärztin, die mich in der Nachsorge betreut, doch mal so schön: "Onko- und Palliativschwestern, das ist schon ein besonderer Schlag Mensch!")


    Die letzten dreieinhalb Tage auf der Palliativstation bei meiner Schwester, das war die intensivste Zeit, die ich bisher in meinem Leben hatte.


    Weil da einfach so viel an echten, ungefilterten Emotionen durch den Raum schwappte.


    Ihre Immuntherapie musste relativ schnell abgebrochen werden, und der behandelnde Arzt stellte sich meinem Wunsch, sie nach Hause zu holen, mit den Worten entgegen, wenn seine Patienten sterben, dann bitte mit der bestmöglichen Versorgung, und die sei in der Kürze der Zeit zu Hause nicht aufzubauen; er habe auch nicht unbedingt die beste Erfahrung mit Hausärzten gemacht, die die Notwendigkeit zur Intensivierung der Versorgung nicht immer sofort erkennen.


    Weil sie selber Krankenschwester war, kamen Heerscharen von ehemaligen und aktuellen Kollegen und Kolleginnen vorbei, die fast alle erst mal Rotz und Wasser heulten und dann tatkräftig mit anpackten.


    Die Stationsschwestern ließen sie machen.


    (Eine dieser Palliativschwestern war eine ganz junge Frau von vielleicht 25 Jahren, die so was von liebevoll und freundlich war, dass wir uns zum Abschied einfach umarmten.)


    Schon bei der Verlegung von der Akut- auf die Palliativstation eines anderen Krankenhauses wurde ich von einer Kollegin in deren Auto mitgenommen.


    Ich hatte zu dem Zeitpunkt bereits das Handy meiner Schwester an mich genommen, und es ploppten immer mehr Nachrichten auf, wie es ihr denn ginge, so dass ich anfing zu antworten, dass meine Schwester nicht mehr reagieren konnte.


    Jeder/m, der/die kommen wollte, schrieb ich, immer gerne, sprecht Euch bitte untereinander ab, denn es wurde spontan eine WhatsApp-Gruppe für sie gegründet.


    Die Stationsärztin fragte mich, was man denn meiner Schwester noch Gutes tun könnte, sie hätten u. a. eine Kunst- und eine Musiktherapeutin da, und in den kurzen wachen Momenten kam so die Musiktherapeutin mit ihren Klangschalen.


    Eine ehemalige Kollegin übernahm das Catering für uns Besucherinnen für die letzten beiden Tage, ihr Mann kümmerte sich derweil um den Lebensgefährten meiner Schwester, der irgendwie nicht so standfest war.


    Kurzum, die ganze Szenerie mit ein bis zwei weiteren Betten und einem Ruhesessel im Zimmer hatte etwas von Jugendherbergsatmosphäre, wenn natürlich auch sehr gedämpft, und es wurde, wie in diesem Thread hier, gelacht.


    Wir tauschten untereinander Schwänke aus dem Leben meiner Schwester aus, und ab und an kam eine der Schwestern vorbei, ob noch etwas benötigt würde.


    Meine kleine Schwester wurde von so viel Liebe und Fürsorge und natürlich Professionalität in dieser letzten Lebensphase getragen, das kann man jedem Menschen nur wünschen.


    Auch Dir, liebe Mondkalb.

    StinaEinzelstueck: Keine, soweit ich weiß. Das macht die Rasse m. E. ja so einzigartig unter den Hütehunden.


    Rassen wie Aussie oder Koolie, wo Border Collies in unterschiedlichem Maße mitgemischt haben (sollen), können, ich betone können, auch mehr oder weniger Auge zeigen, aber nie so wie ein Border Collie. Das nennt man dann Lose Eye.


    Und deswegen hinkt, nebenbei bemerkt, auch der Vergleich mit dem Briard bei dem Verhalten, das der Hund von S1998 zeigt.

    Wie weit "oben" in der Genetik ist Aggressivität gegen Menschen bei einem Hütehund, der ursprünglich ja sogar mit verschiedenen farmhands arbeiten sollte? Hat dieses Tier also eine rasseuntypische Macke, oder passiert sowas bei BC generell öfter?

    Aus meiner zugegebenermaßen völlig subjektiven Erfahrung heraus würde ich jetzt mal unwissenschaftlich sagen, der Hund ist das Produkt einer löchrigen Hütergenetik und eines unpassenden Umgangs. damit.


    Sofern, wie weiter oben durchaus berechtigt, angemerkt, nicht auch noch Aussie oder eine andere Rasse mitgespielt hat.


    Bei den Stichworten Aggressivität und Territorialität bzw. Schutzverhalten denke ich an Aussies, nicht an Border Collies.


    Nichtsdestotrotz habe ich in den letzten 20, 25 Jahren zwei, wenn nicht drei hochgradig gegen Menschen aggressive Border Collies erlebt, angeschafft für Agility & Co., die genügend Raum hatten, aus noch vorhandenen Hütesequenzen wie Abschnappen oder Festglotzen Stereotypien zu entwickeln, die sich auch in Aggression Menschen gegenüber manifestierten.


    Einer der Hunde war während der Vollzeitarbeit der Besitzer, d. h. von Montag bis Freitag tagsüber 9, 10 Stunden, bei den Eltern der Frau geparkt und hatte dort einen größeren Hof zur Verfügung, an dessen einer Seite ein Bach floss.


    Der Hund schob sich bei gutem Wetter Stunden um Stunden geduckt am bachseitigen Zaun entlang und fixierte ununterbrochen Enten, Vögel oder was auch immer sich bewegte.


    Zwischendurch giftete er hinter der straßenseitig gelegenen Gartenpforte Artgenossen an, und irgendwann fing er auch an, Besucher der Eltern zu beschleichen und abzuschnappen, worauf er nur noch in den Gartenteil hinter dem Haus gelassen wurde - ebenfalls mit Zaun an der Bachseite ...


    Die Leute gaben sich wirklich viel Mühe, Trainer, Hundeplatz, was man halt so auffährt heutzutage - aber sie waren tagsüber nicht da, und der Hund kam wenig in die Öffentlichkeit, sondern wurde meist auf dem Hundeplatz bespaßt.


    Aus dem Austicken bei Hundesichtung wurde schnell eine Rückwärtswendung Richtung Besitzer, die, soweit ich mich erinnere, auch die ein oder andere Blessur davontrugen, und man tat gut daran, diesen nicht zu nahe zu kommen, wenn sie mit den Hunden - es kam noch eine Hündin dazu, die natürlich die Macken des Rüden abkupferte - unterwegs waren.


    Meist drückten sie sich sowieso ins Unterholz, wenn man ihnen im Feld begegnete, und durchs Dorf kamen die Hunde bald gar nicht mehr, sondern wurden mit dem Auto bis zum Feldrand oder an den Rhein geschüsselt.


    Zumindest den Rüden durfte man nicht angucken, weil er dann abschnappte, und das auch heftiger.


    Eventuell war das bei Deiner gebissenen Freundin auch so, d. h. dass der Hund so in seinen Hütesteretypien gefangen ist, dass er eine wie auch immer geartete Hinwendung zu ihm, und sei es nur Angucken, als Renitenz des Hüteviehs auslegt.


    Und dann natürlich völlig überzogen zuhackt, weil den sog. Showlinien - und das gilt m. E. nicht nur für Border Collies - ohne Selektion auf Arbeitsfähigkeit auch ziemlich bald die Stressregulierung abhanden kommt, d. h. sie sind in Sekundenbruchteilen von 0 auf 100.


    Ein am Vieh arbeitender Border Collie, der völlig austickt, sobald sich ihm ein Tier oder mehrere entgegen stellt bzw. stellen, ist tot oder verletzt, wenn er sich nicht im Griff hat.


    Unsere Cattle-Kröte, die wenig Kontakt mit Fremden hat, ist z. B. so lange neutral zu Menschen, die sie nicht gut kennt, solange diese sich nicht zu ihr herunterbeugen, sie ansprechen oder ihr gar die Hand hinhalten zum Schnuppern.


    Selbst die Leckerlies verteilende Postbotin wird richtig giftig angekeift, wenn sie hinter dem Zaun in die Hocke geht und auf Augenhöhe und in Augenkontakt mit dem Hund ist.


    "Nicht angucken" ist die Devise.


    Ist, wie gesagt, auch nur eine Vermutung unter mehreren.

    KasuarFriday: User wie flying-paws oder Antoni könnten das sicherlich viel besser, daher lasse ich einfach mal einen Link zu den echten Fachleuten der Materie da:


    Hüteverhalten des Border Collies:


    Im Hinblick auf die Autojagerei möchte ich diesen Teil aus dem o. g. Artikel zitieren:


    "Ein Verhaltensmerkmal, das auch in der Border Collie Zucht auf Standard immer noch stark vererbt wird, ist das Auge-zeigen, das rassetypische Anschleichen und Vorstehen. [...] Auch das Hüten von Kindern, Kinderwagen oder Joggern (bzw. in diesem Fall Autos) wird meist fehlinterpretiert. Der Border Collie will diese Menschen nicht behüten, sondern er bejagt sie! Dieses Verhalten ist nicht typisch für einen Hütehund und muss unterbunden werden. Es handelt sich um ein stark selbstbelohnendes Verhalten, bei dem Glückshormone ausgeschüttet werden. Dies bringt den Border Collie dazu, das Anstarren und Hetzen immer und immer wieder bis zur Stereotypie auszuführen.


    Ist der Hund irgendwann gar nicht mehr zu kontrollieren, beißt er die Kinder oder zerlegt das Mobiliar, heißt es dann: Der Hund muss weg und zwar irgendwo hin, wo er hüten kann. Es soll ja ein Arbeitshund sein, und wahrscheinlich fehle ihm nur die Arbeit.


    Leider ist es aber inzwischen eher die Regel als die Ausnahme, dass diese Hunde für eine Ausbildung an Schafen nicht geeignet sind. Sie zeigen zwar noch Auge, haben aber meist keinen "cast", keinen "sheep sense" und sind vor allem kaum trainierbar. Sie sind nicht mehr so fanatisch auf die Hütearbeit, dass sie Korrekturen vom Ausbilder konstruktiv umsetzen würden. Lässt man sie nicht hetzen, wie sie wollen, verlassen sie meist das Feld.


    Die einmalige Begabung des Border Collies ist bei diesen Hunden nur noch in Überresten zu sehen. [...]

    flying-paws wies ja schon auf dieses Augezeigen hin, und genau das unterscheidet den Border Collie von anderen Hütehunden, die z. T. auch Herden- und/oder Hofwächter sein soll(t)en wie z. B. der Briard, der Altdeutsche und/oder der Aussie.


    Wenn man dann den Hund vor dem von ihm ausgewählten Hüteobjekt Auto auch noch absitzen lässt, schießt er sich erst recht darauf ein. Klar, dass er dann alles andere ausblendet.

    hasilein75: Da ist er wieder, der unpassende Vergleich mit einem Pferd ...


    Der Unterschied zwischen Pferde- und Hundehaltung ist, dass in unseren Breitengraden so gut wie niemand auf die Idee käme, sich ohne jede reiterliche Erfahrung und völlig ohne Reitunterricht auf ein eigenes Pferd zu setzen und damit die Gegend unsicher zu machen und sich selber und anderehochgradig zu gefährden.


    Jede/r, der/die sich zum ersten Mal auf ein Pferd setzt, tut dies normalerweise in einem geschützten Raum und unter fachlicher Anleitung und lernt erst mal, wie man mehrere hundert Kilo unter dem Hintern mehr oder weniger unter Kontrolle behält.


    Einen großen, starken Hund, möglichst noch mit der Tendenz, sich andere Lebewesen vom Hals zu halten, kann sich aber jede/r anschaffen, sofern das Tier nicht unter eine Rasseliste fällt.

    Das Stichwort ist, Genetik zu lenken und zu nutzen. Und dabei kann man in jungen Jahren durch falsche Trainingswege leider auch in eine ganz falsche Richtung steuern und sich eine Lebensaufgabe basteln.

    Gut auf den Punkt gebracht.


    Und auch ein Border Collie, der nicht aus Arbeitslinien stammt, trägt noch ein Gutteil des Hüteerbes in sich, selbst wenn er sich vor drei Lämmchen ins Höschen macht.


    Noch einmal: Die Rasse wurde für einen ganz, ganz speziellen Einsatzzweck gezüchtet, und diese Genetik bringt man nicht in ein paar Generationen "Showlinienzucht" weg, daher werden auch nicht für die Vieharbeit gezüchtete Border Collies Teilsequenzen ihres genetischen Rüstzeugs abspulen.


    Und genau da muss man den Hund abholen.