Meine Devise zu der Zeit, als ich 1-2 Hunde in reiner Wohnungshaltung hatte, war immer, mindestens 3, besser 4 Stunden raus, weil Hunde bis zu 20 Stunden am Tag verschlafen und verdösen und ich drinnen Ruhe wollte und brauchte, da ich die meiste Zeit von Zuhause aus arbeite, allerdings mit freier Zeiteinteilung.
Und mit 10 anderen Mietparteien, die z. T. auch fast immer da waren, weil Rentner, kommt es nicht gut an, wenn Hunde großartig rabatzen.
Je nach Arbeitsanfall und mit Ausnahme von Krankheit und/oder Alterswehwehchen waren die Hunde mindestens 3x draußen, und zwar morgens 1 Std. plus, mittags mind. 1,5 Std., meistens 2, und abends nur zum Pinkeln, sofern nicht einer noch mal länger raus musste.
Vormittags ist meine produktivste Zeit, und wenn ich 5-6 Stunden ungestörte Arbeitszeit wollte, fand ich es nur fair, den Hunden nach der längeren Nachtruhe eine ausgiebige, interessante Gassirunde zu gönnen.
Im Sommer fiel die Mittagsrunde länger aus, weil wir da an einem der fußläufig oder per Rad erreichbaren Baggerseen zum Baden waren, dafür musste ich dann halt abends länger arbeiten.
Ich hatte schon immer Hunde, weil ich einfach gerne draußen bin, auch jetzt noch trotz meiner Behinderung. Und welchen schöneren Vorwand außer Hunden und kleinen Kindern gibt es für Erwachsene, sinnlos - wie es meine Schwester immer nannte - durch die Gegend zu radeln oder zu laufen und alberne Spielchen zu spielen?
Extra Trainings- oder Erziehungsrunden gab es bei mir nie, meine Methode war immer "Training on the job". Getrenntes Gassi gab und gibt es nur, wenn einer der Hunde zu alt oder zu krank für die normalen Runden war.
Wenn ich Zeit hatte, habe ich auch kleinere Einkäufe im Dorf mit den Hunden erledigt. War im Dorfladen zwar teurer, dafür musste ich aber kein Auto anwerfen.
Ich fand und finde eigentlich, dass ich immer relativ umweltsichere Hunde hatte und habe, weil wir immer und immer wieder dieselben Situationen erleben, also Fremdhunde, Menschen, Verkehr, Wild.
Und ich liebe es, mein eigenes Handling immer und immer wieder zu verbessern, um gut durch aufregende Situationen zu kommen.
Inzwischen hat sich die Gassizeit auf 2-3 Stunden reduziert, weil die Hunde jederzeit freien Zugang nach draußen haben und besonders die Cattle-Kröte in ihren Wachhundaufgaben aufgeht; beim Koolie ist es eher ein streberhaftes "Ich weiß was, ich weiß was!", kein ernsthaftes Wachen.