Erziehung ohne Leckerlies

  • Zitat


    Ihr schreibt alle "Leckerlies abbauen", das stelle ich mir noch schwieriger vor, als gleich ganz ohne oder?! Wie soll der Hund verstehen, dass es die Belohung plötzlich nicht mehr gibt???


    Das geht ganz einfach - du gibst ja nicht von heute auf morgen gar keine Leckerlis mehr. Du belohnst variabel, also anfangs nur jedes zweite Ausführen des Kommandos. Das ist nachweislich effektiver, als immer gleich zu belohnen. Oder du erhöhst die Anforderungen, belohnst nur noch besonders gute Ausführung. Für den Hund ist es ein bisschen wie Lotto, er hofft immer auf den grossen Gewinn. Bei mir gibt es mal nur Trockenfutter, mal Leberwurst, oder eben gar nix. Ganz ausschleichen werde ich Futterbelohnung nie, ich wüsste nicht, warum ich mich eines so mächtigen Verstärkers berauben sollte. Was eine hochwertige Belohnung ist, bestimmt immer der Hund, das muss sich nicht unbedingt mit meinen Vorstellungen decken. ;)

  • Ach du bekommst dein Hundi erst noch... :)
    Dann muss ich dir unbedingt die "kikopup" Videos auf youtube empfehlen. Da gibt es so viele tolle Tutorials für Welpen und Training mit positiver Verstärkung. Habe meinen jetzt acht Monate alten Whippet mit Hilfe einiger dieser Videos erzogen, beziehungsweise nach dem "progressive reinforcement" training von Emily Larlham und es klappt einfach super!

    Was bekommst du denn für einen Hund?

  • Ich finde, es sollte mal ein Trainer mit Sexualverhalten belohnen und dem Kind einen schick klingenden Namen geben...

    Nein, das war ein Scherz! :lachtot:

    Es gibt vier Wege mit dem Hund zu arbeiten (aus reiner Nächstenliebe kommt kein Hund auf Zuruf, denn eine gute Bindung ist auch dann vorhanden, wenn der Hund drei Stunden Rehe gejagt hat und danach heimkommt... und was mitbringt davon ;) ):

    Belohnen - führt zu positiven Gefühlen (Freude)
    Vorenthalten einer Belohnung - führt zu "schlechten" Gefühlen (Frust)
    Strafen - führt ebenfalls zu schlechten Gefühlen (Angst)
    Strafe auflösen - führt zu gutem Gefühl (Erleichterung)

    Ich nutze alle vier Wege, allerdings bevorzugt den ersten, weil ich keine Bock drauf habe, dass mein Hund das Training mit mir blöd findet. Ich möchte, dass die sich wohlfühlen beim Training.

    Insgesamt kommt man um eins nicht drumherum: Lerngesetze. Wenn man da nicht so zwei bis drei Grundregeln verfolgt, dann klappt's net. Da nützt auch all die Liebe des Hundes nix :D

    Übrigens gibt es eine Menge Hundehalter, die haben über sinnvolle Trainingsschritte was über Futter trainiert und Du weißt das gar nicht. Wenn ich zum Beispiel unterwegs bin mit meinen Großen, dann belohne ich sporadisch. Es wirkt, als würden meine Hunde mich lieben und es deswegen tun. Besonders bei meinem Spitz. Er tut es aber, weil er es gelernt hat. Über Futterbelohnung :D

    Viele Grüße
    Corinna, die es super findet, was man einem Hund alles über Futterbelohnung antrainieren kann

  • Ich gehöre zu den Leckerchen Verweigerern :D

    Bei mir gab und gibt es keine. Gelobt wird verbal, mit Schulterklopfen, sich anlehnen dürfen und einen Knuddler abkriegen. Am Ende einer gelungenen Übungseinheit Spiel und Spaß mit mir.

    Ich fand das bei meinen Hunden nie schwierig und hatte auch nicht das Gefühl, daß ihr Lernprozess länger dauerte, als bei den Leckerchen belohnten. Das soll jetzt aber nicht heißen, daß ich die Leckerchenmethode verteufel, nein, aber ich wollte es nicht und habe es darum gelassen.

    Gaby und ihre schweren Jungs

  • Meine Ex-Straßenköterin wird fein mit Leckerchen unterrichtet und bestärkt. Denn ich war schon froh, dass ich überhaupt was gefunden hatte, das sie im Zusammenhang mit Menschen auch nur ansatzweise interessierte. Zunächst war da nämlich nur Angst. Auch vor mir. Sie kannte mich ja nicht, ich war ein Mensch und daher standart-blöd. Deshalb gab's am Anfang fürs Kontaktaufnehmen Fleischwurst. Für uns hat es geklappt. Heute wird eher sporadisch belohnt, und sie hört auch gut, wenn ich nichts mithabe. Dennoch gibt es für einen prompt ausgeführten Rückruf auch heute noch gern mal ne kleine Party, auch wenn die Belohnung heute keine Fleischwurst mehr ist, sondern eher ein Brocken Trockenfutter. Aber wer weiß, wann Frauchen die Fleischwurst noch mal auspackt?
    Fürs Aushalten von Situationen, die sie stressen, oder beim Einführen neuer Kommandos gibt es immer noch Wurst, und wir fahren gut damit. ;)
    Dennoch würde ich diese Methode niemandem aufdrängen wollen; jeder Jeck ist halt anders.

  • Ob man nun Futter nimmt oder nicht, ist doch piep egal. Hauptsache, man findet einen geeigneten positiven Verstärker. Geeignet heißt: Der Belohnte muss sich auch belohnt fühlen! Oder anders: Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler ;) Dass bei den meisten Hunden Futter am besten funktioniert, liegt in der Natur.

    Wer argumentiert "der tut das für mich, nicht für eine Belohnung", der ignoriert meist die Tatsache, dass der Hund "das" tut, um einer möglichen Strafe zu entgehen. Allerdings gehört für mich auch bei der Arbeit mit Futter die soziale Bestätigung immer dazu. Hunde mögen es, wenn ihr Mensch sich freut. Also nicht einfach Futter rein stopfen, sondern dem Hund auch zeigen, dass man ihn toll findet!

  • Um einen Hund zu Erziehen und positiv zu konditionieren, muss Du ihn belohnen. Und Leckerlies sind dafür am Anfang die denkbar beste Wahl. Natürlich kannst Du die Futterbelohnung auch mit dem Clicker oder einem Lobwort verknüpfen.

    Auch ausgelassene Spieleinheiten können für Deinen Hund eine schöne Belohnung sein ... nur für sich allein genommen, taugen diese für die Grundausbildung Deines Hundes nicht.

  • Zitat

    Um einen Hund zu Erziehen und positiv zu konditionieren, muss Du ihn belohnen. Und Leckerlies sind dafür am Anfang die denkbar beste Wahl. Natürlich kannst Du die Futterbelohnung auch mit dem Clicker oder einem Lobwort verknüpfen.

    Auch ausgelassene Spieleinheiten können für Deinen Hund eine schöne Belohnung sein ... nur für sich allein genommen, taugen diese für die Grundausbildung Deines Hundes nicht.


    Wieso? :???:
    Wenn das der Motivator für den Hund ist ... Perfekt
    Meine spuckt auf leckers wenn sie "Im Trieb ist" für Spiel würd die aber ne doppelte Rolle rückwärts schlagen selbst wenn neben uns ne Bombe hochgeht

  • Zitat


    Auch ausgelassene Spieleinheiten können für Deinen Hund eine schöne Belohnung sein ... nur für sich allein genommen, taugen diese für die Grundausbildung Deines Hundes nicht.

    Wer sagt das? Wie gesagt, 2 meiner Hunde ziehen das Spiel/die Beute jederzeit dem Futter vor.

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