Jagdtrieb desensibilisieren im Welpenalter...

  • Meiner Ansicht nach, sind Hunde, die regelmäßig jagen dürfen deutlich kooperativer und führiger.. Ich arbeite aber eh etwas anders mit Pan als andere Leute (und hab es mit Pepper auch so gemacht). Der Zornhund darf jagen, aber nur nach meinen Regeln.
    Diese lauten:
    - ohne 'nachfragen' gibt es gar nichts (nachfragen = Sichtkontakt mir mir aufnehmen)
    - Gehorsam wird verlangt und der wird ausgeführt. Wenn er also definitiv ein Platz kann und dass nicht ausführt (an der Reizangel), ist die Jagd für ihn beendet. Ohne Diskussion! Da gehe ich allerdings ganz stark nach seinem Ausbildungsstand.
    - ich entscheide was wann und wo gejagt wird, nicht er.
    - nur Ruhe führt zum Erfolg

    Genau aus dem Grund darf er die Beute an der Reizangel erwischen :lol: Seine absolute Bestätigung ist das hetzen und packen, also darf er es. Ab und an und erst, wenn er gefragt hat, mein Kommando ausgeführt hat und ich das ok gebe. Das darf er nicht immer, denn er muß auch Frust aushalten (unser großes Thema :hust: ). Aber er darf es eben an und an. Dadurch hat er mMn einen enorm hohen Anreiz das tu tun, was ich will. Bekommt er die Beute nie, wird der Frust dauerhaft und er hat keinen Bock mehr mitzuarbeiten.

    Pepper wurde so gearbeitet und die war zu 99,9% wildrein.. Die ist in ihren knapp 5 Lebensjahren nur 2x hetzen gegangen. Beide male habe ich zu lange gewartet (sie ist vorgestanden und hat mich gefragt, ich habe nicht reagiert und sie hat die Entscheidung getroffen) und beide male konnte ich sie dann ins Platz schicken (mitten im hetzen, wobei ich es einmal sehr deutlich durchsetzen mußte. Das aber auch nur, weil sie dabei war auf die Straße zu rennen und das Kommando bereits absolut sicher konnte, nur eben in dieser Situation nicht wahrgenommen hat).

    Pan wurde niemals antrainiert und was ist? Er sieht nen Vogel und flippt aus. Das er nicht gekreischt hat, war alles. Da war er +/- 5 Monate alt und der Vogel hatte sich nicht bewegt! Soviel zum Thema, der Trieb wird erst geweckt, wenn man daran arbeitet..

  • Ich finde das Thema tierisch interessant!

    Ich habe ehrlich gesagt auch vor in der Welpenzeit des öfteren den nahe gelegenen Wildpark zu besuchen. Dort dann Vorstehen/Beobachten belohnen und alles andere unterbinden. Ähnlich wie eben beschrieben. Wie würdet ihr das denn machen bzw. biomais, wie hast Du es gemacht? =)

    Zu dem Thema mit den jagdlich geführten Jagdhunden: es ist definitiv so, dass die vielen Jagdhunde, die ich kenne (Försterfamilie) nach einer Jagd ,,ausgelastet" sind in der Hinsicht. Es verhält sich wie von flying-paws schon richtig beschrieben.

    Zitat

    Heißt das im Umkehrschluss, ich sollte meinen Hund ruhig mal hetzen lassen, damit wir unser Wildproblem besser in den Griff bekommen?

    Nein, glaubst Du allen Ernstes ein jagdlich geführter Hund auf der Treibjagd oder bei der Nachsuche ist simpel am Hetzen? :hust: :p Der Hund agiert unter Anweisung des Hundeführers und wird geschickt und auf die Fährte verwiesen- ein gut ausgebildeter Jagdhund lässt sich beispielsweise auch von dem Frischkessel einer Bache in höchster Trieblage abrufen- es wäre ihm ein leichtes die Frischlinge zu packen udn zu töten- die Belohnung ist, zusammen mit dem Hundeführer weiter die Spuren/das Wild verfolgen zu dürfen. =) Evtl. solltest Du mal eine Treib-/Drückjagd besuchen, dann wird der Unterschied schnell klar.

    Es ist eben auch ein in Bahnen gelenkter Trieb. Genauso wie Freiverlorensuche auf dem Feld anch Alltagsgegenständen oder konsequentes Reizangeltraining. - der Hund darf nicht einfach seinem Verlangen nachgehen sondern muss kooperieren.

    Natürlich gibt es ab und an Hunde, die dann nicht so gut ausgebildet sind und sich dann in der Jagd nicht lenken lassen, genauso wie Hunde, die an der Reizangel nicht gearbeitet sondern lediglich beschäftigt werden- aber das liegt an der falschen Handhabung/Ausbildung und am Halter. Wir sprechen hier ja um die richtige Anwendung der Methoden.

  • Zitat

    Ich finde das Thema tierisch interessant!

    Ich habe ehrlich gesagt auch vor in der Welpenzeit des öfteren den nahe gelegenen Wildpark zu besuchen. Dort dann Vorstehen/Beobachten belohnen und alles andere unterbinden. Ähnlich wie eben beschrieben. Wie würdet ihr das denn machen bzw. biomais, wie hast Du es gemacht? =)

    Er durfte gucken, er durfte schnüffeln, alles ganz ruhig und unter Kontrolle. Dann hab ich ihn natürlich sofort bestätigt wenn er Kontakt zu mir aufnahm und später ham wir dann Kommandos die er zuhause schon beherrschte neben dem Wild abgefragt.

    Er hört nicht top an Wild, aber er haut nicht ab, das reicht mir. Wenn wir Wild sehen brüll ich das Erste was mir einfällt (Abruf oder Stop oder Platz ^^) und der Hund macht halt dann das erste was IHM einfällt. In der Regel steht Pluto erst vor und setzt sich dann hin sobald ich ein Kommando rufe. Dann darf er gucken bis die Rehe weg sind und danach darf er aufstehen und die Spur abschnüffeln. Das reicht ihm.

    Er war in knapp drei Jahren genau einmal hetzen für zwei Minuten, ansonsten immer in den ersten Metern stopbar.

  • Zitat

    Er durfte gucken, er durfte schnüffeln, alles ganz ruhig und unter Kontrolle. Dann hab ich ihn natürlich sofort bestätigt wenn er Kontakt zu mir aufnahm und später ham wir dann Kommandos die er zuhause schon beherrschte neben dem Wild abgefragt.

    Er hört nicht top an Wild, aber er haut nicht ab, das reicht mir. Wenn wir Wild sehen brüll ich das Erste was mir einfällt (Abruf oder Stop oder Platz ^^) und der Hund macht halt dann das erste was IHM einfällt. In der Regel steht Pluto erst vor und setzt sich dann hin sobald ich ein Kommando rufe. Dann darf er gucken bis die Rehe weg sind und danach darf er aufstehen und die Spur abschnüffeln. Das reicht ihm.

    Er war in knapp drei Jahren genau einmal hetzen für zwei Minuten, ansonsten immer in den ersten Metern stopbar.


    Wow, das hört sich doch super an und würde mir auch reichen. :gut: :p


    Vielen Dank für die Schilderung!

  • Zitat

    Drückjagdhunde, die sich hinter Wild abrufen lassen und mit genügend Training keine Leine im Alltag brauchen??

    Das sind Nadeln im Heuhaufen!

    - wobei wir auch selbst entscheiden dürfen welche Hunde wir zu unseren Jagden kommen lassen und welche nicht... :ops:

  • Hier mal ein Beispiel für das Stöbern... Und gleich am Anfang kann man sehen, dass der Hund auf Kommando loslegt ;)

    Er stöbert außerdem im Nahbereich, wird vom Hundeführer noch gelenkt und er wartet nach dem Aufstöbern bis zum Signal, dann kommt der Apport.

    http://www.youtube.com/watch?v=MaP_01Ev91o

    Natürlich hängt es vom Typ Jagdhund ab, wie gut ich die Kontrolle über den gearbeiteten Hund im Alltag habe oder nicht. Ganz klar ist es bei all den Hunden, die weniger auf Führigkeit und mehr auf Eigenständigkeit gezüchtet wurden schwieriger. Ich denke aber, dass viele Jäger sich da gar nicht viel Mühe geben, weil sie gar nicht den Anspruch haben, dass der Hund im Alltag mitläuft ;)

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