Jagdtrieb desensibilisieren im Welpenalter...

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    Hier mal ein Beispiel für das Stöbern... Und gleich am Anfang kann man sehen, dass der Hund auf Kommando loslegt ;)

    Das ist kein Stöbern sondern Buschieren ;) .

    Yapping: Was für Jagden in welchem Gebiet organisiert ihr denn? Welche Bracken laufen primär bei euch? Achtet ihr auf die Gebrauchsprüfung der Bracken?

  • Ich hab es mit allen meinen Welpen so gemacht. Sie konfrontiert mit Wild und Tieren aller Art, was auch bedeutete dass ich morgends um 5 Uhr durch die Anlagen maschiert bin um Hasen zu suchen, oder auf den Wildwechseln um sie mit freiem Wild zu konfrontieren.
    Bei den Hunden hat es funktioniert, sie waren alle kontrollierbar am Wild, ob sich der Aufwand für einen Familienhund lohnt, der kaum Wildkontakt haben wird ist die Frage.

  • Ich sprach auch eher vom Stöbern im Alltagsgebrauch - damit man es auch als Otto-Normal-Hundehalter versteht. Nenn es von mir aus schlicht suchen. Ich hab auf die Schnelle nix mit einem deutschen Hund gefunden... dürfte auch schwer zu filmen sein. Du hast doch immer dreitausend Links parat - dazu gibt es doch bestimmt auch was.

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    Ich sprach auch eher vom Stöbern im Alltagsgebrauch - damit man es auch als Otto-Normal-Hundehalter versteht. Nenn es von mir aus schlicht suchen. Ich hab auf die Schnelle nix mit einem deutschen Hund gefunden... dürfte auch schwer zu filmen sein. Du hast doch immer dreitausend Links parat - dazu gibt es doch bestimmt auch was.

    Hey, ich sags nur vorsichtshalber, weil ich bereits von Wachtelhaltern für das nicht richtige Verwenden des Begriffes "Stöbern" fast geköpft wurde :ops: .

    Ich such nachher Videos.

  • Zitat

    Das ist kein Stöbern sondern Buschieren ;) .


    Ja, das ist, wofür die Spaniels gezüchtet wurden: Buschieren unter der Flinte. Es sind keine Stöberhunde, auch wenn man sie hier dazu umfunktioniert. Stöbern auf einer Drückjagd ist was anderes, da arbeitet der Hund selbständig und ist nicht unter Kontrolle des Jägers, da er meist weit weg ausser Sicht ist. Er soll das Wild spurlaut verfolgen und den Jägern zutreiben. Der Spaniel hingegen lernt, dass hochgehendes Wild ein Stoppsignal ist. Seine Belohnung ist, das geschossene Wild holen zu dürfen - das kann der Nichtjäger nicht bieten, und darum tut man sich auch so schwer mit einem zuverlässigen Sit to flush. Auch wenn es an der Reizangel klappt.

    Das bringt mich zu der Eingangsfrage. Ich bin da auch seehr skeptisch, dass das mit einem echten Jäger klappt. Im Gegensatz zum Hund, der aus Langeweile jagt, differenziert der echte Jäger nämlich immer stärker. Löst beim Welpen noch jede Bewegung eines kleinen Objekts Jagdverhalten aus, wird die Reaktion auf auslösende Reize mit der Zeit immer differenzierter. Ein Teil ist genetisch verankert - die Vogelhunde reagieren auf Federwild viel stärker als auf Haarwild, usw. Dann spielt natürlich auch die Lernerfahrung eine Rolle.

    Ich war mit Splash viel an den Wildgehegen, von Welpenbein an. Die Tiere haben ihn anfangs micht mehr interessiert, als die Umwelt generell. Trotz Gewöhnung wurde im Junghundealter das Interesse intensiver. Doch wenig später begann er zu differenzieren. Vögel, aber auch Wildschweine bleiben hochinteressant. Steinwild und Gämsen hinter ihren hohen Zäunen lohnen sich nicht - wobei da vermutlich die Zaunhöhe mitspielt. Hirsche und Wisent sind zwar noch besser eingezäunt, aber auch bedrohlich gross und werden verbellt, wenn sie zu nahe kommen. Auch in freier Wildbahn fängt er an, zu differenzieren, geht nicht mehr hinter jedem Vogel und jeder Witterung her. Da könnte ich vermutlich mit zahmen Tieren trainieren bis zum Umfallen, er würde trotzdem echtes Wild jagen. Weil es eben was anderes ist, und Hunde Meister im Differenzieren sind.

  • Das Video sollte eigentlich nur ein Beispiel dafür sein, dass es durchaus Jagdhunde gibt, die man führen kann und nicht die Gleichung gilt (egal welcher) Jagdhund = jegliche Erziehung zwecklos ;)

    Ich hatte übrigens vor Kurzem eine Unterhaltung mit jemandem, der seinen Terrier jagdlich führt und den "in der Freizeit" tatsächlich vom Wild wegpfeifen kann. Allerdings war das von Anfang an sehr systematisch trainiert und der Hundeführer selbst war auch skeptisch, dass es funktionieren würde. Okay, kleine Einschränkung - es war kein Jagdterrier, sondern ein Parson Russell... :pfeif:

  • Zitat


    Ich hatte übrigens vor Kurzem eine Unterhaltung mit jemandem, der seinen Terrier jagdlich führt und den "in der Freizeit" tatsächlich vom Wild wegpfeifen kann. Allerdings war das von Anfang an sehr systematisch trainiert und der Hundeführer selbst war auch skeptisch, dass es funktionieren würde. Okay, kleine Einschränkung - es war kein Jagdterrier, sondern ein Parson Russell... :pfeif:

    Also bei den Terrierleuten kenn ich einige, die ihren Hund absolut unter Kontrolle haben. Es gibt sogar Meuteführer mit Parsons und Deutschen Jagdterriern, die via Clicker und so ganz ohne positive (ich sags extra, damit keine Diskussion entsteht) Strafe ausbilden und deren Terrorier lassen sich dann vom Wild, ja sogar von verhassten Katzen :D abrufen.

    Bei Bracken sieht die Sache ein wenig anders aus.

  • Jo klar, und dafür ist das Video auch ein tolles Beispiel! Aber es war vorher die Rede von Hunden, die auf Drückjagden gebraucht werden, und sehr selbständig sehr weit suchen - da wird man sich schwerer tun mit dem absoluten Gehorsam.

  • Zitat

    Jo klar, und dafür ist das Video auch ein tolles Beispiel! Aber es war vorher die Rede von Hunden, die auf Drückjagden gebraucht werden, und sehr selbständig sehr weit suchen - da wird man sich schwerer tun mit dem absoluten Gehorsam.

    Die von mir erwähnten Terrier werden zwar auf Drückjagden eingesetzt, sind aber alle ausnahmslos Kurzjäger (Radius ca. 500 m). Das macht eben auch einen erheblichen Unterschied aus ;) .

    Generell lassen die Terries sich allerdings auch recht gut belohnen, die finden einen fliegenden toten Marder toll, die Bracke würde einen höchstens blöd anschauen.

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