Prävention gegen den Jagdtrieb

  • Pluto war von klein auf etwa zweimal im Monat mit uns im Wildpark, täglich im Wald, er lebt mit Katzen zusammen und zusätzlich haben wir von klein auf seine Anlagen unterstützt. Babypluto haben wir in der Wohnung immer Wurst suchen lassen (mag er heute noch gern, wobei wir uns mittlerweile richtig fiese Verstecke ausdenken). Geht natürlich auch im Garten. Und dann habe ich ihm recht früh apportieren beigebracht, da lässt sich dann schön üben dass man bewegten Objekten erst auf Kommando folgen darf. Babypluto ist dann noch gelegte Fährten gegangen (also so alle paar Meter ein Leckerliebrocken), das machen wir jetzt nicht mehr so, es reicht wenn ich irgendwo lang laufe und ihn auf meine Fährte schicke. Und dann natürlich Dummyarbeit.

    Reizangel hab ich mal ausprobiert, komm aber nicht so recht zurecht.

    Mein Ziel wäre es jetzt ihm beizubringen Menschen gezielt nach ihrem Geruch zu suchen. Also Socke hinhalten und Hund sucht Versteckten Mensch. Mantrail privat quasi. Aber dazu fehlt mir im Moment die Muße.

  • Da unser Breandán ja auch ein "kleiner" Jäger wird, wollt ich mal fragen, ob jemand Wildparks Nähe Hannover kennt?

    Ins Wisentgehege darf man ja leider keine Hunde mehr mitnehmen (ich glaub wegen den Wölfen)

  • So, jetzt wo ich mich an einige User per PN gewendet habe, ist mir doch noch was aufgefallen.
    Meine Trainerin hatte mir empfohlen (und hier wurde es ja auch gesagt) das Vorstehen zu belohnen (den clicker lernt Kimba im Moment noch kennen).
    Das habe ich auch immer gemacht, aber ich hab das Gefühl, dass sich ihr Interesse an Vögeln und Meerschweinchen (bei denen steht sie immer vor) dadurch gesteigert hat. Seit ein paar Tagen mach ich's also wieder wie am Anfang mit "Nein" und plötzlich sind die Viecher wieder total uninteressant.

    Allerdings wäre das Vorstehen für Wild usw. ja eigentlich sehr gut und sinnvoll....meint ihr ich soll trotzdem weiter fürs Vorstehen loben, oder lieber nicht?
    Weil wenn sie mir bald jeden Vogel anzeigt (und das sind hier sehr sehr viele), wird die Gassirunde sehr spaßig :D

  • Ich finde es sehr sinnvoll das anzeigen zu belohnen!
    Mit dem Nein ist es ähnlich wie mit dem Triller: wenn ich immer ein bestimmtes Verhalten stoppe, wird der Hund eventuell mehr Interesse am Objekt zeigen und/oder auf Dauer gefrustet sein, als wenn ich ihn aktiv werden lasse durchs vorstehen...

    Selber mache ich es auch so: Anzeigen wird belohnt mit verbalen Lob, Futter oder mit Apportieren. Am Anfang wurden mir auch noch ganz viele Vögel etc angezeigt, was sich aber wieder gelegt hat... ;)

  • Zitat

    So, jetzt wo ich mich an einige User per PN gewendet habe, ist mir doch noch was aufgefallen.
    Meine Trainerin hatte mir empfohlen (und hier wurde es ja auch gesagt) das Vorstehen zu belohnen (den clicker lernt Kimba im Moment noch kennen).
    Das habe ich auch immer gemacht, aber ich hab das Gefühl, dass sich ihr Interesse an Vögeln und Meerschweinchen (bei denen steht sie immer vor) dadurch gesteigert hat. Seit ein paar Tagen mach ich's also wieder wie am Anfang mit "Nein" und plötzlich sind die Viecher wieder total uninteressant.

    Allerdings wäre das Vorstehen für Wild usw. ja eigentlich sehr gut und sinnvoll....meint ihr ich soll trotzdem weiter fürs Vorstehen loben, oder lieber nicht?
    Weil wenn sie mir bald jeden Vogel anzeigt (und das sind hier sehr sehr viele), wird die Gassirunde sehr spaßig :D

    Ging mir genauso. Darum hat es bei uns deutlich schnellere und sicherere Erfolge gebracht, das Wild immer zu verbieten. Und stattdessen Schleppen zB zum arbeiten zu geben.

  • Wir haben auf verschiedene Dinge geachtet:
    - keine Ball-werf-spiele mit Hinterherhetzen
    - Abbruchsignal sorgfältig aufbauen
    - Superpfiff konditionieren
    - Click&Belohnung bei Rückblicken im Freilauf
    - andere Tiere sind tabu und gehen uns nichts an (weder Ziegen, Pferde noch Katzen, Hühner) --> Abbruchsignal!

    Bisher hat sich unser Training bezahlt gemacht, und unsere Terrier-hündin (jetzt 15 MOnate alt) kann in der Natur überall frei laufen. Bei flatternden Vögeln oder auch Katzen gebe ich das Abbruchsignal und sie dreht um :gut:
    Bisher hat es immer geklappt und sie ist noch nicht einmal "verloren" gegangen.

    Das AJT-Buch von Pia Gröning halte ich aber auf jeden Fall für eine sehr gute Lektüre!

  • Ich kann mal berichten wie es bei uns lief.
    Habe ja einen Whippet=Sichtjäger, ursprünglich für die Kaninchenjagd gezüchtet. Meine Hündin wird im Oktober drei Jahre alt. Mein erster eigener Hund.

    Yala kann quasi überall frei laufen. Teilweise galoppieren die Rehe im Wald herum oder kreuzen unseren Weg. Yala guckt dann durchaus sehr gespannt hinterher und trippelt auch mal aufgeregt am Weg entlang, weiß aber dass nachlaufen absolut und immer verboten ist. Und zwar toootal!

    Ich kann nur mutmaßen wie wir es "so weit geschafft" haben.
    Denke es ist/war eine Mischung aus viel Impulskontrolle, sicherem Abbruch/Verbot und bestimmt auch etwas Glück.

    Schon von Welpe an hab ich ihr beigebracht, dass man es auch mal ertragen kann, nicht gleich bei jeder Bewegung aufzuschrecken und dort hin zu müssen. Habe zB. alles Mögliche geworfen (Ball, Beißwurst, ganz egal) ohne, dass Hundi gleich hinterher darf. Dann auch Abruf oder auch das "bleib"-Kommando mit Ablenkung. Da darf dann nach genug üben wirklich "Party" stattfinden mit Allem was den Hund besonders reizt (ist ja je nach Tier verschieden) und der Hund muss bleiben.
    Wege im Wald durften von Anfang an auch nicht verlassen werden.

    Begriffe wie "Impulskontrolle" oder "Antijagdtraining" hatte ich damals noch nie gehört, es erschien mir einfach logisch wie ich mich mit meinem Hund beschäftige. Heute denke ich, das hat echt dazu beigetragen wie mein Hund heute ist.

    Dazu kam noch, dass wir gerade im Winter aber auch sonst fast täglich Wildsichtungen haben. Und was soll ich sagen? Ich bin mir sicher bei meinem Hund ist etwas wie Gewöhnung eingetreten.
    Aufgeregt ist sie schon, allerdings ist die Hemmschwelle loszulaufen -und somit auch den Weg zu verlassen-riesengroß. Ist das Reh dann außer Sichtweite, hat Yala das auch sehr schnell wieder vergessen und setzt vollkommen unbedarft den Spaziergang fort.

    Ich mache auch nie viel Aufhebens um Wildsichtung. Es gibt ein relativ ruhiges bestimmtes "Nein" -Hund steht und glotzt dem Wild nach- und ein sehr ruhiges " so ist gut, geh weiter".
    Mein Hund muss nicht zwingend zu mir kommen, er darf auch gucken. Und auch wenn ich innerlich vor Stolz fast platze :D , versuche ich zu vermitteln, dass Wild einfach in die Umgebung gehört wie Bäume in den Wald, also nichts Besonderes ist.

    Bei Katzen (und Krähen, aber Vögel sind ja eh nicht so interessant) zum Beispiel, muss ich eigentlich gar nichts mehr sagen, die werden quasi einfach so zur Kenntnis genommen und dann selbstständig ignoriert.

    Superrückruf oder Wildgehege besuchen haben wir zum Beispiel gar nicht gemacht. Hat sich nie ergeben und war dann auch nicht mehr wirklich nötig.
    Auch kann ich mich nicht so recht anfreunden beim Anblick eines Hasen mit dem Schnitzel zu wedeln, damit sich der Hund dann umentscheidet. Ich glaube in dem Moment ist rein gar nichts ist besser als Jagen. Also zumindest zusätzlich sollte der Hund wissen, dass manche Dinge einfach nicht gehen.

    Vielleicht habe ich ein sehr einfaches Exemplar von Hund, der von Natur aus nicht gleich durchdreht wenn er etwas Jagbares sieht.
    Aber Jagdtrieb ist auf jeden Fall vorhanden und ich bin mir sicher, wenn sie dürfte, dann würde sie auch.

    Puh, das ist nun lang geworden. Vielleicht bringt Dir das ja was :smile: . Wenn Fragen sind oder ich was vergessen habe, dann bitte her damit!

  • Wegen des Vorstehens: meine Hündin hat anfangs auch jeden Mist angezeigt, das hat sich aber von ganz alleine wieder gelegt irgendwann. Heute steht sie nur noch vor, wenn sie Vögel oder Hasen in realistischer Jagdweite entdeckt (also in sehr naher Entfernung).
    Klar kann man auch versuchen, mit einem "nein" jeden Ansatz des Jagens zu unterbinden, aber ich stelle mir das ziemlich schwierig vor - speziell, wenn das Vorstehen genetisch verankert ist. Bei mir gibts das "nein" nur, wenn sie nach Belohnung des Vorstehens nochmal das gleiche Tier zu fixieren anfängt :D Ich sehe es so, dass ich sie ihrer Veranlagung entsprechend ihre Aufgabe erledigen lasse, aber versuche ihr klar zu machen, dass ihr Part damit dann auch erledigt ist und sie nicht hinterherflitzen darf. Ist aber sicher Geschmackssache, wie man das handhabt :)

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