Der Angsthund-Thread....

  • Und es geht weiter mit den Überraschungen :smile: Es stürmte recht ordentlich. Wind war hier bisher das Schlimmste, schlimmer als Silvester. Und sie war zwar sehr besorgt, aber konnte sich ruhig hinlegen. Noch vor ein paar Jahren hat sie bei Böen wie der in diesem Moment zitternd in der Ecke gesessen:

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    Mittlerweile schläft sie :smile:

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  • Da sich an unserem Napfproblem leider immer noch nichts geändert hat (sie frisst nur vom Boden, selbst, wenn nur Klarsichtfolie unter dem Futter ist, verweiger sie das Fressen, trinkt nur draußen aus dem Napf und dann zu wenig ) :verzweifelt:, wollte ich mich noch einmal nach Empfehlungen für Verhaltenstierärzte erkundigen, am besten jemand, der das auch online macht, da die nächste Praxis mit einem Spezialisten 120 km entfernt ist von hier.

  • Hallo,


    ich suche hier so ein bisschen Input anderer Hundehalter und eventuell Tipps, wie ich möglichst von Anfang an alles richtig machen kann.


    Kurze Vorstellung meinerseits. Ich (w35) hatte 15 Jahre lang die tollste Sheltiehündin namens Penny an meiner Seite, bis sie Ende 2024 starb.


    Wir haben uns jetzt nach einem Jahr Trauerphase dazu entschieden, uns einen Hund aus dem Tierschutz zu holen. Am 1.2. war es soweit und Gismo (1,5 Jahre alt) zog ein. Ich kann nicht genau sagen, was im Senfhund drin ist. Er kommt hier aus dem „lokalen“ Tierschutz und lebte vorher bei einer Pflegestelle seit September 2025 schon und davor kam er aus Rumänien.

    Uns war schon vorher bekannt, dass er sehr sensibel und ängstlich ist, aber ich scheue mich nicht vor Herausforderungen. Es ist auch schon besser geworden, aber halt auch immer wieder Rückschritte und ich würde gern wissen, ob euch noch Dinge einfallen, wie wir das ganze unterstützen können, damit er sicherer sein kann bei uns.


    Nach dem Einzug: Die ersten paar Tage waren für ihn sehr schlimm und er hat natürlich seiner Pflegefamilie samt den Kindern (gefühlt liebt er Kinder er schaut auch beim Gassi immer total interessiert, wenn er welche sieht) und den anderen Hunden sehr nachgetrauert. Er hat sich bei uns super unsicher gefühlt und hat zwar sein Körbchen angenommen, ist aber sofort, sobald man sich auf der Couch nur bewegt hat, aufgesprungen und unter dem Tisch verschwunden. Leckerlies nahm er im Haus nicht aus der Hand und wir haben immer wieder mal was fallen lassen. In den Garten hat er sich gar nicht getraut bzw. wenn doch, dann ist er unsicher, ob er wieder rein will (schwierig die Tür auf zu lassen bei der Witterung). Geschirr anlegen hat mit einer kurzen, langsam und beschwichtigenden „Verfolgung“ durchs Erdgeschoss funktioniert. Außen war er auch uns ggü. „sicherer“ und hat auch hin und wieder Kontakt gesucht in Form von Anstupsen. Auch Leckerlies nahm er außen aus der Hand an. Nachts haben wir die ersten Tage unten im EG auf der Couch geschlafen damit er nicht alleine ist, da er aber gefühlt immer halb wach ist dann um auf zu passen, dass wir ja nichts tun was er nicht merkt sind wir dann auch testweise hoch und es hat ihn nicht gestört unten nachts allein zu sein. Wir haben unten Kameras, um zu sehen, was er macht. Er geht auch auf die Couch und schläft manchmal dort, was er auch darf. Er traut sich auch leider unsere Treppen nicht steigen. Er dürfte und es gäbe auch in den anderen 2 Stockwerken Ruheplätze für ihn. Auch das Home Office war kein Problem, wenn ich den ganzen Tag im 1. Stock bin, ruht er unten brav. Wenn irgendwas gruselig war, kam er zu mir und suchte wohl Schutz z. B. wenn meine Frau staubsaugt, hüpft er zu mir auf die Couch und starrt den Staubsauger an. Ansonsten kommt er im Haus nicht zu uns. Er guckt zwar mal neugierig in die Küche, wenn wir dort sind, aber er interagiert nicht wirklich mit uns. Flüchtet sogar eher, sobald wir uns nähern, auch wenn wir gar nicht wirklich zu ihm wollen, sondern nur vorbei. Wir haben versucht, ihn so gut es geht zu ignorieren und ihm die Zeit zu lassen, die er braucht.


    Nach ca. einer Woche: Hat er auch angefangen, wenn ich mich im Flur angezogen habe, von sich aus zumindest in den Türrahmen zu gehen und sich dort bereitwillig anziehen zu lassen. Hat aber auch nicht immer funktioniert. Nachwievor außen mehr Kontaktaufnahme als innen. Kurze Streicheleinheiten gehen eigentlich nur beim Geschirr anziehen. Da bekommt man manchmal auch nen Schnuffer ins Gesicht. Weil er beim Gassi mich schon als Leckerlie Quelle ausgemacht hat, wurde dann schon auch mal leicht fordernd der Weg blockiert und nach Leckerlis verlangt. Mach ich nicht immer

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    Auch ist er weniger zusammengezuckt und hat auch auf Rufe schon besser reagiert. Aber immer nur aussen… Sobald wir im Haus sind, wird kein Leckerlie angenommen, Rufe werden ignoriert und er versteckt sich meistens unterm Esstisch.


    In der 3. Woche: Besuch, den wir manchmal zwangsweise auch haben müssen, haben wir erst mit zum gassi genommen und dann war das innen auch nicht wirklich anders als mit uns. Scheu, ausweichend. Bei einem Besuch kam er wieder schutzsuchend zu mir auf die Couch – bei anderen lag er auch entspannt im Korb oder seltsamerweise auch unter dem Tisch, obwohl da alle Füsse waren… Das macht er nicht, wenn wir allein daheim und am Essen sind… Inzwischen kommt er an manchen Tagen auch sofort freudig mit in den Flur und setzt sich zum Anleinen. An anderen Tagen ist er wieder extra scheu… Vor allem wenn man es eigentlich eilig hat in der Mittagspause, das mag er gar nicht, wenn er spürt, man hat „Druck“. Innen nach wie vor Vermeidung von uns. Die ersten kurzen Versuche, mal kurz vor die Tür zu gehen und ihn allein zu lassen waren - obwohl er ja so eigentlich keine Nähe sucht zu uns und ihm die Stockwerktrennung nichts ausmacht - untermalt von nervösem hin und her Gelaufe, Gefiepe, sichtbarem Stress. Man kann sich inzwischen wenigstens mal auf der Couch drehen, ohne dass er aufspringt… Aufstehen geht aber immer noch nicht ohne einen Fluchtreflex. Aus der Hand fressen - immer noch nicht im Haus… Manchmal darf man aber beim Fressen an ihm vorbei. Erste Autofahrtversuche sehr Stressuntermalt wobei er dann beim 2. Mal wenigstens von allein ins Auto gesprungen ist, speichelt wie Hölle und naja… 3 Meter vorm Parkplatz dann Kotzerama das ist halt so… Stadtpark war dann aber toll und die Heimfahrt war nicht mehr so dramatisch da konnte man dann auch schon mal den Kopf ablegen.


    Versteht mich nicht falsch, ich weiss sowas kann Monate dauern – ich bin geduldig - und ich sehe ja auch schon die kleinen Fortschritte. Ich möchte nur alles Mögliche an Input haben von Menschen, die vielleicht auch so ein Sensibelchen haben - falls mir jemand noch Tipps geben könnte, wie man das mit dem Kontakt im Haus unterstützen könnte, damit er merkt Leckerlie außen ist genauso wie Leckerlie innen...Lieben Dank euch im Vorraus. :)

  • Ich wurde da ehrlich gesagt einfach abwarten und nichts aufdrängen. Wenn er drinnen keine Leckerlies nehmen mag, sehe ich auch keinen Grund das zu forcieren.
    Und du sagst es ja selbst: 3 Wochen sind nichts. Selbst für nicht-Angsthunde ist nach drei Wochen noch viel neu und ungewohnt. Alles was zu stressig ist würde ich noch vermeiden und nach und nach einschleichen. Also nicht an Alleinbleiben, Autofahren etc. gleichzeitig arbeiten. Schau was für euren Alltag am wichtigsten ist und fang damit an.
    Da ich immer zuhause bin, ist entspannen in meiner Anwesenheit immer Priorität Nummer 1. Dafür bin ich einfach da und mache mein Zeug ohne den Hund groß zu beachten. Naruto hat mehrere monate gebraucht um nicht aufzuspringen wenn ich aufgestanden bin oder den Raum verlassen habe. Für ihn war es richtig alle Türen in der Wohnung aufzulassen, sodass er gelernt hat, dass ich nicht abhaue und er sich selbst aussuchen konnte wo er sich verstecken konnte. Trudy hingegen brauchte geschlossene Türen weil sie mir sonst ständig gefolgt ist und nicht zur Ruhe kam.

  • Wollte dafür keinen eigenen Thread aufmachen, aber vielleicht hat ja jemand eine Idee dazu? Bei uns scheint sich ein Problem aufzutun bezüglich Angst, ich vermute Geräusche als Ursache (die ich aber selbst nicht höre).

    Wir hatten es jetzt heute Morgen das zweite Mal (das letzte Mal vor ein paar Wochen): alles scheint normal, ich lasse den Hund in den Garten zum pieseln, danach gibt’s Futter…er pieselt, läuft wieder Richtung Terrassentür und auf einmal gerät er in Angst. Will auf keinen Fall mehr das Haus betreten, drückt sich in die Hecke und zittert.

    Habe erst versucht ihn an der Leine rein zu führen, keine Chance, massiver Rückwärtsgang. Also haben wir ihn rein getragen.

    Drinnen hat er ganz normal sein Essen verputzt sich dann aber wieder ängstlich verhalten, kam auch nicht auf Zuruf. Also hab ich das getan was schonmal geholfen hat: leise Musik angemacht. Da wurde es sofort besser, er kam auch wieder als ich ihn gerufen habe.

    Mir macht das Verhalten ein bisschen Sorge, da für mich kein Auslöser erkennbar ist. In der Situation ist er auch nicht mehr erreichbar, zeigt einfach nur meidende Angst vorm Haus. Da es mit Musik besser wird vermute ich tatsächlich eine Geräuschquelle irgendwo, er zeigt auch sonst Angst vor speziellen Geräuschen insbesondere elektronischer Natur: das piepsen eines Thermometers zum Beispiel, einmal auch das kurze Piepen einer sich leerenden Rauchmelderbatterie. Anderes wie knackender Toaster wurde sehr viel besser, Autos (Kleintransporter!) vor denen er Anfangs auch ziemlich Angst hatte sind jetzt mittlerweile völlig problemlos und Kaffeemühle und ähnlich lautes Zeug fand er immer schon überraschenderweise eher super und beruhigend. Was ich damit sagen will ist, er brachte diverse spezifische Ängste mit, hat sich bei manchen dieser Ängste aber sehr gut entwickelt, ist cool und umweltsicher geworden. Er kann also lernen.
    Dafür treten jetzt, selten, diese neuen Ängste auf.

    Naja, lange Rede kurze Frage: er ist jetzt bald sechs Jahre alt, seit knapp zwei Jahren bei mir. Ist das normal dass sich solche Ängste neu entwickeln? Wie hättet ihr reagiert, gibt es vielleicht noch andere Ideen um ihn in seiner Angst noch zu erreichen?


    Zur Vorgeschichte ist nicht viel bekannt, außer dass er als ca. halbjähriger Stöpsel von Hundefängern gecatcht wurde, eine gewisse Zeit in einem grauenvollen städtischen Shelter überlebte und dann viele Jahre in einer privaten Tierschutzeinrichtung im Zwinger, in Grupppenhaltung lebte.

    Er ist sonst ein sehr freundlicher und eher vorsichtiger Hund, Schäfer-Herdi-Multihofhundmix und ich suche eigentlich nur nach Anregungen ihm zu helfen.
    Die meiste Zeit kommt er super klar, hat hier unglaublich viel gelernt, liebt es Gassi zu gehen, ist verschmust und freundlich zu Mensch und Tier. Wir leben mit ihm ein recht geruhsames Leben, geprägt von viel Routine und gleichbleibenden Abläufen, für Außenstehende wirkt er wie ein völlig „normaler“ Hund, was er in 95% der Zeit auch ist. Bis auf die (Geräusch-) Trigger ab und an…mit dem Begriff Trauma gehe ich nicht leichtfertig um, aber ich denke auf ihn trifft es zu.

  • Wir hatten es jetzt heute Morgen das zweite Mal (das letzte Mal vor ein paar Wochen): alles scheint normal, ich lasse den Hund in den Garten zum pieseln, danach gibt’s Futter…er pieselt, läuft wieder Richtung Terrassentür und auf einmal gerät er in Angst. Will auf keinen Fall mehr das Haus betreten, drückt sich in die Hecke und zittert.

    woran machst Du fest, daß es ein Geräusch ist? Und nicht zb ein Geruch oder irgendwas, was optisch verändert wurde?

  • malimuc

    Guckt er sich nach Geräuschen um? Ich dachte bei der Beschreibung, er könnt wo reingetreten sein. Körperlich ist er ok?

    Betti hat(te) auch ein Problem mit Sachen wie dem Rauchmelder, der jeden Mittwoch piept, oder dem Staubsauger der Nachbarn, oder Hunden am Rad 3 Straßen weiter. Solche Ängste können entstehen. Und sind leider unvorhersehbar.

    Mein Ansatz war bei so "unbekannten" Sachen, grundsätzlich an der Zusammenarbeit mit dem Hund bei Stress/Erregung zu arbeiten bzw die Selbstwirksamkeit zu erhöhen. Also, was mache ich, wenn ich was gruseliges höre/sehe etc. Betti hat ein Hundebett, auf die ich sie immer geschickt habe und dann die Lage checke. Ein "alles gut" Signal habe ich in guten Momenten aufgebaut. Später dann Muttraining während Reiz.

    Aber natürlich ist die Frage, habt ihr oft genug Situationen um das zu üben? Kannst du was bewusst triggern? Oder passiert es so selten, dass ihr damit leben könntet?

  • Erstmal danke für alle Antworten!

    Limetti die Geräusche als Ursache vermute ich, weil er erstens schon immer primär auf Geräusche anspringt in Bezug zur Angst und natürlich, weil es sich durch die Musik quasi sofort verbessert hat.

    Quittentier und BettiFromDaBlock wir waren nur kurz gemeinsam draußen im Garten, da hatte ich ihn eigentlich die ganze Zeit im Auge. Dass er einen Stromschlag bekommen hätte oder irgendwo fies reingetreten wäre, schließe ich eigentlich aus.

    Aber klar, letztlich weiß ich die Ursache/den Auslöser nicht sicher, es ist eine Vermutung qua Beobachtung.
    Und das bringt uns zum nächsten Problem, ich kann es schlecht üben da es bisher, zum Glück!, erst zweimal aufgetreten ist.

    Also Angstsituationen hatten wir natürlich schon häufiger, aber da war der Grund und Auslöser eigentlich immer klar (immer Geräusche). Diesmal eben leider nicht, das macht mich ein bisschen fertig.

    Edit: wir waren jetzt vorhin Gassi und beim zurück kommen war er glücklicherweise wieder ganz normal. Kein Problem für ihn das Haus zu betreten, obwohl es der selbe Eingang war wie am Morgen.

    Allerdings fällt mir ein dass er auch grundsätzlich so eine Art milde Schwellenangst hat, schon immer. Also manchmal (nicht immer!) zögert er ganz kurz wenn er durch eine Tür gehen will oder soll, zögert oder legt kurz den Rückwärtsgang ein - da hilft es aber gut wenn ich einfach vor ihm durch gehe oder ihn rufe. Das hat heute Morgen leider nix gebracht.

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