Der Angsthund-Thread....

  • Wieso soll das "für den Hund nicht tragbar" sein? Ich glaub ja nach allem, was so geschrieben wurde, dass ihr euch da einfach in eine derartige Spirale reingedreht habt - mit so hohem Druck und schlechten Gefühlen, dass das ein hausgemachtes Kopfproblem ist. Ich hab natürlich nur das, was geschrieben wurde, aber es liest sich so. Vielleicht wäre es gut, wenn du das Problem nicht überall ausdiskutierst (nicht bös gemeint, aber gerade unter Tierschutz-Menschen herrscht ja oft diese übertriebene "es braucht nur Liebe" Einstellung und der Hund darf nicht mal irritiert gucken - keine Ahnung, ob das bei euch in der Orga so ist) - sondern einfach lebst. Zumal: Wenn es wirklich nur dein Mann ist und sonst ist er überall tutti und frei und "normal", dann ist das in der Tat mMn nicht normal. Es ist einfach unlogisch und wenn Hunde eines sind, dann logisch.

  • Ich sehe es mittlerweile ähnlich wie Hummel.

    Nur weil ein Hund eine Sache noch nicht perfekt händeln kann, ist sein Leben nicht die Hölle auf Erden. Dieses der Hund und Familie sind eine Einheit und vertrauen sich von Beginn an blind und er ist immer und überall wedelnd dabei usw. das ist eine Fernsehphantasie.


    Was soll ich da sagen? Mein Hund hasst/e bzw. fürchtet/e die gesamte Außenwelt. Das erste Jahr durfte ich sie kaum anfassen. Und eigentlich hatte sie jeden Tag Stress wegen irgendwas (ob Dönerpapier, Wind oder mir oder)

    Jetzt nach zwei Jahren das erste Mal gebettelt nach Kontaktliegen und viele souveräne Gassigänge. Außer es ändert sich plötzlich das Wetter.


    Ihr habt einen anscheinend tollen Hund, der in so kurzer Zeit soviel gewuppt hat. Nur weil der sich Zuhause bei einer Person wegduckt ist es ein Problem? Mh. Da wird innerlich soviel Druck aufgebaut. Und das bekommt natürlich auch der Hund mit.


    Mein Hund mag mich jetzt nach zwei Jahren wirklich leiden. Sobald ich allerdings von ihr zuviel will, wird sie sich zurückziehen. Sollte ich wieder mal Möbel rücken, dann ist es auch für ein paar Tage Lavaland bei mir zu sein.

    Je mehr ich ihree Körpersrpache zugehört habe und ihre Kommunikation geschätzt habe, desto mehr Vertrauen. (und ja, jetzt kann ich sie auch mal nur zum Kuscheln auf meinen Schoß heben und sie erträgt es nur für mich. Sofern das einmal im Monat passiert)


    Die Entwicklungssprünge 3 Monate da, 6 Monate da, ein Jahr etc. hattet ihr doch noch gar nicht.


    Hier gibt es regelmäßig Welpen/Junghundposts bei denen einer der Besitzer schreibt mein Hund mag mich weniger als... Vollkommen normale Entwicklungsprozesse.


    Hier im Beitrag haben schon zwei geschrieben, dass der Mann noch gefürchtet wird und der Umgang durch gute Körpersrpache verbessert worde, oder sich damit arrangiert.


    Aber wir können uns hier fusselig schreiben, wenn ihr nicht klare Entscheidungen trefft. Solange diese Sache euch so verunsichert, bleibt es die ganze Situation. Ich würde mich wie bei allen komplex nachhängenden Emotionen mal alleine hinsetzen und überlegen was genau eigentlich das Problem ist. Warum hängt das in meinem Kopf rum. Sind es meine Erwartungen? Bin ich selbst nur unsicher? Oder hat der Hund wirklich ein schreckliches Leben? Warum soll mein Hund mich ohne Grund sofort lieben? Reicht Respekt nicht für den Anfang? Woher kommt mein Bild von Hundehaltung? Aus dem TV usw. oder von echter Erfahrung? Warum hängt dieses Thema immer wieder in meinem Kopf rum?


    Aber das sind halt dann die eigenen Themen.


    Ich stand natürlich auch vor der Frage der Abgabe. Aber irgendwann habe ich die Situation einfach akzeptiert und gelernt im Moment zu leben und das sofort glücklich lächelnde Hunde nicht immer Ziel der Hundehaltung ist.

    Das Lernen findet nicht nur beim Hund statt.


    So jetzt muss ich aufhören zu schreiben, weil mein Hund nach Körperkontakt bettelt. Das hätte ich vor einem Jahr noch nicht schreiben können.


    Toi Toi für euch!

  • Das Problem ist, wenn es Jahre wären oder nie werden würde, dann hab ich ein Problem. Irgendwann wird es Hund oder Ehe sein.

    Und ich hab zwei Kinder, ich hab noch mehr Verantwortung als die für den Hund.

    ich habe das Gefühl, das ist das Problem und dann wird das sehr persönlich und das kannst auch nur Du für Dich lösen.

  • Aus dem Bauch heraus kann ich mir auch vorstellen, dass du den Hund mit Argusaugen beobachtest, bei jeder noch so kleinen Interaktion mit deinem Mann. Der bekommt diese Anspannung und Erwartungshaltung natürlich mit. Draußen mit anderen liegt dir salopp gesagt nicht so viel dran. Der Hund mag sich freier fühlen und es klappt besser.

  • Hallo Zusammen


    Ich hätte da auch was zum Thema "Angst" und werfe dies jetzt einfach so in die Runde in der Hoffnung um moralische Unterstützung :D
    Ich bin neu hier im Forum und ich hoffe mein Beitrag hier ist richtig.


    Ein guter Freund von uns hat in den Bergen eine Alphütte, wo wir uns ab und zu treffen zum Kaffee trinken, grillieren etc.
    Im vorletzten Winter war ich auch da, alleine und genoss die Sonne und die Aussicht. Es war ein perfekter und wunderschöner Tag.

    Dann leider ging durch die wärme die ganze Dachlawine runter. Es machte "wumms" mit einer Art "Druckwelle" und Maiyun erschrak sich so stark dass er einfach davon rannte (wir waren vielleicht 20-30 m davon entfernt).

    Ich konnte ihn beobachten von oben, er lief und lief und lief...nicht mehr ansprechbar. Jedenfalls irgendwann spürte er sich dann wieder und wartete einfach weeeeit unten.


    Jetzt ist diese Alphütte einfach zum bösen Ort geworden. Immer wenn wir dort sind hat er stress, hechelt, ist sehr unruhig, zittert. Wenn ich mit ihm dort bin bleibt er-widerwillig- da (auch ohne Leine) ist aber sehr fahrig. Bei meinem Freund ist er gestern (als er nur die Hütte beim laufen querte) einfach wieder abgehauen.
    Kann ich ihm den Ort jemals wieder irgendwie schmackhaft machen....? Ich bin halt nicht täglich dort um mit ihm zu üben. Halt nur ab und zu...

    Und dann hat Mr. Grossmaul Angst vor Schaffellen!
    Jap genau. Denn die scheinen ihn ja regelrecht anzuspringen......

    Jedenfalls habe ich mir jetzt eines für zuhause gekauft, dies habe ich zwischen Sofa und Wand zusammengeknüllt und da deponiert, dass es nicht zentral ist aber sichtbar und riechbar.

    Ja was soll ich sagen nach Tag 10 schnüffelt er schon fast - aber auch nur fast - daran und kann doch schon wieder im gleichen Raum schlafen. Ja. So schlimm war das dass sich ein aufhalten im gleichen Raum die ersten 2-3 Tage nicht möglich war. Tja. Aber da bin ich guten Mutes dass es mit Zeit und Geduld eine gute Gewöhnung gibt.


    Vielleicht noch....ich habe ihm ein Kastrationschip setzen lassen um zu schauen ob und wie er sich verändern würde wenn ich ihn kastrieren lassen würde.
    Nun aber scheint mir wird er eher allgemein ängstlicher, darum lasse ich das wohl.

  • Hey ihr, danke für eure Meinungen!


    Ich hab mich inzwischen wieder eingekriegt. Eine Abgabe stand eigentlich die ganze Zeit schon nicht mehr im Raum, die PS hat mich einfach nochmal extrem verunsichert. Und nein, ich hatte da gar nicht viel erzählt. Sie hatte gefragt, ob der Hund seine Angst vor dem Mann inzwischen abgelegt hat und das musste ich verneinen. Daraufhin wurde in Frage gestellt, ob er bei uns richtig ist. Ich finde es ja prinzipiell gut, wenn sich die Orga kümmert, ist ja eigentlich vorbildlich. In dem Fall war es mir jetzt allerdings etwas "too much". Wenn man weiß wo wir angefangen haben (mit reinpinkeln und panisch den Weg aus dem Haus suchen) und sieht wo wir jetzt sind (Hund liegt entspannt auf seiner Decke und pennt) dann passt da mMn alles. Zeit dafür, meinem Mann zum Kuscheln auf den Schoß zu springen hat er dann die nächsten 10 Jahre noch.


    Jedenfalls hab ich da nochmal 2 Gespräche geführt und hoffe das Thema ist erstmal vom Tisch. Mein Mann geht jetzt jeden Tag einmal eine kurze Runde alleine mit Lino und füttert ihn auch. Das hatten wir die letzten Wochen pausiert, weil ich den Eindruck hatte, dass ihn das noch überfordert. Und ich finde, das hat sich auch bewährt. Lino ist jetzt ganz anders aufnahmefähig, weil er an die sonstigen Abläufe, das Haus, den Kinderlärm etc. gewohnt ist. Die Spaziergänge mit meinem Mann klappen wunderbar. Auch fressen tut er fast sofort - das war vor 2 Monaten undenkbar. Da hat er lieber 2 Tage nichts gefressen, als das von meinem Mann zu nehmen. Wir gehen also weiter in kleinen Schritten voran und das ist doch die Hauptsache. :laola:


    LG Betty mit Lino

  • Was macht ihr, wenn ihr beim Spaziergang auf "gefährliche" Sachen trefft?

    Weitergehen, bzw weiterzerren lassen, oder warten bis sich der Hund wieder beruhigt hat?


    Bei uns sind alle Dinge mit kleinen Rollen, also Inliner, Roller und vorallem Skater ganz schlimm. Eigentlich versuche ich, dann stehen zu bleiben, bis sich Findus wieder beruhigt hat, weil ich mir auch denke, dass es dirch jede 'Flucht' eher schlimmer wird.

  • Was macht ihr, wenn ihr beim Spaziergang auf "gefährliche" Sachen trefft?

    Weitergehen, bzw weiterzerren lassen, oder warten bis sich der Hund wieder beruhigt hat?


    Bei uns sind alle Dinge mit kleinen Rollen, also Inliner, Roller und vorallem Skater ganz schlimm. Eigentlich versuche ich, dann stehen zu bleiben, bis sich Findus wieder beruhigt hat, weil ich mir auch denke, dass es dirch jede 'Flucht' eher schlimmer wird.

    Schön füttern und langsam annähern. Wenn ich keine Zeit und Nerven habe, auch mal kurz nehmen und stramm vorbei marschieren.

  • Es kommt darauf an, wie stark der furchteinflößende Effekt ist.


    Wenns ein bisserl Bibbern ist, dann ermutige ich sie und lass sie langsam hinter mir laufen.


    Wenn sie in die Leine geht oder bockt, dann marschieren wir stramm vorbei.


    Wenns durchhaut und sie in Panik gerät, dann drehen wir um. Dann lernt sie eh nichts mehr.


    Schönfüttern geht hier nicht, sie nimmt nichts, wenn sie schon direkt wegen etwas Stress hat. Aber mit Leckerchensuchspielen kann ich sie mittlerweile dazu bringen, gruselige Situationen gut zu ertragen. Z. B. heute hats heftig gewindet und im Wald wurde gefällt - und wir konnten trotzdem mit Suche an einer Stelle bleiben. Das wäre vor einem halben Jahr noch nicht gegangen.


    a1ad86141c75f9af7c41b68b.jpg

  • Bei Blinky kommt's drauf an, wie stark es ist, ähnlich wie bei Phonhaus.

    Bei gruseligen Sachen gehen wir entweder zusammen hin oder ich geh vor und berühr bestenfalls das gruselige Ding (Stein, Tüte, komisch geformter Ast, wasauchimmer), da kommt sie dann meistens echt sofort und guckt sich das dann auch an. ("Geh du mal vor, wenn's tödlich ist, trifft's wenigstens nicht mich!" :pfeif: :lol: )


    Bei noch gruseligeren Sachen schau ich auf ihre Tageslaune. Manchmal hilft es, den Abstand zu vergrößern, manchmal hilft stehen bleiben und sie kann sich es so lange angucken, bis es für sie okay ist und sie die Gefahr für doch nicht so gefährlich eingestuft hat, manchmal hilft auch einfach nur dazwischengehen und umorientieren.


    Wenn gar nichts geht und Blinky zu große Angst hat, meldet sie sich und möchte auf den Arm. Geht natürlich nicht bei jedem Hund, ich bin aber echt froh, dass sie die Möglichkeit hat und das auch gut nutzt. Hilft bei ihr wirklich sehr gut und man merkt dann schon, wie sie sich direkt entspannt oder zumindest nicht mehr ganz so panisch ist wie unten.



    (Auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin, ob ich Blinky komplett als Angsthund bezeichnen würde, dafür ist sie (mittlerweile) doch auch zu neugierig und fröhlich, was einige Dinge (Menschen) angeht; ich sag immer, sie ist grad so an der Grenze, aber noch nicht komplett drin, zum Glück. Außer wir haben in den 5 Jahren halt schon echt viel geschafft. Diese Situationen kenn ich aber auch nur zu gut und haben wir sehr oft; und andere, die zu Angsthunden passen, auch zu genüge)

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