Welche Methoden zur Hundeerziehung "toleriert" ihr

  • Auf die Frage komme ich, nach unserem wöchentlichen Agilitytraining.


    Zugegeben, meine Hunde gehören der Wattebäuschchenfraktion an.
    Unbestritten.
    Sie werden mit positiver Bestätigung erzogen und Alternativverhalten wird aufgezeigt.
    Ansonsten eigentlich nichts. Noch nicht einmal ein lautes Wort.

    Heute hatten wir auf dem Platz die Szene, dass zwei Hündinnen sich in die Wolle bekommen haben.
    Die Hunde wurden auseinandergebrüllt, Leinen wurden geschmissen.
    Als die Hunde getrennt waren, wurde die eine Hündin minutenlang auf den Boden gedrückt, damit sie lerne sich zu unterwerfen.
    Das solle helfen, dass sich die Hündin beim nächsten Mal benehme.

    Wir haben Leute, die frischfröhlich mit Sprayhalsbändern auftauchen und sich darüber freuen, dass das Vorzeigen des Halsbandes beim Hund bereits eine einschüchternde Wirkung erzielt.

    Hunde werden gehauen weil sie hochspringen, obwohl es davor 1000 Mal toleriert wurde.

    Es wird gebrüllt und Hunde am Halsband hinter sich hergezerrt.

    Andererseits lässt man Rüden eine Hündin belästigen und schimpft die Hündin, wenn sie sich gegen den Rüden zur Wehr setzt.

    Man lässt die Hunde andere fixieren und auf die Kappe bekommt derjenige, der sich bedrängt fühlt.

    Scheinbar ist das völlig normal. Und ich bin ganz falsch mit meiner Einstellung.
    Wurde mir zumindest heute vermittelt. :???:

    Mich würde interessieren, was ihr für Mittel und Wege einsetzt um euere Hunde zu erziehen.
    Was haltet ihr noch für tolerierbar? Wo hört es auf?

    Was wendet ihr an um euere Hunde zu erziehen?
    Bin sehr gespannt auf euere Antworten.

  • Welche Methoden ich toleriere kann ich so pauschal gar nicht beantworten.

    Die Erziehungsmethoden die ich anwende, da stehe ich entweder voll und ganz dahinter und bin davon ueberzeugt....oder ich wende sie erst gar nicht an. Toleranz gibt es da fuer mich nicht wirklich.

    Ich bin absolut gegen koerperliche und psychische Gewalt.

    Einen echten Schrei hoeren die Hunde von mir auschliesslich um einen Schreckmoment herzustellen im Notfall.

    Auf so einem Platz wie Du ihn beschreibst koennte ich nicht trainieren....da wuerde man mich nach spaetestens 20 Minuten mit dem Hausrecht gen Ausgang schicken.

  • Zitat

    Auf so einem Platz wie Du ihn beschreibst koennte ich nicht trainieren....da wuerde man mich nach spaetestens 20 Minuten mit dem Hausrecht gen Ausgang schicken.

    Ich gebe dir grundsätzlich recht.
    Ich bin keine stumme Zuseherin dieser "Aktionen". Und deshalb nicht immer beliebt. Oder ich werde belächelt. Womit ich gut leben kann.
    Aber auf dem Platz herrschen die alten Regeln vor.

    Heute war ich wirklich schwer mit mir am kämpfen, mich zu verabschieden.
    Aber dieser Agilityplatz ist der einzige, den ich in nützlicher Frist erreichen kann.
    Eine halbe Stunde Fahrt.
    Wenn ich gehe, habe ich keine Möglichkeit mehr für ein Agilitytraining.
    Und das will ich Tucker nicht antun. Das ist seine Zeit. die Zeit in der er 100% entspannt und "glücklich" ist.

    Scheinbar sind körperliche Bestrafungen für Hunde noch weiter verbreitet, als ich dachte. Denn auf diesem Platz bin ich eher die Ausserirdische.

  • Meine Hund kriegt von mir auch nur mal ein lautes Wort zu hören, wenn es gaaaaanz dringend und "notwendig" ist. Ich könnnte nie irgendeinen Hund schlagen, um den zu bestrafen! Das geht meiner meinuing nach gar nicht.

    Bei mir auf dem Hundeplatz wird aber auch kein Hund mit Gewalt oder so erzogen....

  • Das kommt ganz darauf an.

    Ich sehe viele Hundeplätze und viele Ausbildungsmethoden.

    Definitiv und bei jedem ist meine Grenze dort, wo es ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz ist.

    Ansonsten kommt es auf den jeweiligen Menschen und den Hund an.
    Wenn jemand mit Zwang arbeitet, sehr genau weiß, was er tut un nach dem Motto vorgeht "So viel wie nötig, so wenig wie möglich", dann toleriere ich es. Ich finde es deshalb nicht gut und es ist auch nicht mein Weg.

    Viel schlimmer als den dosiert und gekonnt eingesetzten (Stark-)Zwang finde ich so tolle Beispiele, wie von der TE beschrieben.
    Wer nicht passgenau bestätigen kann, der kann auch nicht sinnvoll mit Zwang arbeiten. Nur weil man VPG macht, braucht man keinen Stachel, auch wenn mancher glaubt, dass es notwendige Grundausstattung sei.
    Aber das hat man nicht nur im Sport, Hunde auf die so "gekonnt" erzieherisch eingewirkt wird, sieht man auch auf fast jedem Spaziergang.

    LG
    das Schnauzermädel

  • Ich toleriere:
    - was ich persönlich anwende bzw. für sinnvoll erachte
    - was mir der HF erklären kann und seinem Hund sichtbar nicht schadet
    - was dem Hund nicht schadet und ihn nicht dazu bringt mich und meine Hunde zu belästigen
    -ggf. körperliche "Bestrafung"/ Einwirkung (z.B. Bodyblock), immer abhängig vom Einzelfall

    Ich toleriere nicht:
    - Gewalt von Leuten, die sich profilieren müssen, gegenüber dem Hund
    - Erziehungsmethoden, die den Hund nicht insoweit nicht beeinflusssen, d.h. Hund belästigt andere

  • Ich tolleriere keine körperliche Gewalt, ansonsten überlasse ich es den HH´s zu entscheiden, was sie für richtig halten. Teilweise unterhalte ich mich mit ihnen über die Hintergründe ihrer Erziehung, warum sie so handeln und warum nicht anders aber ich klugscheiße nicht. Früher war es üblich einen Hund mit der Nase in den Urin zu stoßen ... heute ist es verpönt und man rennt mit dem Wuff raus, sobald er Anstalten macht, dass er pullern muss .... das ist natürlich ein sehr banaler Vergleich aber beide Methoden haben auf ihre Weise funktioniert .... unabhängig davon was wir von der jeweiligen Methode halten.

    Ich habe einen Bekannten der nicht mit der Wattebäuschchenmethode arbeitet. Er schlägt seine Hunde auch nicht aber er duldet keine Missachtung seiner Befehle. Er hat perfekt erzogene Hunde die ihn abgöttisch lieben und an ihm kleben und viel mit ihm kuscheln.

    Ich arbeite mit positiver Bestärkung und fahre gut damit, weil ich mich gut damit fühle und es bei uns funktioniert aber ich respektiere auch andere Erziehungsformen, außer sie fügen dem Tier Leid zu.

  • Zitat

    Welche Methoden ich toleriere kann ich so pauschal gar nicht beantworten.

    Die Erziehungsmethoden die ich anwende, da stehe ich entweder voll und ganz dahinter und bin davon ueberzeugt....oder ich wende sie erst gar nicht an. Toleranz gibt es da fuer mich nicht wirklich.

    Ich bin absolut gegen koerperliche und psychische Gewalt.

    Einen echten Schrei hoeren die Hunde von mir auschliesslich um einen Schreckmoment herzustellen im Notfall.

    Auf so einem Platz wie Du ihn beschreibst koennte ich nicht trainieren....da wuerde man mich nach spaetestens 20 Minuten mit dem Hausrecht gen Ausgang schicken.

    i second that.

    Wobei ich auch schon "Fehler" begangen habe.

    Andere würden mich steinigen für manche Aktionen. Aber wenn ich denke, meinen Hund zu kennen, greife ich lieber ins Geschirr, dreh ihn um 180° und verhindere damit, dass er jemanden anspringt, als dass ich einmal zu lange gewattebauscht habe und er es tut.
    Die Reaktion von dem angesprungenen wäre vermutlich auch wesentlich rabiater als mein wegziehen.

    Aus der Schreckenskiste kann ich noch herauszaubern:

    Schepperndes Geräusch in Notsituation machen (bei uns war es das Menschen angehen). Wirkt bei ihm wunder, weil er, wenn er erst mal loslegt rumzurennen, rumzuspringen, zu bellen und zu knurren, nicht zu 100% abrufbar ist.
    Anfangs (nach dem Tierheim) war er das eben GARNICHT, und ging einige Leute an.

    Und einmal als er an der Leine ausrastete, und mir ins Knie schnappte, hab ich mich über ihn gestellt, seinen Kopf "geschient" und das Maul von unten zugehalten.
    Die Situation war für mich in dem Moment nicht anders lösbar (nicht ablenkbar, er hat sich an der Leine fast stranguliert, und es waren Passanten sowie Hunde anwesend)

    Grundsätzlich kann ich also sagen, dass ich bei dem Thema "Aggressionen gegen Menschen", falls es garnicht anders geht, mich selbst beim grob sein toleriere.

    Alles andere wird bei uns gewattebauscht bis zum umkippen.
    Das Anspringen bei Besuchern zB habe ich jetzt so geregelt, dass jeder weiss, dass er ne Alternativhandlung braucht.

    Also... mein Freund klingelt, Alfons muss aufn Korb und da bleiben, bis a) ich meinen Freund begrüßt habe und b) ich ihn freigebe.
    Dann hopst er zu ihm, will ihn (freudig aber stürmisch) anspringen, Freund sagt "sitz" und begrüßt ihn dann zur Belohnung.

    Ich lehne mich jetzt aber mal aus dem Fenster und behaupte, dass wir ohne die Schepperei nicht so schnell so weit gekommen wären.

    Als Abbruchsignal haben wir übrigens "na-ah" und "neeein" und brauchen keinen Krach mehr.

  • Ich erziehe meine Hunde hauptsächlich über positive Bestärkung. Zumindest bei den Dingen, die sie tun sollen. Allerdings gibt es bei mir auch Verbote, die nicht durch umlenken der Aktion geltend gemacht werden, sondern wirklich als tabu.
    Bei diesen Dingen arbeite ich mit Körpersprache. Körperliche Zurechtweisung kommt bei uns nicht vor und ist auch nicht notwendig.
    Allerdings ist diese ganze Sache mit der Körpersprache sicher nicht für jedermann so einfach, vor allem wenn man etwas aufmüpfigere Junghunde hat.
    Entweder kann man seinen Körper so gut beherrschen, dass das ganze echt überzeugend wirkt (aber ganz ehrlich, ich glaube das können nicht viele, ich auch nicht), oder man muß zumindest die geistige Bereitschaft zur körperlichen Zurechtweisung haben. Ich persönlich, bin dazu bereit gegebenenfalls körperlich einzugreifen, und das drückt sich in meiner Körpersprache aus. Das merken die Hunde und damit ist es nicht nötig.
    Das ist vielleicht für einige Leute schon zu viel, aber ich komme ganz gut mit dieser Methode klar.

    Wenn ich Hunde splitten mußte, dann habe ich das bis jetzt immer auf hündische Art getan, beiden kurz gedroht und dann die Lage entspannt. Da brauch ich im nachhinein keinen Hund zu Boden drücken o.ä., damit er sich unterwirft. Das ist aus meiner Sicht absoluter Schwachsinn.

    Ich toleriere bei anderen auch körperliches eingreifen, solange ich nicht das Gefühl habe, der Hund leidet darunter. Wenn Leute ins Geschirr oder Halsband greifen müssen, dann sollen sie das tun. Find ich ok, wenn sie damit zurechtkommen und den Hund nicht verletzen. Ob der Hund es versteht ist eine andere Sache, aber nicht mein Bier ;)

  • Was mich auch echt den Kopf schütteln läßt, ist die Tatsache, daß Du vom Agilitytraining sprichst. Das ist doch ein Sport! Das soll Spaß machen!!! Was ist das denn für eine Freizeitbeschäftigung für Hund und Halter, wo es so abgeht?
    Schade, daß Du da mit solchen Volldeppen zusammen trainieren mußt.

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