Welche Methoden zur Hundeerziehung "toleriert" ihr

  • Mich irritiert es nur, wenn ein Hund als Welpe zum Beispiel fast alles darf wie z.B. anspringen und irgendwann wenn es den Menschen nervt wird dies mit Gewalt verhindert. Oder mal darf er und dann wieder nicht...das empfinde ich dem Tier gegenüber als unfair und nicht vorhersehbar.
    Letztendlich muss ja auch die Reaktion des HH angemessen sein...mein Hund versucht nun nach gefühlten 378. Versuchen auch nicht mehr auf die Couch zu kommen. Mit Gewalt wäre es vielleicht schneller gegangen, aber was macht das mit dem Vertrauen ?

    Oder der Hund durfte immer ziehen weil niemand Bock hatte auf Übungen zur Leinenführigkeit und dann wird bei einem 30 kg-Hund zu einem Stachelhalsband gegriffen....gibt es eigentlich jemanden, bei dem es irgendwann wieder weggelassen werden kann ??? ...

  • Mich irritieren die antworten immer......
    Wattebauschfraktion, oder nicht.... :|
    Häh?
    Kommt es nicht auch immer auf den hund selbst an?
    Auf den menschen am anderen ende der leine?
    Auf die beziehung dazwischen?

    Es gibt nicht nur schwarz weiß.
    Es gibt soviel buntes in der hundeerziehung.

  • Ich hab ja schon einiges durch. Anfangs habe ich versucht nach Bauchgefühl zu erziehen.
    Dann kam ich u.a durchs DF auf den Trichter, nur positiv sei gut etc.
    Ich habe auch nichts dagegen, wenn Jemand seinen Hund so erzieht. Ich kenne einige Foris, die haben eine tolle Beziehung zu ihrem Hund, er hört super auf sie, obwohl nur leise Töne angeschlagen werden und es keine großartigen negativen Konsequenzen gibt.
    Mit meinem eigenen Hund bin ich dabei aber an meine Grenzen bekommen und ich habe gemerkt, das geht so nicht.
    Also wurden Grenzen gesetzt und die werden auch mal mit körperlichem Einsatz durchgesetzt und das ganze fällt durchaus in die positive Strafe. Seitdem komme ich aber mit meinem Hund wesentlich besser aus und es passt einfach besser zu uns.
    Soll heißen: Jeder muss entscheiden, ob gewisse Methoden zu einem passen oder nicht.
    Was ich völlig ablehne sind Methoden, die mich, den HF erst einer Gehirnwäsche unterziehen wollen und die rein gar nichts anderes zulassen.
    Ich bevorzuge einen Mischmasch aus liebevoller, aber konsequenter Erziehung, gepaart mit gewissem Druck und auch mal ner Korrektur und ehrlicher Freude, wenn was richtig gut klappt.
    Womit ich mich noch immer schwer tue ist die Emotionen bei den Korrekturen wegzulassen.
    Es wäre sehr lobenswert, wenn man sich auf die wirklichen Probleme konzentrieren würde anstatt wie so üblich auf den Leuten zumzuhacken, die eben mal nen Leinenruck anwenden anstatt 50 Minuten auf der Stelle stehen zu bleiben.

  • Zitat


    Allerdings find ich die Ausgangsfrage - wenn auch schon über 3 Jahre alt - sehr interessant und würd es nicht schlecht finden, wenn der Fred mal wieder Leben eingehaucht bekommt.

    Drum mach ich mal den Anfang:
    Was ist für mich in der Hundeerziehung tolerierbar? Alles was der Hund nachvollziehen kann und ja das beinhaltet auch körperliche Strafe wenn angebracht und so aufgebaut, dass sie fair und für den Hund verständlich ist und er bereits im Vorfeld Verhaltensweisen gelernt hat, durch die er die Strafe jederzeit abwenden könnte.


    Damit kann ich ganz gut leben, und tolerieren kann ich das problemlos. Ob ich es für mich als passend und sinnvoll erachte, ist eine ganz andere Frage, da habe ich engere Kriterien. Und ob es für den Hund verständlich ist, ist natürlich immer eine Einschätzungsfrage. Da wird im aktuellen Backswing zu strafbasierten Erziehungsmethoden so viel schöngeredet, siehe diverse "Rudelkonzepte"....

    Für mich ist es intolerabel, positive Bestärkung nur auf "Ausbildung" zu beschränken, und bei "Erziehung" auf massiv strafbasierte Methoden zu setzen. Die Lerngesetze sind immer die gleichen, die Abgenzung äusserst willkürlich. Gesellschaftstauglich ist fast alles, was irgendwie funktioniert am Hund. Ich seh das enger.

  • Zitat

    Mich irritiert es nur, wenn ein Hund als Welpe zum Beispiel fast alles darf wie z.B. anspringen und irgendwann wenn es den Menschen nervt wird dies mit Gewalt verhindert. Oder mal darf er und dann wieder nicht...das empfinde ich dem Tier gegenüber als unfair und nicht vorhersehbar.
    Letztendlich muss ja auch die Reaktion des HH angemessen sein...mein Hund versucht nun nach gefühlten 378. Versuchen auch nicht mehr auf die Couch zu kommen. Mit Gewalt wäre es vielleicht schneller gegangen, aber was macht das mit dem Vertrauen ?

    Oder der Hund durfte immer ziehen weil niemand Bock hatte auf Übungen zur Leinenführigkeit und dann wird bei einem 30 kg-Hund zu einem Stachelhalsband gegriffen....gibt es eigentlich jemanden, bei dem es irgendwann wieder weggelassen werden kann ??? ...

    Da kämpfe ich gerade auch mit. Jetzt finden alle Besucher es noch süß wenn Zera ihnen mit ihren 10 Wochen und ca 4kg durchs Gesicht schlabbert bzw sie anspringt. Wenn ichs versuche zu unterbinden heißt es: Ach sei doch nicht so streng sie ist doch sooo süüüß. Ich weiß das sie süß ist aber in nem Jahr wenn sie ausgewachsen ist und über 30kg wiegt dann wird bestimmt gejammert wie ungezogen der Hund ist-.-

    Ich bin wohl verglichen mit einigen hier eher hardliner. Heißt ich erziehe nicht alles rein positiv. Jetzt beim Welpen der es nicht besser weiß natürlich schon aber bei einem erwachsenen Hund gibts auch schonmal ne laute und deutliche Ansage oder auch bei nem absoluten Nogo nen Klaps (natürlich nicht fest aber so das Hundi eben merkt das sie zu weit gegangen ist.)

    Bisher hatte ich zu allen Hunde ne gute Bindung und sie haben mir auch selbst im zweifelsfall vertraut.

    Was ich absolut nicht toleriere ist sinnlose Gewalt. Also einen Hund treten oder fest schlagen oder rein aus Frust und nicht dem Hundeverhalten entsprechend bestrafen. Auch sich wie ichs schonmal gesehen hab sich auf den Hund drauf setzten um ihr zu zeigen wer der Chef ist halte ich für Quatsch. Stachler würde ich nicht nutzen finde es aber je nach Situation tolerierbar.

  • Ich toleriere keine Methoden, die dem Hund physisch oder psychisch schaden, ansonsten kommt es meiner Meinung nach auf Hund und Halter an. Meiner Meinung nach gibt es keinen Hund, der geschlagen werden muss, um zu hören. Bei Leon waren wir am Anfang sehr wattebauschig ("Wer weiß, was der arme Kerl durchgemacht hat",...), was sich gerecht hat - wir kamen irgendwann an einen Punkt, da hat er gemacht was er wollte, um es kurz auszudrücken. Mitlerweile arbeiten wir mit Bestärkung, wenn er etwas richtig macht und klaren Grenzen und Regeln, die er einzuhalten hat. Bei unerwünschtem Verhalten reicht in der Regel ein klares "Nein". Sowohl wir als auch der Hund sind entspannter, weil jeder weiß, woran er ist. Ich versuche viel über Körpersprache zu regeln, was soll ich sagen, ich mache Fortschritte ;) . Gebrüllt wird selten, meist aus einer Schrecksituation heraus. Leon reagiert sehr gut auf unterschiedliche Stimmlagen, das hilft. Ich denke, wir haben unseren Weg gefunden.

  • Ich akzeptiere, so denke ich, eigentlich ziemlich viele Wege.

    Muss ich ja fast, weil ich die entsprechenden Hunde nicht kenne, ich kann daher nicht beurteilen, ob der Hund eine Regel noch nicht gut genug kennt oder ob er gerade seine Grenzen testet.

    Was mir widerstrebt ist jede Handlung, die eigentlich nur dazu dient, dass der Mensch sich Luft macht und seinen Ärger los wird.

    Und es muss sowas wie die "Verhältnismäßigkeit der Mittel" sichtbar sein. Wenn ein Hund nicht schnell genug "Sitz" macht und er wird mit der Leine nach hinten runter gerissen z.B. find ich zum K***n

  • Zitat

    Ich hab ja schon einiges durch. Anfangs habe ich versucht nach Bauchgefühl zu erziehen.
    Dann kam ich u.a durchs DF auf den Trichter, nur positiv sei gut etc.......Mit meinem eigenen Hund bin ich dabei aber an meine Grenzen bekommen und ich habe gemerkt, das geht so nicht.
    Also wurden Grenzen gesetzt und die werden auch mal mit körperlichem Einsatz durchgesetzt und das ganze fällt durchaus in die positive Strafe. Seitdem komme ich aber mit meinem Hund wesentlich besser aus und es passt einfach besser zu uns.

    Wieso wird so häufig behauptet, Menschen die positiv erziehen setzen keine Grenzen? Und wieso müssen Grenzen überhaupt mit "körperlichem" Einsatz durchgesetzt werden? Mir völlig unverständlich.
    Bsp Leinenführigkeit. Wenn ich so um mich herum schaue wie inkonsequent viele ihren Hund an der Leine führen und wie vielfältig der ziehende Hund dann aber schön geredet wird, wundert es mich nicht, dass die meisten "Versuche" zum Scheitern verurteilt sind. Die HH sehen das aber meist nicht so, hier ist es die "Methode" die nichts taugt. Dann versucht man früher oder später einen aversiven Ansatz und siehe da, über das Meideverhalten gibts sofort "spürbare Erfolge", so ganz ohne Nachdenken, zeitlichen Aufwand, Erziehungs"arbeit" und Konsequenz...

    Über die Jahre ist mir mein missionarischer Drang (leider) abhanden gekommen, ich äußere mich kaum noch zu den Erziehungsversuchen von HH die mir so begegnen, außer die Demonstrationen sind entsprechend krass.

    Bei mir zuhause und in Situationen wo ich die Richtung vorgeben kann, sage ich deutlich nein (und erkläre das bei Bedarf gerne, zeige Alternativen auf, wenn es sein muss auch mehrfach) zu jeder Form von Gewalteinwirkung bei der Erziehung und ganz besonders im Hundesport!

  • Na ja, manchmal bin ich eben "gemein" zu meinem Hund. Beispiel: Katzen jagen.
    Ich bin mir sicher sie hat nach drei Jahren kapiert, dass ich im Gegensatz zu ihr es nicht witzig finde diese Burschen auf den nächsten Baum zu scheuchen.

    Die erste gemeine Lektion:
    An der Leine, Katze gegenüber, fällt aus - wir gehen weiter, tun wir auch, nur Hund läuft mit Kopf nach hinten vorwärts. Sowas ist halt blöd, wenn man dann auf dem Gehweg gegen das Schülerlotsen-Schild rummst.

    Die zweite gemeine Lektion:
    Hund schnüffelt laaange, ich hatte sie an der Schlepp, ca. 7 m. Sehe Katze, Hund sieht Katze, sprintet plötzliich los - fieses Frauchen sprintet ebenfalls los, aber in die andere Richtung. Rumms - Leinenende. Hund macht fast einen Rückwärtssalto. Nein, das fiese Frauchen ist heute nicht stehengeblieben und hat sich fast die Schulter auskugeln lassen. Den Blick hättet ihr sehen müssen, schüttelt sich "Hoppala, was war jetzt dös?", dreht sich um und kommt zu mir gelaufen.

    Seitdem werden Katzen nicht mehr angesprintet :hust:

  • Zitat


    Allerdings find ich die Ausgangsfrage - wenn auch schon über 3 Jahre alt - sehr interessant und würd es nicht schlecht finden, wenn der Fred mal wieder Leben eingehaucht bekommt.

    Drum mach ich mal den Anfang:
    Was ist für mich in der Hundeerziehung tolerierbar? Alles was der Hund nachvollziehen kann und ja das beinhaltet auch körperliche Strafe wenn angebracht und so aufgebaut, dass sie fair und für den Hund verständlich ist und er bereits im Vorfeld Verhaltensweisen gelernt hat, durch die er die Strafe jederzeit abwenden könnte.

    Mal eine Frage, da es mich im Moment auch "umtreibt":

    muss bzw. kann ich denn immer vorher ein Alternativverhalten aufbauen, oder ist es nicht sinnvoll, einzuplanen, was für einen Hund ich habe und dann die Rahmenbedingungen zu schaffen, dass er auch einen harten Abbruch meinerseits verstehen kann? Die Rahmenbedingung wäre eine vertrauenvolle und berechenbare Beziehung.

    Was ich sagen möchte: (bestimmte?) Jäger fangen erst mit einem gewissen Alter zu jagen an - vorher tun sies nicht. Aber irgendwann taucht das Karnikel oder die Ente auf und neben mir - oder 10 m weg von mir :verzweifelt: - startet ein Jungspund mit einem Sprung in 1 m Höhe, der das noch nie gemacht hat bis dato, durch. Anderes Beispiel: Prollgehabe eines Jungspunds. Da kann ich defacto nicht vorher Verhaltensregeln aufstellen, weil er sowas ja eben einmal das erste mal zeigt.

    Meine Lösung wäre: währet den Anfängen. Ein wirklich heftiger Anschiss (und zwar mehr als ich es normalerweise in Betracht ziehen würde), auch bestimmt körperlich mit starrem Griff und dann haben wir das erst mal "klar gestellt". Beruhigt er sich, kommt dann sofort ein Lob. Aber hier wäre ich durchaus für die Methode, ihm zu zeigen, wer hier das sagen hat. Ohne Schmerzeinwirkung, aber heftig und zwar beim Allerersten Mal, damit sich das prägt.

    Ich denke, es wäre hier sinnvoller, das umgekehrt zu machen, als hier beschrieben: erstmal ein heftiger Schock und dann kommt das freundliche Miteinander Arbeiten. Selbst bei meiner Kleinen hat das so gut funktioniert mit Sachen von der Strasse fressen.

    Und klar, dass man nur ein Wattebäuschchen wie meines wie ein Wattebäuschchen behandelt und das auf den Hund einnordet.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!