Ein Leben lang Leckerchen?

  • Welch wahre Worte! :gut:

  • Zitat

    Das war immer so mein Gedanke. Wenn man eine gute Bindung hat, dann kommt der Hund, weil ICH das sage, denn ICH bin die "Leitperson". Ich dachte immer, darauf würde es ankommen. Das wäre quasi der Schlüssel zum Erfolg ;)
    Aber woran merkt man, dass die Bindung gut ist? Ich hab das Gefühl, bei Paula und mir ist das nicht ganz klar.

    Ich denke, das hast Du einen Gedankenfehler. In einem Hunderudel würde ein "Chef" seine "Untertanen" nicht zu sich rufen. Den würde es auch nicht die Bohne interessieren, wenn die Abhauen. Warum auch.

    Für den Hund ist das zu uns kommen ein "Trick" wie Pfötchen geben.

    Wenn Du wissen willst, ob Dein Hund Dich respektiert, dann solltest Du eher darauf achten, dass er sich nicht ohne beschwichtigendes Verhalten in Deinen Individualbereich begibt und das auch schon gar nicht unaufgefordert.

    Der Begriff Bindung wird in meinen Augen immer völlig missverständlich gebraucht. Oftmals ist er der Ausdruck dafür seinem Hund Verhaltensweisen anzutrainieren und zuzugestehen, die man eigentlich unterbinden sollte. Ein Hund, der z.B. ständig Körperkontakt mit einem eingeht ohne Aufforderung oder einen ständig im Blick hat, wird in meinen Augen zum Kontrolleur seines Besitzer ausgebildet.

    Ich arbeite genau andersherum: Bevor ein Hund sich mir nähern darf (auf meine Aufforderung), muss er zeigen, dass er Distanz wahren kann!

    Viele Grüße
    Corinna

  • Bei uns ist die Form der Belohnung sehr von der Situation abhängig.

    Wenn ich mir beiden Hunden arbeite, dann kann ich hervorragend mit Aufmerksamkeit belohnen und mir (zum Beispiel beim Herankommen) die Konkurrenz zwischen den Beiden zunutze machen.

    Wenn ich mit Lotte alleine arbeite, kann drinnen auch Streicheln oder Kuscheln eine Belohnung sein. Auf dem Hundeplatz, kann Lotte es nicht leiden gestreichelt zu werden.

    Trudi könnte ich immer mit Leckerchen belohnen, Lotte interessiert sich wenn sie sehr aufgeregt ist nicht für Leckerchen, aber ein Spielzeug funktioniert fast immer. Allerdings fährt sie dabei sehr hoch, für Übungen, die Geduld und Ruhe erfordern eignet sich ein Spielzeug also weniger.

    Grade beim Herankommen arbeite ich aber auch mit Strafe, denn (grade im Aufbau des Kommandos) habe ich mich nach dem Rufen umgedreht und bin gegangen. Auch heute verstecke ich mich manchmal nach dem Rufen. Dann ist die Freude, wenn Hundi mich findet natürlich besonders groß.

  • Ich hab auf jedem Spaziergang Leckerlies dabei. Sie bekommt sporadisch eins, wenn sie besonders schnell gekommen ist, oder auch nur einfach so.

    Mein Papa erzählt mir oft am Telefon, dass meine Eltern während den Wanderungen, die sie oft unternehmen einen Hund treffen, der super hört. Ohne Leckerlies. Ich muss mich dann immer rechtfertigen, dass die anderen Hunde eben anders belohnt werden. Er siehts nicht ein und findet es ganz toll wenn andere Hunde ganz ohne Leckerlies hören. Wenn ich mit Mila bei meinen Eltern bin, bekommt Mila für jeden Pups und auch wenn sie grad am betteln ist, was von meinem Papa. So was nenn ich doch mal konsequent. :headbash:

    Mir ist das mittlerweile egal. Ich mach es so wie ich es für richtig halte.

  • Hallo,

    Bei Nuri weiss ich, dass es für sie draussen keine Belohnung ist, wenn ich sie z.B. fürs Herkommen streichele. Das mag sie gar nicht und es wäre eher eine Strafe. Ein Leckerli ist da viel besser.

    Wir nehmen auch immer Futter/Leckerli mit und die gibts dann als Belohnung - für schwierigere Sachen besonders gute, für alltägliche Sachen, die sie gut kann, das normale Futter, nur so als Bestätigung.

    In unserer Hundeschule wird eben mit Belohnung durch Leckerli gearbeitet. Anders kenne ich es nicht - ich wüsste bei Nuri auch nicht, wie ich sie sonst belohnen kann. Wie gesagt, draussen streicheln als Belohnung ist nicht so ihr Ding, und zum spielen muss ich sie immer erst animieren, manchmal will sie auch gar nicht richtig.. wäre auch keine richtige Belohnung. Natürlich bekommt sie manchmal auch mal kein Leckerli für etwas, was sie wirklich gut kann, sondern ich lobe sie dann mit der Stimme und freue mich. Aber für alles, was noch etwas schwieriger ist, gibts ein Leckerli oder Futter. Vor allem das Gute ist, sie weiss nie, was sie als nächtes bekommt - mal ist es Futter, mal ein Keks, mal etwas ganz besonderes - so bleibt es spannend. :lol:
    Sie erarbeitet sich so einen Teil ihres Futters. Und so wird es auch immer sein, ich sehe da nichts Schlechtes dran.

  • Im Park meinte letztens eine Frau zu mir, die einen Gordon Setter hatte den sie einfangen mußte, weil er nie zu ihr kam, dass sie ihrem Hund keine Leckerlie gibt, weil sie möchte das er zu ihr kommt, weil er das will und nicht weil er dafür was zu fressen kriegt.

    Damit wollte sie unsere Erziehungsmethode degradieren, da wir immer nen Büddelchen mit Hähnchenbrustfilet und Käse dabei haben. Unser Hund wird dann flexibel belohnt .. bei Sachen die er neu lernt kriegt er öfters Leckerlie, bei Sachen die er können muss, nur ab und zu. Wir geben ihm dann Leckerlie und je nachdem wird er durchgekuschelt *lach*.

    Mir ist das relativ egal, wie andere das händeln, jeder hat da so seine Philosophie und der Erfolg gibt uns Recht. Max hört mit oder ohne Leckerlie und das ist wichtig.

  • Bin ich nur mit meinen Hunden unterwegs, hab ich meist nicht mal Kekse dabei. Die sind alt genug, können das was ich beim normalen laufen will und sollen das bitteschön ohne locken ausführen. Gelobt wird natürlich trotzdem, aber das geht auch ohne Kekse/Spielzeug..

    Bei einem jungen Hund, der es erst lernen muß, oder wenn meine etwas neues lernen, ist immer was dabei (Spieli oder Kekse). Und auch als ich noch mit mehr als nur meinen beiden gelaufen bin (ich Feigling :lol:)

  • Also ich kenne keinen einzigen Hund der kommt "weil er das will" oder "weil er Frauchen/Herrchen so gern hat". Ich seh das genau wie Corinna, konditioniert wird immer.
    Ich habe oft eher das Gefühl, dass viele nicht zwischen Bestechung und Belohnung unterscheiden können, und das es bei vielen HH auch in Bestechung ausartet, oft weil das das Timing und die Körpersprache nicht stimmt.
    Außerdem kommt es auch stark auf den Hund an, ich habe Hunde in Kursen, da ist eine Streicheleinheit oder ein starkes stimmliches Lob ganz super und es gibt Hunde (wie meinen und viele andere Hüte- und Treibhundrassen) da kann ich eine ruhige Übung nicht mit "Feeeeeiiiiiiner" loben, denn dann ists vorbei mit der Ruhe, genauso wenn ich ihn knuddel- dann dreht er nämlich auf.
    Wenn ich allerdings will, das er mit Affenzahn zu mir kommt, dann geht das prima mit "Feeeeeiiiiinnn", da brauch ich gar nix weiter.

    Schlußendlich zählt obs funktioniert und zwar ohne genauso gut wie mit. Problematish seh ich das erst, wenn man ohne Leckerchen nicht mehr aus dem Haus gehen kann, weil der Hund dann nicht mehr hört.

    Und was das Rudelleben betrifft, naja, klar, kein Wildhund und kein Wolf verlang jemals sowas völlig sinnfreies (aus Hundesicht) wie "Sitz" usw. ABER: natürlich bietet das Zusammenleben Vorteile, die gemeinsame Jagd, die Versorgung auch wenn man selber nicht dabei war, die Sicherheit usw. Wäre es sinnlos, würden solche Verbände nicht bestehen. Kein Lebewesen dieser Welt tut etwas ohne davon zu profitieren. Da wir Ansprüche stellen, die über ein canides Rudelleben hinausgehen, müssen wir auch Profite anbieten die darüber hinausgehen- das ist nur logisch.

    Abgesehen von alldem:
    Ich belohne meinen Hund gerne! Ich freue mich wenn er Dinge richtig macht und gebe ihm gerne ein Leckerchen dafür- auch wenn es nicht nötig ist.

    lg susanne

  • Bestechung ,,,, das sind für mich die Leute die ihren Hund sinnlos vollstopfen, ohne das er auch nur eine Pfote gekrümmt hat ... das finde ich auch daneben ... aber Belohnung, sinnvoll eingesetzt, ist durchaus nicht verkehrt ... und wie gesagt wurde ... natürlich auch altersabhängig.

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