Ein Leben lang Leckerchen?

  • Ha, wenn ich meinen Hund über Streicheleinheiten belohnen würde, der würd mir nen Vogel zeigen. Maja sind Streicheleinheiten sowas von furzpiepegal, wenn wir unterwegs sind als Belohnung, das kannst du dir nicht vorstellen. Jaaaa, ich könnt natürlich meinen Hund den lieben langen Tag völlig ignorieren, damit er Wert auf meine Streicheleinheiten legt, das ist aber m.E. nicht der richtige Weg, einfach weil ich ihn ja belohnen will, nicht ihm die Belohnung "aufzwingen" will.

    Wo ist die Belohnung denn bitte noch Belohnung, wenn sie eigentlich unerwünscht ist und ich sie nur etabliere, weil es nix anderes gibt. Ich weiß, der Mensch-Hund-Vergleich ist nicht gern gesehen, aber nur zur Verdeutlichung: Wenn meine Eltern irgendwann mal auf die Idee gekommen wären, mir immer, wenn sie mir was Gutes tun zu wollten, einen Champignon zu geben (ich hasse Champignons!), dann wäre das keine Belohnung gewesen. Also hätte ich nix zu essen mehr bekommen, so lange, bis ich auch Wert auf die Champignons gelegt hätte, eben weils ja nix anderes geben würde. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich das dann tatsächlich als Belohnung gesehen hätte oder als etwas Positives.

    Ich will meinen Hund nicht mit etwas "belohnen", worin für ihn eigentlich keine Belohnung steckt. Eine Belohnung ist für mich etwas, was der Hund von Natur aus genial findet, bei dem einen das Leckerchen, beim anderen das Zerrspiel, beim nächsten das verbale Lob, beim nächsten das Streicheln. Muss ich den Hund erst "zwingen", diese Belohnung anzunehmen, ist es für mich keine Belohnung mehr, eben weil es nichts Positives ist, sondern weil der Hund nur aus der Not eine Tugend macht.

    Im Übrigen ist es kein Drama, wenn ich mal keine Leckerchen dabei habe. Mein Hund hört trotzdem, er hat ja gelernt, dass es ab und an was gibt, nciht immer. Also gibt es auch auf Spaziergängen, bei denen ich etwas dabei habe, Gelegenheiten, bei denen Maja etwas richtig macht, ohne etwas dafür zu bekommen.

    LG, Henrike

  • Ich werde wohl auch ein Hundeleben lang immer ab und wann Leckerli einsetzen. Finde ich nicht schlimm, da das "Herkommen" ja eine unnatürliche Verhaltensweise für einen Hund ist und so kann er immer dafür belohnt werden, dass er dieses tolle Kunststück kann. Mein Freund belohnt nie mit Leckerli "zu anstrengend" :headbash:

    Da ja auch Labrador in meinem Knuddel steckt, ist für Fressen immer zu haben und wenn es darum geht, lernt er auch sehr schnell neue Kommandos :D

  • Meine zwei Junghunde sind bisher ohne Leckerchen ausgekommen.
    Meine Große lässt sowieso fast alles Fallen was ich ihr aus der Hand gebe, außer Fleisch/Dosenfutter das frisst sie die Fleischwurst wollte sie nicht.

    Und man muss einen Hund nicht ignorieren damit er Streicheleinheiten toll findet, wenn man sie von Welpe an darauf prägt finden sie es einfach gut.

    Belohnung sind bei mir außer die Streicheleinheiten (übern Kopf streicheln, Seite klopfen) die Stimme und der Trieb, wenn sie gut arbeiten, dürfen sie beißen. Wenn sie nicht gut arbeiten werden sie vorher abgerufen. Oder das beißen wird untersagt.

    Ein lauter Pfiff ist auch nicht das Kommando zum herkommen sondern beim meinen die Aufforderung zu laufen und zu packen.

    Genauso steigern meine Hunde ihren Trieb wenn ich lauter werde.

    Und das sich ein Hund nicht anfassen lässt, sollte es nicht geben, das würde ich üben und zur Not wird zwangsgekuschelt und auf den Rücken gelegt etc. es gibt Situationen wo man den Hund anfassen muss. Ich bin froh das bei meiner Kleinen geübt zu haben denn so kann ich kleine Bissverletzungen selber behandeln, Haare wegschneiden desinfizieren...

  • Huhu

    Zitat

    Ist es "schlimm", den Hund ein Leben lang mit Leckerchen zu "locken"?

    Hmm ja, ich fände das schlimm.. allerdings mach ich das jetzt an dem wort locken fest. Ich locke meinen Hund nicht mit Leckerlies (oder Spielzeug, ist ja eig das selbe), sondern ich belohne/bestätige ihn damit!! das ist ein großer Unterschied, der meiner Meinung nach sehr wichtig ist. also ich spreche jetzt nicht von der lernphase, sondern von der Phase, in der der Hund schon verstanden hat was des entsprechende Kommando bedeutet, es also kann.

    Wenn ich meinen Hund ewig mit nem leckerlie locken müsste, damit er z.B. herkommt, dann mach ich was grundlegendes falsch! Dann kommt er sicher nur, weil ich ein Schnitzel in der Hand hab, wenn ich ihn aber mit einem Leckerlie bestätige, d.h. die korrekte Ausführung eines Kommandos (z.b. "komm") belohne, dann ist das kein Locken, sondern ich rufe "Komm", der Hund kommt angerast, ich lobe und hol Futter raus und gibs ihm.

    Also nicht falsch verstehen, ich arbeite auch viel über Futter, aber man sollte es zumindest soweit wieder abbauen (können) irgendwann, dass man nur noch variabel bestätigt,alo nicht mehr jedesmal, und das trotzdem die Motivation des Hundes so hoch hält, dass er jedesmal schnell kommt.

    lg Christine

  • Zitat

    Belohnung sind bei mir außer die Streicheleinheiten (übern Kopf streicheln, Seite klopfen) die Stimme und der Trieb, wenn sie gut arbeiten, dürfen sie beißen.

    Was meinst du mit beißen?

    Ich würde meinen Hund niemals zwingen sich streicheln zu lassen. Entweder mag er es oder nicht.

  • Zitat

    Was meinst du mit beißen?

    Ich würde meinen Hund niemals zwingen sich streicheln zu lassen. Entweder mag er es oder nicht.

    Sehe ich auch so. Und gerade über den Kopf streicheln mag kein Hund - er duldet es, aber er mag es nicht. Und das noch als "Belohnung"...

    Von Welpe an "prägen" - manche haben ihren Hund nicht von Welpe an, wie ich z.B.
    Und selbst wenn ich ihn hätte, kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Hund, der auch sonst gestreichelt wird und sich nicht danach sehr sehnt, in einer Situation in der er abgelenkt ist und trotzdem ein Kommando ausführt dann von mir angegrapscht werden will und das auch noch toll findet.. In der Hundeschule konnte man immer beobachten, wie Hunde, die nach Kommando dafür gestreichelt wurden, immer ein Schritt rückwerts gehen oder aber den Kopf kurz wegdrehen oder über die Schnauze lecken - alles Zeichen dafür, dass es ihnen unangenehm ist und sie es bestimmt nicht als Belohnung empfinden.. nur das sehen die Halter oft nicht. Habe ich auch früher nicht, bis ich darauf aufmerksam gemacht wurde und es auch angefangen habe zu beobachten.

  • Warum mögen Hunde es denn nicht, am Kopf gestreichelt zu werden ? :???:

    Ach wenn ich Paula anfeuer und mich freu und sie dabei streichel, habe ich gemerkt ,dass ihr das richtig gut gefällt. Sie guckt dann zwar ein bisschen nach dem Motto: hm, ich dachte ich bekomm was Leckeres. Da ich aber hier den guten Tipp mit der Variation bekommen habe, ist das völlig i.O. :)

  • NeonBlack hat wirklich recht. Hunde mögen es nicht über den Kopf gestreichelt zu werden (alles was von oben kommt) auch das berühmte "Klopfen/Tätscheln" ist für Hunde eher unangenehm als schön. Ich bin ein bekennender Martin Rütter Fan und habe das gelernt, dass es für einen Hund eigentlich keine Belohnung ist, aber es ist besser als gar nichts. Als Belohnung nur streicheln und beim Kopf immer von der Seite oder von unten.

    :gut:

  • Also das ist Unsinn.

    Meine Hunde laufen mir in die Hand das heißt wenn ich die Hand nach unten halte legen sie von unten den Kopf hinein.

    Und meine Hunde mögen es über den Kopf gestreichelt zu werden, da dreht sich kein Hund von mir weg und es leckt sich auch keiner über die Schnauze wenn ich ihn streicheln.

    Und wenn man meine am Kopf tätschelt dann halten sie noch hin und freuen sich.

    NeonBlack
    wie belohnst du deinen Hund dann in einer Situation in der er abgelenkt ist?
    Und viele der Hunde die in der Hundeschule zurückweichen oder den Kopf drehen das liegt oftmals daran, das sie denken die Hand die Kommt in der ist Futter, also wird mir der Nase/dem Kopf die Hand verfolgt, ist auch ne ganz einfache Sache um dem Hund das Sitz beizubringen, hand mit Futter übern Kopf nach hinten Führen, Hund fixiert die hand un setzt sich hin.

    Wie ich aber schon erwähnt habe ist diese heftige Art wie der Hund teilweise aufs Futter fixiert ist der Auslöser um den Hund rückwärts gehen zu lassen z.B. beim streicheln oder beim Griff ans Halsband.

    Und die Streicheleinhait als Belohnung bedeutet nicht das man den Hund ansonsten nicht anfasse soll, oder darf.
    Meine Hunde werden umfangreich geknuddelt, hochgehoben, auf den Schoß gesetzt oder sie krabbeln von alleine drauf.
    Frida wedelt sobar mit dem Schwanz wenn ich sie um den Bauch packe und Kopfüber hochhebe.

    Aber vielleicht habe ich ja in meiner Erziehung etwas Falsch gemacht, nachdem ich nicht dem Normalen Hund habe, der vor einer Hand zurückweicht, sondern einen Hund habe der am liebsten in mich reinkriechen würde wenn er die Möglichkeit dazu hätte und der Körperkontakt toll findet und mit dem man sich über den Boden wälzen kann und der in einen reinrennt weil er nie gelernt hat das man wenn Frauchen ruft bremsen muss wo Frauchen ist, sondern das da nur 2 Arme sind die sich freuen dann den Hund durchzuknuddeln und der Hund will da schnellstmöglich hin und am besten ganz nah. Und der einem sogar in den Arm springt und mir das Gesicht ableckt.

    Meine Hunde finden Körperkontak toll. Aber ich würde an mir zweifeln wenn sich mein Hund nicht anfassen lässt und auch einen Ausgewachsenen Hund ud auch sehr ängstliche Hunde kann man mit der Zeit anfassen und Knuddeln und als Belohnung streichen. Man muss nur wissen wie man mit ihnen umgeht.

  • "Man muss nur wissen wie man mit ihnen umgeht". Genau das ist der Schlüsselsatz in der Geschichte. Ich streichel meinen Hund auch zur Belohnung und wenn ich ihn auf dem Kopf streichel oder ihn tätschel würde er niemals weg gehen, aber ich weiß genau, dass er andere Streicheleinheiten viel lieber mag und ihm nicht unangenehm sind. Natürlich sind alle Hunde unterschiedlich und manchen Hunden gefällt dies und anderen das. Es wird einfach verallgemeinert aber das Wichtigste ist eben zu wissen "Was will mein Hund?" und "Was mag er gar nicht?"

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