Hütertrieb? Wann fings bei euch an?

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    Also ich dachte immer das folgende Dinge zu Hütetrieb zählt:


    - anschleichen im Spiel mit geducktem Kopf/Körper
    - Ablegen
    - Fixieren
    - umkreisen
    - Beine zwicken



    das alles macht der Hund einer Freundin (Aussi-Border-Mix).


    Meine bis jetzt noch nichts davon. Aber kann ich deswegen davon ausgehen dass sie nur wenig bis keinen (falls es das gibt) Hütetrieb hat??


    Was sie macht ist alles Mögliche anbellen (auch Pferde und Kühe) aber ich denke eher aus Angst, da sie da das gleiche Verhalten zeigt wie bei nem Kürbis, oder sonstigen Dingen...

    Liebe Grüße


    Meike


    mit Lucie *27.03.08 (Border Collie)



    Ein gut erzogener Hund wird nicht darauf bestehen, dass Du die Mahlzeit mit ihm teilst;
    er sorgt lediglich dafür, dass Dein Gewissen so schlecht ist, dass sie Dir nicht mehr schmeckt.

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  • Zitat von "Iris + Berny"


    Wenn ein Hütehund keinen Hütetrieb hat, ist das halt Pech/Glück (je nachdem), aber man sollte doch auch damit rechnen, dass er auch mal durchkommt. Auch bei Show-hunden. Warum sind hier alle so erpicht darauf jeden Hütetrieb "im Keim zu ersticken"?

    Es geht nicht darum den Hütetrieb im Keim zu ersticken, sondern den (Hüte)Hund so zu erziehen, das er in seiner "Freizeit" keine Hüteambitionen aufkommen lässt, sondern nur bei der Arbeit am Vieh. Sprich den Hütetrieb in Verbindung mit Vieh zu wecken und zu fördern.
    Ich denke auch, der Hütetrieb kommt nicht irgendwann mal durch. Der Hund hat ihn oder hat ihn nicht. Deshalb finde ich es wichtig mit einem Hütehund (und hier vergiss mal das es s.g. Showlinien gibt) durchaus so ein Seminar zu besuchen um genau dieses festzustellen. Denn dann kann ich in der Erziehung auch darauf eingehen.


    Vielleicht kann man das so vergleichen: Du bringst Deinem Hund ein Kunststück bei. DU möchtest ja das auslösende Kommando dazu bringen, nicht der Hund soll dieses Kunststück ständig von sich aus wiederholen... weiß nicht ob das Beispiel etwas doof ist :ops:

    Gruß
    Jörg


    In der Ruhe liegt die Kraft


    "Erkenne die leichteste Veränderung und den kleinsten Versuch - häufig versuchen wir, zu früh, zu viel zu erreichen." Zitat von Ray Hunt

  • Zitat von "SaChi"

    Dazu würde ich ganz klar das Schattenjagen, Tropfen- und Staubfangen, etc. zählen.


    Das gibt es bei vielen anderen Rassen auch. Aufgrund seiner Dauerbereitschaft zur Arbeit und seiner Veranlagung auf optische Reize extrem zu reagieren, entwickeln Border Collies diese Macken häufig. Auch andere Rassen, die ihr Auge viel zur Arbeit nutzen, neigen dazu sich auf andere optische Reize zu fixieren.


    Zitat von "SaChi"

    Aber wie nennt ihr das unerwünschte Ersatzverhalten?


    Das, was es ist. Fixiert der Hund, nenn ich es Fixieren (oder gerne mal Glotzen). Umkreist der Hund, dann nenn ich es Umkreisen. Beißt er, dann nenn ich es Beißen.
    Alle möglichen "Macken" resultierend aus irgendeinem Instinkt findet man bei anderen Rassen auch.


    Zitat von "Iris + Berny"


    Was ist denn das "Probem" mit dem Hütetrieb? Wenn ich sehe, dass mein Hund anfangt Schatten, Wasser, oder sonst was zu hüten, warum sehe ich mich nicht nach einem besserem "Hüteventil" um? Also bringe ihm das richtige Hüten bei und lass ihn dann auch regelmässig hüten?


    Wie schon erwähnt. Zur Arbeit am Vieh gehört mehr als Fixieren können. Ich habe mal einen Border-Mix im Training gehabt. Der beherrschte das Fixieren bis zum Abwinken. Danach kam das Hetzen. sonst gab es nichts, was wir ihm entlocken konnten.


    Das ist ziemlich unschön für die Schafe und nicht zu verantworten... Der Hund hat aber immer noch das "Problem", dass er gerne fixiert und hetzt. Besonders ungünstig ist das, wenn Rehe den Weg kreuzen...


    Zitat von "BorderGirl"

    Also ich dachte immer das folgende Dinge zu Hütetrieb zählt:


    - anschleichen im Spiel mit geducktem Kopf/Körper
    - Ablegen
    - Fixieren
    - umkreisen
    - Beine zwicken


    Man beschreibt das Hüteverhalten beim Border Collie folgendermaßen, ich schreib mal die Kurzerklärungen dahinter, da kann man aber im Grunde noch zu jedem einen Roman schreiben...


    Eye - das Auge zeigen
    Style - die Arbeitshaltung
    Sheepsense - Gefühl für die Schafe
    Cast - Gefühl für Abstand und Tempo
    Power - die "Stärke" bzw. Ausstrahlung des Hundes (und darin auch der Biss)
    Will to please - die Bereitschaft zur Zusammenarbeit während der Jagd
    Brain - die Lernfähigkeit
    Keeness - die Affinität zum Vieh, oder etwas lapidar: Dass der Hund Dich auch bei widrigsten Umständen nicht allein da stehen lässt


    All diese Dinge müssen ausgewogen vorhanden sein - dann haben wir einen guten Arbeitshund vor uns. :^^:


    Viele Grüße
    Corinna

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  • Jocks_B


    Zitat

    Du bringst Deinem Hund ein Kunststück bei. DU möchtest ja das auslösende Kommando dazu bringen, nicht der Hund soll dieses Kunststück ständig von sich aus wiederholen...


    Ist mir schon klar, für mich hörte sich das nur so an, als ob Ansätze von Hüteverhalten prinzipiell total unerwünscht wären. Und das finde ich etwas seltsam, wenn man sich schon einen Hütehund holt.


    flying-paws


    Danke für die tolle Erklärung :D !


    Leid tun mir trotzdem diese "Hunde in der Mitte". Die zwar Lust haben zu hüten, es aber einfach nicht richtig können. Klar kann man die dann irgendwie anders auslasten, aber naja... Leid tun sie mir trotzdem.

    Grüsse,
    Iris + die Huskies "Dolina Volka", Daika (Hündin, 7 Jahre), Ebi(shkaja) (Hündin, 6 Jahre), Ewok (Rüde, 6 Jahre), Fritz (Rüde, 5 Jahre), Julius (Jungrüde), Jemma (Junghündin) und Katze Isis (18 Jahre)
    Berny (Terrierrüde) und Huskies Jaakko und Roots im Hundehimmel
    Photos und News der Hundebande

  • Zitat von "Iris + Berny"


    Ist mir schon klar, für mich hörte sich das nur so an, als ob Ansätze von Hüteverhalten prinzipiell total unerwünscht wären. Und das finde ich etwas seltsam, wenn man sich schon einen Hütehund holt.

    Vielleicht habe ich mich etwas ungeschickt ausgedrückt =) Für mich sind Ansätze des Hüteverhaltens nicht prinzipell unerwünscht. Im Gegenteil. Nur möchte ich diese Ansätze nicht in der "Freizeit" haben. Natürlich sind sie da, keine Frage, aber in die richtigen Bahnen lenken möchte ich sie am Vieh und in der "Freizeit" unterbinde ich das sofort. Deshalb ist mein Anliegen ja, dass man ein Hüteseminar besucht, auch wenn man gar nicht die Absicht hat zu hüten. Hier lernt man einfach mehr über seinen Hund, warum und weshalb er so manches tut.
    Wie wir zu einem Hütehund kamen würde hier den Rahmen sprengen... bei Interesse kann ich Dir das per PM beantworten.

    Gruß
    Jörg


    In der Ruhe liegt die Kraft


    "Erkenne die leichteste Veränderung und den kleinsten Versuch - häufig versuchen wir, zu früh, zu viel zu erreichen." Zitat von Ray Hunt

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  • Corinna & Jocks_B
    Danke euch für die ausfühlichen Erklärungen





    Gilt zwar nicht mir, ist aber hoffentlich ok, wenn ich was dazu schreibe?


    Anders herum könnte man Fragen, warum holt man sich einen Hütehund, wenns doch nix zum hüten gibt? ;)


    Es geht nicht darum, dass Ansätze von Hüteverhalten unerwünscht sind.
    Es geht vielmehr darum, Verhaltensmuster zu unterbinden, welche aus dem Hund einen Sklaven seiner Selbst machen.
    Im Extremfall hat man
    ein manisches Tier, das u.U. selbstvergessen stundenlang die gleiche Handlung ausüben kann (z.B. auf die Fußmatte hüpfen und die aufsteigenden Staubwolke zu fixieren), wenn man es nicht unterbindet.
    Daher ist es wichtig, solche Verhaltensansätze zu erkennen und diesen sofort und konsequent entgegen zu wirken.


    Ist man sich in Bezug auf das Erkennen und Maßnahmen unsicher, ist es m.M.n. immer empfehlenswert, sich mit erfahrenen Haltern auszutauschen bzw. sich nicht davor scheuen, sich hütehunderfahrene, kompetente Hilfe zu holen.

    LG Sabine + Chip
    ________________________________________

    Nichts ist so praktisch wie eine Theorie
    Albert Einstein

    Mal verliert man, mal gewinnen die Anderen

  • bei meiner kleinen bin ich mir gerade nicht so sicher, ob sie schon hütet, oder ob das einfach eine verhaltensweise ist, die auftritt, wenn sie beim spielen schon etwas müde ist/wird, oder mit dem rauen Spiel eines erwachsenen Hundes überfordert ist.
    so sieht das in der praxis aus: Lola (13 wochen, bc) möchte gerne mit bjarki (Shepherd+LabxBorder-Mix) spielen, der sie total ignoriert und sie im grunde genommen nur hinter ihm her rennt und um ihn herum springt. irgendwann hockt sie sich dann in menschennähe hin (also legt sich hin), beobachtet bjarki weiter, bis er wieder in ihre richtung läuft und rennt dann auf ihn zu, wenn er näher kommt.
    ist das schon eine hüte-verhaltensweise, oder ist das tatsächlich eine aussage a la: ich bin eigentlich zu müde (oder mir ist es zu doof) ohne ende hinter dir her zu rennen, aber wenn du wieder näher kommst, probier ich es doch nochmal?
    was sind eure einschätzungen?

  • Zitat von "SaChi"


    Anders herum könnte man Fragen, warum holt man sich einen Hütehund, wenns doch nix zum hüten gibt? ;)


    Naja, da hab ich meine ganz eigene Meinung dazu, ich glaube das fangen wir besser nicht an zu diskutieren, sonst sind wir nur noch offtopic :roll: . Ich persönlich mag echte Arbeitshunde. Ich würde deswegen auch nie einen Border holen in der Hoffnung er wird schon keinen Hütetrieb zeigen.


    Ich habe Huskies, die ziehen wollen und ziehen dürfen. Auch unter den Huskybesitzern sind die Meisten nur damit beschäftigt von Anfang an wie die Besessenen gegen das Ziehen zu arbeiten. Und ich frage mich "HALLO! Warum holt man sich dann einen Schlittenhund????"


    Und meine Huskies können auch unterscheiden, wann ziehen angesagt ist und wann nicht. Beide sind jetzt gut leinenführig (Daika ist ja erst 10 Monate alt) und man kann auch mal normal mit ihnen spazieren gehen. Und beide ziehen konzentriert und mit Freude, sobald sie im Geschirr sind.

    Grüsse,
    Iris + die Huskies "Dolina Volka", Daika (Hündin, 7 Jahre), Ebi(shkaja) (Hündin, 6 Jahre), Ewok (Rüde, 6 Jahre), Fritz (Rüde, 5 Jahre), Julius (Jungrüde), Jemma (Junghündin) und Katze Isis (18 Jahre)
    Berny (Terrierrüde) und Huskies Jaakko und Roots im Hundehimmel
    Photos und News der Hundebande

  • Mein Pumi will mich auch hüten was ich aber nicht zu lassen


    er wollte früher unsere drei Katzen hüten was ich unterbunden habe..im Rudel wird nicht gehütet..auch nicht draussen..



    Früher dachte ich auch mal ein Hüte Seminar machen aber dann kommt der Hund auf den geschmack..darum habe ich es nicht gemacht und werde es auch nicht machen..

  • Also so genau kenn ich mich mit dem Hüten etc. nicht aus. Aber irgendwie hinterläßt dieser Hütetourismus der sich im Moment breit macht einen faden Beigeschmack bei mir.
    Jeder der nicht mal im entferntesten daran denkt mal Schafe zu halten fährt auf irgendwelche Seminare und Trials und schiebt da Schafe durch die Gegend die vielleicht in dem Moment auch lieber was anderes machen würden. Nur um ihren Hund auszulasten und sich später zu profilieren.


    Klärt mich doch mal bitte auf, wie läuft das ab auf den Seminaren. Ist das wirklich alles sinnig in Bezug auf Tierliebe und nicht nur auf Hundeliebe????


    Ich bin auch immer am hadern ob ich mit unserem kleinem Border mal auf ein Seminar soll. Aber was hat es für einen Sinn wenn ich doch zu Hause keine Schafe zum hüten habe.
    Ich dachte auch erst unser Hund zeigt ja wenigs Hüteverhalten und bleibt vorallem immer kontrollierbar. Es war sehr leicht jedes aufkommende Fehlverhalten in die richte Bahn zu lenken. Ich dachte super, brauchste ja garnicht drüber nachdenken ob die mal hüten soll oder nicht.
    Mit einem Jahr hab ich sie dann das erste mal mit zu den Schafen (nur 4) und Ziegen genommen. Da war ich dann doch ein bißchen sprachlos. Ich wußte ja das Border Schafe sehen aber das meine Kleine sofort von weiten erkennt was da hinterm Zaun lauert hätt ich nicht gedacht.

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