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Beiträge von Iris + Berny

    Berny, mein erster Hund, hatte ein Schutzverhalten und sehr starken Wachtrieb.


    Ich hatte von beiden Trieben echt nur die negative Seite und habe deswegen mit der Zeit immer stärker kontrolliert (am Anfang war ich einfach nur überfordert).


    Fremde Leute werden angeknurrt und eventuelle Wadengeschnappt wenn sie ihm nicht gefallen. Einfach mal von Fremden gestreichelt werden geht mal gut, mal nicht. Dazu kam dass er Kinder grundsätzlich nicht mochte und da auch gerne mal zugeschnappt hat.


    Mit Leidenschaft wurde alles Verbellt was er ausserhalb des Gartenzauns sah, oder hinter der Haustür erroch. Da kann man auch mal schnell auf Besuch die Besucherwohnung gegen heimkommende Familienmitglieder beschützen *ups*.


    Als kleiner Gartenzwerg mit einem herzigen Teddybärenlook hatte ich nie Probleme mit Recht und Ordnung. Aber ganz ehrlich, wäre er mit dem gleichen Verhalten ein Rottweiler gewesen, hätten alle laut geschrien...


    Naja, das war also sein Verhalten wenn man ihn einfach machen liess. Was ich dann natürlich sehr schnell nicht mehr tun habe lassen. "Platz" wurde so gut geübt bis ich ihn absolut überall einfach ablegen konnte was die Bewacherei ziemlich eingedämmt habe. Beim Gartenkläffen wurde er systematisch und sofort hergerufen. Bis es ihm zu blöd geworden ist jedes mal herzukommen und aus der Bellerei nur noch ein kurzes Wuff wurde.


    Für den Schutztrieb gab es Doppelprogramm: einerseits mehr sozialisieren (sosehr man bei einem 5 jährigen Hund davon reden konnte) und mit Leckerlis und Spiel fremde Leute schönreden. Andererseits das Hintatschen von fremden Leuten absolut unterbinden (ICH bestimme wer meinen Hund angreifen darf). Das hat ihn irrsinnig entspannt und das Problem schon mal zur Hälfte gelöst.


    Jetzt habe ich nur noch Huskies die generell weder Schutz- noch Wachtrieb habe und es ist einfach der totale Genuss! Ich brauch das einfach nicht mehr.

    Ich finds auch unfair für den "braven" Hund. Der dient ja dann praktisch als Fussfessel für den anderen.


    Abgesehen davon würde das bei meinen in die Hose gehen, da reisst dann einfach der jagdfreudige den braven (aber prinzipiell auch jagdfreudigen...) Hund mit und beide düsen ab.


    Ich lass nur die von der Leine, die ich wirklich unter Kontrolle habe. Alles andere bleibt an mir angeleint. Zum Wandern dann halt mit 10m Leine am Geschirr und Bauchgurt.

    Funktionniert das bei euch wirklich gut? Ich meine kapiert der Hund die beiden extremen: Zuggeschirr = es wird ausschliesslich gezogen, Spaziergeschirr = es wird null gezogen ?


    Unsere tun sich schon im Halsband nicht leicht nicht immer wieder mal sich volle Kanne reinzulegen. Ich muss echt permanent das Auge drauf haben und sie erinnern.


    Ich hab auch irgendwie Angst, dass ich sie am Führgeschirr weniger unter Kontrolle habe (= mitgeschliffen werde). Die Schleppleine mit dem Norweger hab ich nämlich auch am Bauchgurt.

    Bei uns sind sie nackt die meiste Zeit (im Gehege, Garten und im Haus).


    Im Zuggeschirr zum Training (= ziehen).


    Und am (breiten nylon) Halsband zum Spazierengehen ohne ziehen.


    Haken ist, dass das Spazierengehen ohne ziehen selten 100% ohne Ziehen abgeht. Intelligenter wäre sicher was geschirrartiges. Aber einerseits brauchen wir es eh so selten (sie dürfen fast immer ziehen). Und andererseits habe ich doch Angst, dass sie dann im Zuggeschirr auch nicht mehr sicher sind was von ihnen gefragt ist.


    Bester Kompromiss ist im Moment das Wandern mit Hunderucksack. Da schnall ich die Schleppleine an das Norwegergeschirr auf dem der Rucksack aufgeklettet ist.

    Mach mal halblang. Das ein mittelgroßer bis großer Hund, egal welcher Rasse, mit 8 Jahren so langsam seinen absoluten physichen Leistungszenit überschritten hat und etwas kürzer treten muss, ist völlig normal, selbst wenn er dann noch nicht alt ist und noch lange etwas kleinere Belastungen mitmachen kann.
    In dem Link von dir ist nur ein einziger Hund vermerkt, soweit ich das jetzt überblicken kann, von dem es heißt, er wäre 18 Jahren und würde noch in Geschirr laufen. Der stammt aber aus einer Hoardingsituation und somit ist das Geburtsdatum wahrscheinlich nicht zuverlässig bekannt (kann aber gut sein, dass der Hund jünger ist als geschätzt, wenn er so vernachlässigt wurde, das passiert häufiger mal), und außerdem steht da nicht, wie weit und wie lange der Hund noch mitläuft - die 20-30 km stehen bei anderen Hunden.

    So schauts aus. Man kann das nicht verallgemeinern. Mit Roots ist übrigens nie gezüchtet worden.


    Und Jaakko, der besagte Tophund, ist mit 11 zu uns gekommen und bis 13 noch problemlos im Gespann mitgelaufen. Er war bis 1 Woche vor seinem Tod (mit 15) von Topgesundheit. Wir haben ihn übrigens nicht genommen WEIL er ein Tophund war, sondern aus rein sentimentalen Gründen. Weil er Daikas Papa ist, weil er dort so deprimiert war und er so ein lieber Kerl war. Für mich war er ein reiner Traumhund *immer noch schwärm*!


    Hundeathleten sind halt wie Menschenathleten. Der Leistungszenit bei Ausdauersport so von 25 bis 35, die ganz Begabten bis 45 aber irgendwann gehts halt langsam wieder bergab. Man ist dann noch immer sehr aktiv und deutlich aktiver als der Durchschnittsmensch, aber mit Leistungsport ist halt nichts mehr.


    Wenn ich Profimusher sage meine ich nicht hauptberuflicher Sportler. Ich wüsste nicht, dass es im Schlittenhundesport in Mitteleuropa so was gibt. Das sind Leute die mit ca. 50 Hunden den Winter über Touristen herum kutschieren. Denen liegt auch sehr viel an ihren Hunden, aber sie müssen auch ihre Familie damit ernähren. Da kann man keinen Oldie dem Touristen im Schlittennkorb auf den Schoss setzten, damit er sich mal eben erholt. Und wenn ein Hund die 20km am Vormittag nicht mehr schafft schleift man ihn nicht mit, auch wenn er die ersten 5 km noch so motiviert ist.


    Und für unsere hobbyverhältnisse ist so ein Hund immer noch die totale Kanone (kein Wunder, bei dem Training das der intus hat!).

    Hallo!


    Also ich kenne kaum Züchter die ihre Zuchthunde abgeben WEIL sie alt sind.


    Was aber hier durchaus gängig ist, ist alte/ältere Arbeitshunde (Huskies) abzugeben. Weil manche Hunde schon mit 8 Jahren nicht mehr recht mit den anderen mithalten können. Dann mit den Oldies daheim bleiben müssen und auszucken weil sie einfach lieber mit wollen. Denn alt in dem Sinn sind sie ja nicht.


    Die werden dann nicht per Kleinanzeige abgegeben. Das lauft eher so, dass eines Tages passionnierte Besucher vorbeischauen, oder Leute die schon nen Welpen von dort haben und einfach mal wieder hallo sagen. Die unglaublich auf den Hund abfahren und fragen ob es nicht möglich wäre ihn zu nehmen.


    Roots haben wir mit 8 Jahren genommen, damit er unserer jungen Daika (unser erster Husky) und uns den Job beibringt. Er war zu alt für die "echte" Arbeit (4 Stunden = 40km am Tag vorm Schlitten), aber bei uns ist er noch bis 11 mitgelaufen. Jaakko war Ex-Topzuchthund (Finlandimport). Er hatte regelrecht Depressionen weil er nicht mehr mit den anderen mitdurfte. Bei uns ist er total aufgeblüht, kleines Rudel, ein bisschen Ziehen aber nichts Extremes, der Traum!


    Die Profimusher mit 50 Hunden können sich Spezialbehandlung von den alten Hunden halt nur bedingt leisten. Sie behalten die, die im Oldie-gehege glücklich sind. Die anderen werden, finde ich, wirklich besser zu Hobbymushern mit Kleinrudel vermittelt.

    Also ich dachte immer dass ist nur eine Frage der Erziehung. Aber wenn ich mir hier die Erfahrungen durchlese, dann stimmt das so doch nicht.


    Die Rasse (oder genetische Veranlagung der Eltern) spielt wirklich sehr viel mit. Und danach der Charakter des Hundes. Und danach aber schon die Erziehung.


    Wir haben hier 3 unkastrierte Rüden + 3 unkastrierte Hündinnen. Und sitten immer wieder mal andere Hunde. Letztens hatten wir 6 unkastrierte Rüden + die 3 Hündinnen für eine Woche.


    Ging alles.


    Weil die Nordischen prinzipiell gut im Rudel haben und recht fein in der Kommunikation sind (da muss es nicht gleich krachen um sich Dinge zu erklären). Weil unsere aus Linien sind wo ich WEISS dass praktisch alle gut im Rudel leben.
    Und weil sie wissen, dass Raufereien von uns absolut nicht geduldet werden. Und ich wichtige Ressourcen (Fressen und Spielzeug) manage und sie nicht alleine damit lasse.


    Wenn man so was erst mal gewohnt ist, ist der wechsel zu einer anderen Rasse echt schwierig :roll: ! Der Foxterrier der Schwiegermutter ist 2 Jahre alt, unkastriert, sehr gut sozialisiert und recht gut erzogen. Ich finde ihn für einen Terrier echt sehr sozial. Aber im Vergleich zu unseren Huskies ist er brutal und ein sozialer Grobklotz!

    Ich LIEBE Superkleber, seitdem ich ihn für die Wundbehandlung entdeckt habe!


    Ich repariere Krallenprobleme damit: hier unser Artikel über Roots, der seine Kralle verloren hat. Ok, auf Französisch, aber mit Bildern: Hier clicken


    Ich hab mir selber eine recht tiefe (aber harmlose) Schnittwunde an der Hand repariert. Und Daika einen tiefen, grossen cut unterm Kinn (man sah die Zunge von unten *würg* aber geblutet hat nichts und weh hatte sie auch nicht).


    ABER: He, das ist das erste mal dass ich höre dass man den flüssigen Kleber direkt auf die Wunde tut. Ich verwende immer nur das Gel um mit einem oder zwei fetten Blops die Wundränder zusammenzukleben ohne die Wunde luftdicht abzudecken. Hat auch gut funktionniert.


    Ich verwende übrigens auch Superkleber um die Pfoten unserer Hunde zu flicken wenn wir gross wandern sind oder voll im Herst(zug)training. Man kann Risse kitten und Abriebe patchen (Radflicken draufkleben). Mit einem Bootie drüber kann der Hund komplett schmerzlos einfach weiterlaufen. Wenn man nichts tut dauert das Wochen und der Hund humpelt noch dazu.

    Die meisten Hunde haben meiner Meinung nicht die mentale Stärke uns zu beschützen. Die wollen von uns beschützt werden! Ok, sich gross machen und bellen ist schon drin, das wars dann aber auch.


    Wenn du Angst hast ist es wirklich klüger du arbeitest separat daran, mit einem Selbstverteidigungskurs der Polizei und dann eventuelle Pfefferspray oder ähnliches.


    Von unseren 6 Hunden würden nur 2 dazwischen gehen wenn ich ernsthaft Ärger hätte. Die eine ist nicht ohne Grund unsere Rudelchefin, der andere unser "Wächter" (er fühlt sich für die Sicherheit aller zuständig). Die 4 anderen würde sich hinter mir verstecken und zähneklappernd hoffen dass ich das regle!


    Und ich sehe es auch als meinen Job meine Hunde zu beschützen, nicht anders rum.

    Also für mich ist die Frage natürlich aufgelegt :D : wie könnte man mit einem Rudel Huskies NICHT Zughundesport machen??? Es ist einfach die geilste Beschäftigung schlechthin mit unseren Hunden! Sie fahren total darauf ab, für uns ist es einfach nur genial. Es ist ehrlicherweise auch fast die einzige gemeinsame Beschäftigung bei der ausnahmslos alle gemeinsam aktiv sind und sich einfach nur hemmungslos dem Spass hingeben können.


    Wandern ist toll, heisst aber für Hund wie für mich permanente Konzentration und Kontrolle (egal ob Freilauf oder Leine). Tricks üben im Garten ist auch fein, aber nichts gibt ihnen wie mir den Kick von km weit durch die Wildniss zu cruisen!



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