ANTI-JAGD-TRAINING oder Dr. Jekyll und Mr. Hyde

  • Tja, was ein schöner Thread.

    Es ist so schön, wenn die Jagdsau pendelt, aber immer auf einen achtet.
    Bestimmt 200m Radius hat und zurück kommt
    Sowas hatten wir vorletztes Wochenende, bis ein Feldhase vor ihr aufsprang.

    Keine Chance mehr, Hund war erst mal weg.
    Nicht lange, aber Frauchen war egal.

    Tja, ein selbstständiger Jäger halt, seufts

    gesendet vom Handy

  • Zitat

    Tja, was ein schöner Thread.

    Es ist so schön, wenn die Jagdsau pendelt, aber immer auf einen achtet.
    Bestimmt 200m Radius hat und zurück kommt
    Sowas hatten wir vorletztes Wochenende, bis ein Feldhase vor ihr aufsprang.

    Keine Chance mehr, Hund war erst mal weg.
    Nicht lange, aber Frauchen war egal.

    Tja, ein selbstständiger Jäger halt, seufts

    gesendet vom Handy

    GENAU das hatten wir vor 4 Wochen. Alles top, Hund hört tatsächlich mal wie ne 1, lässt sich vom hohen Gras wegholen, alles Tutti....und dann springt DIREKT NEBEN IHR ein riesen Feldhase aus dem Gras und düst direkt los. "Forget it, Baby!"

    Ich lese hier ja auch immer mal mit. Habe ehrlich gesagt an der Jagerei noch nicht viel gemacht und sichere sie an solchen Verdachtsstellen mit der Schlepp. Sie sucht nicht aktiv, zeigt für mich als Laien eigentlich generell kaum Jagdverhalten (außer gelegentliches Scannen der Umgebung, was ich auch bestärke und zu mir umlenke)... Sie blöde Hyäne geht wirklich nur pervers auf BEWEGUNG. Also Hasen, Kaninchen, ... Solang sich was nicht bewegt, interessiert es sie nicht. Aber wenns wuselt, geht das Hirn aus. Sie kann problemlos Nase an Nase mit Rehen am Gehege stehen, aber sobald die ganze Gruppe in Bewegung kommt und EINS losrennt, sieht man richtig die Sicherung rausspringen. Und das sind Sekundenbruchteile......

    Habe jetzt überlegt gezielt einen Hasendummy und eine Pfeife zu kaufen, mit Zweiterem nochmal mit MEGABELOHNUNG einen neuen Notfall-Rückruf aufzubauen und mit dem Dummy (suchen und hetzen an der Schnur) Ausgleich zu bieten und gezielt das Abrufen aus solchen Situationen zu üben.
    Was meint ihr dazu? Habe doch irgendwie ein kleines bisschen Bedenken, dass sie dadurch erst recht nach Hasen sucht, wenn Ichs nicht 200%ig sauber aufbaue...?! :-/


    [Tapatalk-Gekritzel]

  • Ich halte nicht so viel von Notfall-Rückrufen - lieber ein gut sitzender Rückpfiff, evt. auch als Doppelter Rückruf ausgebaut.

    Der Splash hat sich vor einigen Tagen übrigens auch vergessen bei einer Ente, obwohl er normalerweise total entensicher ist. Aber die hat ihn regelrecht rausgelockt, denn sie hatte Küken am Ufer (an einer total unerwarteten Stelle). Rückruf aus dem Wasser finde ich schwerer als an Land, da komm ich fast nur mit der Pfeife durch, und die hatte ich nicht dabei. Lässt sich auch nur schwer gesichert üben, denn wir haben fast nur Fliessgewässer.

    Werde halt ganz allgemein den Rückruf wieder polieren. Und an dem Ufer kommt vorläufig die Leine dran.

  • Ich mache mir auch keinen Stress.
    Rückruf attraktiver gestalten wieder, Hund da näher bei mir halten und fertig.

    Hier war es nun ein mal in x Monaten.
    Klar, ist uncool, aber haben alle überlebt.

    Sonst hört die Maus ja super, ist ausgelastet, ...

    gesendet vom Handy

  • :lol: grade Enten mit Küken find ich so klasse, wenn die einen auf untergehenden Schwan machen, man nimmt es ihnen tatsächlich ab, das sie nicht mehr schwimmen können - und dabei locken sie den Hund nach und nach von ihren Jungen weg......

    Das waren auch Momente, in denen Malik absolut keine Ohren mehr hatte, so eine "sterbende" Ente ist krank und muss geholt werden, fertig.... und dieser Blick, wenn sie dann, weit genug von einem entfernt, plötzlich aus dem Wasser startet und abfliegt. :lachtot: Entenmütter sind eine echte Herausforderung. Die wecken bei jagenden Hunden echt alle Triebe.

    Ich bin total froh, das Lucas sich nicht für 5 Cent für Vögel interessiert, egal ob in Dänemark am Strand oder hier die Gänsezüge in den Feldern, höchstens das er mal einen Kleinvogel nicht auf den ersten Blick als Vogel identifiziert, sondern meint, da huscht was vierbeiniges über die Straße, sobald er erkennt "Vogel" ist´s auch uninteressant.

    Sundri

  • Zitat

    Ich mache mir auch keinen Stress.
    Rückruf attraktiver gestalten wieder, Hund da näher bei mir halten und fertig.

    Hier war es nun ein mal in x Monaten.
    Klar, ist uncool, aber haben alle überlebt.

    Sonst hört die Maus ja super, ist ausgelastet, ...

    gesendet vom Handy

    Bei uns war das glaube ich das Vierte Mal in über 3 Jahren, dass sowas passiert ist und sie war jedes mal in maximal 2 Minuten wieder da, dann aber auch im Affenzahn :hust: deswegen habe ich bisher auch noch nix explizit daran gemacht. Sie wegen durchschnittlich 1-2x im Jahr das ganze Jahr an die Schlepp hängen, ...Nope. Dann hab ich hier sehr bald nen absolut unausstehlichen Hund.
    Wäre trotzdem ganz nett WENN sie nicht gleich hinterher geht, aber so selten wie wir hier Hasen sehen kann man da auch kaum regelmäßig oder überhaupt irgendwie üben :-/

    Vögel interessieren sie übrigens nicht die Bohne. Von tiefliegenden Enten kann ich sie problemlos abrufen. Problematisch sind echt nur die "Bodenflitzer". Ich verlange rote Fähnchen für Hasen!!

    [Tapatalk-Gekritzel]

  • Icephoenix

    Meine Meinung kennst du ja dazu :smile:

    Wir nutzen ja Hasenfelldummy und sie suchen nicht mehr als vorher. Im Gegenteil, wir können sogar mehr oder weniger entspannt über frische Spuren laufen, wo vorher das Wild gesehen wurde. Sie schnüffeln zwar interessiert auch mal über "normale" Spuren, halten dabei aber ihren Radius und orientieren sich von selbst wieder um. Ob das nun am Dummy liegt oder am Gesamtpaket, keine Ahnung :???:

    Mir ging es bei dem Felldummys garnicht um den Ersatz von Hase und Co, denn die Viecher sind ja nicht blöd, das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht verglichen zum echten Wild. Der Vorteil ist nur, dass die total auf das Fell abfahren, es also auch eine bessere Belohnung als der normale Dummy z.B darstellt.

  • ich will mich auch mal hier beteiligen...
    jetzt wo draußen wieder alles hoppelt und klettert und flattert..

    mir fehlt vielleicht auch etwas der vergleich, aber ich würde sagen, mein hund Lapka hat einen sehr extremen jagdtrieb. bei mir in der gegend jedenfalls laufen sogut wie alle hunde ohne leine, und wenn ich nachfrage, ob die jagdtrieb haben kommen antworten wie "ja, total, aber ich hatte den 2 monate an der schleppleine und jetzt geht das". Hm. Lapka läuft seit ich sie habe an der schleppleine. also seit ca. einem dreiviertel jahr. ich weiß nicht, ob die leute irgendwelche zauberübungen draufhaben - wenn ich sie von der leine lassen würde, wäre sie nach weniger als einer minute weg.

    wir machen schon fortschritte (z.b. clickere ich rückblicke und vorstehen, und inzwischen wartet sie bevor das ende der schleppleine erreicht ist, ist generell etwas ansprechbarer draußen), aber ich glaube (noch) nicht daran, dass sie jemals einigermaßen zuverlässig ohne leine laufen kann.
    ich beschäftige sie auf spaziergängen mit leckerliespuren, "oh, guck mal was ich gefunden habe, hier klebt wurst am baum!", dummy-verlorensuche, apportierübungen (mit impulskontrolle). wenns sonst nichts interessanteres gibt, macht sie auch begeistert mit.
    doch oft ist das gar nicht möglich. überall ist ablenkung und aufregung, und dann bin ich luft.

    an der stelle bin ich auch etwas überfordert. ich lese hier häufig, dass man den hund beschäftigen/ab- oder umlenken soll, wenn er anzeichen von jagen zeigt - doch das macht Lapka durchgehend. pipi machen und co. sind eher nebensächlich, viel wichtiger ist suchen, schnüffeln, glotzen.
    selbst wenn ich überhaupt die möglichkeit HÄTTE sie zu beschäftigen, sie mich also überhaupt wahrnehmen würde, müsste ich das pausenlos machen.
    habe ich da was falsch verstanden?

    wenn sie dann mal was jagbares gefunden hat, schießt sie los. wenn's nach vorne nicht mehr weiter geht weil die leine zuende ist, hüpft sie eben auf zwei beinen im halbkreis am ende der leine herum und macht gegebenenfalls auch saltos dabei, jault, bellt, winselt. inzwischen versuche ich, mich an der leine zu ihr zu hangeln, sie so zu halten, dass sie mit allen vieren auf dem boden ist (bei ihren saltos ist sie auch schonmal auf den rücken aufgekracht :verzweifelt: von daher versuche ich sie so schnell wie möglich einfach festzuhalten). vor kurzem hat sie sogar gelernt, sich dann hinzusetzen, wenn ich es sage ( :rollsmilie3: ). aber immer noch in höchster erregung. ich kann ihr dann die tollsten käseleckerchen etc vor die schnute halten, das stört sie eher und sie versucht sich abzuwenden um weiterglotzen zu können. ich hocke mich meist neben sie und rede ihr ruhig zu. wenn sie nicht mehr so wirkt, als würde sie sofort wieder losspringen, wenn sie aufsteht, versuchen wir langsam weiterzugehen und wenn sie wieder stark zieht, setzen wir uns wieder.
    das war jetzt ziemlich viel text um die situation zu beschreiben, doch irgendwie habe ich das gefühl, der einzige mensch zu sein, der mit einem so krass aufgeregten hund zusammenlebt.. bei anderen habe ich sowas noch nie gesehen...
    kennt jemand von euch so eine krasse reaktion (ich habe jetzt ehrlich gesagt nicht den ganzen thread durchgelesen, aber bis jetzt auch nichts dazu gelesen..)? und wenn ja, wie geht ihr damit um/hat sich das verbessert, habe ich hoffnung, dass sie jemals auf ein akzeptables erregungsniveau kommt?
    denn so... ist für mich und für sie spazierengehen kein spaß und auch erst recht nicht "entspannt".

    es gibt aber auch erfolge ;)
    sie hat den befehl "steh" gelernt, und einmal, als sie gerade irgendetwas hinterhersprinten wollte, ist es mir "rausgerutscht" - und der hund bleibt schlagartig stehen. die beine alle noch so angewinkelt, als wäre sie am laufen. sah aus, als hätte ich die zeit angehalten. mein tolles wunderhundchen. aber eigentlich würde ich mich da noch nicht drauf verlassen.

    ich finde es erstaunlich, welche hoffnung mir manche tage machen - und am nächsten tag weht ein laues lüftchen und jede hoffnung ist weggeweht (im wahrsten sinne des wortes. wenn es windig ist, ist ihre nase und der wildgeruch das einzige was es für sie auf der welt gibt..).

    so viel text.. ich hoffe ich habe das richtig verstanden, und der thread ist auch zum plaudern gedacht :p

  • Sei beruhigt,da bist du nicht das einzige Frauchen oder Herrchen, welches mit so einem Hundi zusammenlebt. Ich selbst habe auch einen jagenden Hund seit ungefähr zwei Jahren aus dem Auslandstierschutz, ein Podencomix. Ich habe sie auch an der Schleppleine und wir üben viel an ihrem Jagdding. Ich muss sagen wir machen Vor-und Rückschritte. Ich weiss, viele verteufeln die Schleppleine, ich eben nicht. Hab über die Zeit gelernt, souverän damit umzugehen und meine Hündin trotzdem gut auszulasten, wie du ja auch schreibst. Freilauf ist ne tolle Sache, aber wenn man selbst die Nerven nicht dazu hat und nur angespannt durch die Gegend läuft, ist es eben so ein Ding. Anfangs hab ich mir ziemlich Druck gemacht und hatte immer ein schlechtes Gewissen, aber das habe ich vor ungefähr einem Jahr komplett abgelegt. Meine Hündin ist, wie gesagt, gut ausgelastet. Wir fahren mit dem Scooter, sie bekommt ihre Suchaufgaben, wir gehen immer mal verschiedene Gassistrecken, fahren mehrmals im Jahr in den Urlaub, so what? Was die Zukunft in Sachen Freilauf bringt, weiss ich nicht. Lass dir nichts einreden...

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