Einschläfern? Oder warten?
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Ich habe mal eine Frage an euch - ich weiss nicht genau ob sie zu "Gesundheit" passt. Also: Ich habe einen Hund; einen Mischling. Er ist jetzt 16 Jahre alt und hat seit ca einem halben Jahr Probleme an der Hüfte, was auch der Tierarzt weiss.
Jetzt hat er seit kurzem auch einen Tumor am Darmausgang. Und der Tierarzt meinte, wenn er Schmerzen hat, sollten wir ihn einschläfern.
Er hat uns eine Salbe gegeben, die wir mindestens einmal täglich drauf tun sollten.
Zwei Tage später fing trüffel an, Blut zu verlieren - dunkles. Und ich dachte, dass ich Donnerstag den Tierarzt anrufe. Am Donnerstag blutete er wieder, aber es war sehr hell. Ich ging davon aus, dass wir ihn Freitag einschläfern lassen (müssen) und rief den Tierarzt an. Er sagte, wir sollen erst mal vorbei kommen. Und den Rest des Donnerstages war Trüffel quietschfidel; er hat auch richtig viel im Wasser gespielt, was er schon - wegen seiner Hüfte - länger nicht mehr tat. Freitag beim Tierarzt wollte er nur so schnell wie möglich aus der Praxis raus. Der Tierarzt hat sich den Hund angesehen und gemeint, dass Einschäfern noch nicht nötig sei und dass Schmerzmittel reichen.
Abends geht es ihm nicht so gut und er braucht manchmal länger, um zur Ruhe zu kommen. (So 10-15 Minuten - da kamen meine Eltern allerdings auch gerade heim. Vorher hatte er die ganze Zeit geschlafen).
Ich habe allerdings das Gefühl, dass es ihm gut geht, weil ich fast den ganzen Tag mit ihm rausgehe. Wir gehen im Moment um sieben das erste Mal, dann um 10 wieder, noch einmal um eins, einmal um vier und dann gegen neun. In einer Woche muss ich wieder studieren und werde nicht mehr so viel Zeit haben.
Meine Mutter ist dafür ihn vorher einzuschläfern, weil sie nicht warten will bis er starke Schmerzen hat. Aber Freunde von mir (auch Hundebeitzer) meinten, ich soll ihm einfach so viele schöne Tage geben, wie es geht. (Wir gehen lange spazieren, so 1 1/2 Stunden, und es macht ihm auch Spass. Wenn er umkehren wollen würde, würde ich es machen). Und ich bin mir unsicher. Ich will nicht dass er Schmerzen hat, und das was ich abends sehe gefällt mir gar nicht... aber tagsüber läuft er sehr gerne und frisst regelmäßig und trinkt ausreichend... ich will den richtigen Moment nicht verpassen. Ich denke, tendentiell eher einen Tag zu früh als zu spät. Aber mich verunsichert auch, dass der Tierarzt sagt, es sei noch nicht nötig. Heisst das, es ist zu früh, oder heisst das, er hält es noch ne Weile durch?Es würde mir sehr weh tun, ihn einzuschläfern. Aber wenn er Schmerzen hat, tut es mir auch weh. Und ich weiss dass sie bei dem Tumor stärker werden werden. Daher würde ich eher den Schmerz des Einschläferns in Kauf nehmen, und auch bei Trüffel bleiben bis zum Schluss.
Ich weiss dass das so per mail schwer vermittelbar ist, aber was denkt ihr? Soll ich auf den Tierarzt hören? Oder lieber etwas früher einschläfern als zu warten bis es ihm ganz schlecht geht?
(Egoismus wird mir in beiden Situationen vorgeworfen)Vielen Dank für eure Antworten
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Hallo,
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Ich denke Du wirst merken und spueren wenn es wirklich an der Zeit ist ihn gehen zu lassen......wenn er mehr schlechte Momente hat als Gute und er deutlich Schmerzen hat, kein Interesse mehr an Dingen die ihm sonst Spass machen, er sich zurueck zieht und nur noch seine Ruhe moechte....dann ist es an der Zeit los zu lassen.
Kann dein TA dafuer zu Euch nach Hause kommen? Ich bin kein Freund von einschlaefern in einer sterilen Praxis.....versuche einen TA zu finden der es bei Euch zu Hause vornimmt....in der gewohnten vertrauen Umgebung des Hundes.
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Hallo AnnaSophia,
es ist immer furchtbar schwer eine Entscheidung zu treffen, wenn es um die letzten Tage und Wochen eines Hundes geht.
Ich bin ja nun kein Tierarzt und kenne deinen Trüffel auch nicht.
So aus dem Bauch raus sage ich, dass ein Hund, der freiwillig noch 1,5 Stunden am Stück spazieren geht, das Ende seines Lebens noch nicht erreicht hat.
Klar wird er mit 16 Jahren nicht mehr allzeit quietschfidel sein und mehr Ruhe brauchen, viel häufiger schlafen...
Was die Schmerzen angeht, das ist nicht leicht zu erkennen.
Verlasse dich da etwas auf deinen Tierarzt und das Verhalten deines Hundes.Einen echten Rat kann ich dir leider nicht geben.
Ich wünsche dir jedoch ganz viel Kraft für deine Entscheidung und alles Gute für die Begleitung deines Trüffel.Liebe Grüße,
Friederike -
Hallo Anna,
fühl dich erstmal herzlich geknufft. Ich weiß, wie es ist, wenn man sieht, dass der Zeitpunkt des Abschieds immer näher rückt und man absehen kann, dass es bald soweit ist.
Wann der richtige Zeitpunkt dafür sein wird, puhhh ich glaube, letztendlich kannst du das nur entscheiden, denn du kennst deinen Opa am besten.
Wenn ich lese, was du so beschreibst, wie er sich tagsüber für sein stolzes Alter noch ein Loch in den Bauch freut und fidel auf Achse mit dir ist und abends es schlechter geht (kann mir da nicht so ein Bild von machen, ist er da schlapp oder zeigt er da schmerzempfinden?) dann muss ich ehrlich sagen, jedoch ohne Gewähr, ich schließ mich den Freunden an. Solange er noch freudig und fidel mitwandert und sich als Opa für seine Verhältnisse trollt, er keinerlei Schmerzen zeigt, dann schenk ihm noch ein paar schöne Momente, ob es Tage oder noch ein paar Wochen sind, die du mit ihm relativ Beschwerdefrei verbringen kannst.
Weißt du, hier im Forum hat es schon einige Hundeopas und Hundeomas gegeben, wo die Zeit gekommen war und einige der Herrchen und Frauchen haben diese letzte Zeit viel damit verbracht, sich sozusagen von dem Schatz langsam zu verabschieden. Manche haben ihren Pelznasen noch all die Dinge erzählt und gesagt, die sie für wichtig hielten, haben die Augenblicke noch einmal intensiver genossen mit ihren Schätzen ...
Wenn er gehen muss, Liebes, dann wird es furchtbar weh tun und er wird auch so sehr fehlen. Aber die Erinnerungen und die Spuren, die er zurücklässt, bleiben für immer. Auch die letzten Tage ...
Ich wünsch dir noch eine schöne Zeit mit deinem Süßen und ganz viel Kraft, für das was kommen wird.
Denk dran, für unsere Vierbeiner gibt es die Möglichkeit, ihnen großes Leid zu ersparen - bei Menschen gibt es das leider nicht. Er wird bestimmt dankbar dafür sein, dass du auch den letzten Gang mit ihm gehen wirst.
:umarmen:
Liebe Grüsse
Pandora -
Hallo AnnaSophie.
Wen man sich so viele Gedanken macht wie du, kann man nicht von Egoismus sprechen. Also laß dir das nicht einreden.
Ich weiß wie du und deine Familie sich jetzt fühlt, nämlich ziemlich hilflos. Jeden Tag überlegt man aufs neue was zu tun oder zu lassen ist. Die Entscheidung ist sehr schwer und niemand kann einem dabei so wirklich helfen.
Ich finde es immer wieder erstaunlich wie schnell andere Menschen den Rat geben........laß ihn doch einschläfern.
Wenn es nach meiner Schwiegermutter gegangen wäre, hätte ich meinen damaligen Hund mit 2 Jahren einschläfern lassen müssen, denn da fing seine Krankheit an.
Einen wirklichen Rat kann und will ich dir nicht geben, nur so viel......hör auf dein Gefühl.
Ich habe mir damals auch mein Hirn zermartet, als ich wußte das mein Hund schwer krank war und ich fing an ihn zu extrem zu beobachten. Immer wenn ich dachte.............jetzt mag er nicht mehr, sprang er wie ein junges Rehlein durch den Wald.
Ich dachte eigentlich immer das mein Hund keine Schmerzen hatte, denn es war ihm nicht an zumerken. Aber als er an fing sehr verschmust zu werden und ständig meine Nähe gesucht hatte, ahnte ich das der Zeitpunkt nahe war. Er nahm in einer Woche 5 kg ab und ich ging sofort zu meinem TA. Man stellte fest das er einen sehr großen Tumor im Bauchraum hatte und das anscheinend schon länger. Ich ließ ihn an diesem Tag in Frieden gehen, denn mein Gefühl sagte mir das er es so gewollt hätte.
Also höre auf dein Gefühl und achte auf die Zeichen die dein Hund dir gibt, dann wird deine Entscheidung die richtige sein.
Ich wünsche dir alles Gute für die schwere Zeit die vor dir liegt.lg Angelika
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Hey!
Das ist in der Tat eine sehr schwierige Entscheidung, herauszufinden wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Aber was ich da so raus höre, denke ich für mich, dass er jetzt NOCH nicht da ist.Wenn dein Trüffel noch normal frisst und trinkt, er noch gerne spazieren geht und dann auch noch so lange... Und dein TA sagt auch, dass es jetzt noch nicht sein muss (der hat da ja einiges mehr an Erfahrung).
Ich kann das jetzt wahrscheinlich leicht sagen, denn ich muss diese Entscheidung ja nicht fällen, aber ich denke ich würde ihm lieber noch einen wunderschönen Lebensabend bereiten und wenn es dann soweit ist, wirst du es sicher merken!
Die Idee, dass ein TA zum Einschläfern nach Hause kommt, finde ich auch asolut klasse. Da fühlt er sich noch wohl, nicht wie in der fremden, sterilen Klinik oder Praxis, wo die Hunde meistens so schnell wie möglich wieder raus wollen!
Ich wünsch euch noch alles Gute und noch ganz viele schöne Tage/Wochen miteinander...
Wäre schön, wenn du weiter berichtest, wies deinem Trüfel von Tag zu Tag so geht! -
Ich kann dir nur den Rat geben, dass man es merkt, wenn das Tier nicht mehr will/kann.
Solange die Lebensfreude bei einem Tier überwiegt, ist für mich der Punkt definitiv noch nicht da. Und auch Schmerzen müssen nicht unbedingt den Punkt kennzeichnen, an dem es ratsam wäre ein Tier zu erlösen.
Wir haben z.B. auch eine ältere Ponystute auf der Weide, die mit absoluter Sicherheit seit Jahren schon Schmerzen hat (Arthrose und Rückenprobleme), aber ihre Lebensfreude, die reicht für drei Jungpferde.Es ist so individuell. Genieße die Zeit mit deinem Hund, sei für ihn da, freue dich über seinen Lebenswillen, aber zeige ihm auch, dass es okay wäre, wenn er nicht mehr will.
Und zum Thema Schmerzmittel? Ja, was solls, dem Hund ist es doch egal, warum er keine Schmerzen hat und wenn ihm die Schmerzmittel noch ein paar schöne Wochen oder Monate schenken. Ja, warum denn nicht?
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hallo anna,
auch ich bin dafür,dem tierarzt zu vertrauen...
dein hund wird es dir signalisieren,wann für ihn schluss ist.wenn er nicht mehr kann.
aber dein hund kann noch so viel :^^: er geht so lang mit di spazieren,verhält sich den tag über unauffällig....
das ist für mich kein grund,ihn einschläfern zu lassen.
klar wird er aufgrund seines karzinomes früher oder später unerträgliche schmerzen bekommen... :/
aber dein hund wird es dir signalisieren.da sei dir sicher!
ich wünsche dir ganz viel kraft für die nächste zeit!
liebe grüsse
susanne -
Danke für eure Antworten und aufbauenden Worte.
Meine Mutter meinte, dass das Spazierengehen ihn nur von seinen Schmerzen ablenkt.
Was ich mich auch frage, ist: Was, wenn das Semester beginnt und er viel alleine ist?
ich meine, wenn es ihm so geht wie jetzt würde ich ihn natürlich nicht gerne einschläfern. Aber danach wird es ihm bestimmt nicht gut gehen; Und was wenn meine Eltern den Tierarzt rufen (und an dieser Stelle: Ja, er kommt zu uns nach Hause) und ich bin nicht da? Ich möchte halt auf jeden Fall für ihn in dem Moment da sein (auch wenn es dann sehr hart wird für mich). Er war ja auch immer bei mir, wenn es mir nicht gut ging.Der Hund meiner Oma ist irgendwann im Garten zusammen gebrochen und hat sich nicht mehr bewegt und nichts mehr gegessen. Solang will ich nicht warten. Und ich denke, dass er, wenn er Blut verliert, auch Schmerzen hat... klar könnte er stärkere haben. Aber das muss ich auch nicht abwarten...
Wir haben zusammen alle Orte besucht an denen wir oft waren. Verabschieden tu ich mich jeden Tag, und es ist unendlich intensiv... auch alles andere merke ich viel intensiver; das Licht, die Luft, die Pflanzen. Und ich erzähle ihm auch viel, was ich ihm noch nicht gesagt habe.
Ich fürchte, dass es eine Frage von Tagen ist... Was hart ist, aber ich könnte (bitte haltet mich jetzt nicht für herzlos) mich schweren Herzens, aber guten Gewissens meinem Studium zuwenden... und hätte nicht das Gefühl, ihn zusätzlich zu seinem Leiden auch noch allein zu lassen.
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Hallo Anna Sophie!
Fühl dich ganz doll gedrückt, du machst grade eine schwere Zeit durch.
Es ist dein Hund und somit deine Entscheidung!
Dass du alle Möglichkeiten durchspielst, dass du vermutest, dass dein Hund evtl. schon stärkere Schmerzen hat, aber ihm nur abends die Kraft fehlt sie zu verbergen, das zeigt doch sehr deutlich, dass du dir viele Gedanken machst und das Beste für deinen Schatz möchtest.
Es ist zwar hart, aber realistisch betrachtet sind die Tage deines Hundes gezählt. Ein blutender Tumor lässt Monate doch eher unwahrscheinlich werden.
Wenn du zu dem Schluss kommst, dass du die nächsten Tage noch ganz intensiv mit deinem Hund verbringen möchtest und dass dann die Zeit zum Abschied gekommen ist, dann ist das die für dich richtige Entscheidung. Du ersparst ihm die Trennung, evtl. ein Einschlafen ohne dich und die üblichen Arthroseprobleme im feuchtkalten Herbst.
Wenn du meinst, dass es ihm eigentlich noch recht gut geht und seine Zeit noch nicht gekommen ist, weil er einfach noch viele schöne Tage vor sich hat, dann ist das auch die richtige Wahl.
Du versuchst weder deinen Hund möglichst schnell loszuwerden, noch versuchst du, den Hund unnötig lange zu halten, weil du ihn nicht gehen lassen möchtest und sein Leiden verdrängst. Das ist doch eine gute Einstellung und die beste Grundlage, die richtige Entscheidung zu treffen, eine Entscheidung zum Wohle deines Hundes und mit der du leben kannst.
Nimm dir deinen Hund und geh eine ruhige Runde und schau, wie du empfindest. Rede aber auch mit deinen Eltern, denn sie leben jetzt enger mit dem Hund und findet eure eigene Lösung, denn nur ihr wisst, wie es dem Hund geht und ob er noch Zeit hat oder nicht.LG
das Schnauzermädel - Vor einem Moment
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