Unbedarfte Welpenkäufer und "Züchter"...

  • Hab gerade letzte Woche jemand getroffen (Hundeanfänger) mit einem Staff/Weimaranermixrüden :schockiert: , 7Wochen alt. Sie hatten ihn eine Woche vorher von "ganz Tollen Züchtern" (wie sie sagten) geholt.
    Wie ein Hundeanfänger eine solche, sicherlich sehr anspruchsvolle, Mischung erziehen soll ("Hundeschule brauchen wir nicht, nur Geldmacherei, früher gabs das doch auch nicht")ist mir ein Rätsel. Die Leute machten zwar einen netten Eindruck, waren aber gänzlich Beratungsresistent.

    Meine Schwester ist aber auch so ein Fall. Im Reitstall hatte jemand einen Soft Coatet Wheatenterrier in den sie sich verliebt hat. Alle meine Argumete das sie für diese Rasse zu inkonsequent ist und der Hund viel Pflege braucht prallten an ihr ab. Irgendwann bekam sie dann ihren Welpen, 7Wochen alt, und alle meine Befürchtungen trafen ein. Im laufe seinens Lebens hat er in viele Menschen und Hunde Löcher gemacht, war ständig stinkend und verfilzt....... Vor zwei Jahren starb er im stolzen Alter von 16 Jahren. Sie hat ihn sicher geliebt, aber manche Menschen sollten keine Hunde halten oder sich zumindest solche aussuchen die vom Wesen und vom Pflegeaufwand zu einem passen.

  • Zitat

    Darüber grummele ich dann danach auch noch. :roll:

    Es ist mir wirklich ein Rätsel, denn heute ist es doch soooo einfach an Informationen zu kommen. Da muss man sich ja schon förmlich gegen sperren, um so eine einfache Regel wie, wann man einen Welpen von der Mutter trennen sollte, nicht mitzubekommen!

    Hätte ich vor 10 Jahren schon Internet und das Dog Forum gehabt wäre uns dieser Fehler bestimmt auch nicht passiert. :roll:
    Wir haben jede Menge Hundebücher gewälzt, vor allen Dingen um die richtige Rasse für uns zu finden.
    Aber irgendwie haben wir nirgendwo gelesen das 8 Wochen das frühste Alter sind in dem man einen Welpen von seiner Familie trennen sollte.

  • flying-paws
    Oh ja, ich weiß wovon Du redest, wenn Du sagst, die Leute wissen nicht, was sie sich mit solchen Welpen für Probleme einhandeln.

    Mein Roter ist zwar aus dem TH (er war ca. 1 1/4 J. alt) wurde aber, wie ich erst eine ganze Weile nachdem er zur mir kam, zufällig erfahren habe, im Alter von 5!! Wochen als Urlaubssouvenier aus Spanien mitgebracht. Falsche bis keine Erziehung bei einem hypersensiblen Hund, haben noch ihr Teil dazu beigetragen, daß wir ziemlich harte 2 1/2 Jahre hinter uns bringen mußten (von den Löchern in den Händen und Armen aller Familienmitgliedern mal abgesehen), bis wir uns mit unserem Roten richtig zusammen gerauft hatten.

    Heute ist er ein ganz Lieber, der aber mit fremden Menschen, absolut nix zu tun haben möchte und auch anderen Hunden gegenüber eher einzelgängerisch ist und auch sonst ein nicht ganz einfacher Hund ist. Ich liebe diesen Hund wirklich, aber er hat mich in dieser Zeit wirklich mehrmals hart an meine persönlichen Grenzen gebracht und ich war wirklich ein paar Mal kurz davor, mir mögliche Konsequenzen zu überlegen.

    Den Vorbesitzern würde ich gerne mal im Dunkeln begegnen........, wenn ich ehrlich bin, ich werde nie begreifen, wie man in der heutigen Zeit so handeln kann.

  • Das mit den Welpen ist schon schlimm und scheitert immer wieder daran dass sich die Leute einfach zu wenig Gedanken VOR der Anschaffung eines Hundes machen. Das habe ich auch schon oft genug erfahren dürfen. Dabei frage ich mich ob es vlt einfach nur an der Faulheit mancher Menschen liegt, ein Buch in die Hand zu nehmen. Der Markt dafür ist groß und für jeden Geldbeutel gibt es min ein erschwinglcihes Buch zu diesem Thema. Den Vergleich zum Nackthund, der auf der 1. Seite gezogen wurde empfinde ich als sehr suspekt. Nackthunde leiden nicht, weil sie nackt sind, sondern lediglich deshalb wenn völlig uninformierte Menschen einen solchen kaufen und meinen dass diese Hunde keinerlei Pflege bedürfen(was bei dem erhöhten Schmutzanteil in der Luft in unserer zivilisierten Welt nun einmal nicht zu umgehen ist).
    Die Welpen hingegen leiden aufgrund ihres zu zarten Alters in dem sie verkauft werden und dadurch oft psychische Schäden zurüch behalten und die Vermehrer, die das betreiben, wissen oft nur allzu genau, was sie da tun.

  • Zitat

    Dabei frage ich mich ob es vlt einfach nur an der Faulheit mancher Menschen liegt, ein Buch in die Hand zu nehmen. Der Markt dafür ist groß und für jeden Geldbeutel gibt es min ein erschwinglcihes Buch zu diesem Thema.


    und selbst WENN sie das tun - wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie ein "roll ihn auf den Rücken, du mußt der Alpha, wirf mit Erziehungsdisks"- Schund-Zeug ist?
    Bin neulich in einen von zwei Buchläden in der nächstgrößeren Stadt marschiert - da gabs ein Buch über Agility und eins von einem gewissen Hundeflüster mit mit Nachnamen Millan.... Dann lieber kein Buch!!

  • Corinna,
    Du sprichst mir aus der Seele.

    Es vergeht kein Tag an dem ich nicht so ein armes Vieh hier habe.
    Wenn ich eine Statistik erstellen würde, sie würde von Shi Tzuh und Malteser, und den Mischlingen daraus, angeführt werden.
    Leider verkaufen sich diese Rassen hier wie geschnitten Brot.
    Letztlich zieht es sich aber durch alle Rassen, hauptsache der Welpe kostet nicht viel.
    Ganz stolz erzählt mir eine RHD Besitzerin das sie auf Welpen wartet,
    ihr ach so toller Rüde darf Papa werden.
    Das er aus einer eher bescheidenen Zucht kommt und weder vom Wesen noch vom Körper als Deckrüde taugt ist ihr garnicht in den Sinn gekommen.
    Ob die Hündin von einem Züchter stammt wußte sie noch nicht einmal.
    Das man als Welpen Produzent auch eine Verantwortung den Welpen gegenüber hat, war ihr wohl neu.
    "Die werden schon gute Besitzer finden",
    ach ja,
    und was wenn nicht????

    Die Besitzerin einer Malteser-Pudel Mix Hündin fragt mich allen ernstes ob ich nicht einen Malteser Rüden weiß,
    blauäugig wie ich bin frag ich
    "ach, wollen sie einen zweiten Hund anschaffen?"
    wo der Friseurbesuch für den einen doch schon immer soooo teuer ist.
    "Nein" sagt sie, "die Kleine wird doch bald Läufig, da wollen wir sie decken lassen.
    Ich glaube sie hat nicht verstanden warum ich von dieser Idee nicht begeistert war und ihr keinen Rüden genannt habe.

    Ständig höre ich mir diesen Quatsch von den Überzüchteten Hunden an
    und immer wieder versuche ich den Leuten zu erklären das sie genau mit dieser "Geiz ist Geil" Mentalität dafür sorgen das Rassen kaputt gemacht werden.

    Ich hör jetzt lieber auf, mir schwillt bei dem Thema irgendwie immer der Kamm.

    LG
    Quendolina

  • Diese Beratungsresistenz ist es auch immer die mich aufregt.

    Eine Arbeitskollegin von mir hat auch eine sehr festgefahrene Meinung, ist auf dem Dorf aufgewachsen und kennt das eben alles nicht anders. Bücher lesen muss man nicht und viel Geld für die Anschaffung will man auch nicht ausgeben, was nutzen denn schon Papiere. Der Hund frisst das was auf dem Teller übrig bleibt und Katzenfutter, Hundefutter mag er nicht. Er ist schlecht sozialisiert, beißt wenn man ihm zu nahe kommt oder ihn streicheln will und kläfft an der Tür wenn jemand im Flur ist.

    Und ein Arbeitskollege möchte seinen papierlosen Dalamtiner vor seiner Kastration (er ist knapp über ein Jahr und springt auf alles drauf was vier Beine hat und lässt nicht locker, mein Hund hasst das) nochmal schnell auf die Goldi-Hündin einer Bekannten juckeln lassen. Davon wollen sie dann einen Hund behalten, obwohl sie mit ihm schon nicht klarkommen, er hat einfach zuviel Energie und läuft nur als Familienhund.
    Leider kann ich mir auch hier den Mund fusslig reden, habe ihnen ja schon vom Dalmi abgeraten *grummel*
    Ich: "Was wollt ihr denn mit ihm dann später machen? Fährte? Rettungshundearbeit?"
    Er:" Wie "machen"? Spaziergänge halt"

    Was soll man da noch machen? Einprügeln kann mans leider nicht :kopfwand:

  • Bei dieser Gelegenheit möchte ich ein "Hoch" auf alle HH hier aussprechen. KEINEM von uns könnten natürlich ähnliche Dinge passieren.

    Was mögen wohl andere über unsere Beziehung zu Hunden denken und für falsch halten? Vielleicht halten sie uns einfach für Moralapostel... zum Teil wohl zu Recht.

  • *Augebraue-Hochzieh-Smiley-sucht* Also einfach "leben und leben lassen"? Ist das deine Meinung?
    Auch wenn ich mich bei meinen Kollegen unbeliebt mache durch mein "Moralapostel"-Tun ist mir das schnuppe weil ich etwas vertrete was mir am Herzen liegt. Und da könnt dann sonstwer kommen und wenns mein Chef wär, der würd dasselbe zu hören bekommen :D

    Moralapostel hin oder her, wenn ich weiß dass etwas falsch ist (weil man einfach nur mal sein Gehirn einschalten müsste oder eben Interesse daran hat sich weiterzubilden) dann vertrete ich das auch und halt meine Klappe nicht.

  • sehe das 100%ig wie Du...

    Zitat

    Und dann hat man da die stolzen Welpenbesitzer vor sich stehen und könnte sie mal grad eben für ihre Dummheit würgen.


    ebenso das :ops:

    ich habe Zoe mir damals auch aus einem Unfallwurf Unwissenheit geholt. Sicher, Unfallwurf, das
    passiert zwar mal, aber wenn manche Menschen mitkriegen, was aus einem Unfall für Geld
    zusammenkommt, passieren die Unfälle öfter mal...
    Ich hatte noch Glück, aber wenn ich die Geschichten höre und sehe, von 6-wöchigen Welpen
    die aus dem Gartenhaus gerettet wurden für 300€, da könnte ich gleich wieder zum obigen Zitat
    übergehen...


    Edit:

    Zitat

    Moralapostel hin oder her, wenn ich weiß dass etwas falsch ist (weil man einfach nur mal sein Gehirn einschalten müsste oder eben Interesse daran hat sich weiterzubilden) dann vertrete ich das auch und halt meine Klappe nicht.


    selbst wenn's Chef, Lehrer oder Merkel ist :D

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