Wieso haben heutzutage so viele Hunde Probleme mit der Verdauung?

  • Ich möchte hier mal zur offenen Diskussion anregen.

    Ich höre zur Zeit in meinem Umfeld ständig von Hunden mit Magen- oder Darmbeschwerden. Mein eigener ist da ja auch seit einem halben Jahr dabei.

    Auch hier häufen sich die Threads in denen es um ähnliche Probleme geht.

    Mittlerweile habe ich das Gefühl jeder Hund hat irgendwelche Unverträglichkeiten oder Probleme mit Sodbrennen, Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, Analrüsen o.ä....

    Hunde die alles probemlos fressen können sind die absolute Ausnahme geworden.

    Das war doch früher nicht so.

    Wann sind unsere robusten Haustiere, die über Jahrhunderte in den meisten Regionen größtenteils von Essensresten ernährt wurden und die vor 20 Jahren noch mit mangelhaftem Trockenfutter voller Weizen und fast ohne Fleisch klar gekommen sind, so sensibel geworden.

    Woran liegt das? Das zieht sich meiner Erfahrung nach ja auch durch sämtliche Rassen und ist völlig unabhängig von der Herkunft oder Aufzucht der Hunde.

    Was denkt ihr dazu?

    Oder seid ihr der Meinung, dass es das damals auch schon in gleicher Häufigkeit gab und einfach ignoriert würde?

  • Ich denke das ist vielschichtig.

    Zum einen sind Pudel (und ein paar andere Rassen) absolut prädestiniert für die Problematik, da trägt der Doodleboom natürlich dazu bei. Wir züchten generell viele kranke, allergieanfällige Rassen.

    Dann kann reine Industrienahrung (die ich meinen Hunden füttere) nicht gut fürs Mikrobiom sein. Kann man nicht schönreden. Aber mir fehlen die Kapazitäten auch noch für die Hunde zu kochen, da bin ich ehrlich. Schon 10-20% frische Nahrung können wohl einen Unterschied machen. Diese Reste gab es früher sicher eher.

    Und ja, viel wurde ignoriert:ka:

    Persönlich hatte ich noch keinen Hund mit Unverträglichkeiten oder ständigen Verdauungsbeschwerden. Einmal bei einer Hündin eine chronische Gastritis, da hatte ich dann konsequent gekocht bis es gut war. Und ich bemerke, dass getrocknete Kausnacks ab einem gewissen Alter schwierig werden.

  • dass es das damals auch schon in gleicher Häufigkeit gab und einfach ignoriert würde?

    Zumindest ist die "klassische" Abbildung eines Hundehaufens doch so eine schmierige Schnecke. Wenn die heute so aus meinem Hund kommen würde, fände ich das nicht normal/gesund.

    Ich vermute trotzdem, dass es mehr geworden ist. Aber woran das liegt? Keine Ahnung. Sicher teilweise auch am stressigen Leben der Menschen.

  • Hunde die alles probemlos fressen können sind die absolute Ausnahme geworden.


    Ich glaube, die Wahrnehmung verschiebt sich, weil man natürlich hauptsächlich das Bedürfnis hat, sich auszutauschen, wenn es Probleme gibt.


    Wieso sollte man zb auch nen Thread eröffnen, in dem man berichtet, dass der eigene Hund sein Futter verträgt und auch problemlos quer Beet gefüttert werden kann? Macht ja keinen Sinn.


    Ich habe den vierten Hund völlig ohne Probleme, Allergien und Unverträglichkeiten.

    Ich kann füttern, was immer ich möchte. Trocken, nass, roh, gekocht, alles gemischt. Überhaupt kein Problem.

  • Früher ist der Hund auch ohne Mensch rausgegangen. Früher hat man auch den Kot nicht eingetütet.

    Mag mehr geworden sein, aber wie hoch früher die Dunkelziffer war?

  • Ich wohne auf dem Dorf, alleine in meiner Straße (in es sind 3 Häuser) wohnen 9 Hunde. Alle sind Allesfresser, Durchfall gibt’s nur wenn die am Kompost waren oder den Eimer mit den Innereien der Wildtiere finden.
    Ansonsten alles Taco. Und die kriegen eher das verteufelte Trockenfutter. Alle haben tolles Fell und keine Probleme.

    Auf der Arbeit sind wir insgesamt 6 Hunde. Die vertragen auch alles (einige sind aber sehr picky eater) .

    Ist jetzt sicher nicht repräsentativ aber in meinem Umfeld kenne ich nur den Hund meines Bruders, der nicht alles verträgt.

  • Vermutlich wächst auch das Bewusstsein, durch Zugang zu Informationen (Internet).

    Mir war leider lange nicht klar, dass das nachts kein wohliges Schmatzen ist oder Pfotenlecken auf Magenprobleme hindeuten kann.

    Auch bei Menschen wird es ja gefühlt immer mehr mit z.B. Glutensensitivität, Fructoseintoleranz,… könnte auch daran liegen, dass es mehr diagnostische Möglichkeiten gibt.

  • Hier wohnen vier spanische Tierschutzhunde, die alle über lange Jahre wirklich ALLES gefressen und vertragen haben. Im Alter von fast 15 Jahren entwickelte eine Hündin zuerst eine lt. TÄ altersbedingte Pankreatis, die in einer Anämie und ANI gipfelte. Daraus resultierend eine CNI, die jetzt über spezielle Ernährung reguliert wird. Ansonsten würde ich bis heute querbeet füttern.

    Ich habe bei allen Hunden immer sehr darauf geachtet, daß ihr Napf immer abwechslungsreich gefüllt war. Roh, gekocht, Trockenfutter, Dose, Essensreste etc. Es gab eigentlich nie mehrmals hintereinander das Gleiche.

    Und, ein ganz wichtiges Thema, wobei jetzt bestimmt gleich wieder ein Aufschrei kommt - zu viel Impfen, zu viel sorglose Behandlung mit Chemikalien (Zecken) und Medikamenten (zB Librela), zu viel Entwurmen und der Kontakt mit Giften im Haushalt (zB im Weichspüler oder Geschirrspültabs) und anderen Umweltgiften können nicht gesund sein. Das mag über einen gewissen Zeitraum gut gehen, aber irgendwann kippt es. Und dieses Kippen äußert sich mannigfaltig.

    Ich kann meine Hunde auch nicht vor allem schützen. Ich entgifte sie deshalb, wenn es nötig erscheint, ich baue frische Kräuter und Wildkräuter, Samen etc. in ihre Ernährung ein. Vieles davon sammele ich direkt beim Gassi - so landet es frisch im Napf.

    Ich hatte bislang 7 Hunde - keiner von ihnen war futtersensibel oder allergisch. Entweder hatte ich 7x Glück oder ich mache irgendwas richtig. :ka:

    Ich möchte über meine Einstellung zu diesem Thema auch nicht diskutieren. :nicken: Es ist ganz simpel meine Meinung, meine Lebensweise und meine Erfahrung.

    Bei jemand anderem kann das komplett anders aussehen.

  • Früher hat man sich nicht soviele Gedanken gemacht.

    Hund frisst nicht ok. dann bleibt er Heute nüchtern und bekommt Morgen wieder.

    Bei unserem ersten Hund gab es zumindest Schappi oder Frolik als Hundefutter

    für den Hund kochen ,auf die Idee ist damals nur selten jemand gekommen.

    Reste vom Tisch gab es schon eher. ( Soll ja nix verkommen)

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