HSH Hund als normaler Hund verkauft? Maremmano Mischling

  • Für die Zukunft des Junghundes ist Ehrlichkeit am besten LuxAeterna, du hast ja auch gleich offen und direkt berichtet, was auch absolut gut ist!

    Was sagt die Orga die dir den Hund übergeben hat?
    Bieten sie dir Unterstützung an, sind sie gerade in der Anfangszeit mit Rat an deiner Seite?


  • Wieviel Maremanno kann da noch drin sein? (meine die Frage ehrlich)

    100% des Wesens


    (nur die direkte Antwort auf die Frage)

    Das ist ein KANN, kein Muss. Bei Mischungen weiß man doch nie, welcher Vorfahr wie stark durchschlägt.

    Ich finde, man sollte sich fragen, ob da überhaupt Maremmano drin ist. Bei 5 Monaten und 9,5 kg....

  • Ich hab jetzt keine Zeit alles zu lesen, aber ich würde schnellstmöglich prüfen ob euer Kauf ein Fernabsatzgeschäft ist! Dann muss die Orga den Hund zurücknehmen, denn es gilt dann die 14 Tage-Regelung.

  • HSH-Mix bedeutet ja eigentlich noch lange nicht, dass der Hund Besucher angreift. Gerade bei einem Mix kann so ziemlich alles passieren. Blanca ist z.B. auch ein HSH-Mix, sie kommt aber trotzdem mit Besuchern klar, hat noch nie geschnappt, ist mit anderen Hunden verträglich, war schon so ziemlich überall dabei, auch im Urlaub, im Restaurant, in der Straßenbahn. Sie ist Fremden gegenüber auch nicht aggressiv, nur etwas misstrauisch und vorsichtig. Territorial ist sie, aber nicht übermäßig, und sie kommt regelmäßig mit ins Großraumbüro. Und sie hat einen vermutlich recht hohen HSH-Anteil und durchaus auch deutlich HSH-typische Verhaltensweisen und Wesenszüge.

    Natürlich gibt es auch andere Exemplare, aber ein (vielleicht auch sehr geringer) HSH-Anteil macht aus einem Hund nicht gleich einen Einsiedler, der Besucher fressen will und nirgendwo mit hin kann. Natürlich kann man Genetik nicht wegdiskutieren, aber gerade beim Mix weiß man ja noch nicht, ob überhaupt entsprechende Wesenszüge durchkommen. Und Unerziehbar sind die auch nicht, manche brauchen nur eine andere Herangehensweise.

  • Wenn es nur um ein Profilbild ging mag ich mal in den Raum werfen dass die Perspektive durchaus täuschen kann. Da würden paar mehr Fotos nicht schaden.


    Letztlich wenn so sehr HSH vermutet wird und man das nicht möchte, versteh ich aber auch nicht warum man dann auch davon schreibt dass das gut gehen kann. Der/Die TE will das nicht und ihm/ihr macht das Sorge. Dann lieber Abgabe bevor der Hund groß ist und man dann möglicherweise richtig überfordert ist. Kann natürlich auch gut gehen, aber wenn da jetzt schon Zweifel bestehen?

  • Wieviel Maremanno kann da noch drin sein? (meine die Frage ehrlich)

    Unser verstorbener Berner Sennenhund - Münsterländer Mix hatte eine Schulterhöhe von 55 cm und wog 26 Kg und sah aus wie ein Berner Sennenhund.

    Je nachdem was die anderen Rassen sind kann das schon sein.

    LG

    Sacco

  • Ich muss ganz ehrlich sagen, ich sehe das hier ein wenig anders. Und ja, ich erwarte von jeder Auslandsorga, dass sie es unaufgefordert kommuniziert, wenn der Verdacht besteht, dass ein zu vermittelnder Hund nicht unerhebliche Herdenschutzhundanteile hat. Ebenso auch, wenn andere spezialisierte High-End-Gebrauchshunde vermutet werden. Und nein, nicht weil ein HSH ein Monster ist oder gefährlich wäre, sondern weil man solchen Hunden ein entsprechendes Zuhause bieten können muss und das kann eben nicht jedermann. Und was genau diese "Puschel-Vermittlungen" an unbedarfte Interessenten bewirken, das sieht man dann nach 1,5 Jahren, wenn sich Probleme einstellen und es im schlimmsten Fall auch Beißvorfälle gibt, die Hunde dann im Tierheim landen oder sogar eingeschläfert werden. Im besten Fall dann ein weggesperrtes Leben an kurzer Leine, Maulkorb und Nachtspaziergang erleben. DAS ist KEIN Tierschutz.

    Und nein, da hilft es auch nicht, wenn hier viele schreiben, dass sie einen HSH-Mix haben, bei dem sich alles gut entwickelt hat und sie sehr glücklich geworden sind, obwohl sie sich nie einen solchen Hund ausgesucht hätten. Denn natürlich gibt es auch genug Fälle, wo alles funktioniert, die Bedingungen passen, der Halter sich anpassen kann und Hund und Halter ein wundervolles gemeinsames Leben führen. Aber bei HSH und ihren Mixen kommt es aber eben überproportional häufig eben auch dazu, dass der Hund sich eben nicht anpassen kann, der Halter komplett überfordert ist, weil einfach falscher Hund in falscher Lebenssituation und dann sind diese Hunde eben nahezu unvermittelbar, meist unverstanden und leider auch immer mal wieder auch (zumindest zeitweise) gefährlich.

    Interessant finde ich hier auch die Aussage, dass man eben damit rechnen muss, dass man aus dem Auslandstierschutz einen HSH-Mix bekommen könnte und wer damit dann nicht umgehen kann, der sollte es lieber ganz lassen. OK. Dann müssen wir aber definitiv den Import von Auslandshunden ganz drastisch einschränken. Wenn ich mich richtig entsinne ist aktuell bis zu jeder vierte Hund in Deutschland ein Auslandsimport. Und ich bezweifle ganz stark, dass all diese vielen Hundehalter vom Malinois, über den passionierten Jagdhund bis hin zum Vollblut-HSH alles können und die passende Lebenssituation bieten.

    Nein, die Hauptverantwortung liegt hier für mich ganz klar beim vermittelnden Tierschutzverein, der hier unbedingt die Fähigkeit haben muss, regionale Rassetypen zu kennen, um nach bestem Wissen und Gewissen die Hunde in ein passendes Zuhause zu vermitteln.

  • Mach mal DNA Tests von den ganzen Auslandsimporten... Ich habe welche von meinen. Da ist alles drin. Rassen, die ich nicht mit der Kneifzange anfassen würde und die du nie erahnen würdest. Du kannst Multimischlinge nicht auf einzelne Rasseanteile runterbrechen. Das bringt nichts, 10% dies, 8% das und 12% jenes heißen nicht, dass du dir da draus eine Beschreibung für den Hund basteln kannst.

    Der Hundetyp mag nicht irrelevant sein. Der Landschlag mag nicht irrelevant sein. Aber man kann beim besten Willen keine Rasseeigenschaften vermuten, nur weil ein paar Prozent irgendeiner Rasse enthalten sind. Dafür bräuchtest du signifikante Rasseanteile, 1/4 oder die Hälfte - was du bei echten Straßenhunden eher nicht hast. Genauso kann plötzlich etwas durchkommen von einer Rasse, die nur 3% ausmacht.

    Die ganzen klassischen HSH Mischlinge, die ich hier kenne, sind auch nicht wie für ihren Job durchgezüchtete HSH. Klar, richtige typreine HSH findest du im Tierschutz auch zur Genüge, aber davon reden wir hier ja alleine schon von der Größe nicht.

    Die Rassen, die man meinen Hunden ansieht (bzw. meint anzusehen), sind teilweise gar nicht vorhanden, teilweise mit wenigen Prozentpunkten (7%, 12%) und haben wiederum nichts mit deren Verhalten zu tun.

    Hier im Dorf ist eine (voll erwachsene) Hündin, die optisch aussieht wie ein reiner Mali/Kangal Mix, charakterlich ist die ein liebenswertes Schaf. Ich habe Jahre gewartet, dass dieser Hund mal ernsthaft wird. Nö. Hätte sein können, ist nicht passiert. Das Problem ist natürlich: Hätte sein können.

    Es sind Individuen, die man kennenlernen sollte und das Problem ist hier der Direktimport eines Junghundes (den du nicht seriös einschätzen kannst) an einen Hundeanfänger mit zig Ansprüchen. Das passt nicht. Zu keinem Direktimport, egal mit welcher Optik.

    Und klar, da liegt der Fehler genauso bei der Orga. Ich finde die feste Vermittlung durch Direktimport ohne Pflegestelle (oder Pflegestelle mit Option auf Adoption) schwierig. In diesem Fall ist sie indiskutabel.

    Ich mag auch den Import von offensichtlichen HSH Mixen nicht verteidigen, ich finde große, ernsthafte Hunde passen zu den allermeisten Lebenssituationen nicht. Aber high end Gebrauchshunde sind das nicht. Umgängliche Familienhunde natürlich oft auch nicht.

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