Langjährige Erfahrung mit Tierschutzhunden – Überlegungen zu einem Rassewelpen (Golden Retriever/ weißer Schäferhund)

  • Wenn niemand mehr züchtet, dann ist die Ethik und Moral der Menschen schon sehr weit fortgeschritten und ist zu der Erkenntnis gelangt, daß der Mensch kein Recht hat, Tiere für sich zu benützen und nach seinen Vorstellungen zu formen

    Für mich ist das tatsächlich das, was ich inzwischen möchte. Ich möchte Tiere nach meinen Vorstellungen formen, nämlich in Wesen, Gesundheit und auch Aussehen.

    Und ich möchte sie auch benutzen. Sie sollen in mein Leben passen und möchte die Dinge machen, die mir Spaß mit ihnen machen. Und da ich mir inzwischen nur noch Hunde hole, die auch genauso "vorgeformt" bei uns reinpassen, kann ich denen ein nach ihren Bedürfnissen geformtes schönes Leben bieten.

    Ich liebe Welpen und dieses Formen, das Anleiten und Erziehen.

    Für mich ist ebenfalls Tierschutz, wenn ein Hund von der ersten Sekunde in wohlwollende Hände fällt. Bewusst ausgesuchte gesunde Eltern, eine wesensstabile Mutter, eine gesunde Aufzucht mit angemessenen Reizen und daraus einen Hund mit vorhersehbaren Eigenschaften, der munter in die Welt schaut an Menschen, die sich ganz bewusst und lange mit dem Thema und den Bedürfnissen der Rasse auseinander gesetzt haben und die Vorarbeit aufnehmen und weiterführen. Ich möchte, dass beide Parteien happy miteinander sind.


    Ich schließe einen Tierschutzhund nicht aus. Es muss dann halt passen und es handelt sich um ein individuelles Tier. Ich muss mir nicht auf die Schulter klopfen, ich will einfach nur glücklich mit meinem Hund sein. Mir macht das Training mit sehr ängstlichen oder aggressiven Hunden durch ihre Erfahungen oder vielleicht mangelnden Erfahrungen keinen Spaß.

    In meiner Bubble gibt es immer wieder tragische Fälle, bei denen wir als Rasseliebhaber Hunde aufnehmen und dann ggf. weitervermitteln. Auch das ist für mich Tierschutz. Dass man ein Netzwerk hat, das Hunde aufnimmt, ohne dass sie die Zwischenstation Tierheim mitnehmen.


    In der realen Welt spielt es für mich keine Rolle, wo ein Hund her kommt. Soll sich jeder seinen Hund dort holen, wo es einem passt. Hauptsache, Hund und Herrchen/Frauchen passen zueinander. Leider sehe ich sehe oft sehr viel Unglück, Beschwerde und Reibung. Dass an Dingen ewig wegtrainiert werden muss, was den Hund ausmacht. Dass beide wie im Kompromiss miteinander leben. Ich finde, ein Hundeleben ist dafür zu kurz und meine eigene Lebenszeit auch zu schade dafür.

  • Hinzu kommt, dass ich 2 Freundinnen habe, die von ausschließlich Auslandshunden auf "Ich kaufe mir endlich einen Welpen meiner Traumrasse vom Züchter" umgestiegen sind und es in beiden Fällen dann deutlich anspruchsvoller und stressiger war.

    Bei sowas ist natürlich immer die Frage, was die "Traumrasse" ist.

    Man kann sich ja bei der Rassewahl auch gehörig ein Bein stellen.

  • Wenn ein TS-Hund passt, darf hier immer gerne einer leben. Bis vor 3,5 Wochen war das auch so. Zusaetzlich zu den Hunden vom Zuechter. Der naechste Hund wird wohl wieder einer vom Zuechter, aber wenn mir ein passender TS-Hund ueber den Weg laeuft (und mir der Verein (besonders der Vertrag!) passt!), dann zieht halt der ein.


    Heisst also ich entscheide nach 'passt dieser Hund hier rein oder nicht'. Voellig langweilig, ich weiss.

  • Seriöse Zucht und seriöser Tierschutz gehen für mich Hand in Hand. Makeadoptionanoption.

    Seriöse Züchter bei welchen jeder Hund sein passendes Plätzchen findet, ein eigenes Auffangnetz hat etc sind MITNICHTEN das Problem. Für jeden dieser Hunde stirbt auch nicht irgend einer im Tierschutz (wird ja gern gesagt). Das Problem sind Welpenhandel und Hinterhofvermehrerei, Qualzuchten und Co. Gegen DIE darf man sehr gerne schießen.

    Vernünftige Zucht ist ja genau FÜR die Gesundheit und Langlebigkeit der Hunde. Und das zeigt sich ja auch je nach Rasse (selbstverständlich muss man da dann eben sein Hirn einschalten beim Kauf)

    Ein seriöser(!!!!!!!!!!!) Züchter der all seine Welpen jedesmal bei Menschen unterbringt die genau DIESEN Hund wollten war noch NIE Teil des Problems der Tierheimschwemme. Wie auch?

  • Für mich kommen immer nur Hunde aus dem Tierschutz in Frage. Dasselbe Thema gibts bei Kornnattern - die werden massenweise ausgesetzt oder "verschenkt" weil der Markt vollkommen übersättigt ist - ich finde es daher nicht gut, weiterhin in Massen Kornnattern zu züchten nur um bestimmte Farben zu haben. Auch hier würde ich immer nur ein Tier aus einer Auffangstation oder ein Abgabetier zu mir nehmen. Klar, bei Hunden ist die Lage anders, aber es ist für mich eine Sache des Prinzips.

    Aber dazu kommt, das mir Mischlinge einfach besser gefallen. Es gibt so eine unglaubliche Vielfalt an wunderschönen Mischlingen. Ich weiß keine einzige Rasse, die ich so hübsch finde wie viele Mischlinge. Ich möchte echt niemandem zu nahe treten, der einen Rassehund hat und liebt (ich habe einen Enkelsheltie den ich von Herzen liebe), aber für mich sehen alle Hunde einer Rasse mehr oder weniger gleich aus. Mischlinge sind einfach alle auch optisch einzigartig und ich finde diese Vielfalt super. Luna ist ja nicht der einzige super süße Mischling. Ich kenne keine Rasse, die mich allein von der Optik her so anspricht.

    Ich weiß, dass das ein oberflächliches Argument ist, aber es hat für mich durchaus eine Rolle gespielt.

  • So viel hab ich bei meinem ersten eigenen Hund nicht abgewogen, eigentlich.

    Dass Maja damals aus dem örtlichen TH kam, war dem Umstand geschuldet, daß mein Exmann absolut keinen Hund vom Züchter kaufen wollte. Also wurde es ein Mixwelpe ausm örtlichen TS. Die länger bei mir blieb, als mein Exmann. Und die einfach ein Hauptgewinn war.

    Seitdem waren alle meine Hunde (bis auf den Erbdackel, den ich ja geerbt habe wie der Name schon sagt) aus dem TS.

    Sie waren alle kleine Ü-Eier, aber ich mag das ganz gern. Da alle ziemlich jung zu mir kamen und ich nie genau wusste, was das mal wird, wenns ausgewachsen ist, war ich da allerdings auch immer recht tiefenentspannt. Auch meine HSH-Mixe hatten wenig "herausfordernde Verhaltensmuster" - für mich ganz persönlich! So in etwa wusste ich ja, was da auf mich zukommt. Und meine Familie zieht bzw zog da immer mit - was nicht ganz unwichtig ist.

    Ich schliesse allerdings für mich überhaupt nicht aus, dass nicht doch mal ein Hund aus einer guten Zucht hier einzieht, ganz im Gegenteil. Das einzige Problem, dass ich damit hab ist tatsächlich, dass es so viele tolle Rassen gibt, die für mich passen würden und die mir gefallen und ich mich da dann für eine entscheiden müsste. Und das ist für mich persönlich irgendwie schwierig.

    Genetische Risiken hab ich bei meinen Mixen eh immer - aber eben bisher Glück gehabt. Das könnte ich wohl bei einem Hund vom guten Züchter eher ausschliessen. Gesundheitliche Risiken ist jetzt ein weitgefasser Begriff. Sam und jetzt der Ben waren bzw sind sog. "Südhunde" aus Spanien. Beide von der gleichen Orga. Die sehr gut über die Risiken der "MMKs" aufklärt und auch wirklich ehrlich damit umgeht - aber eine 100% Sicherheit gibt es nie. Das muss man wissen.

    Genauso wenig wie man bei einem Mix wissen kann, was irgendwann mal, wenn er denn erwachsen ist, drin steckt. Seh ich bei Ben sehr gut: genetisch ein halber HSH und ein halber Vorsteher - ich war auf den HSH gefasst aber bis jetzt ist er definitiv mehr Vorsteher. Ich finde das sehr spannend und wir haben viel Spaß mit ihm. Aber das gilt eben nur für mich persönlich und für meine Situation. Ich versteh völlig, dass genau dies Überraschungseier für andere Menschen eben nix sind.

    Passen muss es.

  • Wir wollten als Anfänger mit Kindern, auch wenn die nicht mehr klein waren, einen "idiotensicheren" Hund und haben uns daher keinen Hund aus dem Tierschutz zugetraut.

    Wäre das Thema jetzt aktuell, würde ich auch nach Hunden auf Pflegestellen schauen.

    Das Problem mit der Hundeschwemme im Ausland lässt sich, meiner Meinung nach, sowieso nicht mit Adoptionen lösen. Da kommen ja immer weiter welche nach, weil die Leute ihre Gebrauchshunde verpaaren und die, die nichts oder nicht mehr "taugen", aussetzen. Oben drauf kommen die Vermehrerwelpen und ausgesonderte Zucht-Hündinnen von Trend-Rassen aus diesen Ländern, und die Straßenhunde, die sich von alleine weiter vermehren. Das Problem können nur diese Länder lösen.

    Was die Rassehunde angeht, bin ich bei Yelly.

  • Ich hatte zwei Hunde in meinem Leben.

    Einmal einen Welpen aus einem Ups-Wurf. Beide Eltern bekannt und ohne Vorplanung hier eingezogen. Ein großer gestromter Rüde, der für Alles zu haben war, mir aber trotzdem viel abverlangst hat. Er wurde 13 Jahre alt.

    Mein Zweithund sollte ein Welpe vom Züchter in meiner Traumrasse (CC) werden. Während meiner Recherchezeit wurde mir eine CC Hündin als Abgabe-Junghund angeboten (Züchterhund mit FCI-Papieren). Ich habe sofort zugegriffen und den besten Hund aller Zeiten bekommen. Sie wird jetzt bald neun Jahre alt und uns allen graut, wenn sie mal nicht mehr da ist.

    Bis auf einen Auslands-TS Hund würde ich alles nehmen, nur einen Welpen würde ich aus Altersgründen nicht mehr wollen. Wahrscheinlich würde ich auf Molosser-in-Not Seiten schauen, ob etwas dabei ist.

  • Das Problem können nur diese Länder lösen.

    Genau das. Der Anteil der Rassehunde an der weltweiten Hundepopulation ist eh gering bis verschwindend gering, je nach Land, und der Anteil der Rassehunde mit Papieren noch mal kleiner. In Deutschland haben ca. 7 Prozent aller Hunde FCI-Papiere.

    Ein Zuchtverbot würde also so gut wie nichts ändern, vor allem wenn es national begrenzt wäre, und dass weltweit keine Hunde mehr gezüchtet werden ist noch utopischer.

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