Langjährige Erfahrung mit Tierschutzhunden – Überlegungen zu einem Rassewelpen (Golden Retriever/ weißer Schäferhund)
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Hier wied definitiv nie ein Hund vom Züchter einziehen. 100% ausgeschlossen. Ich für mich finde das einfach total unnötig - und das sage ich als jemand mit einem stinknormalen Job, mit einer kleinen Wohnung in einer 2-Millionen-Einwohnerstadt und ohne Auto.
Ich suche mir die Tierschutzhunde eben so aus, dass sie möglichst gut zu mir und meinem Leben passen. "Perfekt" ist meiner Ansicht nach sowieso kein Lebewesen, irgendwas sein kann immer, auch mit dem heißersehnten, top großgezogenen Züchterwelpen.
Für mich gibt es da draußen einfach genug Hunde auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Muss ja noch nichtmal der klassische Gang ins Tierheim sein. Privatvermittlungen gibt es auch oft genug aufgrund von Todesfällen, Umzügen, Allergien etc.
Das "Warum" kann ich für mich nur mit meinen moralischen Prinzipien erklären. Ich würde wohl tatsächlich eher gänzlich auf Hundehaltung verzichten anstatt mir einen Rassehund vom Züchter zuzulegen. Aus diesem Grund fällt mir persönlich die Entscheidung natürlich leicht, immer wieder einen Tierschutzhund zu holen.
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Groß geworden bin ich mit Welpe DSH, Abgabehund aus anderen Familien Collie und Deutsch Stichelhaar. Das waren einfach nur die Hunde meiner Kindheit / Jugend. Die waren eben da. Die nächsten Hunde waren dann ehemalige Laborbeagle. Wir wollten einen TS Hund und einen Beagle haben. Dann begann die Zeit der Einsatzhunde und damit wollten wir dann doch Welpen vom Züchter. Allerdings Dissidenz oder Ausland, weil es im VDH keine Bloodhounds, Grand Bleus oder Schwyzer gibt. Uschi-Flury ist wieder ein Beagle, der aufgrund von Überforderung abgegeben wurde.
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Ich hatte Hund 1 und Hund 2 aus dem TS. Hund 1 starb, Hund 2 war nicht einfach. SIE hatte sehr genaue Vorstellungen, was sie an anderen Hunden mag (und das war nicht viel). Sie war Terrier x BC . Und anfangen konnte sie, wenn überhaupt, nur mit Hütehunden was. Klein war sie auch noch. Damals kam daher nur ein kleines Hütetier in Frage. Es hat Recherche und 2,5 Jahre gedauert, bis dann Emil einzog, mein erster Hund vom Züchter. Und die beiden passten besser zusammen, als ich es je erwartet hätte. Sie war über 10 Jahre als Emil mit 9 Wochen einzog und der Welpe war ein reiner Jungbrunnen für sie. Die haben getobt, sind gerannt, Arsch auf Eimer. Ich habe damals auch wieder nach TS Hunden gesucht, aber alles was ich fand war mir mit der Hündin zu unplanbar. Und ich hab es nicht bereut. Jetzt habe ich zwei Hunde, die vom Züchter kommen, aber ich kann mir auch absolut vorstellen, dass wieder ein TS Hund hier einzieht. Die Zeit wird bringen, was passt.
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Von meinen bisher zehn eigenen Hunden, die ich hatte/habe, sind genau die Hälfte Second-Hand-Hunde und die andere Hälfte vom Züchter. Ich mag das Verhältnis so. Ausschließlich Second-Hand-Hunde wäre mir zu nervenaufreibend.
Beim Welpen würde ich mir aber noch mal genauere Gedanken über die Wünsche an die Rasse machen. Die beiden genannten sind ja sehr gegensätzlich ...
Ich wollte an dieser Stelle noch mal ergänzen, dass ich bei den meisten einen deutlichen Unterschied gemerkt habe. Die Second-Hand-Hunde bringen ihre Baustellen mit und behalten sie in einem gewissen Maß meistens auch. Damit meine ich nicht, dass ich sie nicht trainiert bekomme. Aber an vielen Punkten muss ich mit Training gegenhalten, damit es stabil bleibt. Manchmal ist das richtig mühsam und rutscht mir im Alltagstrubel etwas weg, das straft sich dann. Bei den Hunden, die es "von Anfang an gut hatten", münden die Erziehungsturbulenzen in mehr Stabilität. Ich muss nicht ständig so viel gegen etwas antrainieren, sondern, es ist recht gefestigt und stabil.
Ich merke auch den Hunden an, dass es einen Unterschied macht. Die Hunde, die bestimmte Situationen durchs permanente Training gut können, sind von so etwas geschlauchter, auch, wenn Außenstehende in den Situationen selbst keinen Unterschied zu den Züchterhunden sehen.
Beispiel: Ich bin ja nicht so der Stadtgänger und nehmen meine Hunde auch selten mit zum Essen gehen oder so was. Wenn es drauf an kommt, können das alle. Auch recht unauffällig. Ein Teil meiner Hunde kommt da ausgeschlafen wieder aus dem Restaurant und der andere Teil muss erst Mal schlafen gehen, obwohl es im Restaurant genauso wirkte wie bei den anderen.
Zu dem Gewissensding, was einem ja viele einreden wollen, wenn man beim Züchter kauft: Für mich ist der allerbeste Tierschutz, wenn ein Hund gar kein Leid in seinem Leben erleben musste. Ich benötige es für mich nicht, dass es einem Tier schlecht gegangen sein muss um mir auf die Schulter klopfen zu können bzw. müssen, dass ich jetzt der Superheld bin. Klar, jetzt könnte man sagen, dass ich ja auch solche Hunde habe. Aber ich habe die nicht um besser da zu stehen und Züchter zu verunglimpfen. (Das wäre auch echt arg komisch in meiner Situation.)
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Ich hatte Ups-Wurf-Hund, sixthand-Hund und Tierschutzhund (ital. Jäger) in meiner Vita. Ich hätte mir auch einen weiteren Hund aus dem Tierschutz vorstellen können, die Vereine jedoch nicht: Kinder im Haushalt, das Jüngste zwischen 2 und 3 - nee, eher nicht.
Also habe ich mich bei meinem Kleinmädchentraum Weißer Schäferhund umgesehen. Fündig geworden bin ich im Bundesverein für Weiße Schweizer Schäferhunde. Bekommen habe ich eine Hündin, die ihrer Rassebeschreibung schon sehr entspricht. Aktiv, freundlich, schnell, anpassungsfähig, relativ reizoffen aber sehr gut regulierbar.
Ja, nen Daumen drauf tut ihr ganz gut. Ihr zu sagen, wann sie dran ist oder was nicht ihr Job ist, bringt ihr Entspannung. Erstmal anspringen muss sie, aber sie lässt sich gut erklären, was grad nötig ist und was nicht. Sie ist dann auch zufrieden, wenn sie sich einen bestimmten Schuh nicht anziehen muss.Mit gut 8 Wochen zog sie ein, nun ist sie 4,5 Jahre alt, mein Verlasshund, mein Seelenhund. Sie ist SO toll mit den Kindern, sehr bemüht, uns zu gefallen und ein absoluter "alles kann, nichts muss"-Hund. Ein guter und durchaus souveräner Alltagsbegleiter. Ich werde sie vermissen, wenn sie mal nicht mehr ist, aber bis dahin genieße ich jeden Tag mit ihr.
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TS Hund - alles kann , nichts muss und ich hab Lust auf jegliche Überraschungen und kann es leisten .
Rassehund - spezifische Anforderungen und Wünsche. Es gibt Rassen die würde ich nie kaufen , Rassen wo ich komplette Länder und das Zuchtgeschehen dort vermeiden würde und so weiter und so fort. Erkrankungen sind häufig doch gut abschätzbar/ vorhersehbar, insbesondere wenn man bereits involviert ist bei der Rasse.
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Zu dem Gewissensding, was einem ja viele einreden wollen, wenn man beim Züchter kauft: Für mich ist der allerbeste Tierschutz, wenn ein Hund gar kein Leid in seinem Leben erleben musste
Danke dafür!



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Gleichzeitig ist mir bewusst geworden, dass Hunde aus dem Tierschutz – je nach Vorgeschichte – oft bereits einen gefestigten Charakter mitbringen, der durch frühere Erfahrungen geprägt ist und sich nicht einfach „wegtrainieren“ lässt.
Achso, hierzu wollte ich gern noch was loswerden.
Auch so ein Welpe ist ja kein unbeschriebenes Blatt. Ja, bei einem Rassehund kann man im Großen und Ganzen bestimmte Eigenschaften erwarten, aber wie sehr die im einzelnen Individuum ausgeprägt sind und was der generell für einen Charakter hat, beeinflusst man auch durch das Begleiten von Anfang an nicht.
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Ich glaube ich habe einfach viel zu viele Leute gesehen, die ihren Hund von Welpe an hatten und schlechter dastehen als ich mit meinen Multimixen von der Straße und schiebe deshalb völlig unnötig Panik, obwohl ich gleichzeitig sehe, was da schief läuft.
Im Endeffekt werde ich es irgendwann erleben.
Wie gesagt, ich denke nicht, dass es noch Jahrzehnte Tierschutzhunde in dieser Masse geben wird, dass man wirklich wählen kann, was zu einem passt. Wir decken ja jetzt schon unseren Bedarf aus dem Ausland und holen selbst da längst nicht mehr nur die gut vermittelbaren Hunde.
Ich denke Hunde und Menschen werden nur glücklich wenn es passt. Nichts finde ich trauriger, egal ob TS oder Züchter, wenn es einfach nicht passt und man zusammen nicht zufrieden wird.
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Das Thema ist für mich auch mehr und mehr präsent, je älter unsere Hunde werden.
Die vier Hunde, die in unserem Haushalt ein und aus gehen (zwei eigene, einen vom Vater, einen vom Bruder) sind alle second-Hand mit unterschiedlicher Herkunft.
Über die Jahre haben sich alle vier so gut in unser Leben eingepasst, dass mir jetzt erst mal bewusst wird, was diese Hunde hier leisten (müssen).
Wird es möglich sein noch mal so Glück zu haben und so tolle Hunde zu finden, die das alles vereinen?
Gerade da nun auch ein kleines Kind zu unserem Haushalt gehört, ist die Bereitschaft für Experimente echt deutlich gesunken.
Kann ich es schaffen einen Welpen so groß zu ziehen, dass es so gut passt?
Wird mir der passende second-Hand-Hund zur richtigen Zeit über den Weg laufen?
Ich hoffe sehr, dass letzteres zutrifft und wir einfach wieder so Glück haben und ich mich damit um eine aktive Entscheidung drücken kann. - Vor einem Moment
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