Tierheimtier oder Welpenwahn für Spätberufene?

  • Lucy_Lou

    Ja vom Wesen her, keine Frage, das meinte ich eigentlich auch gar nicht.

    Aber 40-50cm ist ein Stück kleiner als ein Golden. Vor allem, da hier wirklich nur Show Linie in Betracht kommen würde. Da ist man auch bei den Hündinnen sofort über 50 und weit über 20kg. Eine kleine Labi Hündin allenfalls, wobei man da ebenfalls auf die Zuchtrichtung achten muss. Und: der Labi durchaus mit dem Thema Frust was haben kann, wie wir in letzter Zeit hier oft lesen, und ich auch im Training nicht so selten sehe. Muss man einfach wissen. Toller auf keinen Fall, die sind kleiner, aber werden leider sehr oft unterschätzt was Veranlagung und Arbeitswille angeht. Und Lautstärke. Die restlichen Retriever sind raus, der Flat ist deutlich grösser und schwerer, und die anderen beiden passen auf keinen Fall.

  • fliegevogel : du magst mir doch bestimmt deine Reaktion auf meinen letzten Post erklären, oder?

    Ist das bei "verwirrt" nicht selbsterklärend? Ich finde Deine Erklärungen verwirrend und auch, warum du denkst, dass man da von selber drauf kommt. :ka: Aber ist ja nicht schlimm, menschliches Verhalten muss ja nicht immer einleuchtend sein.

  • Ich finde, wenn man nicht unbedingt einen Welpen haben WILL, sollte man zuerst im Tierheim schauen. Es gibt so viele Hunde, die schon da sind und ein Zuhause suchen. Und wenn man was Alter und Rasse/Aussehen angeht nicht sehr eingeschränkt sucht, gibt es da ganz ganz viele richtig tolle und im Wesentlichen unkomplizierte Kandidaten. Mich wundert eigentlich sehr, dass hier nicht viel mehr zum Tierschutz geraten wird.

    In diesen Threads ("welcher Hund etc.") wird halt meistens nach geeigneten Rassen gefragt. Da zögert man ein wenig, Tierschutzhunde zu empfehlen.

    Ich habe gerade eben erst wieder bei dem Verein, von dem wir Luna haben, geschaut, was dort aktuell für Hunde ein Heim suchen, und es ist wie immer einfach überwältigend - so viele tolle Hunde. Und so sieht es bei jedem Verein aus, wo ich ab und zu mal reinschaue.

    Deshalb meine Empfehlung: einen lokalen Verein suchen und schauen, was die für Hunde auf Pflegestellen haben (bzw. gibt es ja auch Organisationen, die bundesweit arbeiten).

  • Man kauft sich einfach mall nicht einen Eurasier, wenn Freude an Hunden hat, die Bällchen holen oder Dummys.

    Das ist alle Beteiligten absoluter Frust

    Öh, wieso denn nicht? ich find diese Gründe ganz gut für nen Eurasier und würde da jetzt nicht Frust auf beiden Seiten erwarten. :hilfe:

    Falls du mir "einfach mal" übereilt, unüberlegt etc. meinst, ok, so sollte man keinen Hund anschaffen, aber danach klingt es beim TE doch gar nicht.

    Die eine Eurasier-Hündin, die ich besser kennenlernen durfte, war ein total netter, easy going, aufmerksam-freundlicher Hund. Nicht sehr zu haben für Gehorsamszeug, Hundesport wäre sicher nicht so toll gewesen, aber sie war einfach "brav" und umweltverträglich. Und so bisschen Dummy holen hätte sie sicher gemacht. Die Vorgängereurasier waren wohl genau so.

    Ich würde an eurer Stelle Hunde kennenlernen und mal schauen, was ich zusagt. Sind ja doch ziemlich unterschiedlich, Retriever, Terrier, Spitz-Typ. Und dann weiter schauen, ich denke eure Voraussetzungen sind super und wenn es *klick* macht (egal ob mit bestimmer Rasse oder TS-Hund, wird das bestimmt gut gehen).

  • Eine ehemalige Arbeitskollegin hat ähnliche Voraussetzungen (nur ohne Reisen) und ist mit ihrem Eurasier sehr glücklich.

    Zuerst wollten sie was Nordisches Richtung Samojede, haben sich aber auf meinen Vorschlag "Eurasier kennenlernen" eingelassen und sind nun happy.

    Lernt doch beide Rassen beim Züchter kennen und macht Euch ein Bild.

  • Zunächst einmal kann man auch als Ersthundehalter einen Hund nicht nur halten, sondern auch vernünftig ausbilden, auch im sportlichen Bereich. Ich erlebe mich als noch mal entspannter und gelassener als in jüngeren Jahren. Weil so ziemlich nichts so läuft, wie es geplant war oder man es gerne hätte. Das nur als eine Art Vorwort. Und was ich schreibe, ist natürlich durch meine Brille gesehen.

    Ich selber bin, obwohl ich ein absoluter Fan von großen Laufhunden bin, wieder beim Beagle gelandet. Flury ist mit knapp 12 Kilo eine sehr zarte Beaglehündin. Auch von der Optik her vermute ich ehemalige Laborbeagle (sog. Marshal Beagl ) als Eltern. Sie kann frei laufen und geht nicht hirnlos jeder Spur hinterher. Und auch als ich jetzt gesundheitlich angeschlagen und mit Gehstützen unterwegs war, hatte ich keine Probleme. Auch heben geht einfach und der Pflegeaufwand ist gering. Eine Freundin von mir nimmt ihren Beagle mit auf den Golfplatz und er läuft dort frei.

    Meine Schwester ist mit Womo (Kawa) und einem Cocker unterwegs. Ihr Percy ist ein sehr entspannter Hund und macht auch so ziemlich alles mit, was sie an Hundesport austestet. Allerdings ist der Cocker schon mal pflegeintensiver.

    Wichtig wäre mir eine wirklich gute Hundeschule (schwierig genug zu finden) und einen belastbaren Plan B bis D.

  • Guten Abend :-)

    Das ist fast schon eine Lebensberatung hier geworden, sehr viel Stoff zum Nachdenken und zu unterschiedlichen Sichtweisen. Danke danke. -auf alles kann ich nicht eingehen, nur soviel:

    - Wir sind derzeit noch sehr fit, aber in 10-15 Jahren, wer weiß wie es dann aussieht. Ein leichterer Hund ist also gesetzt, die Retriever und auch die Eurasier sind damit (leider!) raus.

    - Das gilt auch für den Plan B, denn junge (na ja, ü30 sind die auch) Verwandte können im Falle eines Falles auch eher einen kleineren Hund übernehmen als einen großen.

    - Es wurden mehrere kleinere (nicht winzige) Rassen genannt, die wir uns anschauen müssen. Border Terrier übrigens auch, von den schönen Irish sind wir kuriert ;-)

    - TS-Hunde von Pflegestelle der Rasse "irgendwas Gemischt" könnten eine gute Alternative sein.

    - Ein halbwegs erwachsenes Jungtier wird besser zu uns passen als ein Baby im Großelternhaushalt. Allerdings, aktuell hätten wir noch die Nerven und die Zeit für eine Welpenaufzucht, also ist das noch offen. Hat halt die Herausforderung, dass es für spätere Special Effects keine Ausrede gibt :hundeleine04:

    Freundliche Grüße Tom

  • Ihr könnt ja nach beidem parallel schauen. Schaut euch einfach Mal in den Tierheimen in der Nähe um, vielleicht ist ja etwas passendes dabei. Gleichzeitig könnt ihr euch über die evtl passenden vorgeschlagenen Rassen informieren und mal bei Züchtern anfragen, ob ihr deren Hunde Mal kennen lernen dürft. Wenn ihr sagt wo ihr etwa wohnt finden sich evtl auch Hundehalter hier im Forum mit den gewünschten Rassen, die in eurer Nähe wohnen und die nichts gegen ein Treffen hätten ;)

  • Ein halbwegs erwachsenes Jungtier wird besser zu uns passen als ein Baby im Großelternhaushalt. Allerdings, aktuell hätten wir noch die Nerven und die Zeit für eine Welpenaufzucht, also ist das noch offen. Hat halt die Herausforderung, dass es für spätere Special Effects keine Ausrede gibt

    Ich persönlich sehe „halbwegs erwachsene Jungtiere“ mittlerweile zwiespältig. - Warum?

    Wir haben 2018 einen knapp halbjährigen Rückläufer von einer seriösen Züchterin übernommen. Sie hatte den Hund nach gut sechs Wochen zurückgekauft, weil die Erstbesitzer, wohl eine junge Familie mit Kindergartenkind, überfordert waren bzw. die Lust am Welpen verloren und ihn nicht mehr angemessen versorgt haben.

    Die Züchterin behielt den Kleinen zwei Monate bei sich, päppelte ihn auf und versuchte Defizite aufzuarbeiten. Sie lehnte in dieser Zeit mehrere Kaufinteressenten ab. Wir entdeckten den Hund auf der Vermittlungsseite des Klubs für Terrier und fanden die Idee, einen Junghund, der bereits aus dem Gröbsten raus war, passender für unsere Situation, als einen Welpen mit acht Wochen. Aufgrund unserer Rasseerfahrung und dem Vorhandensein eines souveränen Ersthundes bekamen wir den Zuschlag und Fynn zog bei uns ein.

    Er lebt jetzt bald acht Jahre bei uns und das passt soweit. Wir haben keine kleinen Kinder mehr, wir haben Platz, wir haben einen Garten, wir können unser Leben i.d.R. passend für Fynn einrichten. Denn seine „schwere Kindheit“ hängt ihm bis heute nach. Er tut sich u.a. schwer mit anderen Leuten, er ist unsicher und wenig stressresistent. Am besten geht es ihm mit festen Strukturen und etablierten Routinen.

    Unser erster Hund und dessen Nachfolger (Hund Nr. 3) kommen ebenfalls aus einer seriösen Zucht. Beide haben wir im Alter von acht Wochen übernommen. Bei Hund Nr. 1 hat die erfahrene Züchterin aus einem ganzen Wurf den Welpen ausgesucht, der am besten zu uns passte (Ersthundehalter mit drei Kindern zwischen zwei und acht Jahren). Und es war einfach perfekt!

    Bei Hund Nr. 3 gab es keine Auswahl, da nur Zwillingspärchen geboren wurde. Die kleine Hündin behielt die Züchterin, der kleine Rüde kam mit einer umfassenden und zutreffenden Charakterbeschreibung zu uns. Aus einem großen Wurf hätten wir ihn vermutlich nicht ausgewählt, aber durch die kompetente Einschätzung der Züchterin wussten wir von Anfang an, wen wir uns da ins Haus holen und wo wir erzieherisch ein Augenmerk darauf richten sollten. Somit war auch dieser Welpe ziemlich „easy“.

    Lange Rede kurzer Sinn: Aufgrund dieser persönlichen Erfahrungen würde ich mir jederzeit und ohne Bedenken wieder einen jungen Welpen frisch vom seriösen Züchter holen. Bei Rückläufern, Privatabgaben usw. würde ich zukünftig sehr sehr sehr genau hinsehen. Denn unsere Welpen waren und sind deutlich einfacher und auch erwachsen viel unkomplizierter, als der als Junghund übernommene Rückläufer.

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