Tierheimtier oder Welpenwahn für Spätberufene?

  • Hier eine Stimme für den überlegt ausgesuchten Tierschutzhund bzw "Second-Hand". All meine Hunde - bis auf einen - kamen erwachsen zu mir und ich hab es nie bereut. Es gibt so viele tolle Hunde im Tierschutz, seht Euch dort einmal um. Wichtig finde ich nur: Kein Direktimport.

  • Ich finde schade, dass der Aspekt völlig außer acht gelassen wird, wie schön und spannend es auch ist, einen Welpen aufwachsen zu sehen, die Entwicklung mit zu bekommen, ihn zu begleiten, anzuleiten und dabei zuzusehen, wie er Stück für Stück die Welt kennenlernt, wie er Vertrauen aufbaut, und wie man zusammenwächst.


    Auch das, was Eni46 beschrieben hat, sollte berücksichtigt werden bei der Herkunft des Hundes.

    Denn der Hund soll in die Lebenspläne des TE passen.

    Ich bin auf jeden Fall für einen Hund vom seriösen Züchter, eine Rasse, bei der keine großartigen Baustellen vorprogrammiert sind, und die vom Anspruch und Charakter zu den Träumen, die sie sich jetzt verwirklichen wollen, wo jetzt endlich die Zeit dazu da ist, auch passt.

  • Ich fände einen erwachsenen Beagle (evtl Laborbeagle, der schon auf Pflegestelle ist) eigentlich ziemlich passend. Einzig der eventuelle Leinenzwang wegen Jagdtrieb spricht dagegen.

    Freundlich, nervenstark, verträglich, gern unterwegs, lernwillig, vielseitig zu begeistern, mittelgroß, Nasenarbeit ist genau ihr Ding, manche mögen Suchen+ Apportieren gern.

  • Erstmal herzlich willkommen hier :winken:

    Ich glaube zu Pro/Contra Tierschutzhund/Hund vom seriösen Züchter wurde schon das Meiste gesagt.

    Ich denke ihr solltet euch in erster Linie überlegen, ob ihr einen Welpen großziehen möchtet oder einen erwachsenen Hund bei euch aufnehmen wollt. Bei ersterem würde ich auf jeden Fall zum Rassehund tendieren, da man die Zukunft eines Tierschutzwelpen teilweise wirklich schwer einschätzen kann. Wenn es ein erwachsener Hund sein darf, würde ich auf jeden Fall darauf achten, dass ihr den Hund vorher ausgiebig kennenlernen könnt aber das klingt bei euch ja auch schon so.

    Möglich ist in eurem Fall denke ich beides und ich glaube das ist auch einfach ein bisschen Typsache. Ich empfinde Welpen zum Beispiel als ganz toll und null anstrengend und liebe es, dem Hund beim aufwachsen zuzusehen. Andere finden Welpen ätzend und sind froh, wenn das Teil endlich erwachsen ist :D
    Man sollte es auf jeden Fall nicht unterschätzen - es ist in den ersten Monaten wirklich, als hätte man ein Baby/Kleinkind Zuhause.

    Wenn es ein Rassehund sein soll, möchte ich mal noch den Silken Windsprite in den Raum werfen, da ich gelesen habe, dass der Whippet zur Diskussion stand. Etwas gemäßigter im Jagdtrieb und kooperativer als der Whippet, bei ähnlichen Dimensionen. Ich kenne inzwischen eine Hand voll und empfinde sie als sehr angenehm in Größe/Gewicht und Wesen - wenn auch eher sensibel. Muss man mögen. Ableinbar sind alle, die ich kenne. Was die geplante Beschäftigung betrifft, müsstet ihr da aber eventuell ein bisschen flexibel sein.

    Kann sonst auch nur empfehlen, ganz viele Hunde kennenzulernen, um herauszufinden, was einem liegt.

    Ganz viel Spaß bei der Hundesuche!

  • Ich finde schade, dass der Aspekt völlig außer acht gelassen wird, wie schön und spannend es auch ist, einen Welpen aufwachsen zu sehen, die Entwicklung mit zu bekommen, ihn zu begleiten, anzuleiten und dabei zuzusehen, wie er Stück für Stück die Welt kennenlernt, wie er Vertrauen aufbaut, und wie man zusammenwächst.

    Vermutlich weil das Ansichtssache ist. Ich finde es anstrengend und es ‚gibt mir nichts‘ (klingt härter als es soll)

    Für mich ist es ‚so schön’ mit einem Tierschutzhund- Kennenlernen, Ankommen, Auftauen, sicher werden usw…

    Da sind die Menschen einfach unterschiedlich.

  • Für mich macht es auch so gar keinen Unterschied. Das erste Jahr ist aufregend und auch anstrengend, man lernt sich kennen, man wird zum Team. Die vielen ersten Male.

    Das einzige, Welpen sind niedlichen, soo unfassbar niedlich :ops: dafür sind erwachsene Hunde meistens stubenrein und man kann mehr mit ihnen machen :ka:

    Hat alles Vor- und Nachteile, aber das irgendwas besser wäre als die Alternative könnte ich echt nicht sagen.

  • Was jetzt besser ist is ja schlussendlich individuell.

    Ich denk mir halt nur : Wenn man gern mal einen Welpen hätte, und Bedenken hat ob man sich in der Zukunft fit genug dafür findet, tut es, wenn ihr euch das zutraut, solange es euch möglich ist.

    Wenn ihr drauf verzichten könnt, muss es natürlich kein Welpe sein.

    Ja, geht mir in dem Punkt tatsächlich mit um die Frage ob man es - für einen selbst - bereuen könnte wenn man es nicht tut. Gibt Menschen die brauchen das in ihrem Leben nicht, und es gibt Menschen die hätten es schon gern zumindest einmal, einen Welpen aufziehen zu können.

    So an sich würd ich aber erstmal sagen, sehen die Optionen noch sehr offen aus und passen kann Beides.


    Wobei man halt auch sagen muss : Welpe ist ein Hund ja nicht lange xD Wenn der Welpe so früh wie geht einzieht, hat mab effektiv grad mal 2 Monate was vom Welpendasein, danach ist der Hund ja schon ein Junghund.

    Die schönste Zeit für mich, ist die wenn man schon paar Jahre zusammen lebt, sich alles eingegrooved hat, der Hund schon paar Jahre erwachsen ist, aber noch nicht zum alten Eisen gehört.

    Welpenzeit fand ich immer toll bisher, zwar anstrengend, aber eben einfach schnell vorbei. Dann kann es ne Zeit lang recht anstrengend werden, auf ne andere Art ( muss je nach Hund aber auch nicht) und dann kann man ab nem bestimmten Punkt auch erst richtig was mit dem Hund machen.

    Das is ja auch das Ding bei nem Welpen : Man geht nicht wirklich Gassi, Aktivitäten sind noch eingeschränkt, das zusammen leben besteht im Grunde genommen darin mit dem jungen Dingelchen die Welt zu entdecken, die für den ja noch total neu ist. Ein Hund der älter ist, der weiß das ja schon, mit dem steht man dann eben richtig im Leben drin und nicht bei allem in den Anfängen.

    Ich hab gern Welpen, aber irgendwie isses auch schon cool wenn es endlich n richtiger Hund ist :rolling_on_the_floor_laughing:Und süß können die in jeder Lebenszeit.

  • Von den Rassebeschreibungen her spricht mich der Eurasier an, meine Frau findet den Irish Terrier ganz toll... aber dessen Temperament... bin im Moment ratlos und dachte, das schreibste jetzt mal auf.

    Nehmt doch den Eurasier.

    Ich habe hier in der Gemeinde einen Eurasierzüchter, ein älterer Mann der mit seinem Hund auf diesem Senioren Scooter Gassi fährt. Seine Hündin ist nett, ruhig, ausgeglichen und geduldig und ist mit meiner jungen Deutschen Schäferhündin auch mal gerannt.

    Wie habt ihr beim ersten Hund die Entscheidung getroffen, gehen wir da zu verkopft ran

    Meinen ersten Hund habe ich nicht danach gewählt was andere für gut befunden hätten. Ich wollte immer einen Schäferhund haben. Ich entdeckte den Weißen Schäferhund und kurz darauf saß ein Welpe bei mir.

    Ihr werdet hier im Forum zu jeder einzelnen Rasse Nachteile hören, irgendwer hat immer etwas negatives zu sagen. Das hilft bei der Entscheidung meist nicht, wenn man sich diese Nachteile zu Herzen nimmt. Zu viel Vorplanung macht mehr kaputt als man denkt, denn jeder Hund ist irgendwo anstrengend - egal welche Rasse, welches Geschlecht, welches Alter und welche Herkunft.

    Macht doch einfach.

  • Wie habt ihr beim ersten Hund die Entscheidung getroffen, gehen wir da zu verkopft ran?

    Nein, zu verkopft seid ihr nicht.

    Ein Hund ist immer eine emotionale Entscheidung, es ist absolut richtig, hier den Kopf "mitreden" zu lassen.

    Meine Entscheidung beim ersten Hund (1999) habe ich nach folgenden Kriterien gewählt:

    Schäferhund war von (Klein-)Kindesbeinen an mein Traum.

    Bei meinen Überlegungen war das aber schnell vom Tisch, denn als (damals) Alleinerziehende mit einem 6 Jahre alten Sohn fand ich einen Hund mit starker Veranlagung zum Schützen einfach nicht passend.

    Es sollte ein Hund sein, der überall mit hin kann und auf Artgenossen und Menschen gleichermaßen freundlich zugeht.

    Ich persönlich habe eine Vorliebe zu "möglichst viel Hund", aber nicht so viel, dass es aufgrund der Größe Auswirkungen hat auf Gesundheit und Handhabung.

    Außerdem mag ich längeres Fell.

    Ich hatte mir ein Buch gekauft, um als Hundeanfängerin überhaupt erst mal ein paar neutrale Informationen zu haben.

    Eine gute Wahl, weil neben allgemeinen Informationen (Abstammung der Haushunde vom Wolf, keine Wühltisch- und Vermehrerwelpen, sondern dann lieber vom guten Züchter, Tierheimhunde und mögliche Problematiken) hatte dieses Buch auch Beschreibungen von etlichen Hunderassen, und auch den Hinweis, ob diese Hunde für Anfänger geeignet sind oder Hundeerfahrung unterschiedlicher Art gegeben sein muss.

    Letztendlich fiel meine Wahl dann auf einen Golden Retriever, und dieser Hund hat perfekt in mein Leben gepasst.

    Mittlerweile habe ich den 5. Welpen dieser Rasse großgezogen (seit 2009 wohnen immer 2 davon bei uns, 3 Jahre waren es sogar mal 3).

    Ja, ich gebe zu, Welpenblues (wie er doch immer mal wieder beschrieben wird von Menschen, die sich einen Welpen zugelegt haben) kenne ich nicht.

    Dabei ist ein Welpe in den ersten 3-4 Wochen durchaus anstrengend, weil sich (zumindest bei mir) der gesamte Tag um den Welpen drehte.

    Nicht dass ich mich permanent mit ihm befasste - aber zum Einen die Rennerei bezüglich der Stubenreinheit, zum Anderen aber auch mein Bestreben, dem Welpen Ruhephasen zu ermöglichen, in denen wir dann auf leisen Sohlen durchs Haus schlichen, um den Welpen bloß nicht zu wecken, haben in dieser Zeit unser Leben bestimmt.

    Ein Fazit aus dieser (für mein Empfinden sehr kurzen) Phase:

    - Hausarbeit wird überbewertet

    - es lohnt sich für das gesamte weitere Hundeleben

    So lange ich es körperlich kann, wird bei mir immer wieder ein Hund als Welpe einziehen.

    Mein jetziger Jungspund ist jetzt knapp über 2 Jahre alt, ich selber werde 65 (:dizzy_face:).

    Meine Hunde machen alles mit, und können überall mit hin, wo Hunde erlaubt sind.

    Wir selber gehen auch nur noch da hin, wo Hunde erlaubt sind.

    Ein Vorteil des Alters ;)

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