Tierheimtier oder Welpenwahn für Spätberufene?

  • Ich gebe noch zu bedenken, daß einige Züchter und Orgas aus gutem Grund keine Welpen oder Junghunde an ältere Interessenten geben.

    Meine Mutter hat sich zB mit 63 den 3. Westie aus der gleichen Zucht geholt. Die Züchterin sagte, daß sie ihr in dem Alter als Neukunde keinen Welpen mehr gegeben hätte.

  • Meine Dummytrainerin, die auch Großpudel züchtet, sieht das wiederum ganz anders und gibt auch problemlos Hunde an ältere Menschen ab, gerade weil diese entsprechend Zeit haben. Also man findet immer jemanden, der einem aus Grund X oder Y keinen Hund geben würde oder eben einen Hund gibt, das betrifft Züchter ebenso wie Tierschutz. Ich habe trotz Vollzeitarbeit und Single sein sowohl einen Hund vom Züchter als auch Tierschutz bekommen, wüsste aber ebenso Züchter und Tierschutzvereine, die mir keinen geben. Jeder hat da so seine eigenen Kriterien, damit muss man einfach leben.

  • Find ich ja immer komisch, arbeiten bis 67 am besten in Vollzeit, aber mit knapp über 60 schon zu alt für ein Haustier, weil man jederzeit wegsterben könnte.

    Zum Glück sehen das nicht alle so. Einen Plan (und auch mal einen Ersatzplan) für den Hund, was ist wenn XYZ passiert, muss man sowieso haben...

    Ich habe mehrere meiner Welpen an Menschen 60+ abgegeben und die Hunde haben da ihr bestes Leben. Für mich steht im Vordergrund, dass genug individuelle Zeit für den Hund da ist, dass die Leute gut genug sind, sich regulär um den Hund zu kümmern und dass sie einen Kontakt haben, der in Krankheitszeiten übernimmt. Außerdem stehe ich ja gerade als Züchter auch noch im Hintergrund und meine Leute wissen alle, dass wenn es keinen Ausweg gerade gibt, ich ein Backup bin.

    Ich konnte fast zwei Jahre nicht laufen und hatte chronifizierte Schmerzen, zwischen 32 und 34 Jahre. Auch junge Menschen können sehr eingeschränkt und krank sein. Es haben sich Lösungen gefunden. Das ist eben das wichtige.

    Ansonsten sehe ich nicht, dass man mit 60+ schon an den Sensenmann denken muss. Wenn ich in Rente gehe, hole ich mir endlich meinen Riesenschnauzer für den Sport und gehe jeden Tag Fährten oder auf den Hundeplatz, jawohl! Oder ich habe 15 Pudel und und mache nix anderes mehr als züchten, Züchter betreuen, Würfe abnehmen, Ausstellen in ganz Europa und jeden Tag mit wem anderen was schönes trainieren. Das wird toll. Und wehe, mir sagt einer, ich bin dann zu alt für lila Haare.

  • Ich finde, wenn man nicht unbedingt einen Welpen haben WILL, sollte man zuerst im Tierheim schauen. Es gibt so viele Hunde, die schon da sind und ein Zuhause suchen. Und wenn man was Alter und Rasse/Aussehen angeht nicht sehr eingeschränkt sucht, gibt es da ganz ganz viele richtig tolle und im Wesentlichen unkomplizierte Kandidaten. Mich wundert eigentlich sehr, dass hier nicht viel mehr zum Tierschutz geraten wird. Hunde sind Individuen, wenn ihr im TS schaut und erwachsene Hunde (va von Pflegestellen) kennenlernt, braucht ihr euch gar nicht so stark auf eine Rasse festlegen. Und von euren Ansprüchen her, finde ich das sehr übersichtlich, im Grunde ist das nur "nicht zu schwer, nicht zu extrem in irgendeiner Art, fein mit Hund und Mensch".

    Ich bin sicher die Schwarmintelligenz kann hier sogar entsprechende Ideen für Organisationen oder sogar konkrete Hunde teilen.

  • Ich gebe noch zu bedenken, daß einige Züchter und Orgas aus gutem Grund keine Welpen oder Junghunde an ältere Interessenten geben.

    Meine Mutter hat sich zB mit 63 den 3. Westie aus der gleichen Zucht geholt. Die Züchterin sagte, daß sie ihr in dem Alter als Neukunde keinen Welpen mehr gegeben hätte.

    Spoiler anzeigen

    das verstehe ich aber auch nicht :D etwas makaber aber - warum sollte deine Mutter länger leben "nur" weil sie ihren Hund immer vom gleichen Züchter holt? :D

  • das verstehe ich aber auch nicht

    wir stehen auch nach dem kauf unseres Hundes noch in kontakt des Züchters. Sprich würden wir uns den 3. Hund bei dem kaufen sprechen wir hier über 20-30 Jahren oder mehr Bekanntschaft mit dem Züchter. Da kann man dann in vielen Fällen wahrscheinlich eher von Freundschaft sprechen und natürlich gelten da andere Regeln wie für "fremde".

  • Ich würde mich bei den erwachsenen Hunden umsehen. Sei es Privatabgabe, Tierheim, Pflegestelle, wenn es doch eine ganz bestimmte Rasse sein soll, Rasse xy in Not oder Rückläufer beim Züchter. So gibt zumindestens bei Größe und Gewicht keine Überraschungen, Charaktereigenschaften sind meist grob erkennbar und man kann in Ruhe kennenlernen.

  • Wenn ihr einen Plan B habt, wer den Hund übernimmt wenn euch etwas passiert, habt ihr eine gute Chance einen Welpen von einem seriösen Züchter zu bekommen.

    Seriöse Züchter legen nämlich Wert darauf, dass ihre Welpeninteressenten sich auch Gedanken zum Hund machen, auch wenn das Leben einem mal Felsblöcke in den Weg legt.

    Ansonsten: Ihr seid zu Zweit, mit viel Zeit für einen Welpen, und könnt euch damit gegenseitig unterstützen bei der doch anstrengenden ersten Zeit mit einem Welpen.

    Empfehlen würde ich euch eine Rasse, die menschen- und hundefreundlich ist, damit dieser Hund nicht von Vornherein eine Einschränkung in eurem Lebensplan ist.

    Golden Retriever sind z. B. freundliche Hunde für freundliche Menschen.

    Mehrere Wurfgeschwister meines jüngsten Hundes sind an Ü-60er gegangen, mindestens ein Ehepaar davon ist Ersthundehalter.

    Einen GR holt man sich aber ausschließlich vom DRC oder GRC.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!