Ständiger Gedanke ans Aufgeben
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Vorweg: Bitte seht von Kommentaren wie „Du hättest dir nie einen Hund zulegen sollen“ ab. Das hilft mir nicht weiter und ändert nichts an meiner aktuellen Situation.
Vor fünf Monaten habe ich mir einen Kindheitstraum erfüllt und einen Welpen aufgenommen. Kurz darauf ist jedoch meine langjährige Beziehung zerbrochen, und seitdem stehe ich allein mit meinem Hund da. Inzwischen ist er sieben Monate alt – und ich fühle mich zunehmend überfordert.
Seit meinem Umzug nach der Trennung funktioniert das Alleinbleiben kaum noch. Ich arbeite zwar daran, dies wieder aufzubauen, dennoch schränkt mich die Situation stark ein. Früher bin ich fast täglich zum Sport gegangen, heute fühle ich mich „gefangen“ und gehe nur schnell zum Einkaufen vor die Tür. Das macht mich sehr unglücklich. Trotzdem bin ich hier zuversichtlich, dass wir das wieder hinbekommen.
Ich habe Freund*innen und Bekannte, bei denen mein Hund gelegentlich bleiben kann, was notwendig ist, da ich etwa viermal im Monat arbeiten muss. Dennoch belastet mich auch das sehr: Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil er dort deutlich unruhiger ist als bei mir, und insgesamt empfinde ich die Organisation als zusätzlichen Stress, da ich immer spontan auf der Arbeit einspringen muss. Eine Hundetagesstätte gibt es in meiner Nähe leider nicht, und ich habe kein Auto.
Hinzu kommen pubertätsbedingte Probleme wie Frustrationsaggression. Wenn ich ihn zu häufig eingrenze oder ihm etwas verbiete, reagiert er teilweise sehr heftig und beginnt nach mir zu schnappen. Ich hatte bereits Einzelstunden bei einer Hundetrainerin, habe dort zwar einen Griff gezeigt bekommen, es mir aber nicht so recht gelingt diesen in dem Moment umzusetzen. Alternativ wurden mir Maßnahmen wie eine Schüttelbox oder Anbinden und Ignorieren empfohlen, damit komme ich besser zurecht. Zum Glück treten diese Situationen nicht ständig auf, aber sie nehmen mich stark mit.
Ein weiterer großer Punkt ist die Leinenführigkeit. Es funktioniert einfach nicht. Mein Hund ist stark nach außen orientiert, läuft häufig zu schnell und macht lieber sein eigenes Ding und geht jedem Geruch nach. Ich fühle mich dabei oft wie jemand, der seinen Hund nicht unter Kontrolle hat. Ich möchte das gezielt angehen und weitere Einzelstunden in der Hundeschule nehmen (zusätzlich zum Junghundekurs, der aktuell wetterbedingt ausfällt). Realistisch betrachtet bin ich vielleicht bei zwei von zehn Spaziergängen einigermaßen zufrieden, was mich sehr frustriert.
All das summiert sich: Ich bin unglücklich und weiß oft nicht, ob ich das schaffe. Ich merke, wie viel einfacher mein Leben ohne Hund wäre, gleichzeitig gibt man seinen Hund nicht einfach auf! Trotzdem habe ich fast täglich den Gedanken ans Aufgeben und daran, dass ich dieser Aufgabe vielleicht nicht gewachsen bin. Ich bin stark von anderen abhängig, kann nicht mehr so sein wie früher und habe Angst, in eine Depression zu rutschen, weil es aktuell viel zu wenige glückliche Momente gibt.
Ich weiß nicht genau, was ich mir von diesem Beitrag erhoffe. Vielleicht hat jemand Ähnliches erlebt und kann Mut zusprechen. Vielleicht hilft es mir zu hören, dass es sich lohnt dranzubleiben und dass es besser wird. Auch macht mir der Fakt Angst, dass die ganze Pubertät noch vor uns liegt und es nicht einfacher werden wird. Vielleicht hab ihr irgendwelche Tipps für mich. Und vielleicht auch die ehrliche Frage: Wann ist der Punkt erreicht, an dem man die Reißleine ziehen sollte?
Ich bitte um respektvolle Antworten
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Hi,
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Wie genau sieht denn euer Tagesablauf/ Alltag aus ? Wie viel Bewegung, wie viel an kurzer Leine , wie viel ( gesicherter Freilauf) ? Wie ist das Wohnumfeld? Was hast du für einen Hund ? Seid ihr in einer HuSchu?
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gibt man seinen Hund nicht einfach auf!
Was "man" macht, ist irrelevant.
Der Hund hat nichts von einem unglücklichen Halter.
Hunde gewöhnen sich schnell an ein neues Zuhause, vor allen Dingen, wenn sie jünger sind.
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Verschiedene Gedanken dazu:
1) Ja, manches wird - korrekter Umgang mit dem Hund vorausgesetzt - sicherlich wieder besser. Auch mein Hund hatte in der Pubertät eine Phase, in der das Alleinebleiben schwierig war, was ich ebenfalls als sehr belastend in Erinnerung habe.
2) Manche Dinge sind aber auch einfach Teil der Hundehaltung (zumal als Einzelperson): dass man abhängiger von anderen Menschen (als Hundebetreuung bspw) ist, dass man nicht mehr so spontan ist und dass Freizeitgestaltung ohne Hund ein größerer Aufwand ist/mehr Planung erfordert. Das nehme ich schon als "ist einfach so und mit diesem Nachteil der Hundehaltung muss man sich arrangieren" wahr.
3) Euer Training klingt - von dem was Du beschreibst - für mich nicht so super, sondern eher nur nach "Deckeln durch Strafe" (= Griff, Schütteldose etc). Hat sich die Trainerin auch mal angeschaut, was für eine Motivation dahinter steckt, wie man die adressieren kann, ob die (evtl rassebedingten) Bedürfnisse des Hundes befriedigt sind?
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ohje, da läuft ja einiges schief.
Aber: sag ganz fest DANKE zu deinem Hund!!!
Er signalisiert dir mit jeder Pore, das dein Umgang mit ihm falsch ist. Und er wird das noch viel störler zeigen, wenn du damit nicht aufhörst.
Du gängelst ihn. Und er ist total frustriert. Aber anstatt ihn so auszubilden m dass er es versteht, wird mit Griffen und Schüttelbox und anbinden der junge Hund noch mehr frustriert und verunsichert.
Das wird schon bald ziemlich aus dem Ruder laufen!
Bitte hör auf, den Hund so zu deckeln, da machen Retriever dicht und du kommst dicht mehr an ihn ran
Du hast einen Golden Retriever, die können sehr schlecht mit solcher Art von Erziehung umgehen. Die brauchen ruhige, klare Führung.
Für mich gibt es zwei Wege:
1) neues Zuhause für den Hund, der gewöhnt sich schnell um, das ist bei Hunden kein Problem
2) du kneifst die Arschbacken zusammen, suchst dir ne gescheite Trainerin, die den Hund und dich anleitet, statt nur alles zu verbieten, zu deckeln, und zu bestrafe!
egal was du tust, tu es bald!
Niemand will einen jährigen, unerzogenen Golden Retriever. Wenn ein neuer Platz, dann zügig und pronto subito
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Zur Hundebetreuung: hast du mal die App Rover versucht. Vielleicht findest du da jemanden der in nächster Zeit 1-2 die Woche auf dem Hund bei dir zuhause aufpasst. Dann kannst du zum Sport gehen. Kostet natürlich Geld. Aber du kannst vlt besser fest planen, wenn du gleich fix Zeit für dich einplanst.
Zur Leinenführigkeit:Geht ihr immer mit einer kurzen Leine spazieren? Wir sind in dem Alter immer mit Schleppleine raus und haben richtige Leinenführigkeit in reizarmer Umgebung aufgebaut. Mit der Schleppleine müssen natürlich auch ein paar Kommandos gelernt werden, dass war aber deutlich weniger frustrierend als die Leinenführigkeit und ging sehr schnell. Und dann kein dein Hund auch im ruhe schnüffeln
Zum Frust kann ich leider nichts sagen, da fehlt mir die Erfahrung. Aber da bekommst du bestimmt noch Tipps. Würde aber bestimmt helfen, wenn du beschreibst wie du ihn eingrenzt und was du alles verbieten musst.
Und noch zu deinen Emotionen:Das klingt wirklich sehr anstrengend. Natürlich soll man nicht einfach eben aufgeben. Aber, wenn man merkt dass es vlt aus verschiedenen Gründen nicht passt sollte man lieber eher die Reissleine ziehen.
du hast jetzt einen jungen Golden Retriever der mit Hilfe der Züchter sicherlich ein gutes Zuhause finden kann.Ich möchte damit NICHT zur Abgabe raten. Es geht nur darum, dass die Motivation zum halten eines Hundes nicht sein sollte „darf halt nicht aufgeben“.
Nach der Pubertät wird es schon leichter aber du hast den Hund ja mindestens 10 Jahre. Und es können immer Herausforderungen kommen.
Also überlege dir, wie du dir die Zukunft vorstellst und ob du auch noch etwas Freude empfindest an der Hundehaltung empfindest. -
Die eine Frage für mich ist, ob du es ernsthaft anpacken willst. Also z.B. zu deinem Sport-"Problem: Hunde lassen sich durchaus in viel an Sport integrieren. Mit 7 Monaten könnte man gemeinsam Laufen, CaniCross evtl. langsam aufbauen. Klar, noch ist er nicht ausgewachsen, aber das könnte ein nicht mehr fernes Ziel sein. Oder hast du mal über Dummy-Training nachgedacht? Ja, ist eher für deinen Retriever, aber kann sehr abwechslungsreich sein, macht deinen Hund glücklich und zeigt deinem Hund, dass sich Zusammenarbeit mit dir lohnt!
Falls du ins Fitness-Studio gehst normalerweise, selbst bei uns in der Pampa gibt es Wald-Parcours mit diversen Geräten oder man macht halt Zuhause weiter.Alleine-bleiben ist ja auch ein realtistisches Ziel. Oder du suchst dir jemanden, der Hunde wirklich liebt (also gerne (!!!) aufpasst), sich aber aus Gründen A - F keinen eigenen Hunden leisten kann. Aushänge, Internet und Co, Golden haben ja nicht das schlechteste Image, da kann sich gut wer finden, der das gerne macht und du brauchst kein schlechtes Gewissen mehr haben.
Zum derzeitigen Training bei dir: dass das Mist ist, zeigt dein Hund dir mehr als deutlich. Bitte such dir einen anderen Trainer, der nicht nur sagt, drück unangenehmen Knopf X und dann lässt der das schon
. Das macht mich richtig traurig zu lesen...Dein Hund ist aktuell offensichtlich nicht glücklich und damit tust du ihm einen Gefallen, ihn abzugeben. Oder du änderst einiges. Ein Anfang könnte eine positiv-Liste sein, was euch gemeinsam Spaß macht, womit dein Hund sich motivieren lässt, was du schätzt an ihm
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Und bitte ein anderer Trainer
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Du beschreibst sehr genau, was du möchtest und was nicht.
Mut zusprechen: ja!
Kritik: Nein!
Und der Hund?
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Ich denke, eine Abgabe ist das Sinnvollste für den Hund.
Je länger mit komischen Anweisungen an ihm rumgedoktert wird, desto mehr falsche Verknüpfungen und schlechte Erfahrungen bauen ein Verhalten auf, das die Vermittlung schwierig machen.
Und von diesen Hunden gibt es schon viel zu viele.
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Ich finde, das klingt alles relativ normal, ein bisschen nach normalem „Welpenblues“, weil sich das Leben eben auch wesentlich verändert mit Hund. Wenn du im Forum suchst, findest du dazu auch einige ältere Themen, wo User von ihren Erfahrungen berichten. Bei mir ging dieses Gefühl, dass alles anstrengend ist, irgendwann vorbei, und so ist es bei den meisten. Die Dinge werden Alltag, Gewohnheit, und damit einfacher.
Die konkreten Probleme mit dem Hund klingen für mich auch nicht tragisch, sicher nicht nach „dringend abgeben“.
Ich würde als erstes die Ansprüche mal runterfahren. Brauchst du jetzt dringend gute Leinenführigkeit? Das kann er mit 2 Jahren immer noch lernen. Wenn es geht, mach ne lange Leine dran und lass ihn machen. Ärger dich nicht, wenn es mal nicht so klappt wie du willst, sondern arbeite an deinen Erwartungen. Ich sehe das als Chance, menschlich zu wachsen, Gelassenheit zu lernen, loslassen, positiv bleiben, sich nicht schämen für Dinge, die gar nicht schlimm sind. Ich habe sehr viel gelernt aus dieser Zeit.Dann finde ich es noch wichtig zu lernen, sich abzugrenzen. Der Hund ist nicht Prio 1 in deinem Leben, er entscheidet nicht, was du machst, sondern du. Mach dir klar, er weiß überhaupt nicht, wie die Welt funktioniert. Er ist darauf angewiesen, dass du die Richtung vorgibst - freundlich, gelassen, aber bestimmt.
Das Thema Frust und Aggression - das stelle ich mir etwa vor wie in diesem Video, kommt das hin:Externer Inhalt youtu.beInhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.?
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