• , weil die große friedfertige Mehrheit dadurch in kollektiv eingeschränkt würde.

    Was ist an dem Geballer denn bitte friedfertig? Mag sein, dass es nur eine Minderheit ist, die Menschen und Tiere absichtlich mit Feuerwerk bewirft, aber "nur" in Panik und Todesangst versetzen, finde ich jetzt nur geringfügig besser.

    Das Geböller ist einfach komplett außer Kontrolle geraten und das nicht aufgrund einer kleinen Minderheit. Hier ist es ein wochenlanges Spießrutenlaufen, ab November geht das Geböller los. Überall, auch weit außerhalb der Stadt, auch mitten in den Naturschutzgebieten, da rumst es den gesamten Advent, als gäbe es kein Morgen und man kann sich an den Bergen von Böllerabfällen erfreuen.

    Der Hund ist komplett durch, auch in der Wohnung gibt's ja kein Entkommen vor dem Geknalle auf der Straße. Aber ja, alles ganz friedfertig :muede:

  • Puh. NZZ als Referenz.

    Ich versuche, es möglichst elegant zu formulieren: Die NZZ gilt oder besser galt mal traditionell als konservativ und rechtsliberal, aus meiner Sicht steht die NZZ noch mehr als die Berliner Zeitung für libertäre rechtspopulistische Positionen. Und das finde ich noch nett formuliert. Die NZZ wird von vielen Kritiker*innen nicht als neutraler ‚liberaler Leuchtturm‘ verstanden, sondern als Zeitung, die gezielt gegen linke Perspektiven agitiert und in der politischen Landschaft weit rechts der demokratischen Mitte positioniert ist. Gibt auch hübsche Bildchen mit überzeugten Antidemokrat*innen einer gesichert rechtsextremistischen Partei, die sich gern NZZ-lesend fotografieren lassen. Just my 2 cents.

  • Zurück zum Thema: Wir sind auf Rügen angekommen, am Ortseingang hängt ein Plakat „Zünden von Feuerwerk in der gesamten Ortslage verboten“. Ich bin gespannt auf die Umsetzung, besser als in Berlin ist es jetzt schon. Es böllert vereinzelt weit entfernt, wegen Freiheit und so, ne?

    Ich verabscheue JEGLICHE Verwendung von Pyrotechnik so dermaßen und finde es einfach nur armselig, gefährlich, widerlich, umweltschädlich, tierfeindlich und widerlich rücksichtslos. Und so albern toxisch maskulin.

  • Gerade dadurch das das ganze so genutzt wird und rettungskräfte, Polizei etc damit angegangen und abgeschossen werden bin ich da mittlerweile eiskalt und sage ZNAs schließen für Fälle die sich ihre Verletzung selbst herbeigeführt haben da manche Anscheinend nur mit Schmerz lernen, und so ein paar abgesprengte Finger wären da eine gute Erinnerung dran

    Nein! Sicher nicht! DAS ist völlig daneben :face_with_steam_from_nose:Behandlung also nur bei Bewertung der Schuldfrage? Eine Triage nach sozialen Selektionskriterien. Da würde es aber hochgradig subjektiv bei Dir zugehen. Wenn Du ein wenig weiter dächtest, wüsstest Du, welche strafrechtlichen und zivilrechtlichen Konsequenzen (Schadensersatz) unterlassene Hilfeleistung insbesondere für Ärzte und Pflegepersonal hat, darüber hinaus etwaige Berufsunfähigkeit zu Lasten der Allgemeinheit, da evtl. Invalidität eintritt.

    Tatsächlich ist mein Mann chirurg und hat Silvester Dienst und farf sich das ganze live und in Farbe anschauen, inklusive verhalten diverser beteiligten.

    Tatsächlich wären das Konsequenzen mit der eine Person meiner Meinung nach leben müsste der andere mit böllern etc angreift und Schäden verursacht. Zusätzlich dazu wäre es auch gut wenn behandlungskosten von den Personen vollständig selbst übernommen werden würden.

    Hier war übrigens gerade ein Einsatz, nicht der erste in den letzten Wochen, da dank Böller mal wieder ein Mülleimer dank Böller hoch gegangen ist und gebrannt hat

  • Gerade dadurch das das ganze so genutzt wird und rettungskräfte, Polizei etc damit angegangen und abgeschossen werden bin ich da mittlerweile eiskalt und sage ZNAs schließen für Fälle die sich ihre Verletzung selbst herbeigeführt haben da manche Anscheinend nur mit Schmerz lernen, und so ein paar abgesprengte Finger wären da eine gute Erinnerung dran

    Die Schmerzen haben sie ja so oder so. Von daher kann man sich ja ansehen, ob sie daraus lernen, oder nicht. Und dass man tatsächlich viele Finger, die abgesprengt wurden, retten kann, sei noch mal dahingestellt... ich könnte mir vorstellen, dass man dann ohne Finger weiter leben muß.

    Also hier wird dieses Jahr definitiv schon früher und mehr geböllert, als die letzten Jahre. Emmi ist mittlerweile angespannt. Heute auf unserer Runde hat sie, mit viel Support, 4 Böller gut verkraftet. Dann wars vorbei. Den 5. und 6. war sie durch den Wind. Zum Glück waren wir kurz vor Zuhause und sie wollte nur noch heim. Kam aber auch da eine ganze Weile nicht zur Ruhe.

    Es ist vermutlich ein großer Fehler, es zu beschreien - aber bei uns haben sie zwar hier und da seit Halloween geböllert, aber insgesamt ist es immer noch sehr ruhig. Vermutlich wird sich das direkt ändern, nachdem ich so etwas geschrieben habe....

    Dennoch, ich halte das Argument der tierischen und menschlichen Gesundheit/Recht auf Unversehrtheit am Stärksten, wenn man es in der Verbotsdebatte in die Waagschalen wirft. Es handelt sich um eine (noch?) recht kleine Minderheit, die Straftaten unter Rückgriff auf Feuerwerk begeht. Der Aufschrei in der Pyroszene (sorry für diesen Begriff), wäre m. M. n. gerechtfertigt, weil die große friedfertige Mehrheit dadurch in kollektiv eingeschränkt würde.

    Der Aufschrei der Mehrheit, die sich für das Verbot ausspricht, wird ja auch fleißig ignoriert. Und ich kann da auch nur zustimmen, wenn man als angeblich empathischer Mensch das Leid der Tiere einfach ausblendet, um seinen Spaß zu haben.... dann finde ich "friedfertig" tatsächlich einen unglaublich sarkastischen Begriff....

    Abusus non tellit usum - „Missbrauch hebt den rechten Gebrauch nicht auf“: Ein Recht darf nicht unterbunden werden, nur weil es mitunter missbraucht wird"

    Wenn allerdings auch der "rechte Gebrauch" schon zu massiven Problemen führt, ist das schon noch etwas anderes. Klar kann man nicht argumentieren, dass Messer per se schlecht sind, weil man damit Menschen töten kann. Aber Böller benutzt man in der Regel nicht zum Brot schneiden, sondern ausschließlich zum böllern. Und dass das immer noch erlaubt ist - ist im Grunde für den gesunden Menschenverstand unverständlich.

  • Das ist halt das Problem: Das Geböller schädigt halt mehr oder minder massiv Mitbürger:innen, auch, wenn es zweckgemäß eingesetzt wird.

    Wieviele Kosten viele hier haben, weil sie buchstäblich in Hotels/Ferienwohnungen umziehen müssen, Tierärzte bezahlen oder Medis kaufen, wie groß teils die Einschränkungen beim Gassi sind, teils über Wochen…


    Dennoch lehne ich Gewaltphantasien a la „die dürfte man gar nicht behandeln“ entschieden ab. Denn dann müsste man auch jede Menge anderer Leute unbehandelt lassen, und das würde niemand wollen, wenn man zu Ende denkt.

  • Heute morgen die ersten Nachrichten:

    4 entlaufene Hunde
    17-jähriger hat sich mit F4 Böller die Hand weg gesprengt und dadurch vermutlich seinen Ausbildungsplatz als Maschinentechniker verloren. Die Mutter wird zitiert: "Naja, es hätte schlimmer kommen können. Man kann auch ohne Hand überleben." WTF???
    https://www.ukm.de/aktuelles/17-j…uerwerkskoerper

    18-jähriger hat massive Augenverletzungen durch Splitter nach Feuerwerksmissbrauch https://www.heidelberg24.de/heidelberg/boe…r-94099709.html

    mehrere Sachschäden

    Und dazwischen:
    "Freiheit!!!"
    "Sie können uns nicht alles verbieten!"
    "Soll mal einer versuchen, mir die Böller weg zu nehmen."

    Und auch schön die Beantwortung der Frage, ob man F4 Böller aus Polen legal einführen kann. "Nein, aber ..." und es folgt eine detaillierte Auflistung, wie man das Verbot umgeht. Inklusive Adressen, etc.

    Gelernt hab ich, dass man für F3 und F4 einen Feuerwerksschein braucht, den man für rund 200 Euro nach einem Lehrgang mit Prüfung kriegt, dann kann man das ganze Jahr über legal böllern und sogar richtig "fette Dinger abfackeln". (Kann übrigens jeder machen, die Zugangsvorraussetzungen sehen anscheinend nicht mal ein Führungszeugnis vor).

  • Mein Lieblingszitat aus diesem zu kurzen Streitgespräch bei Deutschlandfunk "Es geht ja nicht nur um Spaß, (...) es ist Kulturgut und es ist eine Kunstform"

    Ich hab so Lust auf dieser Ebene die Gespräche mit den Zündler:innen zu führen!

    "Ah, interessant, es geht dir mehr um den performativen Aspekt, als um das Produkt, oder? Wobei das Produkt auch reizvoll ist! Die Bodenarbeit rekurriert gleichermaßen auf Pollock, den alten Trunkenbold, und Tracey Emin, könnte man annehmen. Aber du bist mehr bei Hermann Nitsch und der dionysischen Extase, oder? Oder mehr bei Mariana Abramovic und dem uns alle verbindenden Gefühl des schmalen Grats zwischen Angst und Vertrauen?

    Aber davon ab, welche formalen Aspekte, Rhythmisierung, Farbpalette, Bezugnahme zum spezifischen öffentlichen Raum, waren dir bei der Umsetzung wichtig, um das kulturelle Erbe, das du zitierst, nicht nur innerhalb derer verstanden zu wissen, deren Referenz eine ähnliche Selbstwirksamkeitserfahrung zu sein scheint, sondern gesellschaftlich wirksam und reflektierbar werden zu lassen?"

    chchchch. Bittebitte daaarf ich?

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