• JanaUndLana Eine Anmerkung zum Zeitungsartikel: Der Artikel ist aus meiner Sicht typisch Berliner Zeitung bzw. Holger Friedrich. Den Artikel kann man isoliert sicher „angenehm liberal“ lesen – gerade beim Thema Böllern spricht er ein verbreitetes - ziemlich unterkomplex gedachtes - Freiheitsgefühl an.

    Die Berliner Zeitung steht seit der Übernahme durch Holger Friedrich stark in der Kritik, weil der Verleger massiv in Inhalte eingreift und gezielt provokative Debatten zuspitzt – unter dem Label „Meinungsvielfalt“.

    Der Artikel ist deshalb weniger „ungewöhnlich reflektiert“, sondern vielmehr typisch Berliner Zeitung: Freiheit stark individualistisch gedacht, staatliche Regeln grundsätzlich als problematisch beurteilt, Gemeinwohl-Argumente eher klein gehalten. Kann man lesen – aber man sollte wissen, aus welchem Haus das kommt und dass diese „liberale Grundhaltung“ dort Teil einer populistisch-libertären Haltung ist.

    Ergo: Bitte liberal nicht mit libertär verwechseln.

  • Generell gibt es naturgemäß viele Themen, die einen triggern, weil man eben auch direkt betroffen ist und andere, nicht minder unerträgliche Zustände, die man dann eher hinnimmt, weil sie einen nicht so unmittelbar treffen.

    Ich hab ja selbst gesagt, nen böllernden Partner würde ich nicht tolerieren, würd ich rausschmeißen. Ist auch so. Andererseits hab ich nen Ehemann, der in Restaurants auch mal nen Stück Fleisch isst, obwohl ich Vegetarier bin, kein Fleisch koche und er sich mehr oder weniger notgedrungen angeschlossen hat. Auch meine Hunde fressen Fleisch. Für mich absolut nicht weniger Mist, als die Silvesterböllerei. Aber das Leid in der Haltung und/ oder den Schlachthöfen sehe ich ja nicht, daher trifft es mich halt "nur" mittelbar. Bewusst bin ich mir dessen natürlich schon.

    Insofern sind Verbote schwierig, sehe ich schon auch so. In meiner Welt müsste man dann eben auch Fleischkonsum verbieten (da sehe ich ja schon den Söder empört die Backen blasen). Oder das Fliegen zu Urlaubszwecken. Und so vieles Mehr, was Tieren schadet, Menschen schadet, der Umwelt schadet,...

    Ich will da auch nix relativieren, bin nach wie vor für ein Böllerverbot, keine Frage. Es ist unsinnig, überholt, es kommen unendlich viele Lebewesen zu schaden für genau... nichts.
    Aber andere Missstände kommen mir dann halt auch in den Sinn.

  • Böller verwenden halt zunehmend mehr Menschen auch durchaus als Waffe, die sie absichtlich in Balkone werfen, auf Sanitäter, Polizisten, in Gruppen werfen. Allein deswegen wäre ein Verbot schon sinnvoll. Es ist ja oft gar nicht mehr der 'Spaßfaktor' dabei, sondern der Wille, Schaden anzurichten, Menschen zu verletzen.

  • Wir haben es auch schon mit einem Gehörschutz versucht. Mein Freund hat so einen speziellen für den Schützenverein, der laute Geräusche dämpft und leise Geräusche durchdringen lässt.

    Sag mal... Du versuchst da aber bitte nicht, dem Hund einen Gehörschutz für Menschen anzutrainieren, nein? Versuch doch lieber, per Express-Versand oder so noch einen für Hunde für Deinen Hund zu bestellen. Die für Menschen haben eine ziemliche Spannung drauf und können echt richtig unangenehm werden, wenn die nicht gut angepasst sind... damit würde ich einen Hund generell in Frieden lassen.

  • Es ist ja oft gar nicht mehr der 'Spaßfaktor' dabei, sondern der Wille, Schaden anzurichten, Menschen zu verletzen.

    Und das nicht nur in einem eng begrenzten zeitlichen Rahmen von wenigen Stunden, sondern zu jeder nichtigen Angelegenheit übers Jahr verteilt, mit einer Spitze zwischen Mitte Dezember und ungefähr Mitte Januar.

    Hier in Berlin haben am Dienstagabend auch erst zwei Teenies Böller auf einen Balkon geworfen. Die Wohnung ist unbewohnbar, die Mutter mit ihren Kindern hat vieles verloren. So kurz vor Mitternacht bekommt man das natürlich auch richtig toll mit und hat einen ganz tollen Start zum Weihnachtsfest :ironie2:.

  • Hier hat ein blöder Arsch einen Böller genau vor unserem Fenster gezündet, natürlich als es offen war und ich gerade davor stand und gekocht habe.
    Hab mich extrem erschrocken, Naruto sowieso und auch Trudy war nicht begeistert.

    Kann man Menschen verbieten auf dem Gehweg vorm eigenen Haus zu böllern?
    -.-

  • Hier hat ein blöder Arsch einen Böller genau vor unserem Fenster gezündet, natürlich als es offen war und ich gerade davor stand und gekocht habe.
    Hab mich extrem erschrocken, Naruto sowieso und auch Trudy war nicht begeistert.

    Kann man Menschen verbieten auf dem Gehweg vorm eigenen Haus zu böllern?
    -.-

    Naja.... Es IST verboten.

  • In den Niederlanden hat es ja auch nur 12 Jahre, einen Hochhausbrand, zwei Tote und Schwerverletzte gebraucht, bis sich was bewegt hat. Aber das ist vermutlich wie mit den Tempolimits auf Autobahnen: "Wir sind aber nicht die anderen Länder." Als wäre das hier alles so viel anders ...

    https://www.n-tv.de/panorama/Der-l…id30163453.html

    Zitat

    Großen Zulauf fand es aber erst nach einer Tragödie zum Jahreswechsel 2019/2020. Zwei 12 und 13 Jahre alte Jungen hatten in der Eingangshalle eines Wohnblocks mit Feuerwerkskörpern hantiert, einen klemmten sie zwischen die Polster einer dort abgestellten Couch mit Kunststoff-Überzug. Es war ein eigentlich harmloser "Bodenwirbel", der auch für Kinder geeignet ist und nicht knallt, sondern sich am Boden dreht und Funken schlägt.

    Die Couch ging in Flammen auf, die sich rasend schnell ausbreiteten. Als der Brand den Strom im Haus lahmlegte, war eine vierköpfige Familie im Aufzug gefangen. Der vierjährige Sohn und der Vater starben an einer Rauchvergiftung, die damals achtjährige Tochter und ihre Mutter überlebten schwer verletzt. "Damit hatten private Feuerwerkskörper ihr harmloses Image verloren", sagt Jan Tjeerd de Faber.

  • Wir hatten heute beim Spaziergang den ersten richtig lauten Böller. Hier ist gsd. so, dass es weder üblich ist, vor Silvester zu böllern noch jede Feiergelegenheit mit Böllern zu bedenken. Es kommt mal vor, ja, aber ist doch eher ungewöhnlich.

    Schön ist, dass Lilly von Jahr zu Jahr weniger reagiert :smile: Sie hat heute zwar angezeigt, dass sie die Situation für bedenklich hält und vorschlägt, dass wir uns schleunigst in Richtung Heimat bewegen, ist aber nicht in Angst verfallen. In der Wohnung war es letztes Jahr so, dass es nur so eine Stunde um Mitternacht herum wirklich unangenehm für sie ist, eine Riesenveränderung.

    Wir haben Silvester Besuch. Weggehen mit Lilly an Silvester funktioniert nicht. Besuch toleriert sie. Ich werde mich so eine Viertelstunde vor Mitternacht mit ihr in mein Zimmer, verziehen, Besuch hat da keinen Zutritt, und unsere Playlist starten. Techno geht bei mir nicht, da kriege ich Panik. Lilly mag leider lauten Metal und Punk eher nicht, also haben wir uns größtenteils auf Orchestrales verlegt. Letztes Jahr haben gut funktioniert die Langversion von „Children of Sanchez“ zu Einleitung, dann die Ouvertüre 1812, Nacht auf dem Kahlen Berge und Finlandia.

    Ich bin immer wieder fassungslos, wenn ich sehe, was in größeren Städten so abgeht. Das ist hier nicht vorstellbar.

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