• Ich persönlich finde das Allergien und Unverträglichkeiten viel zu viel schöngeredet und billigend in Kauf genommen werden. Für mich gehört ein Hund der so belastet ist nicht in die Zucht, in den meisten Fällen ist es ohnehin kein Zugewinn oder so besondere Genetik das es sinnvoll wäre.

    Ich hatte damals ja zu mehreren Züchtern Kontakt aufgenommen und Allergien wurden eigentlich nie als Problem beschrieben. Zugute halten kann man, dass ich bei jedem Kontakt (alles VDH Züchter) allerdings über die Purinproblematik aufmerksam gemacht wurde. Da muss ich aber sagen, dass, wenn man das weiß, es einfach gar kein Problem ist. Aber es scheint auch so zu sein, dass manche Dalmatinerhalter davon gar nichts wissen, Info von meiner Tierärztin. Und ich dachte nur: ??? Wie kann man das nicht wissen? Aber gut, manche, die beim Vermehrer kaufen und da dann schon gar nicht aufgeklärt werden über rassebedingte Probleme... joa.

    Aber ja, ich denke leider auch, vieles wird einfach schön geredet.

    Die AEP Untersuchungen sind ja Pflicht beim VDH, aber die schützen natürlich dennoch nicht vor Taubheit, es wird halt nur dadurch festgestellt (wenns nicht eh schon vorher deutlich wird). Und trotz dessen keine tauben Dalmatiner miteinander verpaart werden, ist das Problem ja nicht weg. Ich bin da nicht so tief drin im Thema, aber das sind definitiv alles so Punkte, die mir einen weiteren relativ entspannten Welpenkauf natürlich echt erschweren.


    Ist halt immer die Frage, wie bei vielen Rassen, die hier im Thread schon vor kamen: Wo fängt QUALzucht an? Ab wann ist es wirklich eine Qual für die Tiere so ein Leben zu führen mit einer Allergie, mit nur einem halben Gehör, mit einer kurzen Schnauze, schiefem Rücken, Stummelbeinchen usw.

    Aber die wichtige Frage für mich ist halt, ob ich das nochmal unterstützen möchte. Ich bin da noch nicht zu einer 100% sicheren Antwort gekommen, weil ich eben auch denke, dass Rassehunde ihre Daseinsberechtigung haben, aber eben möglichst gesund, aber wie ist das machbar, wenn der VDH teilweise auch echt so merkwürdige Tendenzen in den letzten Jahrzehnten zugelassen hat, was die Optik mancher Rassen angeht. Hach ja, Fragen über Fragen.

  • wenn der VDH teilweise auch echt so merkwürdige Tendenzen in den letzten Jahrzehnten zugelassen hat, was die Optik mancher Rassen angeht.

    Nur mal am Rande: Der VDH hat überhaupt nichts zu tun mit den Zuchtrichtlinien und -tendenzen.

    Er kann nur eingreifen, wenn die jeweiligen Vereine gegen das Tierschutzgesetz verstoßen.

  • Vielleicht muss man da zwischen Qual und Problem unterscheiden.

    Um mal ein Beispiel für Problem zu nennen: Zahnlosigkeit. Tut nicht weh, schränkt kaum ein. Ein fehlender Zahn wenn ein Hund andere Stärken hat die für Zucht sprechen, mir ehrlicherweise egal. Ab einem bestimmten Punkt aber eben eine Sache auf die geachtet werden muss, weil zu einem Hund nunmal auch Zähne gehören.

  • Also bei Zucht, wo in Kauf genommen wird, dass etwas fehlt (Zähne, Rute zb), oder Fähigkeiten (hören, atmen) verloren gehen, läuft gewaltig was schief. Wie kann man das in Kauf nehmen oder in Ordnung finden?

  • Limetti so ein fehlender P1 wäre für dich schon zuchtausschließend?

    Ich glaube ich hatte noch nie einen Tierschutzhund der mit allen Zähnen eingezogen ist und ich glaube nicht das die bei Allen gezogen wurden. Und ich habe genau Nichts davon gemerkt.

    Da standen meine Rassehunde tatsächlich besser da.

  • Ist je nach Aufgabenfeld der Rasse halt nicht egal ob da ne Tendenz zu fehlenden Zähnen und allgemein schlechter Zahnsubstanz besteht.

    Das viele HH mittlerweile vieles als " ist ja nicht so schlimm, kann man sich ja anpassen" abtun ist mAn ein Problem in Hinblick auf strengere Regularien.

    Dieses WE noch gehört, es wäre völlig normal das Junghunde instabil sind , man an Fehlhaltungen arbeiten müsse im ersten Jahr und Rollballen etcpp. Geh ich z.B absolut nicht mit, ist für mich indiskutabel das der Trend dahin geht alles schön zu reden.

    Natürlich ist man da idR von Qual noch gut entfernt. Nur sollte man mittlerweile doch über die Jahre verstanden haben wo diese " ach passt schon, bisschen ist nicht so arg" gehäuft hingeführt hat bei vielen Rassen.

  • Ist je nach Aufgabenfeld der Rasse halt nicht egal ob da ne Tendenz zu fehlenden Zähnen und allgemein schlechter Zahnsubstanz besteht.

    Das viele HH mittlerweile vieles als " ist ja nicht so schlimm, kann man sich ja anpassen" abtun ist mAn ein Problem in Hinblick auf strengere Regularien.

    Dieses WE noch gehört, es wäre völlig normal das Junghunde instabil sind , man an Fehlhaltungen arbeiten müsse im ersten Jahr und Rollballen etcpp. Geh ich z.B absolut nicht mit, ist für mich indiskutabel das der Trend dahin geht alles schön zu reden.

    Natürlich ist man da idR von Qual noch gut entfernt. Nur sollte man mittlerweile doch über die Jahre verstanden haben wo diese " ach passt schon, bisschen ist nicht so arg" gehäuft hingeführt hat bei vielen Rassen.

    Die Frage ist auch, woher diese Dinge stammen und was ich damit in die Zucht auf lange Sicht einbringe.

    Ja, für mich wäre ein Hund mit unvollständigen Gebiss nicht zuchttauglich.

  • Die fehlenden ersten Prämolaren sind ein eigenes Thema.

    Der Hundeforscher Eberhard Trumler hat schon vor Jahrzehnten dargelegt, daß diese Zähne beim Hund funktionslos sind, sie sind sehr klein und haben ja auch keinen Gegenbiss mehr.

    Im Zuge der Weiterentwicklung der Arten kommt es dazu, daß nicht benötigte Körperteile abgebaut werden, zB hatten die Vorfahren der Pferde mehr Zehen, die allmählich zu einem Huf reduziert wurden. Fehlende PM kommen laut Trumer auch bei Wildcaniden nicht selten vor und können deshalb nicht als Domestikaktionsfolge angesehen werden. Trumler war der Ansicht, daß der Hund als Art einfach in dem Stadium ist, wo diese kleinen, schwachen PM allmählich und ohne negative Folgen für die Art abgebaut werden.

    Trumler stand der heutigen Rassehundezucht ganz bestimmt kritisch gegenüber, aber er sah die Probleme ganz woanders und nicht in diesem Punkt. Im Gegenteil, er fand es unbiologisch gedacht, daß Züchter und Verbände sich so am Punkt des "vollständigen" Hundegebisses festklammern.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!