Probleme mit unserem kleinen Mischling

  • Hallo alle Zusammen,

    wir haben seit etwas über eine Woche einen 14 Wochen alten Malteser/Havaneser Welpen. Wir haben jedoch folgendes Problem:

    Der Welpe verfolgt uns auf Schritt und Tritt, bei allem was wir tun. Das hat zur Folge, dass der Kleine viel zu wenig schläft und demnach Abends total aufdreht, zudem beschränkt er uns dadurch in unserem Alltag, weil Dinge wie wasche aufhängen oder Kochen kaum möglich sind weil der Kleine uns belagert. Außerdem winselt er permanent sobald man ihn eine Sekunde nicht beachtet (geschweige denn die Tür hinter sich zumacht) und bei jedem Geräusch (z.B. im Treppenhaus) rennt er hin und fängt an zu bellen.

    Das hat dann auch noch zur Folge, dass unser Welpe abends total übermüdet wirkt (schläft deutlich unter 18-20 Stunden)und maßlos durchdreht, das geht dann schonmal gut und gern vier Stunden in denen der Kleine durch die Wohnung rennt, bellt, jault und so weiter.

    Jegliche Versuche ihn zu besänftigen, abzulenken oder zur Ruhe kommen zu lassen funktioniert nicht.

    Sein Tagesablauf sieht wie folgt aus: Wir gehen circa alle vier Stunden raus, da wir in der Großstadt wohnen tragen wir den Welpen in eine Seitenstraße mit Bäumen wo er sein Geschäft erledigt und wir wenig spazieren gehen. Es gibt drei Mahlzeiten am Tag und wir machen mehrmals am Tag für kurze Zeit Übungen wie z.B. Sitz. Spielzeug etc. hat er auch, kriegt er mittlerweile aber nur noch wenn er sich ruhig verhält, was leider so gut wie nie der Fall ist.

    Wir wissen langsam wirklich nicht mehr weiter.

  • Typisch Welpe - das Verhalten ist nicht ungewöhnlich.

    Kennst du den Spruch "nach müde kommt blöd". Das trifft im Moment auf euren kleinen zu.


    Ich würde als erste Maßnahme die Übungen einstellen. Sitz und dergleichen braucht ihr im Moment noch nicht. Das kann man später immer noch erlernen. Im Moment ist das zuviel für den Welpen.


    Dass er euch nach läuft ist auch normal. Ganz normaler Folgetrieb. Ich persönlich habe das nicht unterbunden. Irgendwann war unser Welpe von selbst soweit dass er gelernt hat das es sich nicht lohnt uns ständig hinterher zu laufen.

    Wenn es euch aber stört könnte man mit Kindergittern arbeiten. So kann man bestimmte Bereiche absperren, der Hund kann euch aber trotzdem sehen.


    Die Spaziergänge würde ich auch auf 2 am Tag begrenzen. Die restliche Zeit wirklich nur raus gehen zum lösen und dann wieder direkt hinein.

    Der kleine wird bei Spaziergängen ständig mit neuen Eindrücken überflutet die er im Moment nicht richtig verarbeiten kann

  • Zunächst mal zur Beruhigung: ein gesunder Welpe von 14 Wochen schläft nicht 18 bis 20 Stunden. Ich weiß nicht, woher solche Zahlen kommen.


    Mit 14 Wochen ist er im schönsten Erkundungsalter und will die Welt erforschen. Eure Ausgänge ermöglichem ihm das aber nicht in dem Maße, wie er es braucht. Er solllte jeden Tag auch einen längeren Ausgang bekommen, wo er möglichst viel frei laufen kann. Das heißt nicht lange Strecken marschieren, aber spielen, auch (kontrollierte) Kontakte mit anderen Hunden, rennen, klettern, Wald, Wiese, Gewässer entdecken, auch mal mit in die Fußgängerzone usw.


    PS: Du sagst "ein wenig spazierengehen" und daß das an der Leine und in der Wohnstraße passiert, so interpretiere ich das jedenfalls aus dem zusammenhang.

    Daher bin ich ganz bei Kara's Family: mehrere kurze Löserunden am Tag, aber einen langen Spaziergang oder Aufenthalt im Freien, bei dem der Hund sich frei bewegen kann.

  • Zur Ruhe kommen die Babies auch ganz gut, wenn man sich gemeinsam mit denen hinhaut. Hündchen auf den Bauch packen und gemeinsam entspannen, z.B. bei einem kleinen Mittagsschläfchen.

    Sorgt auch beim frisch gebackenen Welpenhalter für wohltuende Entschleunigung des Alltags.

  • Blöde Frage: aber das ist doch ein Hundekind, das bisher den ganzen Tag nichts anderes gemacht hat, als seiner Mama und seinen Geschwistern hinterherzudackeln, mit denen zu spielen bis zum Umfallen, und dann eben da einzuschlafen wo es gerade war? Woher soll der Knirps denn wissen, dass er im neuen Zuhause auf einmal so eine Art Sofakissen sein soll, das den ganzen Tag nur in der Wohnung rumliegen soll?


    Kann der denn seine Energie nie mal so richtig rauslassen, irgendwo herumrennen, schnüffeln, in seinem Tempo die Welt erkunden? Alle 4h kurz angeleint in der Seitenstraße herumtapsen und ansonsten nur "Drill" und kein Spiel (weil er dafür ja erstmal "ruhig sein" müsste) klingt jetzt nicht gerade nach einem spaßigen Leben für ein kleines Hundekind.


    Mein Hund ist als Welpe auch oft abends aufgedreht. Wir sind dann abends immer nochmal länger mit ihm raus und haben ihn draußen schnüffeln und herumlaufen lassen (auf dem Land mit Garten ist das natürlich auch viel einfacher). Manchmal auch 4-5mal raus, wieder rein, usw., weil der kleine Hund weder draußen noch drinnen so recht zur Ruhe kam - ist halt einfach noch ein Jungtier, die sind eben manchmal anstrengend. Die nächsten Tage haben wir die Aktivität tagsüber angepasst - meist drehte er abends auf, wenn er tagsüber entweder zu wenig Bewegung oder zu viel "geistig anstrengende Erlebnisse" hatte, da mussten wir immer mal etwas nachjustieren.

  • Das Verhalten ist bei einem Welpen ganz normal. Die schlafen nieniemals 18-20 Stunden in dem Alter sondern die sind wie Stehaufmaennchen. Wenn sich irgend etwas regt, dann sind die da. Alles ist interessant, ueberall will Welp dabei sein und mitmischen. Die wissen noch nichts von einem geregelten Tagesablauf und die haben ungeplante, aufbrausende Energien. Meistens gerade dann, wenn Mann/Frau gerade was ganz anderes im Sinn hat. Die schlafen eine Weile und dann drehen die ploetzlich von jetzt auf gleich so richtig am Rad. Das kann einen manchmal ganz schoen auf die Palme bringen aber man muss versuchen, diese Energien umzuleiten. Vielleicht mal etwas abtoben, bevor man anfaengt zu kochen oder Waesche aufzuhaengen.


    Ich finde auch, so ein bisschen Loesungsrunde und Spaziergang reicht fuer einen Welpenenergiebuendel nicht aus. Die muessen immer mal ganz ordentlich fetzen und auch geistig gefordert werden. Also mal richtig zergeln, schnueffeln, rennen und toben. Auch mit anderen Hunden. Das brauchen die taeglich und nur so bekommt man spaeter einen ausgeglichenen Hund.


    Auch das Tuere zu und alleine bleiben muessen die erstmal ganz kleinschrittig lernen. Klar, wird da ne Weile gebellt und gejault. Da faengt man im Sekundentakt an und ich arbeite auch viel mit Leckerli als positive Verstaerkung, wenn Welpi im Ansatz irgend etwas gut macht. Das lernen die dann recht schnell aber dennoch braucht es viel Geduld und Einfuehlungsvermoegen. Jeder Hund ist anders und jeder lernt in seinem eigenen Tempo. Mit manchen Dingen muss man viel Geduld haben.

  • Ihr begeht gerade ganz typische Anfängerfehler.


    Welpenalltag mit Geschwistern und Mutter sieht so aus: Schlafen, Spielen, Spielen, eine auf den Deckel bekommen, wenn man zu wild war, Spielen, mal fressen hier, mal kauen da, was Neues kennenlernen - ins Koma fallen. Dann alles von vorne. Welpen spielen mit ihren Geschwistern oder alleine oder mit ihrer Mutter stundenlang, jeden Tag. Das ist kein "Hochdrehen", das ist normal.


    Welpen können durchaus 18 bis 20 Stunden ruhen / schlafen. WENN! und das ist der wichtige Punkt: Wenn sie sich körperlich richtig auslasten können. Die haben Energie, und die muss raus. Die macht nicht puff und ist weg, weil ihr das so wollt. An welcher Stelle ermöglicht ihr es eurem Hund, die Energie loszuwerden? Wo kann er rennen und spielen? Hat er Sachen zum Kauen? Kaninchenohren oder Karotten zum Beispiel. Das baut auch Energie ab.


    Dann das Folgen: Was soll er denn stattdessen machen? Für ihn ist alles neu, alles fremd, er hat keine Orientierung mehr und ihr seid bisher die komischen Zweibeiner, die ihm zwar Fressen geben aber das Spielzeug klauen. Er hat nach so kurzer Zeit keine Bindung zu euch und auch kein Vertrauen darauf, dass ihr zurückkommt. Also ist es beängstigend, wenn ihr einfach weggeht und ihn komplett alleine lasst. Was ist so schlimm daran, wenn der Hund beim Wäsche aufhängen oder Kochen dabei ist? Spielt vorher mal ausgiebig, damit er da bisschen Energie rausbekommt, dann bekommt er eine Möhre oder sonstwas zum Kauen und kann in Sichtweite das Ding bearbeiten, während ihr den Haushalt macht.


    Hört bitte auf, ihm das Spielzeug abzunehmen und nutzt das Spielzeug stattdessen. Geht jeden Tag auf eine ruhige Wiese und lasst dort toben und erkunden.


    Ihr wollt einen ausgeglichenen Hund? Das funktioniert nicht mit 20 Stunden Schlaf und restliche 4 Stunden bitte auch nicht "hochdrehen"- das funktioniert durch angepasste Auslastung, die bei euch komplett fehlt.

  • Hat der kleine auch Hundekontakte? Also gute Sozialkontakte sowohl mit gleich alten (und gleich großen) als auch erwachsene?

    Der Kleene sollte außerdem auch Dampf ablassen können. Fahrt auf eine schöne Wiese grade jetzt, wo das Wetter schön ist ist das ja noch deutlich leichter. Nimm dir eine Decke mit (falls der Rückruf nicht klappt schleppleine beim Hundekind dran) setz dich hin und lass den kleinen Fentern, die Welt entdecken und die Gegend beobachten. Lass ihn rennen, ruhen, gucken etc.

    Statt sitzt wäre das einzige worauf ich grade wert legen würde der Rückruf.


    Zuhause würde ich mit Kindergittern und/oder einem Welpenauslauf den Zwerg begrenzen. Grundsätzlich ist es natürlich normal, dass er euch folgen will aber damit auch das alleine bleiben mal gut klappt und der Zwerg zur Ruhe kommen kann würde ich es so nicht zu lassen.


    Wenn du das Gefühl hast er ist Müde und findet selber nicht zur Ruhe nimm ihn zu dir, helf ihm runter zu fahren, zu entspannen und einzuschlafen.

  • Außerdem winselt er permanent sobald man ihn eine Sekunde nicht beachtet (geschweige denn die Tür hinter sich zumacht) und bei jedem Geräusch (z.B. im Treppenhaus) rennt er hin und fängt an zu bellen.

    Wie reagiert ihr, wenn er winselt oder zur Tür rennt und bellt?

  • Ich kann mir das gar nicht vorstellen das ihr keine Wäsche aufhängen könnt. Der welpe kann doch einfach dabei sein? Ihr werdet es doch mal schaffen ihn 10 minuten nicht zu beachten, schafft ihr beim Kochen doch sicher auch. Ansonsten kauft nen Welpenauslauf und setzt ihn da rein dann wuselt er euch nicht zwischen den Beinen (wobei Wäsche aufhängen ja nu nichts ist wo man nicht aufpassen könnte den Welpen nicht tot zu treten)

    Ansonsten meine Welpen waren beide nicht Scheintot, die waren auch viel wach. Geht mit ihm raus und lasst ihn mal ne stunde seine Umgebung erkunden im Freilauf oder an langer Leine in seinem tempo, ohne Leine laufen Training, einfach freies erkunden. Das brauchen Hunde um sich zu entwickeln und ihr habt das Glück euren Welpen zu dieser Jahreszeit zu haben, da ist das Wetter super zum lange draußen sein.

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