Club der (Hunde-)Altenpfleger & Altenpflegerinnen - Teil 4
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Gast41354 -
25. November 2022 um 23:18
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Wenn man möchte, daß der Hund zu Hause gehen kann, muss man das. (also Tage vorher einen Termin ausmachen)
aber woran machst Du das fest? Woran merkst Du, daß es in zwei Tagen ok ist, den Hund einschläfern zu lassen und aber auch nicht zu spät, so daß es dann spontan sein muß?
Die Antwort klingt jetzt bestimmt blöd, aber so ist es nicht gemeint.
Ich treffe diese Entscheidung aus dem Gefühl heraus, daß es ab sofort nur noch schlimmer für den Hund wird, ich ziehe die Entscheidung durch mit allen Konsequenzen.
Beide Hunde, die ich erlösen ließ, wären über kurz oder lang erstickt. Bis zu einem gewissen Grad kann man Luftknappheit ausgleichen/ertragen, aber irgendwann geht es an die Substanz. Und Ersticken ist grausam.
Mein Mann könnte so einen Termin nicht ausmachen, er würde den "Absprung" nicht finden. Deswegen muss ich diese Aufgabe bei uns übernehmen.
Zwei Mal Krebs am/im Hals - da hat man nicht viel Auswahl. Auch bei Toffi werde ich vermutlich so eine Entscheidung treffen müssen, falls ihre Nieren (CNI) vor ihrem restlichen Körper aufgeben. Wenn ich da nicht rechtzeitig ein Ende setze, würde sie sich zu Tode krampfen, voller Giftstoffe in Hirn und Körper... Auch das ist kein sanfter Tod.
Es ist ein Scheissgefühl, so einen Termin auszumachen. Man ist Richter und Henker. Ich habe bei jedem dieser Telefonate erbärmlich geweint.
Bei Chili hatte ich die Möglichkeit, eine Atmosphäre zu schaffen, die friedlich war. Zuerst waren wir in ihrem Lieblingswald, sie durfte mäuseln und mit ihrem roten Ball spielen. Zu Hause gab es Chickennuggets satt für alle. Wir saßen alle zusammen auf dem Boden und haben geschlemmt. Dann habe ich alle Kerzen angezündet, im Fernsehen bei YT ein "cozy fireplace" Video angemacht, mein Mann hielt Chili auf dem Arm, die Ärztin kam und Chili ging mit einem Bauch voller Hähnchen, ganz fest an ihren Lieblingsmenschen geschmiegt. Sie hat uns immer tief vertraut, von der ersten bis zur letzten Sekunde.
Friedlicher hätte es mit diesem Krankheitsbild nicht sein können.
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Möglichkeit zwei war, ihr ein paar letzte schöne Tage zu geben und sie dann ganz geplant gehen zu lassen.
Das haette ich bei Kalle auch gemacht, wenn es vertretbar gewesen waere. War es nicht, aber ich finde, sowas hilft nochmal. Man weiss einfach, xyz ist das letzte Mal etc. und nimmt es vermutlich anders/bewusster wahr.
Dieses letzte gemeinsame Gassi war so besonders... So sehr schwer, aber auch so schön. Auch das letzte gemeinsame gruppenfoto. Ich laufe da sehr häufig lang und muss immer an diese letzte Runde denken
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Was es für mich zusätzlich so schwer macht: Tiere halten unglaublich lange uns zuliebe durch. Sie fressen noch ein paar Bissen, heben noch einmal den Kopf, wackeln noch einmal durchs Wohnzimmer, uns zuliebe. Nicht, weil es ihnen gut geht, sondern aus Bindung. Und sie können und wollen uns nicht sagen, wie weh es wirklich tut. Es ist unfassbar, wie viel Schmerz Tiere verbergen können, bevor man überhaupt etwas sieht.
Es muss anber nicht zwingend sein, dass sie es "nur uns zuliebe tun".
Bei meinem Vasco wusste ich, dass es zu Ende geht.
Am Tag vor seinem Tod wollte ich ihm einen längeren Spaziergang nicht mehr zumuten, und machte mich fertig um einen schönen, großen Einzelspaziergang mit unserem jüngeren Hund zu machen.
Ich stand an der Tür, hatte Schuhe und Jacke an und die Leine von Leifur in der Hand - und da stand dann Vasco.
Er sah mich mit einem Blick an, der mir deutlich sagte: "Ich will mit!" - also habe ich auch ihn angeleint, umdisponiert, und eine eigentlich recht kurze Runde mit beiden Hunden gemacht, die aber deutlich länger ausfiel trotz der kürzeren Strecke, weil wir sie ganz und gar Vasco anpassten, der in Ruhe schnüffelte, markierte (in der Hocke, Bein heben ging seit wenigen Tagen wohl nicht mehr), noch ein paar andere Hunde kontaktierte (ruhig und kurz - aber andere Hunde waren schon immer seine Leidenschaft), und dann ging es wieder nach Hause.
Es war sein letzter "großer" Mittagsspaziergang, aber da wusste ich es noch nicht ... am nächsten Tag hat er noch die kurze Morgenrunde mit meinem Mann mitgemacht, und ist danach nicht mehr aufgestanden, die Hinterhand machte nicht mehr mit.
Da er auch das Fressen verweigerte (er hatten am Abend zuvor noch mit normalem Appetit seine komplette Mahlzeit gefressen) wusste ich: Jetzt ist es soweit.
Am Abend ist dann der TA nach seiner Sprechstunde zu uns gekommen, und er ist friedlich in seinem Zuhause eingeschlafen.
Leifur hatten wir während der Euthanasierung gemeinsam mit meinem Mann in einem anderen Zimmer - das hat sonst unser Sohn gemacht, aber dieser hatte eine ganz besondere Verbindung zu unserem Vasco, und so sind diesmal er und ich bei der Euthanasierung dabei geblieben.
Meine Schwägerin ist aus Berufung Palliativpflegerin im mobilen Einsatz, es ist sehr interessant, sich mit ihr über ihre Arbeit auszutauschen.
Sowas hätte ich mir bei meiner Bekannten damals gewünscht...
aber dieser langsame jahrelange Abbau, gegen den man sich mit Physiotherapie, mit immer neuer Medikamentenanpassung, mit Fitness und Trainings und Therapie auch wehrt, macht mich mürbe.
Muss man das als "Wehren" sehen?
Ich sehe darin eine Möglichkeit, die Auswirkungen dieses unausweichlichen Abbaus zu mildern, und dadurch mehr Lebensqualität für den Hund zu erreichen.
Wenn man möchte, daß der Hund zu Hause gehen kann, muss man das. (also Tage vorher einen Termin ausmachen)
Nicht zwingend.
Bei zweien meiner Hunde ist meine Tierärztin am gleichen Tag gekommen.
Beim dritten Hund - Vasco - war sie in Urlaub, und ich hatte vorher mit ihr besprochen, was ich machen kann wenn der "Fall des Falles" eintrifft, wenn sie in Urlaub ist.
Sie hat mit einem Kollegen gesprochen, mit dem sie des Öfteren zusammenarbeitet, und dieser hat sich bereit erklärt zu kommen, sollte Vasco während ihres Urlaubs euthanasiert werden müssen.
So ist das leider auch eingetroffen, und auch dieser Arzt kam noch am gleichen Tag, nach seiner Sprechstunde, zu uns.
Das macht sicher nicht jeder Tierarzt - aber sicher viele von denen, die auch noch Hausbesuche machen.
Man weiss einfach, xyz ist das letzte Mal etc. und nimmt es vermutlich anders/bewusster wahr.
Oh ja - und dieses Wissen, "Das ist jetzt das letzte Mal", bleibt verdammt lange im Gedächtnis haften...
Nichts davon möchte ich missen, so viele Erinnerungen sind da, und sie sind wertvoll, die traurigen genauso wie die guten, denn: Ich habe geliebt, und meine Tiere haben diese Liebe gespürt, im Guten wie im Schlechten.
Bisher hatte ich das Glück, alle meine Hunde mit dieser Liebe gehen zu lassen, bis zu ihrem letzten Atemzug.
Auch wenn es sehr weh tut.
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Aber ich weiß nicht, wie ich es zum Beispiel machen soll mit Bonnie, wenn Chilly beim TA sterben würde, würde ich ihn dort lassen, aber dann kann Bonnie ihn nicht mehr sehen und das finde ich schlecht, sie hängt so an ihm

Wir mussten damals Elvis sehr unerwartet einschläfern lassen. Ich hatte in der Situation beim Tierarzt entschieden, dass er direkt gehen darf und sich nicht länger quälen muss. Fynn hing sehr an Elvis. Er war sein großer Guru, sein Big Daddy, der ihm Sicherheit gab, ihm das Leben gezeigt und ihn vor der oft so stressigen Welt beschützt hat. Von daher war ich sehr besorgt, wie Fynn reagieren würde, nachdem er sich nicht vom toten Elvis verabschieden konnte.
Im Nachhinein haben wir festgestellt, dass sich die Hunde wohl schon vor Elvis‘ Zusammenbruch und dem plötzlichen Aufbruch zum Tierarzt verabschiedet hatten. Fynn war an diesem Morgen zum ersten Mal komplett allein zuhause. Als meine Tochter Elvis ins Auto getragen hat, hat Fynn sich von alleine im Wohnzimmer auf seinen Platz gelegt. Ohne mit nach draußen zu laufen, ohne Gejammer und Gebell und ohne etwas zu zerstören. Als wir zurückkamen hat er Elvis weder gesucht noch sonst irgendwie verwirrt auf sein Fehlen reagiert. Es schien ihm völlig klar und bewusst zu sein, dass sein großer „Daddy“ am Morgen für immer gegangen ist.
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Muss man das als "Wehren" sehen?
Ich sehe darin eine Möglichkeit, die Auswirkungen dieses unausweichlichen Abbaus zu mildern, und dadurch mehr Lebensqualität für den Hund zu erreichen
Ja und nein. Manchmal bin ich da auch zwiegespalten. Das ist alles sehr individuell und bewegt sich manchmal auch an Grenzen, wo man sich fragt, für wen macht man das eigentlich.
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Ich sehe darin eine Möglichkeit, die Auswirkungen dieses unausweichlichen Abbaus zu mildern, und dadurch mehr Lebensqualität für den Hund zu erreichen.
Für mich ist es einfach meine Pflicht, damit meine Hunde so gesund wie möglich so alt wie möglich werden. Alles eben in einem Rahmen, der sich nicht völlig der Verzweiflung hin gibt, das Unausweichliche endlos hinauszuzögern.
Aber ich selbst möchte auch gerne möglichst gesund möglichst alt werden (mein festes Ziel ist es, mindestens die 105 zu erreichen 😎) also gebe ich das gleiche auch für meine Hunde.
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Ein Podcast mit einer Frau die drei ihrer Hunde beim Sterben begleitet hat
Externer Inhalt www.youtube.comInhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.Ich habe da mal quer gehört. Ich finde das ganz grauenvoll. So was wünsche ich keinem Hund. (Und ich frage mich, ob da nicht das Veterinäramt eingreifen sollte.)
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Also ich habe bei "Shakren" aufgehört ...
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Danke. Ich wollte es nicht so hart ausdrücken. Niemals möchte ich das meinen Hunden antun.
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Ich bin erst bei der Hälfte, aber verstehe ich das richtig, dass sie ihre Hunde letztlich hat verhungern lassen? Ja, so läuft das vllt in der Natur ab, aber ist das nicht gerade unser Vorteil, dass wir nicht so lange warten müssen, sondern dem Tier diesen Prozess ersparen können?
Vllt habe ich während meiner Ausbildung beim Tierarzt (wenn auch nur für Pferde) einfach zu viele wirklich fast schon besinnliche Einschläferungen erlebt, dass ich da so pro Euthanasie bin, aber über Tage dabei zusehen, wie sich die Tiere einkoten, abmagern und siechen.. das ist nicht meine Vorstellung davon, wie ich, als Tierhalter, mit meiner letzten Verantwortung umgehen sollte. - Vor einem Moment
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