Qualzuchten IV

  • l'eau

    Aber es ist nicht gesagt, dass der große Bruder automatisch groß vererbt. Kann auch sein, dass der kleinere Nachkommen zeugt, als der kleinere Bruder. (Gilt alles auch umgekehrt für die Hündin. Kann ja auch sie der Part sein, der die Größe vererbt)

    Über Querpedigrees und Nachzuchtkontrolle kann man eventuell was ableiten, aber letztlich sieht man manches nur, wenn man es probiert.

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    Bzgl Dilute bin ich - mittlerweile - anderer Meinung. Es scheint beim Greyhound klar mit Alopezie vergesellschaftet und auch beim Whippet Probleme machen zu können, auch bei greyhoundfreien. Mir begegnen in letzter Zeit zuviele räudigschwänzige Dilute Whippets mit grausiger Fellqualität, trockener Haut usw.

    Mittlerweile sind sehr große Teile der Population Träger, das war vor einigen Jahren noch anders. Ich halte es für sehr möglich, dass man noch nicht das Vollbild sieht. Vermute aber, dass man aufpassen sollte bzw dilute züchterisch wieder etwas zurückdrängen.

  • Bei den ArbeitsBC wird das wohl noch an besten gemacht. Da ist ja irgendwie alles dabei und erlaubt, von Rauhhaar über Kurzhaar zu Langhaar, egal welche Farbe, Hauptsache er arbeitet gut und hat einen stabilen Charakter.

    Wie bereits gesagt, in mos Rasse ist das auch sehr gut gelöst.

    Fellfarbe ist fast egal (Albinismus und fehlende Pigmentierung an Augen, Lefzen und Nase sind zuchtausschließend), Fellbeschaffenheit ist egal, Fell Länge hat ne ordentliche Toleranz.

    Straßenhund können Papiere bekommen, wobei es da nen unterschied zwischen Deutschland und dem Ursprungsland gibt.

    Größe hat ne unfassbare Spannweite.

    Wie die Ohren getragen werden ist egal , die Rute sollte, wenn möglich, gekringelt über den Rücken getragen werden, aber auch das ist nicht notwendig.

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    im Ursprungsland gibt es quasi 3 stufen, wenn die Herkunft des Hundes nicht bekannt ist.

    Stufe 1, der Hund sieht reinrassig aus und bekommt so was wie vorübergehende Papiere.

    Stufe 2 sind Hunde, wo ein Elternteil aus Stufe 1 stammt. Die werden nicht nur nach der Optik, sondern auch nach der Arbeitsleistung beurteilt.

    Stufe 3 sind Hunde, die mindestens ein Stufe 2 Elternteil haben. Sind die optisch, charakterlich und arbeitstechnisch reinrassig, bekommen sie vollwertige Papiere und die Stufe 1 und 2 Hunde werden, meines Wissens nach, angepasst.

    In Deutschland gibt es einen DNA Nachweis.

    Anschließend läuft das ganz normal weiter, wie bei "richtigen" reinrassigen Hunden auch.

    Mos Vater ist ein Straßenhund gewesen, hat aber vollwertige VDH Papiere, da er, durch den DNa Nachweis, als reinrassig gilt.

    In mos Unterlagen steht nur drin, dass Vater und Mutter nicht nach fci / VDH Standards gezüchtet wurden (da die Rasse keine fci Anerkennung hat und die Mutter aus dem Ursprungsland stammt, ist das nicht ganz verwunderlich)


    Und dafür, dass es eine sehr lokal begrenzte Rasse ist, es also durch den Recht hohen Inzuchtfaktor (der zwangsläufig entstanden sein muss, aber nicht ermittelt wird) zu Krankheiten hätte kommen müssen, ist es eine der gesündesten und langlebigsten Rassen, die ich kenne.

    Kein HD, kein Ed, keine anderen vereinbaren Krankheiten.

    Einfach Mal nix, von dem man aktuell weiß

  • Aber das Problem ist doch - häufig wird genau wegen der Farbe verpaart.

    Die Käufer wollen hübsche, bunte Hunde … (genau wie sie das Kindchenschema von Mops und co. wollen).

    Also ich sehe das hier im Langhaar-Collie Breedarchive nicht. Da kann man auch noch nach Land filtern...

    Ja die müssen da eingetragen werden, aber auch auf Ausstellungen sehe ich seltener Merle als die anderen Farben...

    https://collie.breedarchive.com/statistics/color

  • [...] der den selteneren oder vielfältigeren DLA-Haplotypensatz, der besser zum Rüden passt etc.

    Ich bin begeistert! Ich komme als Genetiker aus der HLA-Welt und frag mich schon länger, ob das bei Hunden /seltenen Rassen eingesetzt wird. Wäe für kleine Populationen so sinnvoll! Weißt du das für Deutschland? Aus Skandinavien habe ich da Mal was gehört...

  • FarmCollie es fängt so langsam an. Eines der Probleme die ich dabei sehe ist, das die ganzen Labore untereinander nicht kompatibel sind. Also müßten sich die Züchter einer Rasse, am besten weltweit auf ein Labor, das natürlich am meisten testet, verständigen um wirklich gute Aussagen treffen zu können.

  • [...] der den selteneren oder vielfältigeren DLA-Haplotypensatz, der besser zum Rüden passt etc.

    Ich bin begeistert! Ich komme als Genetiker aus der HLA-Welt und frag mich schon länger, ob das bei Hunden /seltenen Rassen eingesetzt wird. Wäe für kleine Populationen so sinnvoll! Weißt du das für Deutschland? Aus Skandinavien habe ich da Mal was gehört...

    Im "größeren" Stil macht das derzeit hauptsächlich Feragen, also voll aufgeschlüsselt. Embark hat keine DLA II dabei (oder sagt nur: homo- oder heterozygot, da müsst ich nochmal nachschauen).

    Großteils lassen eher private Initiativen testen. Einige wenige Rassevereine versuchen sich in der Kartografierung ihrer Rasse quasi, aber verbreitet ist es noch nicht.

    Leider auch aus Unverständnis, warum und weshalb, denk ich.

    Ich hab ja u.a. eine relativ seltene Rasse und da den weltweit ersten getesteten Hund. Naja, mittlerweile hamma 4 Hunde getestet. Und sehr viel Scheu davor erlebt.

  • Wenn aus einem Wurf zwei Hündinnen in die Zucht gehen (natürlich mit der Ausgangslage, sie erfüllen beide die nötigen Bedingungen - Hüfte, Augen, …) und gedeckt werden sollen, dann dürften diese beiden Hündinnen - bei Überprüfung des Inzuchtkoeffizienten - mit genau denselben Rüden gedeckt werden … sie haben ja einen völlig identischen Stammbaum) - so habe ich es bisher verstanden?

    Ja. Nur vererben sie unterschiedlich. Sind ja keine Klone.

    Kann zb eine die bessere, weil größere, genetische Diversität haben oder den selteneren oder vielfältigeren DLA-Haplotypensatz, der besser zum Rüden passt etc.

    Danke!!!

    Wenn alle Geschwister in einem Wurf deckungsgleich wären, dann müssten ja auch alle absolut identisch vererben, identisch aussehen, sich identisch verhalten und identisch groß sein. Das ist natürlich Blödsinn.

    Ein Hund besteht ein bisschen mehr, als nur aus seiner Farbe und seinen offensichtlichen Vorzügen und Mängeln.


    Merle ist immer eine Farbe, die polarisiert, weil sie problembehaftet sein KANN und immer als das "Paradebeispiel" hergenommen wird für problematische "Farbtrends". Und zu Recht, hat man lange Zeit bestimmte Verpaarungen verboten. Generell wächst das Wissen aber einfach mit dem wissenschaftlichen Fortschritt und es macht auch Sinn Zuchtstrategien an diese anzupassen. Leider reagieren die Vereine da oft sehr, sehr träge und es fehlt das Verständnis für genetische Zusammenhänge.

    Dennoch ist das Risiko für Merle absolut überschätzt - vor allem wenn man sich die deutlich höheren "gesellschaftlich akzeptierten Taubheitszahlen" bei Rassen wie Dalmatinern, Dogos, weißen Bullterriern oder ACDs anschaut, die ebenfalls aufgrund ihrer Farbe Handicaps haben können - unter verbandsorganisierter Zucht!

    Der Unterschied zu Merle: mit dem Testen der Allellängen der Sine-Insertion können wir praktisch ausschließen, dass Hunde mit Handicap geboren werden.

    Ob man Merle jetzt mag oder nicht, das spielt eigentlich keine Rolle. Wenn ich meine Merle Hündin in der Zucht nicht nur mit trico und schwarzweiß verpaaren dürfte, sondern auch mit zobel, dann würden mir plötzlich deutlich mehr Rüden zur Verfügung stehen, wodurch sich auch wieder mehr Genkombinationen ergeben.

  • FarmCollie

    Es wird auch noch sehr wenig mit dem genomischen Inzuchtskoeffizenten gearbeitet. Dabei unterscheidet sich der teils exklatant vom Papierwert.

    Da ist es, zumindest im deutschsprachigen Raum auch Feragen, die da am Meisten machen und anhand der Daten auch Rassediagramme und Cluster erstellen, die recht nützlich sein könnten.

    MyDogDNA/Genoscooper hatte sowas ansatzweise, bevor es Wisdom wurde.

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