Qualzuchten IV

  • Dennoch ist das Risiko für Merle absolut überschätzt - vor allem wenn man sich die deutlich höheren "gesellschaftlich akzeptierten Taubheitszahlen" bei Rassen wie Dalmatinern, Dogos, weißen Bullterriern oder ACDs

    Ich persönlich finde das genau schlimm wie wenn das bei Doppelmerleverpaarungen auftaucht und fällt für mich(!) genauso unter den Zucht-QZ-Paragraphen.

    Ich bin aber auch kein verfächter von erhalt von Rassen.

    Wenn man durch test ausschliessen kann das durch eine Doppelmerleverpaarung taube Welpe fallen, von mir aus, dann kann man auch Doppelmerleverpaarungen planen mit den entsprechenden Auflagen.

    Mir ist die Farbe Wurst.

    Da zählt allein der Gesundheitsaspekt.

  • Leider reagieren die Vereine da oft sehr, sehr träge und es fehlt das Verständnis für genetische Zusammenhänge.

    Das ist etwas, das mich fassungslos macht. Wie kann denn ein Verein überhaupt irgendwelche sinnvollen Entscheidungen über die Zucht treffen, wenn das Verständnis für genetische Zusammenhänge fehlt?

  • Wenn's wen interessiert .

    Anhand einer meiner Hündinnen.

    Da sieht man auf der ersten Grafik wo im Rassespektrum sie daheim ist (und dass die 3 existierenden Rassen eher 2 - 2,5 Rassen sind) im Gegensatz zu einem hypotetischen Partner mit passender Immungenkombination.

    Die Diversität der Rasse ist hier noch künstlich hoch, sehr wenige Hunde getestet und wie man von MyDogDNA Ergebnissen rückschließen kann, hauen die Hunde rechts den Schnitt hoch, während links eigentlich die größere Population daheim ist, die wahrscheinlich deutlich drunter liegt.

    Genomischer Inzuchtswert liegt bei 6% (der Rassedurchschnitt kann auch künstlich niedrig sein, weil Schnitt der bisher getesteten Hunde).

    Laut Papier läge ihr Wert bei 1,50%.

    Wenn man dann noch bedenkt, dass sehr wahrscheinlich vor 4 Generationen an sehr wahrscheinlich nicht nur 1er Stelle eingekreuzt wurde (also 1,5% sowieso nicht stimmen, man würde weniger erwarten), dann sind die 6% eher erschreckend in meinen Augen.

    Haplotypen fallen so aus, dass die bisher gefundenen gängigsten Varianten vorkommen, einmal doppelt. Bezug zu klassischer Whippet-Autoimmunerkrankung sehr wahrscheinlich.

    Heißt nicht, dass Hund krank ist, oder wird, es aber für die Population sinnvoller wär, mit ähnlich DLA ausgestattetem Hund zu verpaaren.

    Und für die allgemeine Varianz in der Rasse, müsst man idealerweise auch so verpaaren, dass die nächste Generation irgendwo zwischen den Clustern liegt.

    Wird aber nicht gemacht.


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  • Bei My Dog DNA war mal jeder Punkt ein getesteter Hund. So gesehen sind grad mal 14? Hunde in der Datenbank. Je mehr getestet sind und damit mit in der Auswertung sind umso genauer wird es und vielleicht tauchen ja dann Hunde auf die die Lücke füllen. Und damit sind es keine 2 unterschiedlichen Wolken sondern halt 1 Wolke mit unterschiedlichen Zentren.

    Ebenfalls bei MyDogDNA konnte man unterschiedliche Rassen einspielen. Und dann war eben direkt ersichtlich das sich der IFH essentiell vom DSH oder den Malamuten unterschied....

  • Die 1,5 IZK sind ja die errechneten. Aber die gehen ja nur über 4? Generationen.

    Die 6% IZK beziehen sich auf was?

    Und die 37% Heterozygothie?

    Ups, Du hast recht, ohne Generationen is es nicht vergleichbar.

    Papierwert ist 7 Generationen, genomisch 6 Generationen.

    6 Generationen sind am Papier 0,67%, der genomische COI ist aber 6%

    Nein, die Heterozygotie ist die genetische Diversität, also wieviele unterschiedliche Marker vererbt wurden.

  • Bei My Dog DNA war mal jeder Punkt ein getesteter Hund. So gesehen sind grad mal 14? Hunde in der Datenbank. Je mehr getestet sind und damit mit in der Auswertung sind umso genauer wird es und vielleicht tauchen ja dann Hunde auf die die Lücke füllen. Und damit sind es keine 2 unterschiedlichen Wolken sondern halt 1 Wolke mit unterschiedlichen Zentren.

    Ebenfalls bei MyDogDNA konnte man unterschiedliche Rassen einspielen. Und dann war eben direkt ersichtlich das sich der IFH essentiell vom DSH oder den Malamuten unterschied....

    Ja. Es waren bei MyDogDNA zwsr mehr, aber auch sehr wenige, gibt eine Auswertung des DWRZV dazu - letztlich ist der Whippet auch aufgespalten. Rennlinie hat quasi keinen Bezug zu Show und S&L ist manchmal dazwischen, aber trotzdem tendentiell weiter weg von Rennern. Die 14 öffentlich zugänglichen Hunde stammen klar aus den 3 Linien.

    Ich müsst nochmal suchen. Rennlinie ging bei MyDogDNA bis in den 45% Heterozygotiebereich, also Mischling (was nicht wundert) während Show sich unter 30%, eher Richtung 25% bewegte. Wobei die Diversitätswerte beider Labore sich etwas unterscheiden. Feragen testet 10x mehr Marker, als es MyDogDNA tat.

  • pinkelpirscher sehr interessant! Vielen Dank! Sind das Daten, die du aus eigenem Interesse beauftragt hast und nutzt oder ist da auch ein Verband beteiligt? Oder zumindest interessiert?

    Und verstehe ich das richtig, dass man bei Feragen bzw früher auch bei MyDogDNA seine Daten zur Verfügung gestellt hat und die dann öffentlich abrufbar waren/sind? Anonymisiert bzw pseusonymisiert nehme ich an.

    Märchen ich frag mich ja auch gerne, wie man Züchter sein kann wenn man sich dafür nicht interessiert, aber man muss da auch sehen, dass die Molekularbiologie/ Genetik in den letzten Jahrzehnten wahnsinnige Schritte gemacht hat. Da ist es verständlich, wenn man sich einfache 'Anleitungen' wünscht. Teste dieses und verpaare dann mit jenem. Da sind meiner Meinung nach die Verbände gefordert, sich gute wissenschaftliche Berater zu suchen und die Anwendung der Erkenntnisse stetig zu hinterfragen und anzupassen.

  • Leider reagieren die Vereine da oft sehr, sehr träge und es fehlt das Verständnis für genetische Zusammenhänge.

    Das ist etwas, das mich fassungslos macht. Wie kann denn ein Verein überhaupt irgendwelche sinnvollen Entscheidungen über die Zucht treffen, wenn das Verständnis für genetische Zusammenhänge fehlt?

    Kein Kommentar ... xD

    Man kämpft da manchmal auf verlorenem Posten. Zum Zähne Ausbeißen.

    "Haben wir immer schon so gemacht, wieso sollten wir das ändern"


    |) |) |)

  • FarmCollie

    Nein, Eigeninteresse. Und weils beim Cirneco gar nix gibt und beim Whippet auch nur wenig.

    Ich nutze es insofern, als ich es anderen zur Verfügung stell und sollte es dereinst mit dem einen Hund tatsächlich einen Wurf geben, dann wohl angelehnt an die Ergebnisse oder gerade deshalb. (Momentan kennt man erst 2 verschiedene Haplotypen in der Rasse und die hat meine Hündin beide)

    Leider ist bei uns aktuell weder ÖKV noch Windhundclub an einer Datenbank interessiert, weil zuwenig aktives Interesse von Züchterseite da.

    Öffentlich sind sowohl bei MyDogDNA als auch Feragen nur die Daten, die von Nutzern auch aktiv freigegeben werden, dann durchaus auch mit vollem Namen, zumindest vom Hund.

    Leider existiert das Breeder Tool bei MyDogDNA nimmer, da konnte man auch nach genetischer Passung sozusagen suchen. Embark hat sowas in der Art wohl mittlerweile auch und Feragen eben eine noch relativ kleine Datenbank, zumindest bei "meinen" Rassen, weil da nix an Tests vorgeschrieben ist, aber inkl

    DLAs. Getestet sind großteils nur (Zucht)Hunde von engagierten Einzelpersonen.

    Der deutsche Windhundverband hat mal eine Auswertung zur Diversität basierend auf den MyDogDNA Daten erstellt und Züchterkonditionen, für alle, die teilnehmen, ausgehandelt, und die Showgreyhoundleut sind da auch teils relativ aktiv, aber alles in allem ist insbesondere Haplotypenbestimmung noch Randerscheinung (und die Daten, die man bisher hat, sind eher ernüchternd. Viel ist bei einigen Rassen nimmer da).

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