Qualzuchten IV

  • Merle ist mehr als die optisch bunten Hunde.

    … was ist denn daran mehr, was so unbedingt erhalten werden muss?

    Ich versuche es wirklich zu verstehen - aber für mich macht es keinen Sinn!

    Da ist ein Wurf mit 6 Welpen - 3 tragen einen Gendefekt, 3 nicht … normalerweise geht eventuell einer von diesen 6 in die Zucht … wieso bewusst einer mit Gendefekt?

    Merle ist kein Gendefekt! Doppel-Merle - also homozygote, die nur aus Merle X Merle Verpaarungen kommen können, können Seh-und Hörprobleme haben. Das zu riskieren finde ich verantwortungslos. Auch wenn ein Forscherteam in vorläufigen Ergebnissen die Hypothese aufstellen, dass bestimmte Varianten gefahrlos Kombiniert werden könnten. Einige dieser Varianten sieht man schwer bis gar nicht. Kann man aber testen.

    Sollte man meiner Meinung auch.

    In deinem Beispiel: 6 Welpen. 3 könnem in Bezug auf Merle mit allen verpaart werden (wenn sie nach Test auch kein 'verstecktes' Merle haben) und 3 nur mit nicht-Merle Partnern.

    Es ist ja nicht vorgeschrieben, dass nur einer in die Zucht geht. Wenn alle toll sind, können alle in die Zucht. Die Merle Hunde halt mit weniger Partnern. Bei seltenen Rassen sollten viele Tiere in die Zucht.

    Natürlich auch Merle Hunde. Mit passenden Partnern! Wenn der Züchter einen für die Zucht behält, wird er den voraussichtlich 'besten' behalten. Ist der Merle, dann schränkt das bei der späteren Partnerwahl ein. Ist die Auswahl groß genug, ist das kein Problem. Gibt es fast nur Merle Hunde und alle Welpenkäufer wollen nicht züchten, wäre ein nicht-Merle Welpe vielleicht die bessere Wahl...

    Wie gesagt, Merle ist kein Gendefekt (eine Abweichung vom Wildtyp schon aber davon haben alle Hunde reichlich) - aber homozygote Merle Hunde können Probleme haben. Und die sollte man nicht riskieren.

    Also: Wenn tatsächlich nur einer in die Zucht geht und es aufgrund von Merle keine/kaum Zuchtpartner gibt, dann sollte ein nicht-Merle in die Zucht.

  • Man darf auch nicht vergessen, dass der Weg in die Zucht lang ist. Und wenn sich am Ende dieses Weges der Merle Hund als der beste aus dem Wurf herausstellt, dann sollte dieser Hund auch in die Zucht. Und nicht wegen einer Farbe aussortiert werden.

    Was natürlich Murks ist, ist gezielte Farbzucht zulasten von Gesundheit, Gebäude und Wesen.

  • Aber das Problem ist doch - häufig wird genau wegen der Farbe verpaart.

    Die Käufer wollen hübsche, bunte Hunde … (genau wie sie das Kindchenschema von Mops und co. wollen).

    Genau wie unter dem Mantel einer seriösen Zucht (VDH z.B.) Qualzucht wie Mops und FB möglich sind, wird eben auch unter dem Mantel der seriösen Zucht immer wieder zum bunten Hund gegriffen - weil gefragter - statt zu seiner genauso geeigneten Schwester … und damit wird eben der Genpool kleiner und nicht breiter.

  • Genau das ist ja auch eigentlich richtig. Toll sind homogene Würfe die einfach im gesamten die Zucht bereichern. Und wenn ein Merle Hund Gesund, gut gebaut und rassetypisch ist, warum sollte damit dann nicht auch gezüchtet werden?

  • Also zumindest bei uns werden alle 3 Farben quasi gleichmäßig gezüchtet. :ka: Ich kenne sogar eine Züchterin, die gar kein Merle züchtet.

    Seltsamerweise waren meine beiden Rüden immer die Letzten aus ihrem Wurf, die noch frei waren. Also nichts von wegen gefragter.

    Der Züchter kann nur auf das Material zugreifen, was er hat. Und wenn aus diesem hypothetischen Wurf halt nur ein Merlehund in die Zucht gegangen ist, kann man nicht auf eine geeignetere Schwester zugreifen weil sie nicht zuchttauglich ist.

  • Aber das Problem ist doch - häufig wird genau wegen der Farbe verpaart.

    Die Käufer wollen hübsche, bunte Hunde … (genau wie sie das Kindchenschema von Mops und co. wollen).

    Genau wie unter dem Mantel einer seriösen Zucht (VDH z.B.) Qualzucht wie Mops und FB möglich sind, wird eben auch unter dem Mantel der seriösen Zucht immer wieder zum bunten Hund gegriffen - weil gefragter - statt zu seiner genauso geeigneten Schwester … und damit wird eben der Genpool kleiner und nicht breiter.

    Ich kann da nur von meiner Rasse sprechen (Kurzhaarcollie): Da ist Blue Merle mit Abstand die am wenigsten beliebte und vertretene Farbe (von drei: Blue Merle, Tricolor und Sable-White). Für 2021 oder 2022 hatte ich das mal hochgerechnet, da war ein Viertel der Würfe Merle/Trico ergo etwa ein Achtel der gefallenen Welpen. Es sind auch mit Abstand am wenigsten Blue Merle Deckrüden registriert (da hab ich aber noch nicht gezählt, ob mehr Trico oder Blue Merle aus BM/Tri Würfen stammen).

    Bei Caelans Wurf übrigens: 4 Rüden, 2BM 2 Trico. Beide BM CEA frei und MRD1+/+. Der eine Trico CEA Träger, der andere MDR1+/-. Und da haben wir Gebäude, Gesundheit und Charakter noch null betrachtet. Der eine Trico hat massiv mit der Verdauung zu kämpfen, der andere ist mir persönlich für die Zucht zu unsicher im Verhalten. Und dann muss es natürlich auch zwischen Mensch und Hund passen... Also lieber einen von den Tricos oder meinen BM in die Zucht? Oder den ganzen Wurf genpooltechnisch in den Müll werfen?

  • Aber das Problem ist doch - häufig wird genau wegen der Farbe verpaart.

    Die Käufer wollen hübsche, bunte Hunde … (genau wie sie das Kindchenschema von Mops und co. wollen).

    Genau wie unter dem Mantel einer seriösen Zucht (VDH z.B.) Qualzucht wie Mops und FB möglich sind, wird eben auch unter dem Mantel der seriösen Zucht immer wieder zum bunten Hund gegriffen - weil gefragter - statt zu seiner genauso geeigneten Schwester … und damit wird eben der Genpool kleiner und nicht breiter.

    Das kann man aber nie verhindern, dass die Optik im Vordergrund steht. Da durchläuft jede Rasse so ihre Trends, da braucht’s kein Merle für.

    Wenn sich durch eine fesche Farbe mehr Welpenkäufer finden und eine Rasse beliebter wird, dann kommen vielleicht auch unterm Strich wieder mehr Hunde in die Zucht. Wer weiß das schon.

    In guten Verbänden sind die Hürden zur Zuchtzulassung und für Verpaarungen ja schon rahmengebend für die eingesetzten Hunde.

    Merle darf nur begrenzt verpaart werden. Da wird nichts kleiner durch den Einsatz. Kleiner wird es dadurch, dass man immer zu den gleichen 2 Rüden rennt..

  • .... eine Farbe ist es nicht wert, dass man darum so ein Gewese macht und den Preis einer Genpoolverkleinerung oder - einschränkung macht.

    Testen, die Verpaarungen im grünen Bereich halten und fertig.

    Da bin ich ja ganz bei Dir! Meine Eltern haben früher Neufundländer gezüchtet. Zuviel weiß an der Brust - da war der sonst vorzügliche, HD-freie Hund raus!

    Man muss jetzt ganz bestimmt nicht Merle zu einer Fehlfarben für ALLE Hunderassen deklarieren!

    Genauso sollte man bestehende Fehlfarben zeitweise zulassen, wenn der Genpool winzig ist. Farbe lässt sich relativ leicht bearbeiten. Man muss halt drauf achten, die Genetik für die bevorzugten Farben nicht zu verlieren. Wenn einem Farbe dann doch wichtig ist...

    Wie du sagst: Testen!

  • Es gibt halt Rassen, die ohne Merle waren, in die man das gezielt reingeholt hat. Für besseren Verkauf.

    Das macht für mich nicht wirklich Sinn, zudem die betroffenen Rassen bzw deren Züchter dann ja auch nicht mehr im "seriösen" Verband gezüchtet werden dürfen, weil es nicht dem Standard entspricht.

    Es ist halt schade, dass viele Rassen schon sehr früh festgelegt haben, dass es z.B. nur eine oder zwei Farben geben durfte.

    Wie bei den Pinschern zum Beispiel.

    Alles andere, obwohl genetisch vorhanden, war von Anfang an aber verboten.

    Klar, ein guter Hund hat keine Farbe. Dennoch ist die Farbe oft zu wichtig, alleine schon, wenn deshalb reinrassige Hunde deshalb von der Zucht ausgeschlossen werden.

    Bei den ArbeitsBC wird das wohl noch an besten gemacht. Da ist ja irgendwie alles dabei und erlaubt, von Rauhhaar über Kurzhaar zu Langhaar, egal welche Farbe, Hauptsache er arbeitet gut und hat einen stabilen Charakter.

    Das wäre doch eigentlich erstrebenswert. Auch wenn viele Rassen heute nicht mehr arbeiten, aber einen stabilen Charakter möchte doch eigentlich jeder!

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