Qualzuchten IV

  • Das habe ich dem von Dir verlinkten Text schon entnommen … aber das macht das Risiko für Doppel-Merle-Verpaarung ja noch größer?

    Ich hätte einfach mal gerne auch bei diesem Thema eine ehrliche und reflektierte Betrachtung … wieso sind angeblich Merle-Träger für die Zucht so wichtig (ein paar Rassen ausgenommen - ACD z.B.) - rein mathematisch ist es für mich nicht begreifbar.

    Ich bin wirklich einfach nur interessierte und nicht ganz unlogisch denkende Laiin - aber tue mir furchtbar schwer, bei diesem Thema echte Argumente von Schönreden-Argumenten zu unterscheiden.

  • Grundsätzlich schränkt alles, was man in der Zucht beschränkt, den Genpool ein und kann langfristig zu einer Verarmung des Genpools führen. Deshalb ist es sinnvoll, so wenig wie möglich einzuschränken

    Aber genau das ist doch rein logisch der Fall.

    Merle kann nur mit Nich-Merle verpaart werden;

    Nicht-Merle mit allem (stimmt natürlich nicht ganz, Inzuchtkoeffizient, usw. … spielen bei beiden eine Rolle).

    Hier wird doch bewusst - in meinen Augen, wegen der gewünschten Farbe - eingeschränkt.

    Ich finde diese Hunde auch wunderschön … aber ich sehe leider wirklich ein Problem und wundere mich, dass ich da immer auf soviel Gegenwind stoße - weil rein logisch konnte es bisher nicht ausgeräumt werden.

  • Das habe ich dem von Dir verlinkten Text schon entnommen … aber das macht das Risiko für Doppel-Merle-Verpaarung ja noch größer?

    Ich hätte einfach mal gerne auch bei diesem Thema eine ehrliche und reflektierte Betrachtung … wieso sind angeblich Merle-Träger für die Zucht so wichtig (ein paar Rassen ausgenommen - ACD z.B.) - rein mathematisch ist es für mich nicht begreifbar.

    Ich bin wirklich einfach nur interessierte und nicht ganz unlogisch denkende Laiin - aber tue mir furchtbar schwer, bei diesem Thema echte Argumente von Schönreden-Argumenten zu unterscheiden.

    Ich habe keine Rassen für die Merle von Interesse ist.

    Es macht einfach keinen Sinn Hunde aus der Zucht zu nehmen, wegen einer Farbe. Einfach aufpassen und gut ist. Bei Merle lässt sich das ganze sogar wunderbar testen. Da gibt es einfach wahrlich wichtigeres. Wie Epilepsie.

    Zucht heißt nunmal Verantwortung. Das Ganze so reduzieren zu wollen, dass jeder Hinz und Kunz risikofrei vermehren kann, ist da einfach nicht möglich.

  • Aber genau das ist doch rein logisch der Fall.

    Merle kann nur mit Nich-Merle verpaart werden;

    Nicht-Merle mit allem (stimmt natürlich nicht ganz, Inzuchtkoeffizient, usw. … spielen bei beiden eine Rolle).

    Hier wird doch bewusst - in meinen Augen, wegen der gewünschten Farbe - eingeschränkt.

    Ich finde diese Hunde auch wunderschön … aber ich sehe leider wirklich ein Problem und wundere mich, dass ich da immer auf soviel Gegenwind stoße - weil rein logisch konnte es bisher nicht ausgeräumt werden.

    Merle ist mehr als die optisch bunten Hunde.

  • und alle träger aller krankheiten, die heterozygot egal aber homozygot schädlich sind :smirking_face:

    Das ist ja gerade das Interessante an der Qualzuchtdiskussion. Wie geht man mit dem Wissen um? Welche Tests schreibt man vor? Unter welchen Bedingungen lässt man Verpaarungen von zwei Trägern zu? Bei kleinem Genpool und sehr geringer Beeinträchtigung der homozygoten Welpen könnte man das überlegen... Welche Verpaarungen sind verantwortungslos und wie gehen wir damit um? Gesetze?

    Wir können nicht alles ausmerzen also lassen wir alles laufen... ist ja auch nicht gut. Die seriöse, verantwortungsvolle Zucht muss sich das halt überlegen. Und noch viel mehr! Jetzt, wo es viele Testmöglichkeiten gibt, kann man sie nutzen. Aber wie? Wie streng?

    Und wie oben schon gesagt, wenn es in einer Rasse sehr viele Träger irgendeiner fiesen Krankheit gibt: Wievie Fokus legt man darauf? Was 'opfert' man dafür? Einkreuzung? Zuchtzulassung von optisch nicht sehr typischen aber genetisch 'freien' Hunden? Mit HD aber homozygot frei von XYZ?

    Noch schwieriger bei Sachen wie Epilepsie, wo man eben nicht einfach Mal testen kann.

  • … was ist denn daran mehr, was so unbedingt erhalten werden muss?

    Ich versuche es wirklich zu verstehen - aber für mich macht es keinen Sinn!

    Da ist ein Wurf mit 6 Welpen - 3 tragen einen Gendefekt, 3 nicht … normalerweise geht eventuell einer von diesen 6 in die Zucht … wieso bewusst einer mit Gendefekt?

  • … was ist denn daran mehr, was so unbedingt erhalten werden muss?

    Ich versuche es wirklich zu verstehen - aber für mich macht es keinen Sinn!

    Da ist ein Wurf mit 6 Welpen - 3 tragen einen Gendefekt, 3 nicht … normalerweise geht eventuell einer von diesen 6 in die Zucht … wieso bewusst einer mit Gendefekt?

    Wieso nicht?

    Vielleicht hat genau dieser Hund das vielversprechende Wesen und Gebäude? Oder er vererbt bestimmte Eigenschaften besonders gut.

    Es ist nur eine Farbe. Eine Verpaarung sollte nicht zu blinden oder tauben Hunden führen. Aber viel wichtiger finde ich eine Farbe nicht. Man kann es testen und muss halt verantwortungsvoll verpaaren. Das macht Zucht aber einfach aus.

    „Pumperlgesunde“, Trägerfreie Nervenwracks und Gebäudekatastrophen bringen auch niemandem was.

  • Ich glaube ihr legt zu viel Fokus auf die Farbe. Es geht mir nicht darum, dass es unbedingt bunte Hunde geben muss, sondern eine Farbe ist es nicht wert, dass man darum so ein Gewese macht und den Preis einer Genpoolverkleinerung oder - einschränkung macht.

    Testen, die Verpaarungen im grünen Bereich halten und fertig. So ist der Umgang bei vielen Trägern. Bei HD gibt es dagegen Verfahren wie Zuchtwertschätzungen. Damit eben nicht der Fehler passiert, das zu viele Hunde aus der Zucht fallen und man plötzlich viel schlimmere Geister beschwört.

  • Da ist ein Wurf mit 6 Welpen - 3 tragen einen Gendefekt, 3 nicht … normalerweise geht eventuell einer von diesen 6 in die Zucht … wieso bewusst einer mit Gendefekt?

    Vielleicht weil er bei allen anderen genetischen Test, die bei dieser Rasse notwendig sind, die Besten Ergebnisse hat? Weil er genetisch frei von allem ist, während seine Nicht-Merle- Geschwister irgendwo Träger sind? Weil er einfach im Genroulette richtig Glück gehabt hat, nur halt Merle ist. Warum soll so ein Hund nicht in die Zucht?

    Zudem die Überlegung nicht so einfach ist. Nicht aus jedem Wurf geht ein Hund in die Zucht, viele potenzielle, tolle Zuchthunde verschwinden von der Bildfläche bei Privatleuten. Kein Züchter kann unzählige Hunde behalten weil er mal schauen will wie sie sich entwickeln.

    Egal welchen Welpen ich nehme, ich weiß nicht, wie er sich entwickelt. Vielleicht wird es eine absolute Schissbuxe, die nichts in der Zucht zu suchen hat. Oder beim Röntgen stellt sich raus, dass was mit dem Skelett ist. Dann kommen noch die anderen Gentests dazu. Das sind so viele Variablen.

    Ich habe zwei Bluemerle Rüden. Einer ist bereits Zuchtrüde, einer wird es.

    Warum merle? Ja, weil ich die Farbe schön finde und weil meine Rasse aus 3 Farben besteht. Merle gab es bei meiner Rasse - Kurzhaarcollie - weit vor den einfarbigen Varianten und warum soll ich gesunde Hunde aus der Zucht ausschließen? Einer meiner Rüden ist genetisch wesentlich besser als sein Bruder in tricolor. Wir müssen auf so viele Sachen bei einer Verpaarung achten - manche sind sinnvoller als andere aber das ist eine andere Baustelle - da sollte die Farbe gar keine Rolle spielen. Es gibt klare Regeln, damit es keine Doppelmerleverpaarung gibt und damit ist mein Merlehund genauso gesund wie seine Tricolor-Geschwister.

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